Archiv von 'Mexiko'

Tischlein deck dich in Puebla

Wieder klingelt früh der Wecker. Wir beeilen uns mit dem Frühstück, denn um 8:15 Uhr werden wir von Alex, einem LuK-Kollegen von Liane abgeholt. Er, seine Freundin Marian und zwei weitere Freunde, Adriana und Jeronimo (arbeiten beide auch in der LuK), inkl. zwei Hunde wollen heute den inaktiven Vulkan „Malinche“ in der Nähe von Puebla besteigen. Wir fahren mit zwei Autos bis zum Parkplatz auf 3000 m ü. M. mitten im Wald. Da es wohl ein beliebtes Wochenend-Ausflugsziel ist, sind viele Leute hier unterwegs. Insgesamt laufen wir 2 h den Berg hoch. Zum Teil ist es sehr steil und matschig-rutschig, da es vor kurzer Zeit geregnet hat. Die beiden Hunde, ein älterer schwarzer Labrador namens „Toy“ und eine 18 Monate alte, riesengroße Schäferhündin namens „Naci“ (steht für „NACIonal-social“, fand irgendwer lustig, weil sie ja „Deutsche“ ist und der Name ist dann hängengeblieben) sind ziemlich aufgedreht und rennen wie wild um uns herum. Schließlich sind wir nicht mehr weit vom Aussichtspunkt über den Bäumen, aber die anderen vier wollen umkehren. Alex meint aber, es sind bloß noch ca. 20 Minuten und der Ausblick würde sich schon lohnen. Nun sind wir schon so weit gelaufen, das machen wir jetzt auch noch! Aber der Weg zieht sich und ein Ende der Bäume ist nicht in Sicht. Erst nach 40 Minuten sind wir über der Baumgrenze. Die Wolken ziehen immer mehr zu und es ist ganz schön kalt hier oben. Wir sind mittlerweile aber auch ziemlich hoch, der Vulkan selbst hat 4.462 m und wir sehen schon die Spitze. Hier liegt sogar ein bisschen Schnee! Wir machen ein paar Fotos, essen unsere Kekse und machen uns dann an den Abstieg. Nach 1 ½ h quasi ohne Pause kommen wir endlich am Parkplatz an, die anderen vier haben gerade angefangen sich Sorgen zu machen. Immerhin haben sie beim Warten schon mal was essen können. Das machen wir nun auch, es gibt „Quesadillas“, eine Art Tortilla gefüllt mit speziellem Käse und weiteren frei wählbaren Zutaten, in unserem Fall Champignons und geschnetzeltes Rindfleisch. Bisschen fettig, aber gut. Alex und Marian bringen uns zum Hostel zurück, wo wir nach der anstrengenden Wanderung einen gemütlichen Nachmittags-Schlaf einlegen. Um 20 Uhr holen uns die beiden wieder ab zum Abendessen. Sie haben sich vorgenommen mit uns sämtliche Spezialitäten Mexikos und besonders der Region Puebla auszuprobieren. Heute geht es in ein kleines Restaurant, der Eingang ist quasi gleichzeitig die Haustür der Betreiber-Familie. Wir überlassen es den beiden zu bestellen, quasi einmal die Karte rauf und runter. Zuerst gibt es ein „Tostada“ (größerer Taco mit Hühnchenfleisch und Avocado), dann eine „Pelona“ (eine Art Brötchen mit Rindfleisch), gefolgt von „Tacos Dorados“, dann sind unterschiedlich scharfe „Chalupas“ an der Reihe (ähnlich wie Tacos). Etwas ganz anderes sind dann mal „Chanclas“ (mit Fleisch gefüllte Brötchen in eine scharfe Tomaten-Soße getränkt) und eine Suppe namens „Pozole“. Der Tisch biegt sich beinahe unter dem vielen Essen, aber es ist alles so lecker!!!! Alex und Marian können es kaum glauben, dass wir tatsächlich alle Teller leer machen. Aber so vollgefressen waren wir echt auch schon lange nicht mehr!

puebla-01 Innenhof des Hostels Santo Domingo

puebla-02 von links nach rechts: Liane, Naci, Alex, Marian, Toy, Jeronimo, Adriana

puebla-03 deutsche Schäferhündin Naci

puebla-04 Spitze des Vulkans Malinche

puebla-06 Tischlein, deck dich...

puebla-08 Pelona

puebla-10 Chalupas

puebla-11 Chanclas

Heute geht das Programm um 9:30 Uhr los, Alex holt uns ab und wir fahren zuerst zum „Mercado Analco“, einem großen Wochenend-Markt, auf dem es viele unterschiedliche Stände gibt, mit Kunsthandwerk, Kleidung, kitschigen Souvenirs und auch Spezialitäten. Ein Stückchen weiter besuchen wir noch „El Panchan“, einen über drei Straßen verteilten Markt mit vielen kleinen Geschäfte mit typischen Souvenirs, wie Maya- oder Azteken-Kalendern, verschiedenen Masken, mexikanischen Spielen und Kleidung. Hier gibt es auch die „Barrio del Artista“, die Künstlergasse. Einige Künstler kann man im Atelier oder auch draußen beim Malen beobachten. Wir fahren zu einem kleinen Restaurant „Taco Maya“, um hier „Cochinita Pibil” zu essen, einem speziellen Gericht aus Yucatan. Das Fleisch in der Auslage kommt uns gleich bekannt vor, genau das hatten wir doch schon in Playa del Carmen zum Frühstück. Und das waren mit die besten Tortas, die wir bisher gegessen haben, daher haben wir nix dagegen, sie hier nochmal zu probieren. Dazu gibt es „Boing“, eine lokale Marke von Fruchtsäften. Wir testen „Mango“ und „Jamaica“ (Hibiskus-Blüte), letzteres wird direkt Lianes neues Lieblingsgetränk. Sehr erfrischend und nicht zu süß! Von hier fahren wir zu einer riesigen neuen Mall namens „Angelopolis“, mit allen nur erdenklichen Geschäften. Hier wollen wir im Canon-Shop Florians Kamera saubermachen lassen, da die Linse dreckig ist. Der Techniker ist aber leider erst morgen wieder da… Nachdem wir hier im Starbucks noch einen Kaffee getrunken haben, holen wir Marian ab und machen uns auf den Weg nach Cholula, einer schönen, kleinen Stadt die im Laufe der Zeit mit Puebla zusammengewachsen ist und nun eine Vorstadt ist. Hier gibt es (O-Ton Alex) „für jeden Tag des Jahres eine Kirche!“. Und tatsächlich ist das erste das wir sehen eine schöne, von der Sonne angestrahlte Kirche auf einem Hügel. Am Fuße des Hügels kann man noch Reste der Pyramide von Cholula sehen, die hier wohl von 200 – 700 n. Chr. errichtet wurde und dem Volumen nach die größte Pyramide der Welt war. Vermutlich wurde diese bei der Eroberung durch die Spanier mit Erde überschüttet und obendrauf dann die christliche Kirche „Santa Maria de los Remedios“ errichtet. Hier oben ist es sehr windig, weshalb viele Kinder und auch Erwachsene ihre bunten Drachen hoch in die Luft steigen lassen. Von hier oben hat man einen 360°-Rundblick und sieht auch drei Vulkane: den aktiven Popocatépetel auf der einen Seite und auf der anderen den Iztaccíhuatl und den Malinche, auf den wir ja gestern hochgewandert sind. Schließlich machen wir uns wieder auf den Rückweg und gehen noch auf den Zócalo. Hier findet ein kleiner Nachtmarkt statt und auf einer Bühne werden traditionelle Tänze aufgeführt. Wir kucken eine Weile zu. Auf dem Platz vor der Kirche „Capilla Real“ treffen wir auf einen älteren Herrn, der ein riesiges Teleskop dabei hat und einem für einen Euro beliebige Sterne zeigt. Zuerst ist es auf den Jupiter eingestellt, der aber nur gaaaaanz klein zu erkennen ist. Da gerade Vollmond ist, wollen wir natürlich den Mond sehen! Echt schön! Wir fahren zurück nach Puebla und gehen in der „Taqueria los Angeles“ direkt am Zócalo essen. Hier gibt es Tacos in allen Variationen. Wir lassen wieder die beiden das Essen bestellen. Zum Trinken gibt es hier literweise leckere selbstgemachte Fruchtsäfte zu unglaublichen Preisen! Dann kommt das Essen. Zuerst gibt es „Tacos Pastor“. Das ist einfach Scheinefleisch, welches am Spieß gegrillt wurde (bissle wie Gyros beim Griechen). Um das Ganze etwas saftiger zu machen, wird noch mit frischen Ananasstückchen und Kräutern verfeinert. Richtig gut! Die nächste Platte besteht aus sieben unterschiedlichen Tacos. Wir sollen probieren ohne zu wissen, was es ist und dann sagen, wie es uns schmeckt. Das erste heisst „Taco Árabe“ und ist relativ unspektakulär mit Rindersteak-Stückchen belegt, das zweite mit Hirn vom Rind (gar nicht mal so schlecht!), das dritte schmeckt wie bei uns Sülze (also Schweinemagen), das vierte ist mit Zunge (schmeckt halt wie Zunge), das fünfte ist mit Rinderauge (vorsichtig getestet – schmeckt bissle wie Leberwurst, aber das geht echt gar nicht!!!), das sechste ist mit Schweinsnase (relativ weiches Fleisch, ganz gut) und das siebte mit Schweinebacken, (etwas fester, aber geht noch ganz gut runter). Sehr interessant, aber müssen wir gerade nicht ein zweites Mal haben. Wir bestellen daher noch ein paar „normale“ Tacos Pastor und Árabe. Insgesamt bezahlen wir für haufenweise Essen und große Getränke 15 € für 4 Personen! Davon kann man in Deutschland nur träumen!

puebla-14

puebla-18 Barrio del Artista

puebla-22 noch eine der unzähligen Kirchen in Cholula

puebla-23 Popocatepetel

puebla-24 Santa Maria de los Remedios

puebla-28

puebla-29 traditionelle Tänze

puebla-30

puebla-32 Einmal Mond kucken, bitte!

puebla-33 Tacos

Wir werden morgens von einer lauten Fanfare und anschließender Lautsprecherdurchsage geweckt. Als wir aus dem Fenster kucken, sehen wir einen Gas-Laster, der die Haushalte mit frischen Gasflaschen versorgt. Da es in der Innenstadt keinen Foto-Laden gibt der sich an Florians Kamera rantraut, bringt er sie zum Canon-Shop in Angelopolis. Als er zurück ist laufen wir zum „Mercado del Carmen“, wo es eine weitere Spezialität auszuprobieren gibt: Cemitas las Poblamitas! In der Markthalle gibt es einen länglichen Tresen, hinter dem 12 Leute stehen und im Akkord die Cemitas belegen: Brötchen-Boden, Avocado, eine Art dünnes Hühnchen-Schnitzel im Fett gebacken, Zwiebeln, getrocknete Peperoni, mariniertes Gemüse, spezieller Käse (bissle wie Mozzarella, aber in Streifen), Brötchen-Deckel. An dem so entstandenen „Burger“ kann man fast nicht abbeißen, so riesig ist der! Aber mal wieder echt lecker! Alex meinte vorab, wir sollen lieber mal nur einen holen, weil die so groß sind. Wir haben aber so Hunger, dass wir nochmal einen holen. Florian ist allerdings der Meinung, dass er viel weniger abgekriegt hat als Liane. Kann aber fast nicht sein, denn Liane hat immer noch Hunger! Eigentlich hat sie den aber schon seit den Tacos gestern Abend. Da die so lecker waren, gibt’s in der Stadt gleich nochmal vier Stück als „Dessert“. Wir kucken uns noch die Kathedrale an und setzen uns auf den Zócalo und trinken einen Cappuccino von „The Italian Coffee Company“, die es hier wie Sand am Meer gibt! Dabei werden wir von einer Gruppe Jugendlicher in Schuluniform entdeckt, diese haben wohl die Aufgabe bekommen, Touristen auf Englisch zu interviewen. Allerdings sind sie sowas von schüchtern! Sie haben sich die Fragen (komplett falsch) auf ein Blatt geschrieben („Where come from?“, „Why in Puebla?“, „You like?“) und lesen nun so ab, dass wir sie kaum verstehen wegen ihrem krassem Akzent und Geschnuddel. Das ganze Elend wird mit der Kamera, bzw. Handy gefilmt. Zwischendurch wird getauscht, damit auch jeder zumindest eine Frage gestellt hat. Aber ob sie unsere Antworten auch nur ansatzweise verstanden haben, wagen wir zu bezweifeln! Abends fahren wir mit dem Taxi zur „Arena“ um hier ein ganz besonderes Spektakel anzusehen: „Lucha Libre“, übersetzt „Freistilkampf“. Ist eigentlich Wrestling, nur das die Kämpfer phantasievoll maskiert sind. Laut Alex ist das hier ziemlich populär, wobei man es entweder mag oder hasst. Wir sollen nix wertvolles mitnehmen und keine guten Klamotten anziehen. Die Tickets dafür haben wir mittags in der Apotheke (ohne Witz!) gekauft. Wir sitzen ziemlich weit vorne in der 4. Reihe. Jedenfalls ist einiges los, es sind viele Familien mit Kleinkindern da. Außerdem viele trommelnde, teils ebenfalls mit Masken verkleidete Fans, die für ordentlich Stimmung sorgen. Jede Seite „Fans“ ist wohl für ein Team an Kämpfern. Es wird Trinken, Essen und auch Masken verkauft. Dann kommt der Schiedsrichter in den Ring und wird gleich mal ausgebuht. Die ersten Kämpfer laufen unter lauter Musik und noch lauterem Jubel der Fans in den Ring. Der Kampf geht los. Zuerst Mann gegen Mann, später springen auch mal drei Kämpfer auf einen los, der dann aber manchmal auch mit allen Angreifern fertig wird und schließlich siegt. Oder einer knallt mit dem Rücken auf den Boden im Ring, damit es richtig schön kracht und liefert dann eine Show à la „Ich sterbe…“, um dann aufzuspringen und seinerseits den Gegner aus dem Ring zu werfen. Sehr beliebt ist auch, von der obersten Rope des Rings möglichst theatralisch auf einen anderen Kämpfer draufzuspringen. Am liebsten unterhalb der Gürtellinie. Unter frenetischem Jubel des Publikums. Eigentlich sind es Dreier-Teams die gegeneinander antreten, aber wer gegen oder mit wem kämpft kann sich pro Kampf schon mal schnell ändern. Wir sehen uns das eine Weile an, dann kucken wir uns fragend an: Ist das deren Ernst? Das ist ja alles nur Show! Aber so, dass man richtig sieht, dass es nicht echt ist. Teilweise richtig einstudiert, da hält der eine freiwillig die Hand hin, damit der andere ihn mit einem Wurf über die Schulter auf die Bretter schmeißen kann. Und dann haut er noch extra mit der Hand drauf, damit es ja auch richtig knallt! Wir haben uns ja bisher noch nie mit Wrestling befasst, also fragen wir einen Mexikaner neben uns, der ganz begeistert ist, ob jetzt nur der erste Kampf so ist, quasi als Aufwärm-Phase für die Fans, oder ob das nun so weitergeht? Antwort: Geht so weiter. Hmm. Nächste Frage: Aber gibt’s denn auch richtige Kämpfe oder ist das IMMER nur Show? Antwort: Ja, gibt’s. Aber hier ist immer nur Show. Aha. Na denn. Wir lehnen uns zurück und versuchen, wenigstens ein paar gute Fotos hinzubekommen. Die Kämpfer wechseln alle paar Minuten, außerdem gewinnt immer einmal das eine Team, bevor das andere dann aufdreht und den nächsten Kampf gewinnt. Es gibt bessere Teams von der schauspielerischen Fähigkeit her gesehen und schlechtere. Die letzten Kämpfer die in den Ring kommen sind wohl die „Stars“ der Show und werden dementsprechend bejubelt. Zum Teil „fliegen“ die Kämpfer (im wahrsten Sinne des Wortes) aus dem Ring und kloppen sich dann davor oder im Gang zwischen den Zuschauern weiter… Insgesamt gehen die zwei Stunden recht schnell herum und wir hatten unseren Spaß. Allerdings würden wir uns das jetzt nicht unbedingt nochmal ansehen müssen!

puebla-34

puebla-38 große Kathedrale von Puebla

puebla-39 Innenschiff der großen Kathedrale, 10 Fotos würden nicht reichen...

puebla-40 Zubereitung der Cemitas im Akkord

puebla-45 Fans beim Lucha Libre

puebla-46 Ring beim Lucha Libre

puebla-47 Zwei gegen einen ist doch unfair!!!

puebla-48 Attackeeeeee!!!!

puebla-50 Vorstellungsrunde Nr. 2

puebla-53 im Anflug auf den "Feind"

puebla-54 die "Stars" des Abends

puebla-55 Florians Lieblings-Lucha-Libre-Kämpfer... Hmmmm!!!

puebla-56 K.O.?! - Nöööö, gleich geht's munter weiter!

Nach dem Frühstück machen wir uns auf noch ein paar Sehenswürdigkeiten anzukucken. Zwischendurch kommen wir an einem Restaurant vorbei, in dem es „Mole Poblano“, eine Schoko-Chili-Soße gibt, die meistens mit Geflügel serviert wird. Laut Alex eines der typischen Gerichte für Puebla. Da wir nicht so sicher sind ob uns das schmeckt, dürfen wir jeder einen Löffel probieren. Nicht so schlecht, aber eine ganze Portion wollen wir davon doch nicht. Und gehen dann auf Souvenir-Jagd auf dem Markt „El Panchan“. Schließlich finden wir einen schönen „Azteken-Kalender“ und eine grüne Maya-Maske aus Stein. Nach der Maske haben wir ewig gesucht, weil es überall fast nur richtig hässliche Farben gab. Nun haben wir also auch das erledigt! Zur Belohnung essen wir am Zócalo „Tortas Árabes“. Als wir uns danach noch in eine Bank in die Sonne setzen, kommen wieder zwei Schulklassen auf uns zu, die ein Interview machen wollen. Diesmal hätten wir echt gleich nein sagen sollen, denn es dauert ewig bis sie sich unter viel Gekicher einig sind, wer filmt und wer Fragen stellt. Ohne Blatt dieses Mal. Aber das macht die Sache nicht besser, da sie sich erst eine Minute auf Spanisch überlegen, wie das nun auf Englisch heißt, um dann nach zwei Wörtern Englisch ein „Äh, oh, no!“ nachzuschieben und nochmal von vorne zu beginnen! Irgendwann haben wir es geschafft und fragen sie noch, wie alt sie denn sind. Antwort: 16! Wir sind dann doch etwas sprachlos angesichts dieser schlechten Leistung! Abends holt uns Alex vom Hostel ab und wir gehen „Molote“ essen. Dies ist, laut seinem Plan, die einzige Spezialität, die wir noch nicht probiert haben. Ist eine recht fettige Angelegenheit, aber mal wieder echt gut! Teig wird ganz dünn ausgerollt und dann mit verschiedenen Sachen gefüllt: wahlweise Hähnchenfleisch in pikanter Tomatensoße, Chicharrón (ganz knusprige Schweinefleisch-Stückchen), speziellem Käse, Kräutern und Champignons, oder Cuitlacoche, einem Mais-Schimmel, der die Kolben befällt, wenn sie zu spät geerntet werden. Hier ist es eine Spezialität, und es schmeckt gar nicht so schlecht! Nachdem wir zu dritt acht solcher Teile verdrückt haben, sind wir total vollgefuttert und lassen uns direkt beim Hostel absetzen.

puebla-60

puebla-63 Molote

Hier das ganze Album:

Tempelkoller in Oaxaca

Mit einiger Verspätung kommen wir in Oaxaca an und fahren mit dem Taxi in die Stadtmitte. Hier finden wir innerhalb fünf Minuten ein nettes kleines Hostel, die „Posada del Centro“, mit gemütlichem Innenhof. Wir laufen gleich wieder zum zentralen Platz, in Mexiko nun nicht mehr „Plaza de Armas“ sondern „Zócalo“ genannt. Hier ist einiges los, der Platz vor der Kathedrale liegt voll mit Geschenken, anscheinend werden diese dann an Heilige 3 Könige an die Kinder verteilt. Wir essen in einem kleinen Laden Tortas mit Chorizo und Käse, das ist unser absolutes Lieblingsessen hier: schnell, günstig und lecker! Zum Dessert finden wir eine „Crêperia“ und gönnen uns zwei Nutella-Crêpes. Sind aber nicht so lecker wie die Marquesitas, aber so langsam glauben wir, dass es die nur auf Yucatán gibt. Leider. Wir setzen uns in die Mitte des Platzes und beobachten Leute, bis uns aufgrund des Schlafmangels anfangen die Augen zufallen und wir den schnellsten Weg zurück zum Hostel nehmen.

oaxaca-02 Innenhof des Hostels Posada del Centro

oaxaca-60 Kathedrale von Oaxaca

oaxaca-05 Geschenke am laufenden Band

Heute wollen wir mit dem Bus nach Mitla fahren um dort die Ruinen anzukucken. Da es eine Stunde Fahrt ist, stehen wir früh auf und wollen mit dem Taxi zu der von der auf der Karte der Touri-Info eingezeichneten Haltestelle fahren. Der Taxifahrer meint aber, dass der Bus am Terminal für die zweite Klasse abfährt und fährt uns dort hin. Allerdings an die Rückseite des Terminals. Irgendwie kommt uns das Spanisch vor und wir fragen nochmal einen Polizisten. Der meint aber: Alles Quatsch, Abfahrt fünf Blöcke geradeaus und zwei Blöcke rechts! Na prima. Der Taxifahrer ist noch da und wir lassen uns von ihm kostenlos zur angegebenen Stelle fahren. Dort fahren auch haufenweise Busse, aber keiner in Richtung Mitla. Wir fragen einen Busfahrer. Ja, meint der, ein Stückchen weiter die Straße runter sollen wir uns hinstellen. Okay. Aber es kommt wieder kein Bus der für uns passt. Also fragen wir noch einen Busfahrer. Der meint wieder, dass der Bus am Terminal der zweiten Klasse abfährt. Was denn nun? Zwischendurch stärken wir uns mit einer heißen Schokolade von „Chocolate Mayordomo“, die ist ganz berühmt in Mexiko. Nachdem noch zwei Busfahrer das Terminal der zweiten Klasse genannt haben, laufen wir wieder dorthin, finden nach ewigem Suchen den Eingang. Wir fragen eine Frau an einem der Schalter, sie deutet ums Eck zu einem Ausgang. Und tatsächlich! Da steht der Bus nach Mitla! Wir können unser Glück kaum fassen und machen gleich mal ein Foto. Der Busfahrer grinst nur, als wir ihm sagen, dass wir jetzt eine Stunde unterwegs waren um den Bus zu finden und meint: „Loco!“ – Verrückt! Ja, so kann man’s auch sagen. Wir steigen ein und 5 min später fährt der Bus los. Eine Stunde später sind wir dann endlich in Mitla. Von hier müssen wir noch ca. ein Kilometer laufen. In Mitla gibt es einige Bauten präkolumbischen Stils. Gegründet ca. 200 n. Chr.von den Zapoteken, wurde die Stadt später dann unter mixtekischem Einfluss wichtiges Kulturzentrum. Die Ruinen befinden sich alle mitten im Dorf, verteilt auf 5 mehr oder weniger auseinanderliegenden Gruppen, der Eingang befindet sich direkt hinter der unscheinbaren Kirche. Dieses Mal müssen wir nur einmal Ticket kaufen und nicht wie bisher zweimal bezahlen. 84 Pesos (ca. 5 €). Liane hält der gelangweilten Kassiererin einen 200 Peso-Schein hin. Sie kuckt drauf und meint, dass sie uns nicht rausgeben kann. Was?!? Da sich die Dame nicht weiter rührt, fragen wir sie, ob der Eintritt dann eben frei ist? Nein, das natürlich auch nicht. Aber wir dürfen durch, weil ihr Kollege am zweiten Eingang ein paar hundert Meter weiter bestimmt Wechselgeld hat. Okay. Los geht’s bei der „Grupo de las Columnas“. Die Ruinen sind recht überschaubar, das einzig erwähnenswerte sind umlaufende Reliefs, die ziemlich gut erhalten sind. Die ältesten Gebäude sind wohl von 200 n. Chr. und im präkolumbischen Stil erbaut. Der Kontrolleur am Eingang vor der nächsten Gruppe hat auch kein Wechselgeld. Na wunderbar. Ein alter Mann der noch bei ihm rumsteht, gibt ihm ein paar Scheine, aber damit kommen wir auch erst mal nicht weiter. Also müssen wir wieder zurück zur Kasse, die zwei Angestellten kramen aus ihren Geldbeuteln das restliche Wechselgeld zusammen. Sachen gibt’s! Bei der zweiten Stätte, der „Grupo del Sur“ gibt es zwei Grabkammern, in die man hineinkrabbeln kann. Florian tritt nach zwei Metern wieder den Rückzug an. Hier treffen wir noch auf die einzigen anderen beiden Touristen, die sich hierher verirrt haben. Schließlich wollen wir noch die zwei anderen Gruppen besuchen, aber es gibt leider keine Schilder und eine Übersichtskarte zu kopieren und an der Kasse auszulegen ist anscheinend noch niemandem eingefallen. Nach einiger Suche und Nachfrage bei zwei Einheimischen, die nicht wissen, was wir meinen, laufen wir kopfschüttelnd zurück Richtung Hauptstraße und kommen wieder an einer kleinen Ruinenstätte vorbei, die wir auf dem Hinweg zwar gesehen, aber ignoriert haben, da sie uns mehr nach Steinmauer als nach Tempel aussah. Tatsache! Das ist die gesuchte „Grupo del Arroyo“! Der vierten „Grupo de los Adobes“ sehen wir schon von weitem an, dass es sich nur um einen verfallenen Steinhaufen handelt. Um den Tag doch noch zu retten, fahren wir mit einem Moto-Taxi zu „El Mitleno – Destilado de Maguey“, einer „Mezcal-Destillerie“. Hier wird aus Agaven Schnaps gebrannt. Je nach Agavenart, Zubereitung und Lagerung variiert die Farbe, der bekannteste Mezcal ist… natürlich der Tequila! Dieser wird aber nur aus einer bestimmten Agaven-Art und nur rund um die Stadt Tequila hergestellt. Wir starten im Verkostungsraum, wo wir ein bisschen durchprobieren dürfen. Wir testen den puren Schnaps, mit den für Mezcal typischen 40% Alkohol. Zum Glück ohne den „Wurm“ der oft in den Mezcal-Flaschen schwimmt. Wobei das eigentlich eine Mottenraupe ist. Was das Ganze aber auch nicht besser macht, eklig ist es so oder so! Dann versuchen wir noch verschiedene Mischungen mit Kaffee, Minze, Mandeln, Maracuja, usw. Anschliessend bekommen wir von einem der Arbeiter erklärt, was die einzelnen Schritte sind, allerdings auf Spanisch und wir verstehen beim besten Willen nicht, warum sie in einem Loch im Boden Holzkohle herstellen!?! Denn den Ofen feuern sie jedenfalls mit dicken Ästen an. Wir lesen später im Internet nach, dass in dieser Grube die ananas-förmigen Kerne der Agaven zunächst „gekocht“ werden. Später werden sie mit einem durch 1 PS angetriebenen Mühlstein dann zermahlen. Die wässrige Pampe, die dabei entsteht, gärt dann in großen Bottichen ein paar Tage vor sich hin und wird dann zweimal destilliert. Nach dem ersten Mal ist der Alkoholgehalt noch zu gering, dafür beim zweiten Mal oft über 80%. Dann wird wohl mit Wasser verdünnt. Diese Tatsache hat der Arbeiter aber auch nach dreimaligem Nachfragen energisch verneint! Oder er hat uns nicht verstanden. Aber was ist an der Frage „Se vende mixto con agua?“ (Wird mit Wasser gemischt verkauft?), während wir mit dem Finger auf seinen 80%-Kanister deuten, falsch zu verstehen?! Hmm. Als wir uns schließlich an die Straße stellen um auf den Bus zurück nach Oaxaca zu warten, haben wir mal wieder Glück und er kommt schon nach 5 Minuten! Zurück in der Stadt essen wir gut gewürzte Tortas und machen dann eine späte Mittagspause. Dann sind wir gerade in Bilder-Sortier-Laune und legen gleich los die Fotos für den nächsten Blog-Bericht rauszusuchen. Gegen 20:00 Uhr haben wir Hunger und wir gehen zum „Nid Noi Nah Thai“. Den haben wir zufällig entdeckt und der sah echt gut aus. Die Besitzerin und Köchin ist aus Thailand, sollte also authentisch sein. Die Portionen sind zwar recht klein, aber gut! Als wir zurückkommen ist die Kreuzung neben dem Hostel mit Autos gesperrt und viele Leute stehen auf einem Fleck und reden laut und hektisch miteinander. Florian geht gleich mal hin und fragt was da los ist: Gaaaaanz großes Problem zwischen 2 Clans, bzw. sie sind sich uneinig, wer welche Marktstände auf Straße wo aufstellen darf. Diese Art Konflikte zu klären ist Als wir nach zwei Stunden nochmal schauen, ist die Diskussion immer noch im Gang. Gerade in Oaxaca gibt es viele alte Gebräuche und Gewohnheiten. Daher ist es wohl nicht selten, dass Unstimmigkeiten und Streitereien zwischen den Betroffenen offen auf der Straße geklärt werden.

oaxaca-07 Schokoladen-Herstellung bei Chocolate Mayordomo

oaxaca-10 Endlich gefunden. Juhu!

oaxaca-12 Kirche von Mitla

oaxaca-13 Templo de las Columnas

oaxaca-14 Salón de las Columnas

oaxaca-15

oaxaca-20 Grupo del Arroyo - nicht viel mehr als eine Steinmauer...

oaxaca-22 Taco-Herstellung

oaxaca-24 Mezcal-Verkostung

oaxaca-26 Mezcal-Destillerie

oaxaca-28 Fehlt nur noch das Pferd!

oaxaca-29

oaxaca-30 Da fließt der Schnaps in Strömen!

oaxaca-34

oaxaca-37

oaxaca-38 Diskussionen zwischen zwei Clans

Mit viel Glück und einem sehr eifrigen Travel-Agency-Mitarbeiter, der uns schnell ein paar Straßen weiter führt, müssen wir nur 2 Minuten auf den Bus zu der Ruinenstadt Monte Albán warten. Diese liegt ca. 10 km von Oaxaca entfernt auf einer künstlich abgeflachten Bergkuppe auf 2.000 m ü. M. und war das religiöse Zentrum der Zapoteken. Die Blütezeit liegt wohl zwischen 300 und 900 n. Chr., wobei die erste Besiedlung schon im 8. Jahrhundert v. Chr. begann. Hier lebten über 30.000 Menschen. Wir laufen zuerst durch das Museum und kucken uns dann die Ruinen an. Die erste Ruinenstätte, die wir zu sehen bekommen, war ein Spielfeld, in dem ein mesoamerikanisches Mannschafts-Ballspiel gespielt wurde, zum Teil wurden so auch Streitigkeiten geschlichtet. Der Hauptplatz misst etwa 300 x 200 m und um diesen herum befinden sich verschiedene Pyramiden, Tempel und Gräber. Es gibt viele Reliefs und Hieroglyphen zu sehen. Wir schauen uns in Ruhe alles an, zum Teil kann man sogar auf die Pyramiden hochsteigen und hat einen tollen Blick über das Gelände und auf die Stadt Oaxaca. Als wir zum Ausgang kommen, ist der halbstündliche Pendel-Bus gerade bereit zur Abfahrt. Zurück in Oaxaca laufen wir noch durch den „Mercado 20 de Noviembre“ und essen in der Fressgasse bei „Carnes Asadas Irving“ ein leckeres Asado, bestehend aus Tortillas, verschiedenen, hauchdünn geschnittenen Fleischsorten, Chorizo und Nopales-Salat, einem ziemlich scharfen Salat aus einer Kaktusfrucht. Dann holen wir unser Gepäck im Hostel und machen uns mit dem Taxi auf zum Busterminal um nach Puebla zu fahren. Die Fahrt dauert ca. 4 ½ h. Hier angekommen nehmen wir, wie überall empfohlen wird ein „sicheres“ Taxi. Ist alles geregelt mit Warteschlange und direkt am Schalter bezahlten Tickets für verschiedene Entfernungen. Das hatten wir bis jetzt noch nie! Normalerweise haben wir einfach vor dem Terminal ein Taxi angehalten, damit haben wir uns noch nie unsicher gefühlt. Aber Puebla ist ja auch die viertgrößte Stadt Mexikos mit 1,5 Mio. Einwohnern. Die Fahrt nach Downtown dauert daher auch fast 30 Minuten. Wir kucken drei direkt nebeneinander liegende Hostels an und entscheiden uns für das „Santo Domingo“, ein schönes altehrwürdiges Gebäude mit Café im Atrium und einer Galerie von der die Zimmer abgehen. Ist ein bisschen teurer als die heruntergekommenen Hotels außen rum, aber dafür haben wir nun ein schönes Zimmer mit eigenem Bad und Frühstück. Da wir echt hungrig sind, laufen wir in Richtung „Zócalo“, im Stadtzentum. Aber schon nach zwei Straßenblöcken finden wir eine kleine Mall, in der noch ein Restaurant offen hat. Es ist ein Burger-Restaurant, das „VIPs“, das verspricht schnelles und günstiges Essen. Schnell geht’s, günstig ist es nicht gerade, aber immerhin schmeckt es einigermaßen und wir sind satt und können schlafen gehen…

oaxaca-46

oaxaca-41 Spielfeld des mesoamerikanischen Ballspiels

oaxaca-44

oaxaca-45 Patio Hundido

oaxaca-48

oaxaca-56 Asado - lecker!

oaxaca-55 Tischnachbarn bei Carnes Asadas Irving

oaxaca-58 Iglesia San Felipe Neri

Hier das ganze Album:

12 Trauben für 12 Wünsche

Heute ist in Mérida ein großer, chaotischer Markt auf dem alles Erdenkliche verkauft wird, meist aber nur Ramsch und Plunder. Zum Glück für uns gibt es dazwischen leckere Tortas und Tacos zur Stärkung! Wir schauen uns den Markt an und danach die Kirchen und Gebäude der Stadt. Abends gehen wir eine leckere Pizza bei „Vito Corleone“ essen. Nachdem wir als Dessert noch Marquesitas gefunden haben, sind wir absolut satt und zufrieden und da es nun gerade anfängt zu regnen laufen wir zurück ins Hotel.

merida-01 Markt in den Straßen von Merida

merida-29 rotes Rathaus

merida-04 Einmal "Marquesita mit Nutella", bitte!

Heute klingelt der Wecker schon um 5:00 Uhr. Wir nehmen ein Taxi zum Busterminal, wo um 6:00 Uhr der erste Bus in das 1 ½ h entfernte Uxmal zu den Ruinen fährt. Leider haben wir mal wieder auf eine „Empfehlung“ gehört, nämlich, dass es nicht nötig ist für den Bus um die Uhrzeit Tickets vorab zu kaufen. Tja. Nun stehen wir da und sowohl dieser und der nächste Bus um 7:00 Uhr sind komplett voll! Und dann fährt erst um 10:00 Uhr wieder einer. So ein Mist! Wir beschließen ein Taxi zu nehmen. Das ist zwar fünfmal so teuer wie der Bus, kostet aber trotzdem „nur“ knapp 25 €. Wir ersparen uns damit jedenfalls zum Hotel zurückzufahren, dort 3 h irgendwie totzuschlagen und dann wieder zum Busterminal zu fahren… So sind wir sogar zu früh an den Ruinen, die erst um 8:00 Uhr aufmachen. Wir sind wieder bei den ersten Besuchern die auf das Gelände laufen, leider ist noch alles total neblig. Deshalb setzen wir uns erst mal auf eine Treppe und lassen die Ruinen und die Stimmung auf uns wirken. Schließlich schafft es die Sonne die Wolken zu verdrängen und wir kucken uns die restlichen Ruinen an. Hier gibt es zum Glück keine Verkäufer die einen ständig ansprechen und einem auf die Nerven gehen! Um 11:30 Uhr gehen wir raus und erfahren, dass der nächste Bus erst um 13:00 Uhr in Richtung Mérida fährt. Na prima! Florian hat die tolle Idee, die Leute die rausgehen zu fragen, ob sie uns vielleicht mitnehmen können. Leider kommt fast niemand raus, und diejenigen, die mit dem Auto da sind haben keinen Platz oder fahren in eine andere Richtung. Also setzen wir uns dann doch an die Hauptstraße und warten auf den Bus. In Mérida steigen wir ins Taxi und lassen uns am „Monument für das Vaterland“ absetzen und laufen einmal die „Paseo Montejo“ herunter, die ehemalige Prachtstraße, die an die „Champs Élysées“ in Paris erinnern soll. Naja. Ziel verfehlt, würden wir sagen! Außer einige schöne alte Villen aus dem 19. Jahrhundert gibt’s hier auch nicht viel zu sehen, ein kleiner Umweg zu einer weiteren Sehenswürdigkeit, der Kirche Santa Anna, erweist sich als absolut unnötig, aber immerhin finden wir dadurch einen sehr leckeren Schnell-Chinesen! Dann ist Mittagsschlaf angesagt, damit wir abends fit sind! Gegen 20:30 Uhr machen wir uns auf zur großen „Plaza de la Independencia“ mitten in der Stadt, die komplett unbeleuchtet und leer ist!??! Ähh! Wir dachten, hier steigt DIE Silvesterparty! Immerhin stehen einige Essensstände herum, wir stärken uns mit extra dick belegten Tortas. Die nächste Straße ist zumindest gesperrt für Autos und die Restaurants haben Stühle draußen und Live-Musik. Wir setzen uns vor dem „Hotel del Parque“ an einen Tisch und bestellen Cocktails, die in riesigen Gläsern serviert werden. Leider hat der Kellner uns vergessen zu sagen, dass es zur Feier des Tages einen Mindestverzehr von 300 Pesos (ca. 22 €) pro Person gibt. Tja, sein Pech! Mittlerweile hat auch die Band in der Nachbar-Kneipe angefangen zu spielen und wir sitzen in einem Mischmasch aus verschiedenen Liedern. Da kriegt man ja die Krise! Wir trinken unseren Cocktail und gehen weiter. Leider ist dieser Musik-Mischmasch hier überall zu finden. In einem Café wollen sie uns um 23:00 Uhr noch 600 Pesos (ca. 44 €) Mindestverzehr pro Person aufdrücken. Die spinnen ja wohl! Am „Parque de la Madre“ haben sich einige Leute versammelt, ein paar tanzen ein bisschen, aber die meisten sitzen rum, schlafen halb und warten auf Mitternacht. So haben wir uns das hier aber nicht vorgestellt! Kurz vor Mitternacht wird mit den Glockenschlägen der benachbarten Kirche von 12 auf 0 gezählt und jede Sekunde eine Traube gegessen. Nun ist uns auch klar, warum auf den Märkten die zwei Tage zuvor überall Trauben in kleinen Tüten verkauft wurden! Das ist wohl, wie auch in Spanien, eine Tradition hier… Na, denn: Frohes neues Jahr!!!! :-) Etwas irritiert kucken wir in den Himmel, da ist überhaupt nix mit Feuerwerk?! Die meisten gehen jetzt auch schon heim. Hmm. Uns fehlt auch definitiv das Raclette für das richtige Silvester-Feeling! :-( Unglaublicherweise liegen wir um 0:30 Uhr im Bett und schlafen… Komisches Silvester!

merida-06 Nonnenviereck

merida-09

merida-11 Diese Fledermaus hat's hinter sich...

merida-13 steile Treppe zur Hauptpyramide

merida-14 Taubenhaus

merida-15 Haupttempel

merida-18 Gouverneurs-Palast

merida-21 Monument für das Vaterland

merida-23 Schon eher "Prachtstraße"!

merida-25

merida-26 Kathedrale von Merida

merida-27 Silvesterparty?!

merida-28 Hotel del Parque

Nach dem Frühstück geht’s direkt los ans Busterminal, wo um 8:30 Uhr unser Bus nach Palenque fährt. Nach langen 8 h, zwei Zwischenstopps und 3 Filmen kommen wir dort an. Kaufen als erstes unser Busticket nach Oaxaca in zwei Tagen, buchen eine Wasserfall-Tour, essen ein gegrilltes Hähnchen im Restaurant „Los Panchos“ direkt neben dem Terminal und fahren dann mit dem Collectivo (Minibus-Sammeltaxi, das man per Handzeichen überall am Wegrand anhalten kann) ein paar Kilometer weiter in Richtung Ruinen, wo es bei „El Panchan“ quasi direkt im Dschungel einige günstige Cabanas gibt. Gerade als wir unser Zimmer beziehen bei „Margarita & Ed“ beziehen, fängt es richtig an zu schütten. Solange es nur bis morgen wieder aufhört!

Nach dem Frühstück im Restaurant „Don Muchos“ laufen wir ein paar hundert Meter zum Eingang des Nationalparks, wo wir unser erstes Ticket kaufen müssen. Von hier nehmen wir ein Collectivo zum Eingang zu den Ruinen, wo wir ein zweites Ticket kaufen müssen. Die Ruinen, einst eine bedeutende Stadt der Maya, liegen zum Teil tief im Dschungel, es sind erst 5% wieder freigelegt worden. Zuerst kucken wir uns den zentralen Palast an, der auf einer Fläche von 80 x 100m in mehreren Bauphasen innerhalb von 120 Jahren erbaut wurde. Direkt daneben ist der sehr gut erhaltene „Tempel der Inschriften“, hier kann man hineingehen und die Grabkammer besichtigen. Viele der Ruinen sind eher klein und nicht so gut erhalten bzw. restauriert und sind oft mit Pflanzen überwuchert. Die Blütezeit dieser Stadt war zwischen 600 und 800 n. Chr., dann wurde sie aus ungeklärten Gründen verlassen und der Dschungel hat sich sein Territorium zurück erobert. Wir entscheiden uns entgegen der empfohlenen Richtung zu laufen, um so noch ein bisschen unsere Ruhe zu haben. Als wir schließlich in Richtung Eingang zurück laufen ist wieder superviel los, der Himmel zieht zu und es fängt an zu tröpfeln, das ist das Zeichen zur Flucht! Nach einem längeren Mittagsschlaf gehen wir wieder ins „Don Muchos“ zum frühen Abendessen, welches mit Abstand das beste Restaurant hier zu sein scheint.

merida-30 Palast

merida-33

merida-34 fest im Griff der Würgefeige

merida-38 Tempel der Inschriften

merida-40 Tempel des Kreuzes

merida-41

Wir werden um 9:00 Uhr von Fahrer Manuel mitsamt Gepäck abgeholt auf eine Tour zu verschiedenen Wasserfällen. Den ersten erreichen wir nach einer halben Stunde Fahrt, er heißt „Misol-Ha“, besteht aus einem einzigen 30 m hohen Wasserfall, hinter dem man hindurchlaufen kann, vorausgesetzt man hat Lust darauf komplett nass zu werden. Da es noch relativ kühl ist verzichten wir darauf und trinken lieber im Restaurant einen mittelmäßigen Kaffee. Schließlich fahren wir weiter und erreichen nach einer weiteren Stunde Fahrt die zweiten Wasserfälle, genannt „Agua Azul“ (blaues Wasser). Hier geht es sehr touristisch zu, es gibt einige Restaurants und Stände mit den typischen Souvenirs. Da wir hier 3 h Zeit haben, gibt’s ein frühes Mittagessen, bevor wir uns auf den Spaziergang zu den Wasserfällen machen. Der Weg führt entlang des Wassers und zwischendurch gibt es immer wieder kleinere und größere Wasserfälle, die teils über mehrere Kaskaden fließen. Allerdings müsste es korrekterweise eher „Agua Marron“ (braunes Wasser) heißen, da gerade Regenzeit ist! Bis ganz oben brauchen wir fast 45 min. Theoretisch kann man hier schwimmen gehen, wir haben unsere Badehöschen auch schon brav drunter angezogen, aber angesichts des trüben Wassers lassen wir das mal lieber sein und machen uns langsam auf den Rückweg. Wenn die Verkäufer an den Ständen nicht so verdammt nervig wären und einem sobald man stehenbleibt gebetsmühlenartig vorbeten, was sie alles Tolles verkaufen, würden wir ja vielleicht sogar mal kucken, aber so macht das absolut keinen Spaß! Die 1 ½ h Stunden auf der Rückfahrt nutzen wir für ein kleines Schläfchen, in Palenque angekommen steigen wir direkt am Busterminal aus, essen nochmal Hähnchen. Da kann man einfach nix falsch machen, das schmeckt immer! Dazu kaufen wir noch was zu Trinken und ein paar Snacks und checken dann in unseren Bus nach Oaxaca ein. Eine 14-stündige Fahrt liegt vor uns und das ist hier bei weitem nicht so bequem wie in Südamerika, da ist nix mit Lehne weit zurückklappen! Zur Unterhaltung gibt es aber wieder diverse (meist schlechte) Filme auf Spanisch in voller Lautstärke. An viel Schlaf ist nicht zu denken, da alle halbe Stunde Fahrgäste aus-oder zusteigen und nachts um 2:00 Uhr machen wir noch eine total unnötige 30 min-Pause an einem firmeneigenen Restaurant. Wir genießen die Pause ohne Lärm und Gewackel und schlafen…

merida-42 Misol-Ha

merida-43 Aqua Azul... wohl eher Aqua Marron!

Hier das ganze Album:

Beach Cruising in Tulum

Zum Frühstück setzen wir uns ins Starbucks mit einem leckeren Kaffee und beobachten die vorbeilaufenden Touris. Das ist unterhaltsamer als so mancher Film! Schließlich laufen wir auch noch ein Stückchen die Straße runter und von dort den Strand entlang zurück zum Hostel. An diesem Abschnitt sollen sich laut Reiseführer die barbusigen Blondinen bräunen und Florian meint, das Schauspiel müssen wir auch unbedingt mal gesehen haben. Zu seinem Pech sind die meisten aber wohl noch beim Frühstück. Wir checken aus und stellen fest, dass der nächste Bus nach Tulum in 15 min fährt. Das passt genau um zum Busterminal zu laufen und die Tickets zu kaufen! Nach ca. 1 h kommen wir in Tulum an, leider schmeißt uns der Fahrer bei den Ruinen raus und nicht in der Stadt, so dass wir das Hostel was wir uns rausgesucht haben nicht finden. Und kennen tut’s auch niemand. Außer einer, der meint, so ca. 5 min in Richtung Ruinen, da wäre es. Wir laufen und laufen und es kommt nix. Zumindest keine Unterkunft. Bei 30° C und mit komplettem Gepäck ist das nicht gerade ein Vergnügen! Schließlich fragen wir einen Taxi-Fahrer, ob es am Strand nicht halbwegs günstige Cabanas gibt und wie weit es ist. So 4 km, ist die Antwort. Ächz! Nix wie rein ins Taxi und hinfahren. Leider ist das Hotel in das er uns bringt schon ausgebucht und außerdem bissle über unserem Budget. Und die wirklich günstig aussehenden Strandhütten nebenan werden gerade renoviert. Schließlich fahren wir zurück in die Stadt um dort nach einem Hostel zu kucken. Die ersten drei Backpacker, die wir anfragen, sind voll. Na ganz toll! Also Plan B: Direkt neben dem einen Hostel gibt es einen Roller-Verleih, allerdings ist gerade niemand da. Wir treffen dort ein Ami-Pärchen, die dort auch schon eine Weile warten. Sie haben einen Roller vom anderen Verleih direkt am Strand gemietet. Für den nächsten Tag wollen sie hier ein etwas größeres Motorrad mieten. Da sie ihren Roller um 18:00 Uhr wieder abgeben müssen, haben sie nun keine Zeit mehr zu warten. Der Typ nimmt aber netterweise Florian mit, damit wir dort einen Roller mieten können. Den Pass als Pfand, das Geld auf den Tisch, hier der Schlüssel, da steht der Roller und los geht’s. Nach dem Führerschein fragt keiner. Juhu, wir haben einen Roller! Sonst würden wir hier echt nicht vom Fleck kommen oder ständig ein Taxi brauchen. Florian fährt los ein Hostel suchen und wird auch recht schnell fündig. Schließlich haben wir unser Zimmer im Hostel „Las Ruinas“ bezogen und machen uns auf in Richtung „Parque Dos Aguas“, wo es wieder ein paar Essensstände gibt. Für Florian gibt’s Hamburger, für Liane „Tortas con Asado“ (Baguette gefüllt mit gegrilltem Geschnetzeltem und Kraut). Zum Dessert gibt’s einen Becher Flan und ein Marquesita mit Nutella. Die Einheimischen hier essen das meistens mit Nutella und Käse! Florian bestellt zum Testen eine Hälfte mit Käse, aber ohne ist dann doch besser… So gestärkt kehren wir ins Hostel zurück und schlafen bald ein, da wir am Morgen pünktlich um 8:00 Uhr bei den Ruinen sein wollen!

Wir stehen früh auf, zunächst will der Roller nicht anspringen, aber schließlich stellt Florian fest: „Ha, den konn ma jo au o-dabbe!“ ;-) Tatsächlich läuft der Roller daraufhin wie eine Eins und wir fahren los zu den Ruinen. Da wir es eilig haben, übersehen wir eine geschlossene Schranke und hören plötzlich jemanden brüllen. Der Typ von der Touri-Info kommt uns schon entgegen und will uns einen Strafzettel ausstellen, weil wir auf „Nationalpark-Gebiet“ gefahren sind und hier angeblich nur offizielle Fahrzeuge rein dürfen. Da aber gleichzeitig ein Taxi und noch ein weiteres Auto durchfahren, glauben wir ihm kein Wort und geben ihm keine Daten von uns. Wir sind doch nicht doof! Vom „offiziellen“ Parkplatz laufen wir noch ca. 1 km zu den Ruinen, wo wir fast die ersten Touris sind. Die Maya-Ruinen sind nicht sooo arg spektakulär, liegen aber echt schön direkt am Meer. Erbaut wurden sie in der Zeit vom 12.-15. Jahrhundert. An einigen Tempeln sind Fresken, vor allem von Tieren zu sehen. Als wir nach gut 1 h wieder rauslaufen, kommen uns schon Scharen von Touristen entgegen. Damit wäre unser Kulturprogramm hier beendet und wir gehen zum gemütlichen Teil über. Mit dem Roller fahren wir zuerst an einen Strand der „Playa Palmas“ heißt, tatsächlich gibt es unzählige Palmen und ein kleines Hotel-Restaurant, das „La Vita e Bella“, wo wir uns ein kleines Frühstück gönnen. Dann legen wir uns gemütlich in den Schatten und hüpfen zur Abkühlung gleich ins kühle karibische Meer. Echt erfrischend und das Wasser ist unglaublich klar! Die Wellen sind genau richtig, nicht zu groß, aber es macht Spaß in sie hineinzuspringen. Wir lassen uns noch ein bisschen in der Sonne trocknen und fahren dann weiter, immer die Küste entlang. Nach ca. 3 weiteren Kilometern halten wir beim Hotel Playa Azul an und gehen durch die Lobby durch an den nächsten Strand. Der ist genauso schön breit und weiß-sandig wie der erste, aber das Wasser ist nicht so klar, weil allerlei Algen und Zeugs drin herumschwimmen. Ein Mittagsschläfchen am Strand ist angesagt. Wir finden ein Plätzchen an dem zwei Kokos-Palmen Schatten spenden, aber keine Gefahr besteht von einer herabfallenden Kokosnuss erschlagen zu werden. Ganz am Ende der Hotelzone soll es auch Strände ohne Hotels und ohne Touris geben, daher fahren wir weiter und kommen schließlich auf eine ungeteerte, hauptsächlich aus Schlaglöchern bestehende Straße, die in das Naturschutzgebiet „Sian Ka’an“ führt. Die Schranke ist offen, das Wärterhäuschen nicht besetzt, heute ist wohl freier Eintritt. Wir fahren weiter, bis zur ersten Abbiegung in Richtung Strand. Dieser ist nicht ganz so breit wie bei den Hotels, dafür aber das Meer umso klarer und es sind tatsächlich keine Touris, sondern nur ein paar Einheimische hier. Wir springen gleich ins Meer und planschen solange bis die Sonne hinter dem Palmenwald verschwindet. Dann machen wir uns schnell auf den Rückweg, damit wir die Schlaglöcher noch gut sehen können! Im „La Zebra“ setzen wir uns dann gemütlich in die Strandbar und trinken einen Sundowner, bevor wir pünktlich um 18:00 Uhr den Roller abgeben. Da wir nicht mehr tanken waren, berechnet uns der Typ ohne die Anzeige anzukucken pauschal 3 US$ und damit ist gut. Wir fahren mit dem Taxi zurück in die Stadt, erkundigen uns beim Busterminal noch für den nächsten Tag nach den Fahrplänen. Auf dem Rückweg zum Hostel fängt es nach 300 m an zu regnen. Wir bringen das Zeug ins Zimmer und wollen dann irgendwo was essen gehen. Als wir aus dem Hostel rauskommen, regnet es was das Zeug hält und die Straßen sind komplett überflutet. Daher entscheiden wir uns kurzerhand für den Italiener genau neben dem Hostel.

chichen-01 Strand in der Ruinenstadt Tulum

chichen-02 Gran Palacio

chichen-03 El Castillo

chichen-04 Wächter der Ruinen

chichen-06 Tempel des Herabsteigenden Gottes

chichen-08 Playa Palmas

chichen-09 Treibgut

chichen-11 Schleck!

chichen-12 Helmpflicht am Strand

chichen-15 ...gefahren werden ist aber auch toll!

chichen-17

chichen-21

chichen-25 Ein Cocktail auf einen wunderbaren Tag!

Nachdem wir uns am Busterminal das Ticket für nachmittags geholt haben und in einer superlecker duftenden Bäckerei eingekauft haben, nehmen wir ein Taxi an den Strand. Wir sagen dem Fahrer, wir wollen an den schönsten Strand Tulums… und landen am „Playa Paraíso“, einem wirklich paradiesischen Strand, allerdings ganz schön viel los hier! Aber egal. Nach einem kleinen Strandspaziergang legen wir uns in den Schatten der schönsten Palme des Strandes und lesen. Dadurch werden wir nun aber mehr oder weniger unfreiwillig mit zum beliebtesten Fotomotiv der vorbeikommenden Touris. Später hüpfen wir noch kurz ins Wasser zum Abkühlen. Um 15 Uhr steigen wir in den Bus nach Chichén Itzá und nach fast zwei Stunden werden wir direkt an den Ruinen abgesetzt, wo gerade tausende Touris herausströmen. Wir treten gleich die Flucht an und laufen die 1,5 km bis in den kleinen Ort „Piste“, wo es einige Hostels und Restaurants gibt. Das erste günstige Unterkunft ist die „Posada Chac-Mool“, sieht nicht so übel aus und ist ja nur für eine Nacht. In einem Restaurant nebenan gibt es ein kleines Buffet mit lokalen Spezialitäten, das ist jetzt genau das Richtige, denn das bedeutet wir können gleich loslegen! Zwischendurch kommen zwei Frauen und ein Mann, traditionell verkleidet, in das Restaurant, machen ohrenbetäubend laute Musik an und „tanzen“ für die wenigen anwesenden Touristen. Das erste soll wohl eine Art Stepptanz sein, das zweite wird ein „Balancier-Tanz“, mit Bierflaschen auf dem Kopf. Na klasse, das hat uns gerade noch gefehlt!

chichen-16 Nein, das ist keine Fototapete!

chichen-18 Monsterwelle im Anrauschen

chichen-26 Das trifft auf den Großteil von Süd- und Mittelamerika zu!

Da die Ruinen von Chichén Itzá auf dem Plan von wirklich JEDEM Yucatan-Touri steht, lohnt es sich ganz bestimmt früh aufzustehen. Wir holen uns im Supermarkt einen Café und einen Schokoriegel als schnelles Frühstück und machen einen Spaziergang zu den Ruinen. Dort angekommen, fährt gerade das erste Auto auf den Parkplatz, an der Kasse sind genau 4 Leute vor uns. Komischerweise gibt es hier zwei Kassen. Neben dem normalen Eintrittspreis gibt es nochmal eine zusätzliche staatliche Abgabe, die aber getrennt kassiert wird!? Na, so kann man natürlich auch zu Geld kommen. Sollten sich die Deutschen für Schloss Neuschwanstein vielleicht auch mal überlegen! ;-) Da uns der Guide zu teuer ist, erkunden wir Chichén Itzá auf eigene Faust. Was letztendlich auch besser ist, denn so können wir überall warten, bis wir quasi keine Leute mehr auf den Fotos haben. Ist zwar ein Geduldsspiel, denn immer, wenn ein störender Touri wegläuft kommt ein anderer. Aber zumindest die erste Stunde ist es noch ziemlich ruhig und wir können die Ruinen fast ungestört genießen. Das Gebiet der Stadt Chichén Itzá erstreckt sich auf einer Fläche von insgesamt 15 Quadratkilometern, wobei die Hauptruinen nahe beieinander liegen. Sie gehört der späten Maya-Kultur an und wurden vermutlich um 500 n. Chr. von den Itzá, einer Maya-Gruppe aus Guatemala, erbaut. Es sind allerdings ganz unterschiedliche Architekturstile zu sehen, teilweise sind die Funktionen der Bauten bis heute unklar. Im Zentrum der Tempelanlagen befindet sich das bekannteste Bauwerk die 24 Meter hohe Pyramide des Kukulkán. Sie hatte wohl ausschließlich religiösen Nutzen. Wenn man direkt in der Mitte einer Seite der Pyramide steht und in die Hände klatscht, hört sich das Echo an wie ein Pistolenschuss. Hätten wir gar nicht gemerkt, wenn die Tour-Guides das nicht ständig ihren Touris vorgeführt hätten. Auf dem Gebiet gibt es auch zwei Cenoten, die die Stadt mit Wasser versorgten. So um 10:00 Uhr ist dann auch Schluss mit lustig: Mittlerweile haben ca. 1500 – 2000 Verkäufer (laut Aussage eines Angestellten an der Kasse) ihre Stände an allen Wegen aufgebaut und werben lautstark für ihre meist hässliche und kitschige Ware. Wir sehen zu, dass wir noch die restlichen Ruinen ankucken und dann ganz schnell verschwinden. Den Weg zum Ausgang müssen wir uns bahnen, da mittlerweile wohl die vielen Busse aus Cancun oder sonst woher angekommen sind! Der Eingangsbereich ist komplett voll, an der Kasse stehen min. 200 Leute Schlange… Aaaaahh! Wir beglückwünschen uns gleich mal gegenseitig dafür, dass wir so früh hergekommen sind, denn so macht das ja wohl echt keinen Spaß! Zurück im Hostel schultern wir unsere Rucksäcke und machen uns auf in Richtung Bushaltestelle, bzw. unterschiedliche Leute haben uns gesagt, wir müssen nur an den Straßenrand stehen und dem weißen „Oriente-Bus“ mit Aufschrift Mérida winken. Alles klar! Ein großer Grill vor dem „Los Pájaros“ mit lecker duftenden Hähnchen drauf erinnert uns daran, dass das Frühstück ziemlich mager ausgefallen ist und so lassen wir den gerade kommenden Bus durchfahren und essen erst mal was. Der Kellner meint zudem, dass die alle halbe Stunde durchfahren, also stehen wir eine halbe Stunde später an der Straße, aber es kommt keiner. Nach einer Stunde sehen wir dann endlich den Bus kommen, wir winken, der Busfahrer schüttelt den Kopf. Sch…! Wir rennen los und sehen ca. 200 m weiter das Schild vom Busterminal, wo der Bus gerade hält. Gerade als wir direkt neben ihm stehen, fährt er los. So ein Depp! Also kaufen wir uns Tickets für den nächsten Bus um 13:15 Uhr, welcher „pünktlich“ um 13:45 Uhr kommt. Die Klimaanlage ist auf „Sibirien“ eingestellt, es ist unglaublich kalt! Zur Unterhaltung steigt zwischendurch ein Gitarrenspieler ein, der zwei Lieder singt dann Geld einsammelt und wieder aussteigt. Nach 2 ½ h kommen wir total durchgefroren in Mérida an, wo wir mit dem öffentlichen Bus weiterfahren ins Zentrum. Während Liane mit dem Gepäck an der zentralen „Plaza de la Independencia“ wartet, macht sich Florian auf Hostel-Suche, was sich als ziemlich schwierig herausstellt, da fast alles ausgebucht oder zu teuer ist. Als es dunkel wird, haben wir dann aber endlich eine Bleibe gefunden und das Zimmer bezogen. Es ist sogar zur Abwechslung mal ein richtiges Hotel. Das „Dolores Alba“ macht von außen zwar nicht viel her, unten drin ist ein Stacheldraht-Laden!? Es hat aber einen schönen Innenhof und einen Pool! Florian hat gut verhandelt und wir müssen nicht viel mehr zahlen als für ein Zimmer im Backpacker. Das Hähnchen von mittags hat nicht so lange satt gemacht, deshalb machen wir uns auf die Suche nach etwas Essbarem. Wir beschließen mal wieder „richtig“ essen zu gehen und nicht an einem Straßenstand und finden das Restaurant „Amaro“, welches sehr gemütlich aussieht, mit romantischem Innenhof mit Baum. Einiges los ist auch. Der Kellner bringt uns sogar noch zwei Tequila für umsonst als Aperitif…

chichen-28 Pyramide des Kukulkán

chichen-29

chichen-30 Kriegertempel

chichen-32 Halle der 1000 Säulen

chichen-33 Tzompantli

chichen-38 Tourimassen und schlechtes Wetter - Zeit zum Verschwinden!

Hier das ganze Album:

Cenote-Tauchen an Weihnachten

Um 5:30 Uhr werden wir von einem sehr ungeduldigen Taxi-Fahrer abgeholt. Dabei ist er fast 10 min zu früh dran und wir sind gerade noch am Frühstücken! Egal, um die Uhrzeit ist überhaupt kein Verkehr und wir sind genau um 6:00 Uhr am Flughafen. Hier müssen wir erst noch die Ausreisesteuer von 26 US$ p. P. zahlen. Wofür wissen wir auch nicht so genau, vermutlich damit die fünf Leute bezahlt werden können, die die Steuer einkassieren! Gepäck ist ratz-fatz eingecheckt und wir machen uns auf den Weg durch die Handgepäck-Kontrolle. Unsere grüne 3 l-Flasche „Fresca“ (so ähnlich wie Top-Fit) und die 1,6 l-Flasche Wasser jucken niemanden. Und wir gehen auf einen internationalen Flug nach Mexiko! Naja, dafür müssen wir aber Gürtel und Schuhe ausziehen und später direkt am Gate wird das Handgepäck nochmal halbherzig „durchsucht“, sprich: aufmachen, ein kurzer Blick, ok, bitte weitergehen! Dafür sehen aber nochmal sechs Angestellte hier rum. ABM hoch 10! Nach ca. 1 ½ h Flug landen wir in Panama-Stadt, wo wir ca. 1 h zum Umsteigen haben, bevor wir nach weiteren 2 h in Cancun ankommen. Hier empfängt uns Hitze! Vor dem Terminal stehen die Shuttle-Busse, die einen für 15 US$ p. P. ins Zentrum bringen. Auf Nachfrage heißt es: Ja, ja, das ist die günstigste Möglichkeit! Glauben wir nicht und laufen mal weiter. Und siehe da, ein ganz normaler Bus fährt auch in die Stadt für 9 US$ für beide zusammen. Na also, geht doch! Am Busterminal angekommen schnappen wir uns gleich den nächsten Bus in Richtung Strand. Florian hat die Hoffnung, dass wir dort irgendwie ein günstiges Hotel finden. Der Busfahrer sagt, er lässt uns am Tortuga Beach raus, hier gäbe es bezahlbare Unterkünfte. Beim Blick auf den Strand würden wir aber am liebsten gleich wieder einsteigen: Haufenweise Leute, eine Bar mit mega-lauter Musik, die Tische stehen bis vorne zum Wasser, es gibt eine Art Kran, an der man Bungee-Jumping machen kann. Nix wie weg! Wir laufen an der Straße entlang noch ein Stückchen weiter, finden aber nichts, deshalb fahren wir doch wieder zurück ins Zentrum. Wir erwischen leider den falschen Bus und kommen daher nicht am Busterminal an, sondern irgendwo anders. Als wir aussteigen treffen wir auf Gerardo, der hier Touren verkaufen will. Wir fragen ihn nach einem Hostel in der Nähe, er meint, es wäre ein ganz schönes Stückchen zu laufen und er kann uns mit seinem Auto gerne hinfahren, dann kriegt er bissle Provi vom Hostel. Er sieht vertrauenswürdig aus, also laufen wir zu seinem Auto, einem VW Buggy mit offenem Dach. Unser Gepäck hat gerade so auf der Rückbank Platz, also müssen wir zu zweit auf den Beifahrersitz. Gerardo meint, er hat schon mal 6 Leute mit dem Ding rumkutschiert. Na dann, los geht’s! Das erste Hostel das wir anfahren hat zu (mitten in der Hochsaison!), das zweite ist voll, das dritte hat noch genau ein Zimmer. Das nehmen wir! Es ist das Hostel Haina und liegt direkt neben einem kleinen Park, wo abends ganz schön was los ist. Am Rand sind kleine Imbiss-Stände aufgebaut. Hier gibt es leckere Tacos, Burritos, Tortas, etc. mit unterschiedlichen Fleischsorten gefüllt. Da kriegen wir doch gleich Hunger, müssen aber erst noch Geld holen. Dabei kommen wir an einer Art „Weihnachtsmarkt“ vorbei. Es gibt eine Eisbahn (bei fast 30° C!), zwei dicke Weihnachtsmänner mit Schlitten und Geschenken, mit denen man gegen Bares Fotos machen lassen kann und viel, viel kitschiges, blinkendes Deko-Zeugs. Wir kucken uns das Ganze eine Weile an, und dann geht es auf direktem Weg zurück zu den Imbiss-Buden. Wir entscheiden uns letztendlich für „Tiayudas daxaquenas”, das sind mit Chorizo und Käse gefüllte Teigtaschen. Zum Nachtisch probieren wir zum ersten Mal „Marquesita“ mit Nutella! Muss man sich wie zusammengerollte, ganz dünne, richtig knusprige Crêpes vorstellen. Ach, wenn‘s die doch auch bei uns daheim gäbe!!!

playa-02 Skyline von Panama-Stadt

playa-03

playa-05 Weihnachtskitsch in Cancun

playa-06 Eisbahn bei sommerlichen Temperaturen

Morgens wollen wir aber trotzdem noch die 20 km lange „Zona Hotelera“ ankucken, wo sich ein Hotelbunker neben dem nächsten befindet. Das ist mal gar nix für uns, aber wenigstens gesehen haben wollen wir das schon mal! Wir packen alles zusammen, dabei fällt uns auf, dass eine Stofftasche mit Knabberzeugs fehlt. Florian hat den kleinen Rucksack nicht ausgepackt. Liane auch nicht. Hmm. Wir schieben den Vorhang auf die Seite. Krass! Da hat doch tatsächlich nachts jemand durchs Fenstergitter + Moskitonetz hindurch unseren Rucksack durchwühlt! Schnell kucken wir nach, was alles fehlt. Die Sonnenbrillen, die Stofftasche mit ein paar T-Shirts von Florian und halt unser Knabberzeugs, sonst scheint alles noch da zu sein! Haben wir ein Glück, dass die wirklich teuren Sachen nicht in Reichweite lagen! Puh! Wir sagen an der Rezeption Bescheid, dass wir beklaut worden sind. Die Besitzerin ist total entsetzt und ruft gleich die Polizei. Als die Polizei schließlich zu dritt auftaucht, müssen wir kurz zeigen, was wo lag und was passiert ist, aber arg viel mehr als dass sie einen Bericht schreiben ist nicht drin. Wir sollen noch auf das Polizeirevier und eine Aussage machen. Wir bekommen von der Besitzerin des Hostels den Tipp auf das Polizeirevier in der Hotelzone am Strand zu gehen, dort wäre bestimmt nicht so viel los. Sie hat recht: Wir fahren mit dem Bus hin, kommen gleich dran und der Beamte kann auch noch einigermaßen englisch! Er schreibt einen Bericht, was passiert ist und was geklaut wurde. Als wir eine Kopie davon wollen für die Versicherung soll das 115 Pesos (umgerechnet 6 €) kosten. Hä? Gut. Dann machen wir halt ein Foto davon. So ein Blödsinn! Wir beschließen am Strand ein Stück in Richtung Innenstadt zu laufen. Zuerst kommen wir aber an der völlig amerikanischen „La Isla Mall“ vorbei. Hier gibt es alle Luxusmarken, die man sich nur vorstellen kann: Gucci, Prada, Guess, Hilfiger usw. und dazu wirklich alle Ami-Fast-Food-Läden: McDonald‘s, KFC, Burger King, Hooters, usw. Kein Wunder, dass Cancun zu 90% Amerikaner anzieht! Hinter der Scheibe des Wasserbeckens vor dem Eingang ins „Aquarium Cancun“ ist gerade ein Taucher zu sehen. Wir denken erst, der macht das Aquarium sauber. Aber nein, er soll die Touristen anlocken, er hat ein Mikrofon im Taucherhelm und kann mit den Leuten sprechen, die vor ihm stehen bleiben. Unglaublich! Und hören kann er uns auch. Wir sagen ihm, dass es viel schöner ist, draußen im Ozean zu tauchen als in so einem komischen Becken. Er lacht und meint, ja, das findet er auch. Wir wünschen ihm noch viel Spaß und flüchten vor so viel Amerikanisierung! Schließlich finden wir auch den öffentlichen Strandzugang, denn über Kilometer hinweg kommt man anscheinend nur durch die Hotelbunker an den Strand. Wir laufen am Strand entlang und kucken uns kopfschüttelnd die krebsroten Touris an, die dicht an dicht auf ihren Strandliegen herumliegen. Die meisten haben ihr iPhone in der einen und einen Cocktail in der anderen Hand… Weiter hinten an den Swimmingpools in den Hotelanlagen selbst liegen aber noch viel mehr Touris rum. Für viele spielt sich der ganze Urlaub hier ab, hier haben sie ja alles, was sie brauchen. Das „Hard Rock Café“ benutzen wir schließlich als Ausgang zurück zur Straße, hier ist es aber so kalt, dass wir befürchten festzufrieren, wenn wir stehenbleiben. Wir essen noch eine Kleinigkeit beim China-Thai-Imbiss in der angrenzenden Mall. Dann machen uns auf den Weg zurück ins Hostel, damit wir noch den Bus nach Playa del Carmen bekommen. Denn hier ist es ganz einfach nur schrecklich! Wir müssen nicht lange warten und nach einer guten Stunde Fahrt sind wir auch schon da. Das „Hostel 3B“,das wir uns rausgesucht hatten, liegt gerade zwei Blöcke neben dem Busterminal und hat sogar noch was für uns frei. Wir kriegen zwar nur ein Dorm-Doppel-Bett, aber dafür haben wir das Zimmer bis nach Weihnachten für uns alleine. Das Hostel ist echt schick, ganz neu und modern gemacht! Wir begeben uns gleich mal auf die Einkaufsmeile, die 5th Avenue, hier laufen zwar genau so aufgetakelte Mädels und Jungs rum wie in Cancun, aber es ist viel überschaubarer und irgendwie netter. Dann planen wir unsere nächsten Tauchgänge. Dieses Mal wollen wir allerdings nicht im Ozean, sondern in einer „Cenote“ tauchen. Davon gibt es auf der Yucatan-Halbinsel ganz schön viele. Es sind eingestürzte Kalksteinhöhlen, die mittlerweile mit Wasser gefüllt sind, unterirdisch über kilometerlange Höhlensysteme miteinander und mit dem Ozean verbunden. Das bedeutet: oben Süßwasser, unten Salzwasser. Das Tauchen in der Cenote wird als „Cavern Diving“ beschrieben, im Gegensatz zum „Cave Diving“ braucht man hierfür keine spezielle Ausbildung. Cavern, weil man eigentlich nie weiter als 10 m in eine Höhle taucht und man immer das Licht von oben als Referenz für den Ausstieg hat. Wir kucken vorher im Internet welche Tauchcenter dafür die Besten sind. Leider haben wir uns den Namen nicht richtig gemerkt und landen bei „Scuba Playa“ anstatt bei „Playa Scuba“. Dort berät uns Pablo sehr professionell und ausführlich, ca. 1 h lang. Er rät uns für den Anfang grundsätzlich zu einer flacheren Cenote. Es gibt zwar einige sehr schöne, mit Namen „Angelita“ oder „The Pit“, aber der Schwierigkeitsgrad dort ist mit sehr anspruchsvoll angegeben, weil sie sehr tief und daher nur für sehr erfahrene Taucher geeignet sind. Das ist also eher mal nix für uns Cenote-Neulinge. Danach suchen wir trotzdem noch das „richtige“ Tauchcenter, wo uns der Inhaber Klaus, ein Kölner gleich auf Deutsch begrüßt: „Seid ihr Ossis?“ Er hat noch 2 Plätze für den nächsten Tag frei, es geht in „The Pit“ und die ist „total geil“!!! Da gehen wir auf 40 m runter, unten ist dann noch ne giftige Wasserstoffsulfid-Wolke, ob wir dabei sind? Kein Problem, auch für Neulinge. Als erfahrener Dive-Master ist der Memo dabei und der ist „voll lieb“! Die zweite Cenote an dem Tag wird dann „El Eden“ werden, die ist komplett anders! Liane, der beim Gedanken Cenote-Tauchen bisher noch gar nicht so wohl war, ist jetzt aber sofort begeistert und hat Florian nach kurzer Zeit überredet: „Ja, machen wir, kannst uns aufschreiben!“

playa-09 Sprechender Taucher

playa-10 Hotelzone Cancun

playa-12 Alle halbe Stunde einmal drehen!

Pünktlich um 8:00 Uhr stehen wir auf der Matte des Tauchcenters, vorher haben wir uns mit einem großen Starbucks-Kaffee und „Tortas Cerdo“ (das sind Brötchen mit Schweinegeschnetzeltem in Fettsoße) gestärkt. Die Zubereitung am Straßenstand sieht zwar nicht sehr hygienisch aus, da die Fleischfetzen einfach mit bloßer Hand zerteilt und auf die Brötchen geklatscht werden, aber es schmeckt echt gut. Von uns aus kann‘s also losgehen. Unser Dive-Instructor heisst Memo, eigentlich Guillermo, aber wir können auch Wilhelm sagen.- Ääh, ok!? Wir bekommen noch unser Equipment und schon geht’s mit noch zwei Japanern im Schlepptau los zum ersten Tauchplatz. Auf dem Weg erzählt uns Memo einige lustige Geschichten, dass er auch ein bisschen Deutsch kann, verdankt er Klaus, dem Chef des Dive-Centers. Die erste Cenote heißt „The Pit“ und ist auf den ersten Blick ein ziemlich kleines „Loch“ mitten im Wald. Zuerst müssen wir das ganze Equipment über einen Flaschenzug ins Wasser lassen. Dann entweder die 7 m hinterherspringen oder runterklettern. Diese Cenote ist die tiefste in Mexiko, über 110 m tief, wobei wir natürlich maximal bis 40 m gehen werden. Jeder von uns bekommt noch eine Art Taschenlampe ums Handgelenk. Auf ca. 10 m Tiefe tauchen wir dann durch die sogenannte „Halokline“ oder „Salzgehaltssprungschicht“, der Bereich also, wo sich Süß-und Salzwasser treffen. Hier ist die Sicht plötzlich total unscharf, ungefähr so als ob man durch eine Brille mit 9 Dioptrien kuckt, obwohl man gar keine braucht… Nach ein paar Metern sind wir durch die Schicht durch und die Sicht ist super, da das Wasser ja keinerlei Bewegung hat. Auf 30 m kommt dann die von Klaus angekündigte giftige Wasserstoffsulfid-Schicht. Diese bildet sich durch die bakterielle Aufspaltung des organischen Materials, das in die Cenote fällt. Aber das ist echt mal cool! Man hat wirklich das Gefühl wie in Wolken zu schweben… Vor allem, wenn man beim Aufsteigen aus der weißen Schicht im absolut klaren Wasser über einem einen anderen Taucher sieht, wirkt es, als könne dieser fliegen. Wir tauchen dann noch ein Stückchen in eine seitliche Höhle hinein, hier gibt es viele Stalaktiten und Stalakmiten in unterschiedlichen Formen und Farben. Ein paar kleine Fische schwimmen umher, aber wegen denen sind wir ja auch nicht hier! Nach einer guten halben Stunde tauchen wir wieder auf. Gleiches Spiel wie vorher: Equipment an dem Flaschenzug befestigen, diesmal hochziehen. Im Wet-Suit den steilen Hang hochklettern ist auch mal interessant! Dann geht’s los zur zweiten Cenote, mit dem schönen Namen „El Eden“ – das Paradies! Wir sind gespannt! Für den kleinen Hunger zwischendurch bekommen wir auf der Fahrt ein Sandwich. Zwischendurch merken wir, dass wir unsere Flossen und Gewichte an der ersten Cenote vergessen haben! Sch…! Also nochmal umkehren. Ein Auto von einem anderen Tauchcenter kommt uns entgegen und hat alles dabei. Uff! Bei der zweiten Cenote angekommen richten wir gleich unser Equipment und hüpfen ins Wasser. Dieses Mal ist der Einstieg eher eine Art See, in der auch viele Schnorchler unterwegs sind. Der Eingang zur Cenote ist ein etwas enger und dunkler Tunnel, aber dann sind wir in einer superschönen Höhle, von schräg oben kommt das Sonnenlicht durch und zaubert tolle Lichteffekte! Unbeschreiblicher Anblick! Insgesamt sind wir fast eine Stunde unterwegs, hin und zurück, sehen viele tolle Fels-Formationen, teilweise umgestürzte Bäume… Immer wieder bemerken wir die unscharfen Sprungschichten, in denen sich Süß- und Salzwasser vermischen. Einmal gibt es eine richtig warme Schicht, bestimmt 35° C warm! Die Tauchgänge in den Cenoten waren mal eine schöne Abwechslung zum Ozeantauchen und total entspannend, weil kristallklares Wasser und keinerlei Strömung! Zurück in Playa del Carmen sind wir richtig hungrig, wir kriegen von Memo den Tipp die gegrillten Hähnchen in einem Restaurant in der Nähe des Tauchcenters zu probieren. Machen wir! Echt lecker und günstig. Von den zwei Japanern bekommen wir noch die Bilder, die sie in den Cenoten gemacht haben. Zwei Japaner – zwei Kameras. Soweit normal. Aber bei fast 300 Bildern sind nur ca. 5 Stück brauchbar. Der Rest ist total unscharf! Das gibt’s doch nicht! Es ist uns ein Rätsel, wie man das bei quasi unbewegtem Wasser hinkriegt! Leider ist unsere Unterwasserkamera nur bis 10 m wasserdicht, sonst hätten wir sie selbst mitgenommen.

playa-14 Einstieg der Cenote "The Pit"

playa-15 "The Pit" (Bild vom Tauchcenter)

playa-16 Wenn sie schon nicht fotografieren können...

playa-17 Einstieg der Cenote "El Eden"

playa-18 "El Eden" (Bild vom Tauchcenter)

playa-19 "El Eden" (Bild vom Tauchcenter)

Heute ist Weihnachten! Ausschlafen und gemütlich Frühstücken im Hostel mit frischem Obst im Müsli! Lecker! Dann bissle die weitere Reise planen und Blog schreiben. Unser Hostel hat abends einen größeren Tisch im Karen’s reserviert – Xmas-Party! Es gibt ein spezielles Weihnachtsbuffet – mit Live-Musik. Also gut, wir wussten eh nicht, was wir abends außer essen gehen machen wollen. Von außen sieht das Restaurant ganz gut aus – gebucht! Hier hängen auch die großen bunten Sterne, die wir jetzt schon überall gesehen haben. Wir finden heraus, dass dies eine alten Tradition names „Piñata“ ist. Kinder dürfen mit einem Stock und verbundenen Augen abwechselnd auf die Sterne einschlagen, bis die darin enthaltenen Süßigkeiten herausfallen. Nachmittags legen wir uns noch ein bissle an den Strand und machen nix. Für den nächsten Tag buchen wir noch Tauchen bei der Insel Cozumel, angeblich eines der besten Tauchgebiete der Welt und seit einer 1961 hier gedrehten Doku von Jacques-Yves Cousteau weltberühmt. Es geht auch erst um 10:00 Uhr los mit der Fähre, damit wir nicht so früh ins Bett müssen. Um 20:00 Uhr richten wir uns und schauen schon mal beim „Karen’s“ vorbei. Hier ist aber mal noch gar nix los! Deshalb gehen wir erst ins „Fusion“ und trinken einen Cocktail. Hier ist die Bude komplett voll, am Strand stehen gemütliche Korbsessel und eine Live-Band spielt. Cool! So ähnlich erhoffen wir uns das auch. Leider sieht die Wirklichkeit komplett anders aus! Als wir um 22:00 Uhr wieder am Karen’s ankommen, steht davor gerade ein Mädel, das auch bei uns im Hostel ist und kuckt uns fragend an. Sie war grade oben im Saal in dem das Fest stattfindet, da ist noch niemand sonst vom Hostel und das Buffet geht gerade erst los. Saal? Naja. Also nochmal in eine andere Bar, dieses Mal mit Karla aus Kolumbien im Schlepptau, die schlechter Englisch spricht als wir Spanisch. Das kann ja lustig werden! In der Bar setzt sich noch ein älterer, schon ziemlich betrunkener Ami zu uns und beginnt, Karla anzubaggern. Irgendwie hat er zu allem blöde Sprüche parat, zuerst glaubt er uns nicht, dass wir aus Deutschland sind, weil wir gar nicht so aussehen und „die Deutschen doch immer so fett sind“ Äääh? Schon mal in den Spiegel gekuckt?! Als er schließlich noch von Hitler anfängt, reicht es uns und wir gehen. Mittlerweile haben wir auch gut Hunger. An unserem Hostel-Tisch sitzt zwar immer noch niemand und außen rum sehen wir hauptsächlich aufgebrezelte Familien. Die Tanzfläche ist von Kindern belagert und auf zwei großen Leinwänden kommen entweder Musikvideos oder ein animierter tanzender Santa. Die Schlange zum Buffet ist ewig lang und als wir dort ankommen, ist fast nix mehr da und wir müssen warten. Zudem gibt es nur zwei verschiedene Salate und als Hauptspeise Karotten-Gemüse, Nudeln in weißer Soße, Kartoffelbrei, Schwein in einer süßen Soße und Pute in einer Pilz-Soße, zum Dessert pappig süßen Schokokuchen. So haben wir uns das Buffet echt nicht vorgestellt! Das Essen ist absolut nur auf Quantität und nicht auf Qualität ausgerichtet und schmeckt überhaupt nicht. Das Trinken ist unverschämt teuer und unser Kellner weiß nicht mal wo die Toiletten sind! Wir essen so schnell wie möglich, versuchen uns nicht aufzuregen, denn für das Geld hätten wir woanders richtig schön essen gehen können! Also gehen wir zurück ins Fusion um das Essen mit einem Cocktail hinunterzuspülen. Wir kommen gerade rechtzeitig zur Feuershow am Strand. Danach hören wir noch der Live-Musik zu, bevor wir durch die Straßen laufen und kucken, was sonst so los ist. Alleine die Leute zu beobachten ist total lustig! Aufgetakelt bis zum geht-nicht-mehr!

playa-22 Strand von Playa del Carmen

playa-39

playa-40

playa-42

playa-25 Frohe Weihnachten! :-)

playa-29 Mega-Weihnachtsparty!

playa-30 Ein Prosit auf Weihnachten!

playa-31 Das war ein Cocktail zuviel...

Morgens gibt’s wieder „Tortas“ mit Schweinegeschnetzeltem und Kaffee, bevor wir uns auf die Fähre nach Cozumel begeben. 45 min dauert die Überfahrt. Am Pier werden wir schon von Roman in Empfang genommen, unserem Dive Instructor. Wir kriegen unsere Flossen und Wet-Suits und ab geht’s auf das Boot. Zwei andere Deutsche sind noch dabei und ein Ami. Wir fahren ein paar Minuten an der Küste entlang, bis wir am ersten Tauchplatz ankommen, der „Colombia Gardens“ heißt. „Gewichte um, Jacket anziehen, Maske auf – los geht’s!“ Arg viel mehr Worte macht Roman nicht. Immerhin erklärt er uns noch kurz, in welche Richtung der Tauchgang gehen wird und dass wir nach ca. 45 min oder bei soundso viel Luftvorrat den Aufstieg beginnen werden. Alles klar! Wir tauchen bis auf ca. 30 m, die Sicht ist superklasse, über 40 m und das Wasser ist ziemlich warm. Die Korallen sind sehr schön und ziemlich bunt, viele davon haben wir noch nie gesehen! Fische gibt es auch eine ganze Menge, aber leider keine großen, auf die wir uns ja ein bisschen Hoffnung gemacht hatten! Trotz allem, ein schöner, entspannter Tauchgang, den wir leider nach ca. 30 min beenden, weil dem Ami die Luft ausgeht. Super. Wir hatten gerade mal 1/3 der Luft verbraucht und hätten noch locker weitertauchen können. Nun ja. Nach einer Pause von ca. 30 min geht es zum zweiten Tauchplatz, genannt „Paradise Wall“, diesmal nur 15 m tief. Als wir unten ankommen, sehen wir gleich einen großen Adlerrochen mit geschätzten 2 m Spannweite direkt vor uns! So einen haben wir beim Schnorcheln ja schon mal gesehen, aber beim Tauchen, quasi auf Augenhöhe, ist er noch viel beeindruckender! Außerdem sehen wir riiiiiiiieeesengroße Krebse! Zwar versteckt in Felshöhlen, aber die Beine und Scheren sind absolut gigantisch! Und zwei Langusten sitzen gemütlich zusammen unter einem Fels. Die würden uns jetzt auch schmecken! ;-) Schließlich sind wir wieder an Land, müssen noch 1 ½ h Zeit totschlagen, bis die Fähre kommt. Denn heute ist erstens Sonntag, zweitens der Tag nach Weihnachten und drittens mal so was von überhaupt nix los! Deshalb kaufen wir uns eine ganze Packung Langnese-Eis und löffeln diese gemütlich auf einer Parkbank sitzend. Zurück im Hostel sind wir total platt und legen uns eine Runde aufs Ohr, bis wir Hunger bekommen und bei den Essensständen leckere Tacos mit Asado (gegrilltes Fleisch) und Zwiebel-Tomate-Salsa essen. Abends sitzen wir noch im Hostel, basteln am Blog und unterhalten uns mit Karla. In Zusammenarbeit mit unserem besten Freund „Leo“ (dem Online-Wörterbuch) geht das sogar ganz gut!

playa-32 lecker Essensstände

playa-33 Tauchen in Cozumel

playa-34 Eine ganze Packung Eis nur für uns! :-)

Hier das ganze Album: