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Royal Breakfast auf der Albatros

Nach fast 10 Stunden Schlaf erwachen wir topfit und nach dem Frühstück geht’s gleich an die „Arbeit“: Fotos sortieren. Berichte schreiben. Blog-Einträge vorbereiten. Um 10:00 Uhr machen wir beim Quiz von Serdal mit. Er stellt 20 Fragen vom Spiel „Bezzerwizzer“, haben wir auch daheim. Die Fragen sind aber echt schwer, deshalb gewinnt auch Herr Weber, der eh immer alles besser weiß! Kurz vor Mittag kucken wir uns am Pooldeck an, wie der Küchen-Artist Arnulfo eine Eisskulptur für das große „Buffet Magnifique“ abends zaubert. Mit einem großen Meisel geht es dem Eisblock an den Kragen. Der Küchenchef Peter Schulze moderiert und es beginnt ein munteres „Was-wird-das?“-Ratespiel, wir sehen es als erste: zwei Delfine! :-) Dafür gibt’s einen erfrischenden Cocktail. In der Zwischenzeit können noch Fragen gestellt werden zu der Eisskulptur, z. B. „Wie lange hält die?“ – „Wenn sie gleich in den Kühlraum kommt ewig.“ Echt? Das hätten wir ja jetzt nicht gedacht! ;-) Fast 10 Minuten nachdem wir die richtige Lösung gefunden hatten, bietet eine Frau noch eine weitere Lösung an: „Das wird bestimmt ein Bernhardiner!“ Ääh? Der Chefkoch weiß gar nicht, was er dazu sagen soll! Nach 20 Minuten ist die Figur fertig und sieht echt supertoll aus! Mittagessen gibt es für uns heute nur ein kleines vom Buffet auf dem Pooldeck, weil abends ja das große Gala-Buffet ansteht. Wir unterhalten uns beim Essen mit Kalibo, eigentlich Kai Oliver Borchert, der am Nebentisch sitzt. Erste Frage seinerseits: „Seid ihr Crew oder Passagiere?“, nicht ganz unberechtigt die Frage, denn zum „normalen“ Passagier fehlen uns ja mal locker 30-40 Jahre!  Wir arbeiten dann noch weiter bis kurz vor dem Fototermin um 17:00 Uhr, bei dem wir eine Viertelstunde Zeit haben, das mit tollen Gemüseschnitzereien und sonstiger Deko ausstaffierte Buffet zu fotografieren. Damit das Gedrängel nicht zu groß wird, gibt es zwei „Schichten“, wir sind bei der ersten dabei. Die meisten sind schon total elegant herausgeputzt für das Dinner, wir passen in kurzen Hosen und T-Shirt nicht wirklich dazu, aber was soll‘s! Die Kellner stehen rechts und links des Buffets Spalier, während es ein Mega-Gedrängel um die besten Plätze zum Fotografieren gibt. Manche Leute hier haben ihr gutes Benehmen echt beim Betreten des Schiffes abgegeben, da wird gerempelt und angeschnauzt was das Zeug hält. So ein Blödsinn! Arnulfo hat noch eine zweite Eisskulptur geschaffen: ein Pferd mit wehender Mähne. Echt klasse! Dann müssen wir auch schon runter und uns (zumindest ansatzweise) schick machen. Das Vorspeisen-Buffet ist echt superlecker, viel Fisch, Lobster, Pastetchen, usw. Der Hauptgang – es gibt unter anderem Gemüse, Kroketten, Ente in Orangen-Soße, Rotkraut, Knödel, ein ganzer Truthahn und ein ganzes Spanferkel – fällt bei uns eher klein aus, denn wir haben ja schon das Dessert-Buffet gesehen! Da steht eine Wahnsinns-Torte neben der nächsten und diverse Cremes in kleinen Schälchen und ganz frisch gibt’s karamellisierte Ananas mit Vanilleeis. Unglaublich lecker und wir sind mal wieder total vollgefressen! Nach dem Essen gibt es heute passend zum Buffet, die „MS Albatros Gala Show“ mit den schon bekannten und den neu dazugekommenen Künstlern. Die da wären: Magdalena Hermann, sie ist ausgebildete Operettensängerin und eben Kalibo, der Zauberer von gestern Abend. Nach der Gala Show setzen wir uns mit Matze und Monella von Schwarzblond raus an die frische Luft und trinken einen Cocktail. Allerdings ist uns da immer viel zu wenig Alkohol drin und so bestellen wir heute mal mit doppelter Menge. Kostet dann halt auch fast das Doppelte. Später kriegen wir unglaublicherweise schon wieder ein bisschen Hunger, aber ist hier ja alles kein Problem, wofür gibt’s den Late Night Snack? Heute Kaiserschmarrn mit roter Grütze. Da wir über Nacht wieder eine Stunde geschenkt bekommen, sitzen wir noch eine ganze Weile in Harry’s Bar und unterhalten uns mit Kalibo, bis das Licht angeht und die Crew anfängt für den „Bayerischen Abend“ morgen zu dekorieren…

suedsee3 (02) Arnulfo bei der Arbeit

suedsee3 (03) Fertig!

suedsee3 (04) Hauptspeisenbuffet

suedsee3 (05) Dessertbuffet

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suedsee3 (11) Eis-Pferd

suedsee3 (13) "Unsere" Kellner: Ita, Tamara, Jamieson und Sunshine

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Heute ist nochmal ein kompletter Seetag, den wir nutzen zum Tagebuch schreiben, Fotos sortieren, Faulenzen und nix tun. Nachdem wir mitbekommen haben, dass die Friseurin Tina in Bora-Bora den Rundflug gemacht hat, besteht Florians Mission heute noch darin, ihr die Bilder abzuschwatzen. Mit Erfolg natürlich. Außerdem der allgemeine Top-Programmpunkt des Tages: „Abschiedswinken auf dem Pooldeck für das Reisevideo mit Videograf Daniel“. Für 100 € kann man sich nämlich die Reise auf Video mit nach Hause nehmen. Einmal haben wir mitbekommen, wie ein Passagier Daniel gefragt hat, ob er denn bei einem bestimmten Ausflug auch mit an Land geht und filmt, denn dann kann er ja auf dem Schiff bleiben und sich das später auf Video ankucken. Da fällt einem doch echt nix mehr dazu ein, oder?! Abends wollen wir heute draußen am Pooldeck essen, denn es wird gegrillt! Leider kommen wir zu spät, unsere Mitreisenden haben schon alles Fleisch aufgefuttert. Echt unglaublich! Kurz entschlossen probieren wir daher die frischgebackene Pizza aus. Auch lecker und wir futtern schon nicht so viel wie sonst! Nach der Show gibt’s einen bayrischen Abend in Harry‘s Bar, tatsächlich haben einige Passagiere die Lederhosen und das Dirndl dabei!!! Wir kucken kurz rein, die Bar ist gerammelt voll und verziehen uns dann aber gleich wieder… Nee, Bayern in der Südsee muss echt nicht sein!

suedsee3 (16) Abschieds-Winken für das Video

Gegen Mittag kommen wir in Pago Pago an, dem Hauptort der Insel Tutuila, die zu Amerikanisch-Samoa gehört. Das sieht man auch gleich daran, dass das erste knallig gelb-rote Gebäude, das einem auffällt, wenn man in die Bucht einfährt, ein amerikanisches Spezialitäten-Restaurant mit großem „M“ auf dem Dach ist. Der Lotse wurde kurz vor der Einfahrt in die Bucht von einem Fischkutter zur Albatros gebracht und hat dem Kapitän und dem 1. Offizier traditionelle Männer-Röcke, namens Lava-Lava, mitgebracht, nun stehen sie zusammen auf der Brücke und parken das Schiff traditionell gekleidet ein. Witzig! Ohne Lotse darf man hier in die meisten Häfen gar nicht einfahren. Eigentlich ist es aber wohl eher so, dass er einen Kaffee kriegt und ein „Gastgeschenk“ mit diversen Kleinigkeiten und dann wieder vorn Bord geht. Sobald das Schiff dann auf Reede liegt oder an der Pier festgemacht hat, kommt eine ganze Delegation von Offiziellen an Bord, die das Schiff zum Landgang freigeben. Und die sich dann wirklich JEDEN EINZELNEN Pass ankucken! Hammer! Meistens frühstücken sie dann noch gemütlich oder kriegen ein Mittagessen und dann gehen sie mit ihrem „Gastgeschenk“ wieder von Bord. Wir sind heute mit Kalibo und mit Magdalena und ihrer Cousine Katharina unterwegs. Eigentlich wollten wir uns ein Auto mieten, aber da eine Bustour mit Guide auch nicht mehr kostet, entscheiden wir uns dafür. Es kommen dann allerdings doch noch einige Passagiere von der Albatros dazu, aber immerhin sind wir nicht so vollgequetscht wie im Touri-Bus und wir sind alleine unterwegs und nicht im Konvoi! Wir fahren erst in den westlichen Teil der Insel, halten an verschiedenen Punkten an, um Fotos zu machen. In Leone hat 2009 ein Tsunami gewütet und große Teile des Dorfes zerstört, es stehen noch die Ruinen der kaputten Häuser herum. Unser Guide Liva erzählt uns viel Interessantes über die Insel und das Leben hier. Wir machen auch einen Abstecher zum „Shark and Turtle Point“. Hier kommt der Legende nach ein Hai und eine Schildkröte aus einer Höhle, wenn man sie mit einem speziellen Gesang anlockt. Allerdings ist heute Sonntag, und es ist sonntags verboten, dies zu tun. Vier einheimische Jungs juckt das herzlich wenig, sie sitzen auf den Felsen und hören laut Musik. Als wir auftauchen verhandeln sie gleich mit Liva, ob für sie nicht ein paar Dollar rausspringen, wenn sie für uns diese Tradition vorführen. Sie fangen gerade an, als eine ältere Frau zeternd und mit einem Stock in der Hand auf uns zukommt. Sie brüllt die Jungs auf Samoanisch an und erwischt sogar einen mit dem Stock. Die Jungs flüchten in alle Richtungen. Sie entschuldigt sich bei uns und meint, wir können ja nix dafür, aber es ist eben verboten, das Ritual sonntags durchzuführen. Konnten wir ja nicht wissen, aber wir haben natürlich Verständnis dafür und gehen daher weiter. Etwas suspekt das Ganze, aber scheinbar zeigen sich die Tiere bei diesem Gesang und nur bei diesem wohl tatsächlich! Sobald aber jemand mit dem Finger auf sie zeigt, verschwinden sie gleich wieder. Es kann sich keiner erklären warum, da wurde schon viel geforscht, aber ohne Lösung. Sachen gibt’s! Zurück in Pago Pago steigen einige der Passagiere aus, während wir noch weiterfahren in den östlichen Teil der Insel. Wir fahren an einen kleinen Sandstrand mit Bar, wo wir gemütlich die Tour ausklingen lassen, bei lokalem Bier und Piña Colada. Dann fahren wir zurück zum Pier. Da wir noch massig Zeit haben, bis das Schiff ablegt, überredet Kalibo Liva und unseren Fahrer Fasala, dass wir noch zusammen was trinken gehen. Viel zu überreden gibt es da nicht, wir landen beim Chinesen mit Blick auf unser Schiff… Wir plaudern ein bisschen über die Unterschiede unserer Länder. Dass eine Familie in Deutschland im Schnitt nur 1,4 Kinder hat wollen Sie uns nicht glauben. Hier sind es oft 8, 10 oder noch mehr! Einige „Cuba Libre“ später haben Florian und Kalibo die Idee noch schnell auf den Markt gegenüber zu gehen um sich einen Lava-Lava zu kaufen, den traditionellen Rock der Samoaner. Kalibo findet auch einen in seiner Größe, muss allerdings den dreifachen Touri-Preis bezahlen. Florian sind alle Röcke zu groß. Kein Wunder, denn so viele richtig dicke Leute wie hier haben wir sonst noch nirgends gesehen. Amerikanisch-Samoa ist wohl weltweit das Land mit dem größten Anteil Übergewichtiger an der Gesamtbevölkerung. Hat wohl mit dem Einfluss der USA und den vielen Fast-Food-Läden hier zu tun… Aber Liva meint, kein Problem, er und Florian haben ja ungefähr die gleiche Statur, wir können ja kurz mit ihm nach Hause kommen, dann zieht er sich um und Florian bekommt seinen Rock. Alles klar! Liva will uns den Lava-Lava schenken, aber wir bezahlen ihm wenigstens den Einheimischen-Preis, 5 $. Dann laufen wir zurück zum Schiff und gehen direkt zurück zum Essen. Abends gibt es mal wieder Tänze aus Samoa auf dem Pooldeck mit der einheimischen Gruppe „Le Taupou Manaia“, die wohl sehr bekannt ist im pazifischen Raum. Da wir nachts über die internationale Datumsgrenze (180. Längengrad) fahren, und die Uhr ja fast jede Nacht zurückgedreht haben, werden wir hier einen ganzen Tag verlieren, damit unser Datum westlich der Datumsgrenze wieder passt. Symbolisch darf nun jeder Gast über eine imaginäre Datumsgrenze, also eine weiße aufgeklebte Linie auf dem Pooldeck, hüpfen. Dabei überspringt man quasi den 30.01. und landet direkt im 31.01. Für diesen Mut gibt’s dann anschließend als Belohnung einen Wodka pur. Wobei Mut ja relativ ist, das Schiff steht ja zum Glück. Ist vielleicht gut, dass dieser Programmpunkt stattfindet, bevor wir in Richtung Upolu, einer der Hauptinseln von Samoa, in See stechen. Denn wenn’s bei der Springerei auch noch gewackelt hätte, dann wären mit Sicherheit einige Bänder und Knochen durch gewesen. Die Frage, ob man dann am 01.02. landet, wenn man zweimal über die Datumsgrenze springt, kann uns leider niemand beantworten… ;-)

suedsee3 (18) Ein großer Schritt für den Lotsen...

suedsee3 (19) ...dann dürfen wir in die Bucht einfahren.

suedsee3 (22) Einparken im traditionellen Männerrock

suedsee3 (23) Das Programm überzeugt heute wohl eher nicht...

suedsee3 (24) Taxi-Fahrer und Touren-Verkäufer

suedsee3 (27) "Unser" gecharterter Bus...

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suedsee3 (38) Keine Chance!

suedsee3 (39) Zum Wohl!

suedsee3 (40) Sprung über die Datumsgrenze. Wer hat nur dieses besch... Foto gemacht?

Die Albatros hat am Pier von Apia, der Hauptstadt Upolus, einer der Hauptinseln Samoas, festgemacht. Nachdem wir in der Nacht die Uhren dieses Mal eine Stunde vorgestellt haben (die Zeitzonen hier sind echt bekoppt!) sind wir nicht wirklich fit für den Tag, aber zwei Tassen Kaffee helfen und so stehen wir um 9:00 Uhr draußen und verhandeln mit einem Taxifahrer über eine Tour in den Süden der Insel, wo es schöne Strände geben soll. Nachdem sich noch vier weitere Leute angeschlossen haben (was unseren Preis senkt, das haben wir vorher vereinbart) geht’s los. Unser Fahrer heißt Eti und macht den Job wohl nur aushilfsweise. Nach der Hälfte der Fahrt entdecken wir die Klimaanlage und schalten sie gleich mal ein. Da staunt der Eti! Zuerst besuchen wir das ehemalige Haus vom Autor Robert Louis Stevenson, der u. a. „Die Schatzinsel“ und „Der seltsame Fall des Dr. Jekyll und Mr. Hyde“ geschrieben hat. Echt ein schönes Anwesen! Weiter geht’s zum Aussichtspunkt auf die “Papapapaitai Falls“ und von hier direkt durch an die Südküste. Hier fährt der Fahrer zum „Coconut Beach Resort“. Uns gefällt es aber nicht wirklich, ist ja ein extra angelegter Hotelstrand, zumal hier noch einige andere Passagiere vom Schiff sind. Wir überreden daher den Fahrer, uns zum Salamumu Strand 30 Minuten weiter zu fahren. Kostet dann halt 10 US$ mehr, aber was soll’s! Die anderen wollen hier ja jetzt eh 1 1/2 h baden und schnorcheln. Und es lohnt sich definitiv! Ein wunderschöner natürlicher weißer Sandstrand mit Palmen und blauem Wasser. Wie aus dem Bilderbuch und das Beste: Wir haben ihn ganz für uns alleine! Wir baden und laufen am Strand entlang, dann fahren wir wieder zurück, mit ein paar Fotostopps an weiteren Strandabschnitten und bei den Dörfern. Gerade sind die 1 1/2 h um, als das Handy unseres Fahrers klingelt und der eine Deutsche ganz aufgeregt fragt, wo wir bleiben. Das ist doch wieder typisch deutsch! Ja ja, wir sind ja unterwegs! Das Schiff fährt erst um 15:00 Uhr ab, und es ist gerade mal 12:30 Uhr! Zwei Minuten bevor wir beim Coconut Beach Resort sind, klingelt das Telefon wieder! Bloß kein Stress, wir sind ja gleich da! Oh Mann! Wir fahren dann direkt durch und sind um 13:15 Uhr schon am Schiff. Wir stöbern noch ein bisschen über den Markt, bevor wir auf dem Schiff was essen gehen und uns dann einen zweistündigen Mittagsschlaf gönnen. Abends kucken wir uns die zweite Show von Kalibo an, „PhänoMental“ mit zum Nachdenken anregender Mental-Zauberei. Diesmal eine wirklich gute Show in der Kalibo viel Psychologie anwendet, nicht so ganz einfach zu durchschauen! Und Lubnas Moderation ist mal wieder so lustig! O-Ton nach der Show: „…da hat es mir wirklich die Sprache verschlungen…!“ ;-) Die Nacht wird relativ unruhig, da wir das erste Mal ordentlich Seegang haben – bis zu Stärke 6 (sehr grobe See). Laut einer Info am schwarzen Brett, hat das Meer ab Windstärke 4 „Schlaglöcher“. Bisher hatten wir nie mehr als Windstärke 3…

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suedsee3 (48) Kalibo beim Leute verarschen, äh, Zaubern...

Heute ist ein halber Seetag, den wir zum Ausschlafen nutzen. Nachdem die Albatros mittags in der Bucht vor Neiafu, der Hauptstadt der Insel Vava’u, Tonga, festgemacht hat, nehmen wir gleich eines der ersten Tenderboote um an Land zu fahren. Das Wetter sieht zwar nicht so gut aus, es ist ziemlich bewölkt, aber Hauptsache es regnet nicht! Denn wir wollen heute mit Matze und seiner Mutter die Insel erkunden, wir nehmen uns direkt am Pier ein Taxi. Nachdem wir noch zwei Mal das Fahrzeug (von kleinem PKW auf 4×4-Jeep) und den dazugehörigen Fahrer wechseln geht es endlich los. Leider stellen wir nach ein paar Metern fest, dass John, der neue Fahrer nun gar kein Englisch spricht, daher auch nicht wirklich versteht, wo wir hinwollen. Karten lesen kann er auch nicht… Na prima! Den Versuch auf den 131 m hohen Berg „Mt. Talau“ hochzufahren geben wir nach einigen hundert Metern auf, da die Straße in Gras übergeht, welches über einen Meter hoch steht. Wir machen unserem Fahrer mit Händen und Füßen klar, dass wir umkehren und über die Insel fahren wollen, auch zu einem schönen Strand. Er nickt und fährt los. Wir sind gespannt, wo er uns hinbringen wird… Wir fahren durch ganz unterschiedliche Wohnviertel, teils sehr ärmlich, teils mit schöneren Häusern. Matzes Mutter findet es total lustig, dass überall Schweine in allen Größen herumrennen. Plötzlich stehen wir im Stau: Touri-Busse parken überall! Klar, unsere lieben Mitreisenden sind natürlich auch unterwegs! Wir machen, dass wir an den Bussen vorbeikommen und am Ende des Weges ist tatsächlich der Ene’io Beach, ein kleiner Sandstrand mit Restaurant, wo gerade einige einheimische Kinder planschen. Leider holen uns kurz darauf die anderen Busse ein, und wir flüchten! Auf dem Pangaimotu direkt neben der Hauptinsel soll es schöne Strände geben, das können wir sogar unserem Fahrer recht schnell begreiflich machen. Nach ca. 20 Minuten Fahrt kommen wir an einem Strand an. Als schön würden wir den aber nicht bezeichnen! Hier treffen wir Benny und Monella mit 4 weiteren Passagieren, die hier gebadet haben und nun auf das Taxi warten. Sie bestätigen uns, dass dies der schönste Strand hier sein soll. Daraufhin beschließen wir, den Trip zu beenden und nach Neiafu zurück zu fahren. Wir laufen noch etwas in der Stadt rum und landen schließlich in einer Kneipe direkt am Hafen, die von einem Schweizer geführt wird. Hier treffen wir Andi & Doris, ein Schweizer Ehepaar auf Weltumsegelung, die wir erst für die Inhaber halten. Sie sind schon 3 Jahre mit ihrer kleinen Segeljacht unterwegs und überwintern hier während der Hurrikansaison (von Ende November bis Anfang März). Es gibt wohl nur zwei Häfen in der Südsee die dafür geeignet sind. Die beiden kennen auch Tongas Traumstände, aber da wir ja nur einen Tag hier sind, haben wir keine Chance dort hinzukommen. Sonst wären sie gerne mit uns hingesegelt. Es wird noch ganz lustig mit den beiden. Falls wir auch mal eine Weltumsegelung machen wollen haben Sie einen Tipp für uns: Im Mittelmeer eine Yacht für 2 Wochen anmieten und dann nix wie ab damit Richtung Karibik. Wenn wir erst mal über den Atlantik sind, interessiert sich keiner mehr dafür wem das Schiff eigentlich gehört… Alles klar! ;-) Auf jeden Fall ist das ein witziger Abschluss für einen eher langweiligen Trip über die Insel. Dann nehmen wir mal wieder das allerletzte Tenderboot zurück zum Schiff und kommen gerade noch rechtzeitig zum Abendessen. Wir sind danach so kaputt von diesem Tag, dass wir bald schlafen gehen…

suedsee3 (52) Beerdingungs-Outfit in Tonga

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suedsee3 (63) Da hin wollen wir!

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suedsee3 (67) Kreuzfahrer unter sich...

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Mit Nuku’lofa laufen wir heute die Hauptinsel Tongas an, gleichzeitig die letzte Südseeinsel auf unserer Reise. Ursprünglich war vorgesehen, dass die neue Pier schon fertig ist und heute mit der Ankunft der Albatros eingeweiht wird. Dazu wollte auch der König von Tonga mit 100 Mann Gefolge auf das Schiff kommen zum Frühstücken. Aber vor zwei Tagen wurde diese Veranstaltung abgesagt. Erstens weil das Pier noch nicht fertig ist. Zweitens weil der König erkrankt ist. Das war wieder Mal ein Grund zur Beschwerde, da einige der Passagiere extra keine Ausflüge gebucht hatten um den Besuch des Königs zu erleben. Einige beschuldigten Phoenix sogar, sich den Besuch des Königs nur ausgedacht zu haben. Letzten Endes musste die eMail-Korrespondenz am schwarzen Brett ausgehängt werden, um zu beweisen, dass TATSÄCHLICH geplant war, dass der König kommt. Echt krass! Uns war das so was von egal, ob der nun kommt, oder nicht! Aufgrund dessen hat Florian aber unseren neuen Lieblings-Sport entwickelt: Gerüchte streuen! :-) Besonders gut geeignet dafür ist das Ein- oder Auslaufen, wenn viele Leute vorne an Deck stehen. Unser Favorit die letzten Tage war: „Also ich hab ja gehört der König von Tonga kommt jetzt doch an Bord! Aber inkognito!“. ;-) Wir wollen den letzten Tag in der Südsee jedenfalls noch mal auf eines der kleinen vorgelagerten Motus fahren und einen Strandtag verbringen. Am Fischermarkt fragen wir nach, wo die Boote fahren. Leider gibt es keine regulären Boote. Ein Einheimischer am Pier spricht uns an. Sein Boot will gerade ablegen mit vier weiteren Albatros-Passagieren an Bord (u. a. unsere Zimmernachbarn, die uns gleich anranzen, dass wir doch künftig bitte unsere Kabinentür leiser schließen sollen…), er fährt zu einem Motu etwas weiter weg und will 120 $ dafür haben. Wir fragen, ob er das lokale Geld meint, dann sind es umgerechnet ca. 50 €, was echt viel ist nur für Transfer! Als er dies bestätigt, sagen wir ihm, dass das unser Budget übersteigt und wir für 80 $ dabei sind. Das Geld müssen wir dann aber erst noch auf der Bank holen wenn wir zurück sind. Alles klar! Wir springen auf und fahren ca. 20 Minuten zum „Fafa Island“, wo wir an einem schönen weißen Sandstrand landen. Zunächst umrunden wir die Insel einmal. Auf diesem Motu gibt es das kleine „Fafa Island Resort“, aber anscheinend sind nur zwei Gäste da, daher können wir es uns auf zwei Holzliegen gemütlich machen. Nach fünf Minuten werden diese dann aber doch zu hart und wir legen uns lieber in den Sand. Aber zuerst abkühlen im Meer, hat genau die richtige Temperatur! Eine unserer Mitreisenden vom Schiff kommt vorbei und fängt ein Gespräch mit uns an. Hauptgrund: „Wie könnt ihr euch eigentlich die Südsee leisten, ihr seid ja wohl Studenten?“ Und: „Der Strand hier ist ja höchstens unterer Durchschnitt, die Strände auf den Malediven sind viel schöner!“ Manchen kann man es einfach nicht recht machen! Sie läuft dann zum Glück weiter und wir haben den Traumstrand wieder für uns alleine. Bis unser Shuttle-Boot eine Stunde zu früh wiederkommt und die vier anderen gleich hin stürmen, weil ihnen langweilig ist. Der Kapitän meint, kein Problem, er wartet gerne, wir können es uns noch eine Stunde gemütlich machen, aber gegen deutsche Korrektheit ist einfach kein Kraut gewachsen und auf Diskussionen haben wir keine Lust. Jetzt müssen wir noch Geld holen um die Tour zu bezahlen. Der Typ meint, in der Stadt gibt es einen Automaten, ca. 10 min zu Fuß. Eine halbe Stunde pro Richtung brauchen wir dann tatsächlich, so dass wir nur am Rennen sind, damit wir pünktlich vor Abfahrt an der Albatros ankommen. Der Bootstyp will nun allerdings doch 80 US-Dollar. Nix gibt’s! Der spinnt wohl! Wir kommen 5 min bevor die Gangway eingezogen wird am Schiff an. Uff! Total aufgeheizt durch das Gerenne müssen wir duschen, bevor wir zum Mittagessen gehen können. Wir legen direkt ab in Richtung Neuseeland. Abends gibt es dann das mit Spannung erwartete Gäste-Cabaret. Den Anfang macht ein Hamburger mit einer Geschichte auf Plattdeutsch, die fast keiner versteht, obwohl er zwischendurch einzelne Wörter übersetzt… Außerdem gibt es selbstgedichtete Lieder über die Albatros, einen lustigen Sketch über zwei schwerhörige alte Damen und einen Gäste-Chor der Seemannslieder zum Besten gibt. Und das Ergebnis des „Linedance-Workshops“. Danach brauchen wir unbedingt einen Drink und probieren dazu noch die kleinen Pizzen beim Late-Night-Snack vor der Casablanca-Bar. Wenn man hier sitzt hat man echt das Gefühl, dass Schiff fällt jede Minute auseinander, so knarzen und ächzen die Balken in diesem Bereich. Aber sonst ist es hier echt unterhaltsam! Ein Ehepaar beschwert sich ein paar Meter neben uns gerade beim Restaurantleiter lautstark über irgendwas. Zuerst bekommen wir nur mit, dass der Ehemann wohl fast jeden Abend einen über den Durst trinkt und sich dann beschweren geht. Schließlich bekommen wir noch mit, dass die Frau festgestellt hat, dass die Rühreier auf einer Seite des Frühstückbuffets immer etwas wärmer sind als auf der anderen Seite. Wir kucken uns ungläubig an. Dass kann ja jetzt nur ein schlechter Scherz sein?! Aber nein, es ist vollkommen ernst gemeint!

suedsee3 (49) offizieller Brief des Königs von Tonga

suedsee3 (50) Das Frühstück war wirklich königlich!

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suedsee3 (71) Fafa-Island

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suedsee3 (73) Wie kann man an diesem Traumstrand nur was auszusetzen haben?!

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suedsee3 (77) Königspalast von Tonga

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suedsee3 (82) "Kapitän Pieske" bei der Passagier-Show

Seetag! Heute müssen wir zur persönlichen Gesichtskontrolle der neuseeländischen Behörden in der Pacific Lounge erscheinen. Zwei Beamte sind dazu extra auf das Schiff gekommen. Wir kommen genau rechtzeitig vor dem großen Ansturm. Trotzdem dauert es fast 30 Minuten bis wir dran sind. Unsere Einreisekarte haben wir brav ausgefüllt und zu verzollen haben wir eh nix, ist ja klar. Alles bestens, Stempel auf der Karte, keinen im Pass? Nö, aber dafür 3 Monate Aufenthaltserlaubnis ohne Weiterflugnachweis. Klasse! Eigentlich ist das ganz ok, dass wir auf dem Schiff abgefertigt werden. Ist ja eh Seetag und die Zeit sparen wir schon in Auckland. Viele der Mitreisenden empfinden das trotzdem als Schikane. Wir sind gerade rechtzeitig zu Burkhard Pieskes Vortrag „Segeln statt Saufen – Rudern statt Raufen“ fertig mit der Kontrolle. Es geht um ein soziales Projekt bei dem er jedes Jahr mit hauptsächlich straffällig gewordenen Jugendlichen in Russland eine dreiwöchige Rudertour mit einem Wikingerschiff macht um sie auf einen positiven Lebensweg zu bringen. Eine dieser Touren wurde von einem Filmteam begleitet und man kann sehen, dass die Jugendlichen nach einiger Zeit lernen, zusammenzuarbeiten. Anscheinend ist das Projekt sehr erfolgreich und 25 von 70 Jugendlichen haben nun einen Ausbildungsplatz. Mittags gibt es dann Steaks und Würstchen vom Grill, diesmal wollen wir auch welche. Aber das Buffet am Pool-Deck wird gleich wieder zum Kampfplatz! Egal wo man sich hinstellt, man wird von allen Seiten angeranzt, dass man nicht in der Reihe steht. Diskussion sinnlos. Aber wir haben ja Zeit, also noch mal nach hinten. Eine ältere Frau, die genau zeitgleich am Ende der Schlange ankommt, keift gleich wieder los, dass Liane sich vor sie gedrängelt hätte. Nun platzt Liane der Kragen und sie wird auch mal laut. Die haben hier doch echt alle einen an der Waffel! Abends gibt es die „Albatros Crew Show“, moderiert von Alex im Zebra-Anzug und mit viel Musik und Gesang. Von Tina Turner über Elvis ist alles mit dabei und zum Teil echt richtig gut! Außerdem jongliert einer der Bar-Keeper mit Flaschen und füllt wackelige Weinglas-Pyramiden, die er auf der Hand balanciert. Diese Show macht mal richtig Spaß! Zum Abschied sagt Alex einen Satz, der die Situation hier auf dem Schiff richtig gut beschreibt: „Wer nicht genießen kann, wird ungenießbar!“ Wie wahr!!! Apropos ungenießbar: Florian fragt später in der Bar noch bei dem Ehepaar nach, welches sich am Abend zuvor über die Rühreier beschwert hat, was denn ursprünglich das Problem war. Es ist einfach unglaublich: Der Ehemann hat sich darüber beschwert, dass die Suppe beim Abendessen zu kalt serviert werden würde. Der Restaurantleiter meinte daraufhin, die Suppe wird in der Küche immer auf 68° C gehalten, bis sie rausgeht, also kann das eigentlich nicht sein. Daraufhin meinte der Typ, dass er sich nicht belügen lässt. Die Suppe hätte maximal 35° C!

suedsee3 (86) Ein Mann wie ein Land - Canada!

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Und noch ein Seetag den wir nutzen um Fotos zu sortieren und Berichte schreiben. Als wir uns nach dem späten Frühstück kurz auf das Pool-Deck verirren, stellen wir fest, dass heute „Frühschoppen“ angesagt ist! Das ganze Deck sitzt voll, jeder ein Bier vor sich und Angelo, der DJ aus Harry’s Bar, spielt mit der Ziehharmonika lustige Seemannslieder und alle schunkeln mit. Oh nee, das geht gar nicht! Wir stürzen uns bis um 16:00 Uhr in unsere Arbeit. Es ist echt unglaublich, wie viele Fotos wir gemacht haben! Dann lassen wir für ein Zauberseminar mit Kalibo sogar das Kaffeetrinken sausen! Wird ganz lustig, auch wenn wir die meisten der Tricks schon kennen. Und dann heißt es auch schon wieder fein machen für das Kapitäns-Abschiedsdinner. Liane kriegt dieses Mal Florians neuen Rock, der passt wie angegossen! Zuerst gibt es einen Cocktail-Empfang in der Atlantik-Lounge für alle Passagiere, die in Auckland von Bord gehen. Zum Dessert gibt es für jeden Tisch eine Eisbombe, die mit Wunderkerzen verziert von den Kellnern in den abgedunkelten Saal getragen wird. Nach dem Dinner gibt’s die Abschiedsshow der verschiedenen Künstler. Zum Abschluss führen die Phoenix-Reiseleiter noch „If I were not upon the sea“ auf, einen witzigen Musik-Sketch.

suedsee3 (89) Frühschoppen mit Angelo auf dem Pool-Deck

suedsee3 (90) Abschieds-Show mit den Phoenix-Dancers

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Das Schiff liegt in der Bay of Islands vor Neuseeland auf Reede und das Wetter ist ziemlich unschön. Deshalb beschließen wir, das fast leere Schiff zu nutzen, duschen schnell und legen uns eine Stunde in den Whirlpool ganz oben auf dem Deck und relaxen. Hier werden wir von einem älteren Herrn angeranzt, dass wir gefälligst duschen sollen, bevor wir in den Pool gehen. Der hat für den Anschiss sogar extra sein Buch weglegt und ist aufgestanden und rüber gelaufen. Muss das Spaß machen, die Leute zu beobachten und auf jede Kleinigkeit, die angeblich nicht den Regeln entspricht, hinzuweisen! Soviel Nixtun macht irgendwann hungrig und so gehen wir zum Mittagessen, bevor wir mit dem Tenderboot an Land fahren. Hier ist ein kleines Festival aufgebaut mit Essenständen und Künstlern, da am nächsten Tag der Waitangi-Day ist, quasi der Unabhängigkeitstags von Neuseeland. Da wir hier aber eh nochmal durchkommen, machen wir nicht viel an Land. Danach treffen wir uns mit Matze zum Abschiedstrunk. Wird ganz lustig, später noch mit den Mädels der Beauty-Abteilung und Kalibo, der natürlich auf keiner Party fehlt! Wird ziemlich spät und schließlich ist nicht mal mehr Personal da um etwas zu bestellen. Sowas!

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suedsee3 (96) Abschieds-Party

Hier das ganze Album:

Conquest of Paradise

Am nächsten Vormittag kommt schließlich aus den Bordlautsprechern die Durchsage: „Laaaaand in Sicht!“. Alle stürmen an Deck und wir sehen die Insel „Nuku Hiva“ vor uns liegen. Sie gehört zu den Marquesas Inseln, die wiederum Französisch Polynesien zugeordnet sind. Die Insel ist ziemlich zerklüftet und hat bis zu 1224 m hoch aufragende Berge, diese liegen jedoch unter Wolken verborgen. Gegen Mittag erreichen wir dann in die Bucht von Taiohae, der Hauptstadt der Marquesas, mit ca. 1200 Einwohnern. Die Bucht gilt als eine der schönsten der Welt. Das würden wir jetzt nicht unterschreiben, da gibt’s mit Sicherheit schönere! Aber sie ist ganz nett. Nach dem frühen Mittagessen nehmen wir eines der ersten Tenderboote an Land, wo wir von einer Trommelgruppe und tanzenden Klischee-„Südseeschönheiten“ mit Kokos-Bikini und Blumen im Haar begrüßt werden. Da flüchten wir doch gleich und laufen die Hauptstraße an der Bucht entlang. Bei der Kathedrale machen wir Halt. Leider sind doch schon einige unserer Mitreisenden vor uns hier und stehen doof im Bild herum. Überhaupt ist es auf der Insel mit der Ruhe vorbei, da die Kreuzfahrt-Passagiere wie die Heuschrecken einfallen. Im Falle der Albatros direkt an der todschicken, grünen „Phoenix-Tasche“ zu erkennen. Wir werden uns daher hüten, diese Tasche zu benutzen, damit wir zur Not leugnen können, diese Leute zu kennen! ;-) Die Kirche ist ganz nett mit Schnitzereien von lokalen Künstlern. In einem Nebengebäude versammeln sich gerade einige Leute, die meisten haben weiße Kleidung an und bringen Blumen mit. Außerdem singen sie echt schöne zweistimmige Lieder. Neugierig stellen wir uns dazu und merken dabei, dass es sich um eine Beerdigung handelt, bei der die Leute am offenen Sarg Abschied nehmen und die Blumen ablegen. Wir bleiben ruhig in der Nähe stehen und hören zu. Einige unserer lieben Mitreisenden drängeln sich dagegen total unverschämt zwischen die Trauergäste und machen auch noch Fotos vom Sarg! Unmöglich, echt! Wir gehen weiter bis ans Ende der Bucht, wo wir ein bisschen schwimmen und am Strand liegen. Schließlich kommt noch Matze vorbei und wir gehen mit ihm noch zu einem Hotel am Berghang mit Aussichtsterrasse. Die zwei Jungs trinken jeder ein lokales Bier für umgerechnet 5 € die Dose. Ganz schön teuer! Mit einem der letzten Tenderboote fahren wir zurück zum Schiff, wo wir von der ungewohnten Anstrengung des Spaziergangs nach dem Abendessen hundemüde ins Bett fallen… Dadurch verpassen wir allerdings die Solo-Show von Rainer Schindler, „Mr. Flower Power“ höchstpersönlich. Ist aber nicht schlimm, die zwei Lieder bei der Künstler-Präsentation haben uns gereicht. Tolle 70er und 80er-Jahre-Songs… zumindest im Original!

suedsee2 (01) Nuku Hiva, Marquesas Islands

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suedsee2 (06) musikalische Begrüßung

suedsee2 (07) Kathedrale Notre-Dame in Taioahe

suedsee2 (09) Südsee-Schönheit

suedsee2 (13) noch eine Südsee-Schönheit ;o}

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Wir haben um 10:45 Uhr einen Spezialtermin „Maschinenraum besichtigen“ vereinbart. Zum Dank für den Foto-Lehrgang nehmen wir Matze mit, der sich riesig darüber freut. Mit Chef-Ingenieur Leif Dalholt treffen wir uns an der Rezeption und hinab geht’s, zunächst in den Kontrollraum. Hier erklärt er uns wie ein Schiff wie die MS Albatros gesteuert wird. Es gibt insgesamt vier Maschinen für den Antrieb, wovon aber meistens nur zwei laufen. Bei voller Kraft fährt das Schiff nämlich nicht wesentlich schneller, dafür wird aber doppelt so viel Schweröl verbraucht. Das ist sowieso unglaublich: Pro Tag werden 70 Tonnen Schweröl benötigt. In den Tanks liegen 2600 Tonnen, ungefähr 1/3 mehr als gebraucht wird für die Route um z. B. im Notfall einem anderen Schiff helfen zu können. Bei Frachtschiffen ist der Kontrollraum nur zeitweise besetzt und es gibt dann einen Alarm in der Kabine der Ingenieure, aber bei Passagierschiffen wie der MS Albatros, also quasi „lebender Fracht“ muss der Kontrollraum IMMER besetzt sein. Daher gibt es 4-Stunden-Schichten mit 8 Stunden Pause dazwischen. Leif erklärt echt gut auf eine sympathische humorvolle Art. Außerdem erklärt er uns die Aufbereitung des Meerwassers für die Kabinen. Das Wasser wird destilliert und dann mit Mineral-Zusätzen versehen. Theoretisch wäre das sogar ohne Probleme trinkbar. Die Abwärme der Motoren/Generatoren wird genutzt um das Wasser zu erhitzen. Auf dem Schiff werden ungefähr 500 m³ pro Tag verbraucht! Zum Vergleich: Eine 4-köpfige Familie verbraucht so ungefähr 160 m³ pro JAHR. Echt krass! Es läuft wie in einem Kraftwerk auch: Wenn mehr Strom gebraucht wird, z. B. bei Stoßzeiten in der Küche, werden zwei Generatoren mehr betrieben. Schließlich gehen wir dann in den Maschinenraum. Hier ist es so laut, dass er nix erklären kann und er uns nur durch Handzeichen zu verstehen gibt, was die einzelnen Maschinen so tun. Hier unten hat es ca. 35° C, wobei Leif meint, dass es momentan noch kühl ist, manchmal haben sie auch bis zu 60° C! Dann zeigt er uns auf dem Rückweg zur Rezeption noch einen Übersichtsplan des Schiffes, wo man sieht, welche Bereiche bei Wassereinbruch geschlossen und evakuiert werden. Insgesamt sind wir 1 ½ h beschäftigt, da wir ziemlich interessiert sind und es Leif auch sichtlich Spaß macht unsere Fragen zu beantworten. Da die Bananen trotz Kühlraum zu schnell reifen, gibt es mittags als Dessert „Banana Moco Loco“ auf dem Pooldeck. Sprich: Bananen-Ananas-Salat auf Eis und Likör drüber. Mjam! Der Kaffee um 16:00 Uhr steht heute unter dem Motto „Wiener Kaffeehaus“: Das Restaurant ist geschmückt und es gibt Sachertorte und Wiener Melange. Lecker! Zum Nach-dem-Kaffee-Schläfchen legen wir uns auf das Sonnendeck und genießen den blauen Himmel und die schöne Meeresbrise die hier weht. Als schließlich aber Katharina vom Phoenix-Team mit 15 Passagieren im Gefolge zu dem Programmpunkt „Walk a Mile“ losläuft, wird es uns zu ungemütlich und wir verziehen uns. Nach dem Abendessen gibt’s den zweiten Spezialtermin heute: die Küche! Der „Maître d’hôtel“ Lars Gröning führt uns durch die Großküche und erklärt uns die verschiedenen Bereiche. Insgesamt arbeiten hier 50 Leute! Überwiegend sind es Philippinos, Indonesier und Inder. Es gibt diverse Spülbereiche, einen z. B. nur für die Glassachen oder für das Besteck. In einer Ecke werden das Obst und die kalten Platten vorbereitet. Ein Koch, Arnulfo, ist nur für „Verzierungen“ zuständig, also z. B. aus Melonen irgendwelche Gesichter schnitzen, oder aus Radieschen Rosen zaubern, usw. Dann gibt es einen Backbereich, mit riesigen Teigrührmaschinen. Hier ist Roberta die Chefin, als einzige Frau in der ganzen Küche. Alle Backwaren werden hier ganz frisch gebacken. Deshalb sind die so gut und vielfältig! Dann kommt der „Warm-Speisen-Bereich“, hier wird alles in riesigen Töpfen gekocht, angebraten und angerichtet. Da es mittags und abends ein 5-Gänge-Menü und jeweils ein Buffet zu richten gibt, wird denen garantiert nicht langweilig! Dazu noch die diversen „Zwischengänge“ wie Suppe, Kaffee oder Late-Night-Snack! Hier steht auch eine riesige Kaffeemaschine, die täglich 400 l Kaffee kocht. Ein Stockwerk tiefer gibt es einen ganzen Gang voll mit Kühlräumen und Leuten, die die ganze Vorbereitung machen. Einer macht nur Schwein und Rind, einer nur Fisch, usw. Wirklich eine logistische Meisterleistung! Wir fragen, wie es sein kann, dass wir fast keine Wartezeit haben? Nachdem wir bestellt haben kommt ja eigentlich immer sofort das Essen. Sobald wir mit einem Gang fertig sind, kommt der nächste. Lars erklärt es uns: Im Restaurant arbeiten nochmal 70 Leute: Kellner und „Piccolos“, erstere servieren, zweitere rennen. Es wird vorab kalkuliert, wie viele Portionen vermutlich gebraucht werden. Sobald eine bestimmte Prozentzahl bestellt wurde, wird nachgezählt, wie viele Gäste noch in den beiden Restaurants sitzen und wie viele noch nicht bestellt haben, dementsprechend wird dann nachgeordert. Außerdem gibt es Erfahrungswerte, dass z. B. viel mehr Schnitzel zum Hauptgang essen wollen, als Pasta mit Bolognese-Soße. Die Zutaten werden in verschiedenen Häfen nur von zertifizierten Händlern eingekauft, in verschiedenen Reifegraden (bei Obst z. B.) und dann unterschiedlich gelagert. Echt mal superinteressant zu sehen was hier hinter den Kulissen abläuft. Das Essen hier ist wirklich sehr gut, ganz selten, dass etwas mal ein bisschen fad ist oder nicht ganz so schmeckt. Respekt! Abends ist dann die Solo-Show von „Schwarzblond“, die wir allerdings zur Hälfte verpassen, denn das Geschaukel macht ganz schön müde. O-Ton Matze: „Ich könnte ständig schlafen. Das Schiff ist wie eine eiserne Mama, die einen in den Schlaf schaukelt.“ Und da hat er absolut Recht! Die letzte halbe Stunde hören wir noch zu und gehen danach in „Harry’s Bar“ um dem Late-Night-Konzert von „Renata Ravell“ zu lauschen, welches uns allerdings nicht ganz so gut gefällt, wie der Solo-Abend.

suedsee2 (20) Maschinenraum-Führung mit Leif

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suedsee2 (25) Maschine Nr. 2

suedsee2 (31) Küchenführung mit Lars

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suedsee2 (36) Schwarzblond in Action

Am nächsten Morgen erreichen wir Rangiroa. Hier sieht es nun wirklich so aus, wie man sich die Südsee vorstellt: ein flacher Inselring mit Palmen und weißem Strand im türkisfarbenen Wasser. Wir fahren durch eine schmale Passage, den sogenannten Tiputa Pass, in die Lagune im Inneren, die aber mit 1600 km² so groß ist, dass wir die insgesamt 240 Inseln außen herum nur erahnen können. Die Inselchen haben insgesamt nur eine Fläche von 79 km², die 2300 Einwohner verteilen sich auf drei Dörfer. Da wir wieder auf Reede liegen, setzen wir mit dem Tender-Boot über. Weil die Insel auf der wir landen nur ca. 300 m breit ist, laufen wir gleich mal auf die andere Seite, allerdings gibt es hier keinen besonders schönen Strand… Aber das ist uns erst einmal eh egal: Wir gehen Tauchen (das heisst hier Plongée)! Da wir im Internet vorab gebucht haben, werden wir kurz nach 10 Uhr abgeholt und die paar Meter bis zum Dive-Center gefahren. Hier sind schon einige unserer lieben Mitreisenden eingefallen und es herrscht ziemliche Hektik! Dabei wollen die alle nur Schnorchel kaufen oder kucken, ob es hier auch Schnorchel-Ausflüge gibt. Drei andere Passagiere gehen dann noch mit zum Tauchen. Insgesamt sind wir eine große Gruppe, werden aber dann in 4er-Teams je mit eigenem Dive-Master eingeteilt und starten an unterschiedlichen Stellen. Wir tauchen mit Moana, als Dive-Masterin und einem Ehepaar von unserem Schiff, Barbara und Jochen, die schon eine ganze Weile nicht mehr getaucht sind und den letzten Hai unter Wasser vor 40 Jahren gesehen haben, wie sie uns erzählen. Moana macht ein kurzes Briefing und meint, dass beim ersten Tauchgang um 8:00 Uhr schon einen Manta-Rochen gesehen haben! Und dass hier öfters neugierige Delfine sind, die zum Spielen zu den Tauchern kommen. Das wär ja echt super-genial! Hier tauchen wir das erste Mal mit Nitrox. Das ist mit mehr Sauerstoff angereicherte Luft, damit kann man die Tauchzeit um einiges verlängern und man soll nach dem Tauchen weniger müde sein. Mit dem Tauchboot geht es zuerst durch den Tiputa Pass wieder raus aus der Lagune. Dann tauchen wir ein Stück am Riff entlang. Wir sehen echt schöne Korallen und viele bunte Fische, unter anderem riesige Napoleon-Fische. Das Wasser hat hier unglaubliche 28° C. Wie in einer riesigen Badewanne. Und die Sicht ist der Wahnsinn! Minimum 40 m. Schließlich geht es noch ein Stückchen raus ins „Blaue“, bis wir am Boden unter uns einen Hai entdecken, dann einen zweiten und dritten und plötzlich ist der ganze Boden voll. Es sind bestimmt 30 Haie unterschiedlicher Größe, die unter uns herumschwimmen! Schwarzspitzen-Riffhaie, Graue Riffhaie und ein großer Silberspitzenhai. Echt cool! Die Strömung macht hier richtig Spaß, besonders als wir ein Stück durch den Pass tauchen… Ungefähr auf der Hälfte des Passes werden wir vom Boot aufgesammelt und zum Dive-Center zurückgebracht. Wir legen uns (verbotenerweise) zur Erholung an den Strand des nächsten Hotels, bevor wir nachmittags zu einem zweiten Tauchgang starten. Diesmal ist Hideyo unsere Dive-Masterin. Wieder geht es raus durch den Pass, schon beim Rausfahren sehen wir ein paar Delfine vorbeischwimmen. Dieses Mal werden wir nicht am Riff abgesetzt, sondern gehen etwas weiter draußen runter. Um uns herum ist nur tiefblaues Wasser zu sehen. Wir bewegen uns in Richtung Riff, als nach ca. 5 Minuten unter Wasser Hideyo plötzlich aufgeregt hinter uns zeigt. Wir drehen uns u. Direkt vor uns „stehen“ drei ca. 3,5 m große Delfine im Wasser und kucken uns neugierig an. Wir kommen uns vor wie im Film, eine echt unglaubliche Szene! Als wir langsam auf die beiden zu schwimmen, drehen sie sich ein bisschen, wir drehen uns mit, tauchen nebeneinander her… Und so „spielen“ wir ein paar Minuten mit ihnen, könnten sie theoretisch berühren, so nah sind sie! Mit ein paar Flossenschlägen verabschieden sie sich von uns und verschwinden im Blau… Das war dann wohl Florians einmaliges Geburtstagsgeschenk! :-) Als wir an dem Platz vorbeikommen, an dem vormittags Haie waren, sehen wir, dass es mittlerweile noch viel mehr geworden sind… schätzungsweise 100 Tiere! So viele Haie auf einmal haben wir echt noch nie gesehen! Schließlich geht es wieder am Riff entlang und kurz bevor wir in den Pass zur Lagune einbiegen sehen wir noch zwei Hammerhaie! Einen ganz weit unten, nur schemenhaft und einer schwimmt über unsere Köpf hinweg, sieht echt cool aus mit der Sonneneinstrahlung von oben! Die Strömung durch den Pass ist wieder echt toll, man muss fast nix machen und zieht am Riff vorbei… Dieses Mal durchqueren wir den Pass komplett und werden innerhalb der Lagune vom Tauchboot eingesammelt. Das war bisher mit Abstand der tollste Tauchgang überhaupt! Die Begegnung mit den Delfinen war unglaublich und wir bekommen den restlichen Tag das Grinsen nicht mehr aus dem Gesicht! Beim Abendessen ist unser Tisch mit Luftballons geschmückt und Florian kriegt ein Ständchen gesungen. Zwar ist es fast schon ein bissle peinlich, wenn 30 Kellner um den Tisch rum stehen und mit Gitarrenbegleitung „Happy Birthday“ singen. Aber den Kuchen wollte Florian halt schon haben… Und wissen, was in dem Umschlag ist, den man überreicht bekommt. Nämlich eine Glückwunschkarte, auf der auch noch der Name falsch geschrieben ist. Klasse! :-) Später setzen wir uns noch gemütlich mit Matze auf eine Bank an Deck und er spendiert zur Feier des Tages noch einen echt leckeren von einem Freund aus Berlin selbst gebrannten Kräuterschnaps.

suedsee2 (39) Einfahrt in die Lagune von Rangiroa

suedsee2 (41) Rangiroa, Französisch-Polynesien

suedsee2 (42) musikalische Begrüßung Nr. 2

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suedsee2 (52) Delfine!!!!!

suedsee2 (53) Silberspitzenhaie

suedsee2 (54) Hammerhai

suedsee2 (56) Kuck mal, da!

suedsee2 (60) Geburtstags-Kuchen

suedsee2 (61) Geburtstags-Party

Demnächst gibt’s hier noch ein Video der Delfine!

Morgens kucken wir uns die Einfahrt des Schiffes in die berühmte „Cooks Bay“ von Moorea an. Die Bucht gefällt uns auf jeden Fall besser als die von Nuku Hiva! Um 8:30 Uhr nehmen wir eines der ersten Tenderboote an Land, da wir gleich wieder zum Tauchen abgeholt werden. Der erste Tauchplatz heißt „Lemon Shark Valley“. Die Korallen sind zwar fast alle abgestorben, aber vor allem der Canyon durch den die Haie ihre Kreise ziehen ist natürlich superinteressant. Unser Dive-Master Francois warnt Florian, als er gerade seine Maske im Meerwasser ausspülen will: „Achtung, hast du die Haie nicht gesehen!?“ Haha! Aber schon beim Sprung aus dem Boot müssen wir aufpassen, dass wir nicht auf einen Schwarzspitzen-Riffhai fallen, einige umkreisen schon unser Boot direkt unter der Wasseroberfläche. Unten schwimmen die Haie die ganze Zeit direkt um uns herum, zwei größere Zitronenhaie sind auch noch da. So nah haben wir Haie noch nie gesehen, zum Teil schwimmen sie einen halben Meter neben uns und kucken uns neugierig an. Die meisten Haie werden von Putzerfischen begleitet. Wenn diese zu aufdringlich werden, schnappt der Hai kurz nach ihnen und er hat eine Weile seine Ruhe. Nach einer kurzen Pause im Dive-Center fahren wir zum zweiten Tauchplatz „Tao Toi“. Auch hier sind die Haie gleich da. Außerdem ein schöner, bunter Triggerfisch, der allerdings ziemlich aggressiv ist und zu beißen versucht oder einen rammt, wenn man zu nahe an sein Nest kommt. Florian hat nicht gesehen, dass er den Kopfstand schon gemacht hat (letzte Warnung bevor er angreift!) Unser Dive-Master reagiert aber gleich und zieht ihn weg. Das hätte schiefgehen können, denn so ein Triggerfisch hat ganz schön scharfe Zähne! Wieder im Boot fragt Francois in die Runde „Everything alright?“ Ein Japaner will von uns wissen, was das auf Deutsch heißt. „Alles klar!“ Er probiert es aus. Hört sich total lustig an. Wir fragen nach, wie es auf Japanisch heißt? Antwort: „Yush!“ Wir kriegen uns fast nicht mehr ein vor Lachen und es ist seither unser Lieblingswort. ;-) Als wir um 13:00 Uhr wieder zurück am Pier sind, mieten wir uns kurzerhand noch ein Auto für den restlichen Tag um die Insel zu erkunden. Wir fahren einmal außen um die herum, das sind ca. 60 Kilometer. Leider sind viele Wolken da und es wird immer dunkler. Kurz nachdem wir losgefahren sind gibt es einen Regenschauer vom Feinsten, der ungefähr 5 Minuten dauert, dann ist alles vorbei. Die Wolken ziehen weiter, der blaue Himmel ist wieder da und die Sonne scheint. Echt krass, wie schnell das Wetter sich hier ändert! Nachmittags machen wir einen längeren Halt an einem schönen Sandstrand bei einem Hotel. Von hier fahren wir dann noch auf den „Belvédère“, den Aussichtspunkt von Moorea, mit Blick auf die beiden bekanntesten Buchten. Allerdings stellen wir fest, dass wir von hier aus keinen so schönen Sonnenuntergang sehen werden. Deshalb fahren wir ein Stückchen zurück zum „Hilton Hotel“, wo wir uns einen Sundowner gönnen wollen, allerdings sind uns 12 Euro dann doch ein bisschen zu viel und so beschränken wir uns darauf, mal den Steg entlang zu laufen, die Bungalows näher zu betrachten und Fotos zu machen… Abends gibt es einen Spezial-Programmpunkt in der Atlantik Lounge „Der Mord auf Nuku Hiva“. Anfang November 2011 wurde dort ein deutscher Weltumsegler namens Stefan Ramin ermordet. Laut Bild-Zeitung von einem Kannibalen. Burghard Pieske kennt die Familie des Ermordeten schon lange und zufälligerweise sind der Vater Erwin und der Bruder Alexander gerade auch in der Cooks Bay auf dem Katamaran von Stefan um diesen nach Papeete zu bringen und ihn dort zu verkaufen. Da das natürlich ein interessantes Thema ist und niemand so ganz genau die Fakten kennt, gibt es nun ein exklusives Interview mit den Betroffenen darüber. Der Bruder berichtet ein bisschen, was für ein Mensch Stefan war und wie er zum Segeln gekommen ist. Der Vater berichtet, was vermutlich vorgefallen ist: Stefan wollte mit einem einheimischen Jäger im Inselinneren auf traditionelle Ziegenjagd gehen und aus noch ungeklärten Gründen hat dieser Jäger ihn wohl erschossen und dann verbrannt. Das Gerücht vom Kannibalismus kam auf, weil eine Zeitung in Tahiti wohl eine kurze Schlagzeile über den Mord brachte und als kleine Gemeinheit (das ist zwischen den Marquesas und Tahiti so ungefähr wie zwischen Badnern und Schwaben) wurde noch erwähnt, dass vor 200 Jahren ja noch Menschenfresser auf Nuku Hiva gelebt haben. Dies hat die Bild-Zeitung irgendwie mitbekommen und schon war die Schlagzeile fertig. Dann ging der Medienrummel los. Die Familie konnte nicht mehr aus dem Haus gehen, ohne von Reportern belagert zu werden. Der Mörder hat sich drei Wochen später selbst bei der Polizei gemeldet, hat aber wohl noch keine Aussage zu dem Motiv gemacht. Vermutlich wird nie ganz geklärt werden, was passiert ist, aber aufgegessen wurde Stefan definitiv nicht.

suedsee2 (63) Cooks Bay

suedsee2 (64) musikalische Begrüßung Nr. 3

suedsee2 (68) Schwarzspitzen-Riffhai

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Frühmorgens legen wir am Pier von Papeete, der Hauptstadt von Tahiti an. Schon von Moorea aus konnten wir die vielen Lichter dieser Großstadt erkennen und es ist etwas befremdlich, nach so vielen Tagen auf See und auf kleinen beschaulichen Inselchen, nun Hochhäuser, Autos und viele Menschen zu sehen. Gleich um 8:30 Uhr werden wir vom Tauchboot direkt am Hafen zu unseren vorerst letzten Tauchgängen abgeholt. Franck bringt uns zuerst zum Dive-Center, wo wir unsere Ausrüstung zusammenstellen. Dann geht’s los zum ersten Tauchgang. Nach kurzer Fahrt sehen wir plötzlich ein paar Delfin-Rückenflossen. Wir fahren ein bisschen näher und sehen, dass es eine ganze Schule kleinerer Delfine ist! Als der Kapitän etwas Gas gibt, schwimmen ca. zehn der Delfine auf unserer Bug-Welle mit. Wir können sie ganz nah beobachten. Echt Wahnsinn, wie elegant Delfine schwimmen! Die erste Dive-Site ist das sogenannte „White Valley“. Sieht ein bisschen wie ein Canyon aus, mit meist toten Korallen und ganz weißem Sand am Boden. Hier sind wieder viele Schwarzspitzen-Riffhaie unterwegs und auch zwei große Zitronenhaie! Franck hatte zuvor einen Käfig mit einem großen Thunfisch-Kopf und ein paar kleineren Fischen vom Boot geworfen, dieser Geruch lockt nun natürlich die Haie an. Anscheinend war zwei Tage zuvor auch ein großer Tiger-Hai da, aber heute hat er leider keine Lust vorbeizukommen. Nachdem wir eine kleine Runde um und durch das Valley getaucht sind, knien wir uns auf den Boden. Dann öffnet Franck den Käfig und sofort taucht der größte Zitronenhai, er ist ca. 3,50 m groß, auf und verspeist das Stück Thunfisch-Kopf mit einem großen Happs. Wow! So schnell kann man fast nicht kucken. Die kleineren Fische werden von den anderen Haien und einigen größeren Fischen geschnappt. Schließlich fahren wir zurück zum Dive-Center, wo mittlerweile noch drei andere Taucherinnen warten. Unsere Dive-Masterin für den zweiten Tauchgang heißt Perrine. Wir fahren zu einem kleinen Inselchen direkt vor der Küste namens „Papa Whisky“. Die Lichter darauf dienen zum Einweisen der Flugzeuge bei der Landung. Wir tauchen dieses Mal an einer Steilwand, die aber immer flacher wird, je weiter wir  hinunter kommen. Hier gibt es haufenweise Muränen und wir sehen das erste Mal zwei außerhalb ihrer Höhle schwimmen. Bisher haben wir immer nur den herausgestreckten Kopf mit dem auf- und zuschnappenden Maul gesehen. Außer ein paar kleineren Haien sind hier auch noch zwei große Fische mit riesigen Glubschaugen, die ganz nah an uns vorbeischwimmen und uns anstarren. Es gibt eine ganz leichte Strömung, so dass wir fast nix machen müssen um voranzukommen. Zurück in Papeete kucken wir uns kurz den Markt an, entscheiden dann aber spontan mit dem öffentlichen Bus zum „Venus Point“ ganz im Norden zu fahren. Hier gibt es auch einen schönen, schwarzen Sandstrand. Von der Bushaltestelle müssen wir noch ca. 20 Minuten laufen bis wir am Leuchtturm ganz an der Spitze ankommen. Bevor wir uns auf den Weg machen kaufen wir uns im Supermarkt zur Stärkung noch eine Flasche Orangina, überhaupt kommt man sich hier vor wie in Frankreich… Es gibt Baguette, Käse, usw. Hier legen wir uns eine Weile an den Strand, schwimmen ein bisschen und kucken den Stehpaddlern zu, dabei steht man auf dem Surfbrett und hat ein Paddel zum Vorwärtskommen. Gerade als wir zurücklaufen wollen, sehen wir ein Pärchen, welches ins Auto steigt. Florian fragt einfach mal, ob sie nicht zufällig nach Papeete fahren. Tatsächlich fahren sie in die Richtung und bringen uns netterweise direkt zum Pier. Echt super! Hier hat gerade der Nachtmarkt begonnen, einige umgebaute Kleinbusse mit Garküchen. Hauptsächlich gibt es chinesisches Essen, allerdings ist das Essen hier nicht wie wir das von solchen Märkten gewohnt sind für ein paar Euro zu haben, sondern ist eher Restaurant-Niveau. Deshalb können wir der Versuchung unseres schon bezahlten 5-Gänge-Menüs an Bord leider nicht widerstehen… Nach dem Essen gibt es eine „Tahiti Folklore Show“, wir gehen allerdings lieber noch mal auf das Festland. Das Ende der Show bekommen wir dann noch mit, zeigt uns aber eher, dass wir nix verpasst haben! Schließlich verlassen wir wieder mit den Klängen zu „Conquest of Paradise“ den Hafen von Papeete und es geht weiter in Richtung Raiatea.

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suedsee2 (83) am Pier von Papeete, Tahiti

suedsee2 (87) Hai-Gewusel

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suedsee2 (91) Markthalle von Papeete

suedsee2 (94) Venus-Beach, Tahiti

suedsee2 (95) Stehpaddler

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suedsee2 (98) Nachtmarkt

Irgendwann nachts haben wir am Pier von Vaiaau festgemacht. Nach den drei Tauch-Tagen und dem auch sonst umfangreichem Programm, wollen wir uns hier einen Relax-Tag gönnen und auf eines der sogenannten „Motus“ fahren. Motus sind aus Korallentrümmern bestehende kleine Riffinseln. Sie liegen vor den Hauptinseln und haben meist viele Palmen und schöne weiße Strände. Direkt am Pier fährt ein Shuttle für 20 US$ hin und zurück. Für eine 2-Minuten-Fahrt wieder ganz schön teuer, aber was soll‘s! Je näher wir kommen, desto mehr freuen wir uns darauf, auf diesem süßen, kleinen Inselchen an den Strand zu liegen und etwas zu schnorcheln. Leider haben einige unserer älteren Mitreisenden die gleiche Idee und so können wir uns auf der Fahrt mal wieder anhören, was auf der Albatros alles nicht passt – Klimaanlage, Essen, Personal, und so weiter. Man sollte meinen, die Leute seien im Urlaub und würden sich mal entspannen, aber nein, es wird die ganze Zeit gemotzt. Meist gelingt es uns wegzuhören, aber auf dem kleinen Boot bekommen wir nun wieder die volle Ladung ab! Der absolute Höhepunkt ist eine Dame, die bei der Ankunft auf dem Motu den Bootsführer blöd anmacht, dass wir ja wohl noch nicht da sein können und wo überhaupt der schöne weiße Sandstrand wäre?! Manche Leute sind echt mit nix zufrieden! Wir legen uns daher so weit wie möglich von den anderen entfernt hin, damit wir richtig entspannen können. Das Wasser hat Badewannentemperatur und es gibt kleine Korallenbänke mit wunderschönen bunten Muscheln! Florian schnorchelt noch zu einem Riff etwas weiter weg und kommt nach einer Stunde mit zerschrammten Beinen und einer kaputten Unterwasserkamera zurück. Was ist denn da passiert? Er erzählt dass ihn ein richtig böser Fisch angegriffen und das Glas zerstört hat. Kann aber auch sein, dass er im flachen Wasser von einer Welle auf die Korallen geschleudert wurde. ;o} Kurz nachdem er zurück ist fängt es innerhalb einer Minute an, wie aus Kübeln zu schütten. Spitzenklasse! Wir stellen uns unter bis das meiste vorbei ist und fahren dann zurück an Land. Sonne haben wir echt genug abbekommen für heute, die knallt hier unglaublich! Wir laufen noch etwas durch die Markthalle und kucken uns die Handwerkskunst und den Perlen-Schmuck an, allerdings wird uns bei den Preisen fast schlecht! Das Auslaufen des Schiffes durch die Passage der Lagune kucken wir uns natürlich vom obersten Deck an, es gibt einen wunderschönen Sonnenuntergang und bereits den Blick auf unser morgiges Ziel – Bora Bora! Auf diese Insel sind wir besonders gespannt, immerhin wird sie als eine der schönsten der Welt bezeichnet! Und ist eines der teuersten Urlaubsziele überhaupt. Zum Abendessen bestellt Liane heute gleich alle drei zur Wahl stehenden Desserts, weil sie sich einfach nicht entscheiden kann! ;-) Danach gibt es auf dem Pool-Deck eine „Kirmes“. Wie das mit Südsee zusammenpasst ist uns rätselhaft! Aus reiner Neugier laufen wir einmal darüber, weil einfach ALLE dort sind! Wie grässlich ist das denn! Ballermann-Musik und dazu Tombola + Dosenwerfen. Das einzig Witzige ist eine lebende „Slot-Machine“ bestehend aus den drei Tänzerinnen und dem Tänzer der „Phoenix Dancers“. Während er als Starthebel herhalten muss, ziehen die drei Mädels jeweils blind aus einer Tasche verschiedene Früchte. Bei drei gleichen Früchten gibt’s dann einen Cocktail. Also flüchten wir gleich wieder, setzen uns mit Matze in die Bar und während Liane dann früh schlafen geht, machen die zwei Jungs einen Männerabend.

suedsee2 (101) Motu-Inselchen vor Raiatea, Französisch-Polynesien

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suedsee2 (105) Nemo - gefunden!

suedsee2 (107) unglaubliche Muschel

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suedsee2 (113) Drei Desserts! Und alles meins! :-)

Das erste was wir morgens tun, ist ein Blick auf die berühmte Lagune von Bora Bora zu werfen! Neben uns liegt noch ein weiteres Kreuzfahrtschiff vor Vaitape auf Reede die „Ocean Princess„, ein amerikanisches, relativ modernes Schiff. Dann frühstücken wir ganz schnell und fahren mit dem ersten Tenderboot an Land, um vor den Massen da zu sein. Hier kucken wir zunächst, was es kostet ein Auto zu mieten. Abartige Preise! Dann fragen wir in der Touri-Info nach dem öffentlichen Bus. Gibt es keine! Zumindest nicht, wenn Kreuzfahrtschiffe anlegen, dann werden aus den Bussen einfach mal schnell Taxis! Der Heli-Flug ist zwar bestimmt hammergeil, aber einfach nicht mit unserem Budget zu vereinbaren. Am Pier werden Touren angeboten, mangels individueller und bezahlbarer Alternativen buchen wir kurzerhand zwei Touren. Und es geht auch gleich los zur Lagunenfahrt mit Schnorcheln. In einem schicken kleinen Motorboot der Luxusklasse, sieht ganz neu aus mit stylischen weißen Polstern. Mit im Boot sind zwei ältere Herrschaften von der Albatros und vier Amerikaner vom anderen Schiff. Der Bootsführer heißt Toby, eigentlich Adrian, wie er zu dem Spitznamen kommt bleibt ungeklärt. Als er hört, dass wir aus Deutschland sind, meint er, hier auf der Insel kennt jeder den Toni Marshall. Er ist vor einigen Jahren zum Ehrenbürger ernannt worden, weil er mit seinem Lied „Bora Bora“ die Insel sehr bekannt gemacht hat. Und los geht’s! Toby erzählt uns alles Mögliche über die Entstehung des Atolls und über seine Bewohner. Echt interessant! Wir spielen noch ein bisschen Übersetzer für unsere zwei Senioren, die kein Englisch können. Die Lagunenfahrt ist echt traumhaft schön, das Wasser wechselt zwischen tiefblau und türkis hin und her, ab und zu sehen wir einen Adlerrochen durch das Wasser gleiten… Wir machen Fotos ohne Ende, ständig tauchen neue, tolle Motive mit Palmen oder Stränden auf! Von einer Sache sind wir allerdings ziemlich enttäuscht: die Überwasser-Luxus-Bungalows, die auf Stelzen in die Lagune hineingebaut sind, mit Glas-Fußboden und direktem Meerzugang über die Terrasse. Das haben wir uns ganz anders vorgestellt, und nicht dicht an dicht mit komischen Beton-Stelzen! Unglaublich, dass die zum Teil mehrere Tausend Euro die Nacht (!!!) kosten sollen! Beim anschließenden Schnorcheln sehen wir wieder die tollen bunten Muscheln und etliche Fische. Ein Einheimischer ist mit einer Harpune auf der Jagd! Und das im „Sumo-Ringer-Outfit“. Sieht etwas furchterregend aus… Jeder Schuss ist ein Treffer! Laut Toby ist es allerdings nicht mal erlaubt hier jagen zu gehen und schon gar nicht, wenn so viele Touristen außen rum schnorcheln. Mittlerweile sind nämlich leider drei mit Palmblättern geschmückte klapprige Tour-Boote angekommen, auf denen andere Kreuzfahrtpassagiere sitzen und ein Polynesier klimpert dazu auf einer Gitarre herum und spielt irgendwelche Lieder! Zum Glück waren wir schon früher da und können dem Spektakel daher halbwegs entkommen… Nach ca. drei Stunden kommen wir wieder am Pier an. Hier gibt es einen kleinen Stand von unserem Schiff, an dem wir leckeren, erfrischenden Eistee genießen können! Da wir noch etwas Zeit haben, bis zu unserer nächsten Tour kucken wir uns die abartig teuren Souvenirs an, z. B. eine Holzmaske, 15 cm groß, nicht mal sehr gut geschnitzt – umgerechnet 300 €! Um kurz nach 13 Uhr starten wir dann unsere 3-stündige Jeep-Tour. Das ist die einzige Möglichkeit um zu Aussichtspunkten auf den Bergen zu kommen. Kurzentschlossen steigen zwei Amerikaner vom anderen Kreuzfahrtschiff dazu. Wir holen auf der anderen Seite der Insel noch zwei Spanier im Luxus-Hotel ab und los geht’s um die Insel. Die zwei Amis müssen allerdings schon vor 16 Uhr wieder am Pier zurück sein und jetzt ist schon fast 14 Uhr. So ein Scheiß! Der Fahrer Daniel muss sich daher ziemlich beeilen, damit wir alle Aussichtspunkte in den Bergen anfahren können. Deshalb gibt es rund um die Insel nur ganz wenige andere Foto-Stopps. Immerhin bekommen wir unterwegs noch eine frische Kokosnuss zum Trinken. Die Wege zu den Aussichtspunkten hoch sind dermaßen steil, dass sie nur mit Allrad zu erreichen sind. Aber das Geruckel und Gestoße ist es wert – die Aussicht ist absolut fantastisch! Die Farben der Lagune mit dem Korallenriff drum herum sind echt der Knaller! Insgesamt drei dieser Aussichtspunkte, unter anderem den „Guns Hill“, wo eine alte Kanone vor sich hinrostet, fahren wir an, bevor wir wieder am Pier ankommen. Da Daniel die zwei Spanier sowieso zu ihrem Hotel zurückfahren muss, fahren wir nochmal mit und lassen uns am öffentlichen Strand namens Matira Beach rauswerfen. Wir laufen ein bisschen am Strand entlang und machen einige Bilder. Hier treffen wir auch einen Teil der Albatros-Crew, die hier ihren freien Tag verbringen. Außerdem müssen wir natürlich noch Sand einpacken, als kostengünstiges Souvenir! Daniel holt uns auf dem Rückweg wieder ab und macht noch einen kurzen Stopp beim World Famous „Bloody Mary’s„, einer Bar wo schon unzählige Promis zu Besuch waren. So besonders, wie alle machen, ist die Bar dann aber auch wieder nicht. Zurück am Pier nehmen wir das letzte Tenderboot zum Schiff. Nach dem leckeren französisch-polynesischen Abendessen kucken wir uns noch die Show des Zauberkünstler „Kalibo“ an, der ganz frisch auf dem Schiff eingetroffen ist. Er macht das ganze eher modern, also nix mit Kaninchen im Hut oder so, allerdings quatscht er echt fast ununterbrochen. Einige der Tricks sind ganz gut, andere aber schon relativ „alt“. Wir sind allerdings so müde, dass wir nebenher fast einschlafen und daher verabschieden wir uns nach der Show direkt ins Bett und freuen uns darauf, morgen mal wieder ausschlafen zu können, denn es stehen wieder zwei Seetage auf dem Programm!

suedsee2 (117) kristallklares Wasser in der Lagune von Bora Bora

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suedsee2 (132) Küstenstraße

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suedsee2 (141) Bora Bora von oben (Bild von Tina)

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suedsee2 (147) Tenderboot

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Hier das ganze Album:

Willkommen zu Hause!

Wir erledigen noch ein paar dringende Internet-Geschichten, frühstücken und machen uns dann mit dem Taxi auf zum LuK-Werk in Puebla. Hier kommt unser Gepäck in Alex‘ Auto und wir bekommen eine kleine Führung durch das Werk. Zuerst kucken wir uns die Produktionshallen an und später noch die Konstruktionsabteilung, wo uns Alex die hier arbeitenden Ingenieure vorstellt. Dann machen wir uns auf den Weg zum „CAPU“, dem riesigen Busterminal von Puebla. Wir bekommen noch locker Tickets für den nächsten Bus nach Acapulco. Allerdings sind die sauteuer im Vergleich zu anderen Strecken! Als wir nach 6 h Fahrt aus dem Bus steigen, schlägt uns schwül-warme Luft entgegen, nach der Kälte in Puebla eine ganz schöne Umstellung. Da die Stadt als nicht gerade sicher gilt und es schon stockdunkel ist, nehmen wir uns wieder ein Taxi direkt vom Busbahnhof, welches uns zum „Terminal Maritima“, also zum Pier bringt, wo wir schon von weitem das große Kreuzfahrtschiff „MS Albatros“ liegen sehen, welches für die nächsten vier Wochen unser „Zuhause“ sein wird. Wir sind anscheinend die einzigen Gäste, die selbst anreisen und ganz bestimmt die einzigen, die mit riesigen Rucksäcken daherkommen. Daher kucken die Sicherheitsbeamten unsere Pässe ganz genau an, bevor sie uns durchlassen. An der Gangway werden wir gleich mit einem Schild „Willkommen zu Hause“ begrüßt. Naja…! Die zweite „Sicherheitskontrolle“ an Bord besteht aus Pässe ankucken und Desinfektionsmittel auf uns sprühen. Dann dürfen wir durch zur Rezeption. Auch die Damen hier sind einigermaßen überrascht, als plötzlich neue Passagiere vor ihnen stehen. Irgendwie ist es für uns ganz komisch nun wieder auf Deutsch begrüßt zu werden! Das „Hola“ und „Gracias“ ist nach vier Monaten in spanischsprachigen Ländern voll drin. Es werden Fotos gemacht für den Bordausweis, wir bekommen Deckpläne und sonstige Infos und beziehen dann unsere Kabine auf Deck Nr. 3, dem Neptundeck, direkt neben dem Eingang. Für uns absolut perfekt, nicht zu klein und nicht zu groß, mit zwei Betten, Schränken, Schreibtisch, Fernseher und einem kleinen Bad. Wunderbar – auf zum Abendessen! Leider wurde das Restaurant genau 10 min vorher geschlossen und die nächste Möglichkeit für einen Snack gibt’s erst in ca. 1 1/2 h, wenn noch eine große Reisegruppe ankommt, deren Flug sich verspätet hat. Nee, solange wollen wir nicht mehr warten, deshalb machen wir uns zu Fuß auf zum Zócalo, hier werden wir wohl noch ein paar Tacos kriegen. Die Taxifahrer an der Pier wollen uns zwar das Gegenteil weißmachen, aber wir lassen uns nix einreden. Natürlich gibt es am Zócalo einige kleine Restaurants und wir bekommen unsere Tacos. Diese sind zwar bei weitem nicht so gut wie die, die wir in Puebla gegessen haben, aber zumindest sind wir satt! Als wir eine gute Stunde später, bepackt mit einem 10 l-Wasserkanister, zurück auf das Schiff gehen, ist die Reisegruppe aus Deutschland gerade angekommen. Wie wir uns schon fast gedacht haben, ist unter den ca. 200 Leuten quasi niemand unter 60 Jahren dabei, bei einigen wundert es uns sogar, dass sie selbständig die Gangway zum Schiff hochkommen! Am Eingang steht der Kreuzfahrtdirektor Joe Liemberger höchstpersönlich. Wir kommen nun in den Genuss eines festen Händedrucks und eines „Schön, dass Sie es auch geschafft haben!“ inkl. fettem Begrüßungslächeln. Ähhh?! Ja… Danke!? Drinnen steht das Reinigungspersonal zu Kofferträgern umfunktioniert Schlange um die Herrschaften zu ihren Kabinen zu begleiten. Da unsere Kabine ja direkt neben dem Eingang liegt, können wir es uns nicht nehmen lassen, dem Schauspiel noch eine Weile zuzusehen. Echt zum Lachen! Oder zum Heulen. Das wird sich noch rausstellen…

suedsee1 (01) Parade der Kofferträger

suedsee1 (02) unsere Kabine

Um 6:00 Uhr weckt uns der „fröhliche Bordwecker“. Was ist das den für ein Sch…! Erst Vogelgezwitscher, das man wunderbar in den Traum einbauen kann und dann ein „Guten Morgen!!!“ das einen so aus dem Schlaf reißt, dass man erst mal nicht weiß wo oben und unten ist! Erste Handlung: Radio ausschalten. Und abends unbedingt kontrollieren, dass der Kabinen-Putzservice das Ding nicht wieder eingeschaltet hat! Zum Frühstück gehen wir ins „Restaurant Möwe“ mit eher klassischem Ambiente auf Deck 7. Es gibt noch das „Restaurant Pelikan“, welches eher modern eingerichtet ist, aber in der Möwe gefällt es uns besser. Das Frühstücksbuffet ist riesig und es gibt quasi alles, was man sich nur wünschen kann: verschiedene Sorten Wurst und Käse, Wurstsalat, Eier, Speck, Würstchen, Joghurt, Müsli, frische Früchte, verschiedene Brote, Brötchen, Croissants, Kuchen, süße Teilchen, … die Backwaren sind ganz frisch und echt gut. Es ist wie im Schlaraffenland! Wir kommen mit dem netten Kellner Rajiv, ins Gespräch der für diesen Bereich zuständig ist. Auf unsere Frage, ob er hier an Bord schon andere Passagiere unter 50 Jahren gesehen hat, breit grinsend „I am really sorry, no!“ antwortet. Ja, das haben wir uns ja schon fast gedacht! Er kommt aus Goa, Indien, sieht aber eher aus wie ein Mexikaner und wir versuchen gleich nach dem Frühstück einen Platz für Mittag- und Abendessen an einem seiner Tische zu bekommen. Leider ist aber schon alles belegt und wir müssen an einen anderen Tisch. Dann machen wir uns auf Acapulco zu erkunden. Zuerst kucken wir uns den Zócalo bei Tag an (ziemlich hässlich) und gehen noch ein paar Sachen einkaufen, die wir auf dem Schiff brauchen. Außerdem gehen wir nochmal ins Internet, da das auf dem Schiff echt unglaublich teuer ist! 15 min kosten gleich mal 7 €! Als hier auch alles erledigt ist laufen wir zum „La Quebrada“, hier gibt es die berühmten Klippenspringer von Acapulco. Um die Show sehen zu können, müssen wir natürlich erst Eintritt bezahlen. Es wurde sogar ein großes Banner gespannt, weniger um Schatten zu spenden als vielmehr zu verhindern, dass nicht zahlende Gäste von der Straße aus mitkucken! Die ersten Springer schwimmen schon in dem engen Kanal und fangen dann an, die ca. 25 m hohe, steile Felswand hinaufzuklettern. Barfuß natürlich. Insgesamt sind es 7 Springer unterschiedlichen Alters. Die Spannung steigt, wir haben uns gute Plätze für Kucken und Fotografieren gesichert. Es dauert aber noch eine ganze Weile bis es endlich losgeht. Erst nachdem alle den Zuschauern zugewunken haben, macht sich der erste bereit. Er springt von einem kleinen Felssprung etwas unterhalb. Mit diversen Salti kommt er unten im Wasser an. Die anderen müssen warten, bis er weg ist, viel Platz ist unten im Kanal nicht. Dann springen drei gleichzeitig mit unterschiedlichen Salti. Ziemlich spektakulär! Nochmal zwei zusammen und dann kommt der letzte. Er macht aber auch erst noch ein bisschen Show oben, etwas strecken und recken, dann die Marienstatue in dem kleinen Tempel oben auf dem Fels küssen, ein Kreuzzeichen… und Sprung! Leider war es das dann auch schon! Wir hätten ein paar Durchgänge mehr erwartet, aber die Springer klettern alle auf unserer Seite hoch und verschwinden… Es gibt pro Tag fünf Shows. Bei dieser Höhe erreichen die Springer bis zu 90 km/h, wenn sie dann im Wasser aufkommen. Da wirken ganz schöne Kräfte auf den Körper, daher vermuten wir dass mehr als ein Sprung pro Show schon deshalb nicht drin ist. Einer steht noch da und verkauft T-Shirts. Es ist unglaublich heiß, wir haben schon fast die ganze Wasserflasche leergetrunken. Trotzdem laufen wir noch ein Stückchen den Berg hoch, in der Hoffnung eine schöne Aussicht auf die Bucht von Acapulco zu bekommen. Leider stehen überall Häuser und wir sehen nix. Aber dann entdecken wir eine Treppe, von der aus man eine tolle Aussicht hat. Leider müssten wir dazu durch eine offene Garage laufen. Zu unserem Glück kommt gerade der Hausbesitzer zum Auto und wir fragen, ob wir kurz ein paar Bilder machen dürfen. Klar. Kein Problem. Er macht von uns beiden noch zwei Bilder und ist ganz begeistert, dass wir aus Deutschland sind, weil da auch seine Nichte lebt. Die Straße führt weiter bis ans Wasser runter, wo wir an der Promenade entlanglaufen bis zum Zócalo zurück. Wir essen nochmal Tacos und trinken ein Kaffee, bevor wir uns mit einem weiteren 10 l-Wasserkanister zum Schiff aufmachen. Dann erkunden wir zunächst einmal das komplette Schiff, damit wir wissen, was wir während unserem Aufenthalt hier so machen können, was auf welchem Deck geboten wird. Es gibt 2 Restaurants, 6 Bars, 3 (Show-)Lounges, eine Disco, ein Kino, einen Swimmingpool, ein Whirlpool, einen Wellness- und Fitnessbereich und eine Bibliothek. Langeweile ausgeschlossen! Beim Abendessen sitzen wir dann das erste Mal an unserem Tisch Nummer 108 und stellen fest, dass wir noch zwei Tischnachbarn bekommen haben: Günther und Angelika aus Rottweil. Die zwei sind rein optisch immerhin den „jüngeren“ Passagieren zuzuordnen. Es gibt beim Abendessen immer ein Salatbuffet und Essen à la Carte, immer mit zwei Vorspeisen, dann Suppe, Hauptgericht und Dessert, je zwei oder drei Wahlmöglichkeiten. Man kann bestellen was und so viel man will. Dazu gibt es Rot- und Weißwein und Säfte. Unser Kellner heißt „Jamieson“ und sein Piccolo (ist hier das Wort für Assistent) ist „Sunshine“. Sie ist bissle schüchtern, aber sonst passt der Name. Der Service ist echt Top! Kaum bestellt, steht schon das Essen auf dem Tisch und auf den nächsten Gang muss man höchstens eine Minute warten. Unsere Tischnachbarn sind recht unterhaltsam und haben sogar gleich was für uns: ein Prospekt für das Edelsteinmuseum ihres Sohnes, welches unglaublich toll ist und wir unbedingt mal besuchen müssen. Wir sprechen während des Essens über die diversen Reiseziele, wo wir alle schon waren. Um 21:00 Uhr heißt es dann: Leinen los! Zum Auslaufen aus dem Hafen tönt durch die Lautsprecher auf dem ganzen Schiff „Conquest of Paradise“ von Vangelis. Alle Passagiere stehen an der Reling und sehen zu, wie die Lichter von Acapulco kleiner und kleiner werden. Ein älterer Herr direkt neben uns filmt die Pier mit ihren Containern und Straßenlampen und spricht dazu: „…dies sind die Lichter, die uns gestern begrüßt haben, heute verabschieden sie uns. Tschüß Acapulco, tschüß Mexiko!“ Na wunderbar, die arme Verwandtschaft, die sich dieses Video dann ansehen muss… Auf jeden Fall wird auf dem Video jemand (namens Florian) zu hören sein, der laut „Alarm“ brüllt. ;-) Beim Fotografieren auf Deck treffen wir Matthias aus Berlin, zuerst halten wir ihn für einen der offiziellen Fotografen, weil er ziemlich viel an Kameraausrüstung an seinem Gürtel hängen hat. Aber da haben wir uns geirrt: Er ist selbständiger Fotograf und auch Passagier. Und das Beste: Damit haben sich wohl die einzigen Passagiere unter 50 gefunden, denn er ist erst 43! Er ist mit seiner Mutter und deren Freundin Maria da. Zur Feier des „in See Stechens“ gönnen wir uns einen Cocktail auf dem „Lido-Deck“, hier spielt die „Atlantis-Band“ fetzige Musik und das gar nicht so schlecht!

suedsee1 (03) Zócalo von Acapulco

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suedsee1 (10) Kunstsprung von der Klippe

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suedsee1 (13) Klippenspringer von Acapulco

suedsee1 (14) Blick auf Acapulco

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suedsee1 (17) Miauuu! Hab ich einen Katzen-Hunger...!

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Heute sind wir nochmal in Mexiko, genauer gesagt im Hafen von Zihuatenejo. Hier liegen wir seit dem frühen Morgen „auf Reede“, das heißt konkret: Das Schiff ist zu groß um am Pier festzumachen, deshalb liegt es in der Bucht vor Anker und die Passagiere werden in Tenderbooten (überdachte, quietsch-orangene Boote in denen ca. 50 Leute Platz finden) an Land gebracht. Damit nicht alle gleichzeitig auftauchen, hat jeder auf dem Bordausweis einen farbigen Punkt der die Reihenfolge, bzw. Uhrzeit bestimmt, wann man an Land fahren kann. Wir frühstücken „früh“, da wir um 9:00 Uhr spätestens an Land sein müssen. Passt zwar nicht mit der Uhrzeit und Farbe überein, aber was soll‘s. Wir stellen fest, dass es kein Problem ist, da das Boot gar nicht voll wird, weil viele Passagiere erst später an Land gehen. Diese können heute sowieso nur in dem kleinen Städtchen und am zugehörigen Strand herumspazieren. Wir haben deshalb nochmal eine Runde Tauchen gebucht. Als wir vom Tenderboot an Land gehen, steht hier ein „philippinischer Mexikaner mit Sombrero“ (einer der Bordfotografen) und seine Kollegin macht Bilder. Diese kann man dann später für 5,50 € das Bild (!!!) auf dem Schiff erwerben. Landschaftsfotos gibt’s aber schon ab 3 €. Der Hammer! Zusammen mit Pako, unserem Dive-Master und einem Ehepaar aus Kanada geht’s los zur ersten Dive-Site, dem „Solitary Rock“. Wie der Name schon sagt, ein einzelner Fels nicht weit weg von der Küste. Leider ist die Sicht ziemlich schlecht, nur so 5 – 8 m. Aber wir sehen schöne Korallen, einige Fische, vor allem Pufferfische in allen Größen, verschiedene Seesterne und viele Muränen. Und unser erstes Seepferdchen! Ein süßes orangefarbenes, welches sich mit seinem Schwanz verzweifelt an irgendwelches Seegras klammert um nicht von der Strömung davongerissen zu werden. Pako schnappt sich einen mittelgroßen Pufferfisch und „massiert“ ihn ein bisschen, damit er sich aufbläst. Der Fisch macht dazu Mundbewegungen die aussehen, als ob er protestiert (tut er vermutlich auch). Zum Kaputtlachen! Was unter Wasser etwas schwierig ist, deshalb ist eher Grinsen angesagt als Lachkrampf. Das Wasser ist relativ warm, wohl um die 27° C mit einigen kühleren Strömungen. Der zweite Tauchgang ist in sehr viel flacherem Wasser, max. 13 m Tauchtiefe und wir tauchen quasi einmal im Kreis und kehren zu der Stelle zurück, an der wir gestartet sind. Auch hier sehen wir gleich zu Beginn ein „neues“ Tier: Einen Oktopus! Sieht ganz lustig aus mit den Tentakeln und dem großen Kopf! Im Sand verstecken sich viele kleinere Rochen, die man aufscheuchen kann, wenn man mit der Hand ein bisschen den Sand aufwirbelt. Laut Paco sind es „Giant Electric Rays“. Ein Rochen sieht ziemlich seltsam aus. Bei genauerem Hinsehen ist es dann auch kein Rochen, sondern eine Flunder! Haben wir bis jetzt auch noch nicht gesehen. Insgesamt ein echt schöner, gemütlicher Tauchgang. Wir bleiben mit Pako noch 20 min länger unten als die Kanadier. Mit unglaublichen 70 Minuten wird dies mit Abstand unser längster Tauchgang! Zurück am Pier gehen wir noch mit ins Büro um die Fotos die Pako unter Wasser gemacht hat zu kopieren. Außerdem wollen wir noch Geld tauschen, da der Euro die Bordwährung ist. Leider wird nix draus, weil wir unsere Pässe auf dem Schiff haben und ohne die wird kein Geld gewechselt. Was soll‘s, wird auch so irgendwie gehen! Von unseren allerletzten Pesos kaufen wir uns zum Abschied jeder noch ein Eis. Dann fahren wir mit dem letzten Tenderboot zum Schiff zurück. Kurz nach Rückkehr findet eine Rettungsübung statt, bei der man sich die Rettungswesten in der Kabine schnappen soll, um dann zu der zugewiesenen Rettungsstation laufen. Hier bekommen wir erklärt, wie man sich die Rettungsweste umbindet und dann laufen wir im Gänsemarsch (ohne Witz, die rechte Hand auf die Schulter vom Vordermann!) zu den Rettungsbooten. Damit ist die Rettungsübung erfolgreich beendet und wir gehen Kaffee trinken. Dazu gibt es kleine Häppchen wie belegte Brote und verschiedene Kuchen. Verhungern ist hier echt unmöglich. Unsere älteren Mitreisenden werden immer ganz neidisch, wenn sie unsere bunte Auswahl auf den Tellern sehen und erzählen dann von ihren Cholesterin-Problemen und Diät-Plänen. Genau was wir im Urlaub hören wollen! Wir sind gerade fertig mit Kaffeetrinken, als wieder die Auslaufmelodie aus den Lautsprechern ertönt, als Zeichen, dass wir nun Kurs nehmen auf die Südseeinseln… Wir werfen einen letzten Blick auf den amerikanischen Kontinent! Schon ein seltsames Gefühl, nach 4 1/2 Monaten in spanischsprachigen Ländern. Außerdem sind wir echt gespannt, wie diese Schiffsreise hier wird, wir haben außer Matze immer noch keine jüngeren Leute entdeckt! Vor dem Abendessen werden die neuen Gäste in der Atlantik Lounge von Kapitän Mats Nelson und Kreuzfahrtdirektor Joe Liemberger persönlich begrüßt. Insgesamt ist auf der Albatros Platz für max. 830 Passagiere, aber das Schiff ist lange nicht voll. Wir schätzen es sind vielleicht 550 an Bord, und davon machen fast 200 Personen die komplette Weltreise von Hamburg bis Monaco in 119 Tagen! Die meisten machen aber so wie wir nur eine oder zwei Etappen mit und reisen zwischendurch an und ab. Im Tagesprogramm (vier DIN-A4-Seiten, es soll ja auf keinen Fall Langeweile aufkommen!) steht „Bekleidungsvorschlag für den Abend: elegant“. Tja. Eleganter als unsere Zip-Hosen und für Florian ein kurzärmeliges Hemd und für Liane ein sauberes Top wird‘s bei uns nicht werden… Einige der Passagiere kommen wirklich im Ballkleid und Smoking. Alter Schwede! Da können wir natürlich nicht mithalten und werden auch von oben bis unten gemustert von den anderen Passagieren, aber das ist uns so was von egal! Nachdem wir schön mit Kapitän und Direktor in die Kamera gegrinst haben bekommen wir einen Begrüßungssekt, bevor es zum Kapitäns-Willkommensdinner geht. Der nächste Programmpunkt an diesem Abend ist die „Willkommensshow Ihrer Künstler“. Zunächst wird das Phoenix-Reiseleiter-Team und der Kapitän und seine Offiziere vorgestellt. Danach das Künstler- und Lektoren-Team. Wir sind ja sehr gespannt! ;-) Die Moderatorin ist eine der Reiseleiterinnen namens Lubna und sie schafft es fast jeden Satz grammatikalisch komplett zu vergeigen. Und sie erfindet neue Wörter, Highlight des Abends: „Lauschen Sie der fabelhaften Planföte…“ Außerdem ist bei ihr sowieso alles ganz „faaaabelhaft“… Nun ja, wir würden die wenigsten der vorgestellten „Künstler“ mit diesem Wort beschreiben. Aber wir werden auf jeden Fall mal in die Shows reinkucken. Wir können ja jederzeit gehen, wenn es zu schlimm wird! Die vorgestellten Lektoren halten tagsüber Vorträge oder Seminare ab. Da wären Burghard Pieske, ein Weltumsegler, Pater Alexander aus Bayern, eine Galeristin namens Christiane Hahn, die eine Ausstellung über russische Ikonen organisiert, ihr Mann Georg Hahn, der geschichtliche Vorträge über die Südsee hält, Reiki-Lehrer Ralph Herrschmann (von dem Florian meint, er würde aussehen wie „Hugo Drax“, der Bond-Bösewicht aus „Moonraker“, der die Weltherrschaft anstrebt) und seine Frau Margot Herrschmann, die Mental-Training anbietet. Und Professor Anatoli Gololobov, der abends in der Pazifik-Lounge auf dem Piano klassische Stücke zum Besten gibt. Klar, irgendwie müssen die Seetage ja auch gefüllt werden, damit den Passagieren nicht langweilig wird!

suedsee1 (29) Bis später...

suedsee1 (31) MS Albatros auf Reede

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suedsee1 (33) Zebra-Muräne

suedsee1 (36) "Blub! Blubber! Blub bluuub!" (deutsche Übersetzung: "He! Aufhören! Ich protestiere!")

suedsee1 (37) Unser erstes Seepferdchen!

suedsee1 (43) Gerettet!

suedsee1 (46) Sind wir nicht schick?! ;-))

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Die nächsten sechs Tage werden wir komplett auf See verbringen. Daher schlafen wir aus und machen uns dann über das Frühstücksbuffet her. Beim Frühstück kann man sich hinsetzen wo man will, daher lernt man dabei am ehesten irgendwelche anderen Passagiere kennen. Viele haben schon einiges von der Welt gesehen, aber eben nur vom Kreuzfahrtschiff aus. Das ist für die meisten das wahre Reisen. Aber die Wahrheit ist: Man kann auf diese Art Land und Leute nicht wirklich kennen lernen. Maximal die Menschen, die vom Tourismus leben und einem Souvenirs verkaufen wollen. Die meisten machen schon ihre x-te Kreuzfahrt. Einige haben auch spürbar ein Problem damit, dass wir ja noch so jung sind und versuchen über komische Fragen herauszufinden, wie wir uns das leisten können. Sobald wir erzählen, dass wir quasi auf Hochzeitsreise sind, kommt die für sie logische Schlussfolgerung: „Ah, dann waren die Verwandten aber großzügig!“ Äh?! Eine ältere Dame hat sogar vermutet, wir hätten die Reise zum erfolgreichen Abi von unseren Eltern geschenkt bekommen. Später kucken wir uns im Bord-Kino den IMAX-Film „Wale – Giganten der Meere“ an. Das sind einfach faszinierende Tiere! Wir hoffen ja, dass wir nach Südafrika nochmal irgendwo welche zu Gesicht bekommen werden. Beim Tauchen wäre mal noch super! Träumen kann man ja mal… :-) Der restliche Tag besteht aus Lesen (es gibt eine schöne Bord-Bibliothek), Fotos für den Blog sortieren, Sonnenbaden und das Meer ankucken. Dabei liegt man allerdings immer den fleißigen „Joggern“ im Weg, die ihre Runden auf dem Sonnendeck drehen, mehr oder weniger schnell, meist eher Zweiteres und das unter knallroter Birne und wildem Geschnaufe, viele müssen ihren Mitreisenden beweisen, wie fit sie noch sind. Matze hat eine neue Theorie, was das MS im Namen des Schiffes bedeutet: Mumien-Schiff. ;-) Und natürlich gehen wir lecker Essen. Mittlerweile sind wir und unsere Tischnachbarn dazu übergegangen, das Dessert ein zweites Mal zu bestellen, wenn es besonders gut war. Unser Kellner Jamieson grinst dann immer nur. Die ersten Alarmglocken fangen schon an zu läuten: Wenn das so weitergeht können wir in Neuseeland von Bord kugeln! Bisher verbuchen wir das aber noch unter „Reserve anfuttern“ für die nächsten 5 Monate. Wer weiß, was wir in Neuseeland und Asien so zu essen bekommen! Als wir uns gerade auf den Weg zum Late-Night-Snack machen kommt eine Durchsage: „Code Blue in der Casablanca Bar“. Uns ist gleich klar, was das im Klartext bedeutet: „Schnapsleiche! Schiffsarzt mach dich auf den Weg.“ Als wir dort ankommen, wird gerade eine Frau weggetragen und ihr Ehemann schwankt hinterher. Wobei wir uns fragen, wie man hier überhaupt betrunken werden kann, in den Cocktails ist doch fast kein Alkohol!

suedsee1 (53) Partnerlook...

Nachdem wir in der Nacht die nächste Zeitzone erreicht haben, konnten wir die Uhren eine Stunde zurückstellen und sind nun schön ausgeschlafen. Es ist echt unglaublich, was es alles an Animation und Vorträgen an Bord gibt! Kein Wunder, dass die Passagiere hier eher im Stress sind, als im Urlaub! Aber das meiste interessiert uns nicht wirklich, z. B. der „Diabetiker-Treff“ oder „Spaß und Unterhaltung beim Bingo“ oder „Basteln Sie mit Jutta kreative Geschenkverpackungen aus Papier“ – nee, danke! Daher machen wir einen gemütlichen Blog-Aufhol-Tag, der nur von den diversen Mahlzeiten unterbrochen wird. Beim Kaffee-Kränzchen lernen wir ein echt nettes holländisches Ehepaar kennen. Die zwei sind irgendwie die einzigen unter den älteren Herrschaften, mit denen wir uns über das Reisen unterhalten können, ohne dass sie versuchen uns zu übertrumpfen. Irgendwie vertragen das die meisten nicht, dass wir schon mehr von der Welt gesehen haben könnten als sie. Deshalb wird dann alles was wir erzählen gleich mit „Ach ja, da waren wir auch schon! Und damals war das ja noch ganz was Exklusives…“ kommentiert. Wir hören Geschichten, wie z. B. „Bei den Indianern im Busch in Afrika war ich ja sehr angesehen, da ICH als EINZIGER Weißer es geschafft habe mit dem Langblasrohr über NEUNEINHALB Meter eine Kokosnuss zu treffen! Können Sie sich das vorstellen?“ Nein, das können wir beim besten Willen nicht nicht! Voll anstrengend und nervig! Die meisten Ehepaare hier streiten eh fast die ganze Zeit, vielleicht sollte auf dem Schiff auch Paartherapie angeboten werden. ;-) Abends schauen wir uns dann die erste „Show“ an: Der Rumäne  Vasco Ciobanu am vierreihigen Xylophon in Begleitung der „Atlantis-Band“. Er spielt die Lieder so unglaublich schnell, dass man seine Hände kaum sieht! Und er spielt ein paar wunderschöne Lieder auf der Pan-Flöte. Dazwischen erzählt er ein bisschen von sich und den Unterschieden zwischen Deutschland und Rumänien. Insgesamt geht die Show ungefähr eine Stunde und die ist recht kurzweilig.

suedsee1 (59) Vasco Ciobanu

Heute gibt es vormittags einen Vortrag von „Weltumsegler“ Burghard Pieske zum Thema „Meine Trauminseln“ über die Südsee. Sind wir ja mal gespannt! Er erzählt gut und viel, teilweise Anekdoten, die ihm gerade so in den Sinn kommen, aber wirklich interessant. Er ist von 1977-87 mit einer kleinen Yacht um die Welt gesegelt und hat einige Zeit in der Südsee gelebt. Ergänzend dazu läuft noch ein kurzer Film. Der ist allerdings eher langweilig, da eher eine „Standard-Übersicht“ über die Inseln und keine individuellen Fotos von ihm. Aber um sich ein Bild der Inseln (hauptsächlich aus der Luft) zu machen, ganz ok. Von Phoenix aus werden bei den Landgängen verschiedene Ausflüge angeboten. Wir kucken uns den Buchungszettel und die dazugehörige Info an und entscheiden uns direkt, dass wir unser Programm lieber selber machen wollen. Erstens um dem Touri-Strom zu entgehen, der mit mehreren Bussen zu den „Sehenswürdigkeiten“ gekarrt wird und weil uns die „Besichtigung der Perlenfarm“ oder die „Küstenfahrt im Motorboot“ dann doch herzlich wenig interessiert. Außerdem sind uns die Landgänge viel zu kurz, manchmal gehen die nur drei Stunden, obwohl wir den ganzen Tag Zeit haben. Wobei ein Tag um eine Insel zu erkunden eh schon nicht viel ist, aber diesen wollen wir dann auf jeden Fall komplett ausnutzen! Abends kucken wir kurz bei der Solo-Show von „Shirley“ vorbei, sie ist Phillipinin und singt normalerweise zusammen mit Rainer in der Casablanca-Bar als Hintergrundmusik und dabei sollte sie auch besser bleiben. So alleine auf der Bühne ist nix und schon gar nicht mit solchen Liedern. Aber abgesehen von uns und Matze scheint das niemand zu merken. Die älteren Herrschaften hören vermutlich nicht mehr so gut, denn es gibt sogar mehrere Bravo-Rufe aus dem Publikum! Und das, obwohl unsere lieben Mitpassagiere sonst wirklich nur am Meckern sind: draußen ist es zu heiß, drinnen zu kalt, die Aufzüge sind zu langsam, der Schiffsarzt nicht kompetent, das Bild auf dem Bordausweis ist nicht gut (lag in dem Fall aber eher nicht am Fotografen…), das Schiff hat zu viele Macken, etc. Uns gefällt das Schiff an sich eigentlich echt gut. Es ist zwar ein ziemlich alter Kahn, aber dafür hat er eine schöne klassische Form, ist nicht zu groß und echt gemütlich.

suedsee1 (95) Matze & seine Mama

suedsee1 (96) Achtung, lose Dielen!!! (mit gelb-schwarzen Aufklebern markiert...)

Die letzte Nacht war wieder eine Stunde länger, daher sind wir früh auf und kucken den Sonnenaufgang an. Es ist unglaublich, wie früh hier die meisten immer wach sind! Als wir um 6:00 Uhr rum rauskommen, ist das „Fitnessstudio“ rappelvoll und überall an Deck joggen Leute und machen ihre Dehnübungen. Heute gibt es wieder tolle Programmpunkte wie z. B. „Lernen Sie Serviettenfalten“, „Gesprächsrunde über Kreativität und Lebensqualität“, eine „Modenschau der Schiffsboutique vorgeführt von mitreisenden Passagieren“ oder ein „Reiki-Seminar“. Das hat uns alles gerade noch gefehlt! Aber immerhin gibt’s abends eine nette Show „Viva la Diva“ mit Renata Ravell, die Evergreens von Hildegard Knef, Zara Leander, etc. singt. Wobei das Besondere dabei ist, dass Renata eigentlich Olaf heißt und ein etwas korpulenter, älterer Herr mit schütterem Haar ist, den wir schon am Künstlertisch haben sitzen sehen und uns gefragt haben, was der hier eigentlich macht. Für die Show verwandelt er sich in Renata und das so perfekt, dass einem kaum auffällt, dass hier ein Mann auf der Bühne steht. Außerdem hat er eine richtig gute Stimme! Vermutlich mit das Beste und Professionellste, was hier an Bord geboten wird. Die Stunde vergeht wie im Flug mit schönen Liedern und lustigen Sprüchen. Kurz vor Mitternacht steht dann noch etwas Besonderes an: Wir überqueren den Äquator! Mit Hilfe eines Flaschendeckels machen wir den Test, ob das Wasser im Waschbecken denn anders herum abläuft, nachdem wir den Äquator überquert haben. Und tatsächlich: vorher ging’s im Uhrzeigersinn, nun gegen den Uhrzeigersinn! Angeblich ist das ja alles nicht wahr, zumindest physikalisch gesehen („Corioliskraft“), aber bei uns hat’s echt funktioniert! Lustig! :-)

suedsee1 (90) Reservierte Liegestühle morgens um 6:00 Uhr!

suedsee1 (91) Fitness-Studio morgens um 6:00 Uhr!

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suedsee1 (60) Renata Ravell

suedsee1 (61) Erst rechts rum, dann links rum... :-)

Bei der morgendlichen Begrüßung durch Alex, den „Bordmoderator“, kommt heute der Hinweis, dass bitte keine Liegestühle mit Handtüchern reserviert werden sollen. Typisch deutsch! Außerdem soll bitte nicht vor 9:00 Uhr, und schon gar nicht um 6:30 Uhr auf Deck 8 gejoggt werden, da sonst die Leute in den Kabinen auf Deck 7 wach werden. Um 11:00 Uhr ist dann „Äquatortaufe“, ein echt beklopptes Schauspiel! Zunächst kommt „Neptun, Herrscher aller Meere, Seen, Flüsse, Tümpel und Badewannen“ höchstpersönlich mit Gefolge auf das Pool-Deck und verliest eine mega-witzige Rede à la „Alle vom irdischen Staub Beschmutzen werden untersucht, gestempelt, mit lauterem Wasser gereinigt und in mein Reich eingelassen, sofern sie für würdig befunden…“ und so weiter. Hahaha, selten so gelacht! Es wird dann noch blöder und die „Taufwilligen“ werden tatsächlich mit buntem Eiweißschaum eingeschmiert, müssen einen nackigen Fisch küssen, bekommen einen Stempel verpasst, eine Spritze Schnaps in den Mund gespritzt und hüpfen in den Pool bzw. werden hineingeschubst. Hätten wir ja echt nicht vermutet, dass diese langweiligen Meckerer an Bord bei so was dann dabei sind! Heutige Lieblingsbeschwerde übrigens: „Warum ist der Kapitän nicht in flacherem Winkel über den Äquator gefahren? Dann hätte man auf dem TV-Infokanal die geographische Breite 0,0000° fotografieren können. So gab’s nur die 0,0002° Nord und dann gleich die 0,0004° Süd!“ Wirklich wahr!!! Haben wir von mindestens drei verschiedenen Leuten gehört! Zur Belohnung gibt’s für die Täuflinge einen kostenlosen Sangria. Den hätten wir uns eigentlich durch das Zukucken auch verdient! Als wir danach durch die Atlantik-Lounge laufen, proben gerade die „Künstler“ für diesen Abend, Chris & Verena Christian mit Trompete und Panflöte, ihre Show. Er ist ein ganz guter Musiker, aber sie kann nicht wirklich was und macht vermutlich nur mit, damit die beiden zusammen auf Kreuzfahrt gehen und doppelt kassieren können. Gerade proben sie „My heart will go on“ und sie schafft es, jeden Einsatz zu vermasseln und dreimal in einer Strophe mit dem falschen Ton anzusetzen. Na prima. Die Show werden wir uns definitiv schenken! Heute haben wir noch einen wichtigen Termin: die Besichtigung der Brücke. Durchgeführt vom Kreuzfahrtdirektor höchstpersönlich und echt informativ. Leider mit 25 anderen Passagieren, daher tritt man sich etwas auf die Füße dabei. Aber dafür ist es super interessant! Zuerst informiert er generell über das Schiff. Baujahr 1973, zwischendurch um 24,5 m verlängert und 2006 komplett überholt. Seit 2004 fährt „die weiße Lady“, wie das Schiff auch genannt wird, unter dem Namen „MS Albatros“ für Phoenix-Reisen. Es ist 205 lang und 25 m breit, 25 000 BRT schwer, hat 7,55 m Tiefgang und 10 Decks. Er zeigt uns alle Instrumente auf der Brücke und die diversen Seekarten und Flaggen. Außerdem erzählt er, dass auf dem Schiff 325 Leute aus 25 Nationen arbeiten, wobei die Crew überwiegend aus Phillipinos und Indonesiern besteht. Der aktuelle Kapitän ist Mats Nelson aus Schweden. Er nimmt sich viel Zeit und beantwortet alle Fragen. Einige Passagiere haben danach trotzdem wieder Grund zur Beschwerde: Wenn der „richtige“ Kapitän (Morten Hansen, gerade in Urlaub und bekannt aus der ARD-Serie „Verrückt nach Meer“, die ab und zu hier an Bord gedreht wird) da gewesen wäre, hätte er sich es bestimmt nicht nehmen lassen, die Führung persönlich zu machen! Nee, ist klar. Der hätte dann sicher auch noch höchstpersönlich einen Kuchen für uns gebacken und zum Kaffeekränzchen gebeten, so ein Kapitän hat ja sonst nix zu tun! Unglaublich mal wieder. Nachmittags gehen wir zum nächsten Vortrag von Weltumsegler Pieske, dieses Mal über seine Segeltour von 1998 auf den Spuren von „William Bligh“, dem Kapitän der berühmten Bounty. Dieser war nach der „Meuterei auf der Bounty“ zusammen mit 18 Seeleuten in einem kleinen Segelboot auf dem Meer ausgesetzt worden und er schaffte es bis nach Timor, Indonesien zu segeln und alle Männer, bis auf einen, zu retten. Diese Route wollte er im Auftrag des Königs von Tonga nachsegeln. Ein Kamerateam hat ihn dabei begleitet. Die Erzählungen waren wieder ganz interessant, aber irgendwie hörte es sich alles ein bisschen überheblich an „…im Auftrag des Königs“. Und zu erwähnen wie begeistert und spontan ihn die Leute in den Häfen jeweils empfangen haben, wo er doch Monate vorher schon vom König angekündigt wurde, ist auch etwas übertrieben. Er lädt noch alle Passagiere ein, um 22:00 Uhr aufs oberste Deck zu kommen, dann zeigt er uns das Kreuz des Südens. Der Sternenhimmel auf der südlichen Halbkugel ist schon ziemlich cool, vor allem mitten vom Pazifik aus ohne irgendwelche störenden Lichtquellen…

suedsee1 (63) Neptun und sein Gehilfe

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suedsee1 (67) Rentner-Suppe + Matze ;-)

suedsee1 (68) stilsicher

suedsee1 (69) Brücke

suedsee1 (72) ...und das ist der Grill vom Kapitän! ;-)

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suedsee1 (76) Kleine Kursänderung... ;-)

Am Vormittag kucken wir uns die „Große Bordolympiade – die Revanche“ an. Dabei treten ein Gäste-Team (5 ältere kräftig gebaute Herren), ein Offiziers-Team (die Titelverteidiger von der Atlantik-Überquerung), ein Crew-Team (5 kleine, schlanke Kellner aus Indonesien und den Philippinen) und ein Phoenix-Team (5 Reiseleiter, und die haben alle irgendwie einen Knall). Alex übernimmt die Moderation, quatschen kann er ja. Es wird deutlich unterhaltsamer als wir nach der komischen Äquator-Taufe vermutet hätten. Es gibt verschiedene Spiele, z. B. Sackhüpfen, Limbo, ein Koordinationsspiel mit einem Hula-Hoop-Reifen und eines bei dem mit einer Schöpfkelle Wasser aus dem Pool in einen Behälter gefüllt werden muss. Unter lautem Jubel der Passagiere gewinnt das Crewteam verdientermaßen haushoch! Nach dem Mittagessen machen wir einen kleinen Foto-Kurs bei Matze. Ist echt gut, nochmal erklärt zu kriegen, wie so eine Kamera arbeitet und was für unterschiedliche Einstellungen es gibt. So einigermaßen wissen wir ja, wie es geht, aber gerade bei schlechten Lichtverhältnissen ist es gut, wenn man vielleicht noch etwas „drehen“ kann an der Kamera. Im Anschluss zeigen wir ihm noch unsere Blog-Bilder, um mal vom Profi zu hören, ob der Bilderausschnitt und die Bearbeitung so ok sind, oder wie er es anders gemacht hätte. Mit vielen Bildern ist er einverstanden (O-Ton: „Was wollt ihr denn? Für Amateur-Fotografen echt super!“), bei einigen bekommen wir noch Tipps, wie das Bild bei anderem Schnitt gewirkt hätte, etc. Wir sind so eifrig bei der Sache, dass wir den zweiten Teil des Vortrags von Burghard Pieske über seine Segeltour auf den Spuren von Capt’n Bligh verpassen. Egal. Der Fotokurs von Matze war viel interessanter!

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suedsee1 (79) Offiziersreihe

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suedsee1 (93) Renata Ravell - tagsüber perfekt als Olaf getarnt...

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Hier das ganze Album: