Sandboarding in San Pedro de Atacama

Nach ca. 8 h Fahrt kommen wir am argentinischen Grenzposten an, wo wir uns unseren Ausreisestempel abholen. Dann geht die Fahrt weiter und mit einiger Verspätung kommen wir endlich in San Pedro de Atacama an. Hier müssen wir zuerst anstehen für den Stempel im Pass. Dann nochmal anstehen um das Gepäck nach Früchten, Gemüse und sonstigem verbotenem Zeug durchsuchen zu lassen (von Hand, da der Röntgenapparat gerade nicht funktioniert). Nachdem alles in Ordnung ist laufen wir los in Richtung Innenstadt, oder eher „Innendorf“. In San Pedro gibt es nur 1-stöckige Gebäude. San Pedro de Atacama ist scheinbar der trockenste Ort auf Erden. Deshalb wird hier auch das “Atacama Large Millimeter Array“ gebaut, ein Riesenkomplex aus Radioteleskopen. Eine Besichtigung ist aber leider nur für Besucher mit ernsthaftem wissenschaftlichem Hintergrund möglich… Wir machen uns auf die Suche nach einem Hostel, da es schon dunkel wird. Da wir eh nur noch was essen und dann schlafen wollen, nehmen wir das erstbeste saubere Dorm-Zimmer im „Hostel Rural“. Im Restaurant „Adobe“ essen wir noch etwas und fallen hundemüde ins Bett.

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Am nächsten Morgen fragen wir mal an, was ein Doppelzimmer kosten würde. Mehr als das Doppelte der zwei Dorm-Betten. Das kann ja fast nicht sein! Wir kucken uns ein paar andere Hostels an und werden auch fündig. Wir ziehen um ins „Hostal Florida“, dort kriegen wir ein DZ zum Preis vom Dorm im anderen Hostel. Die „Hauptstraße“ von San Pedro ist komischerweise nass!? Kann ja eigentlich nicht sein, wenn es hier so selten regnet. Aber dann sehen wir einen Tank-Laster herumfahren, der die Straßen regelmässig befeuchtet damit es nicht so arg staubt! Wir klappern die unzähligen Reisebüros ab, um uns ein paar Touren auszusuchen, die wir hier machen wollen. Das Reisebüro „Incahuasi Tours“ bekommt den Zuschlag, hier bekommen wir das beste Angebot für das ganze Paket. So, für die nächsten vier Tage sind wir versorgt!

Am Sonntag werden wir um 7:00 Uhr im Hostel abgeholt und machen uns auf den Weg zum Salar de Atacama, dem großen Salzsee. In der Laguna Chaxa nisten drei verschiedene Arten Flamingos: der Chilenische Flamingo, der James-Flamingo und der Anden-Flamingo. Wir sind die ersten die da sind und bekommen zuerst einen heißen Kaffee und ein paar Snacks. Dann kucken wir uns einen kurzen Film über die Flamingos und die Gegend überhaupt an. In Spanisch mit englischen Untertiteln und in HD! Dann laufen wir einen Fußweg an der Lagune entlang. Ein paar Flamingos sind recht nah zu sehen, aber an die meisten (so ca. 80 Stück) kommt man nur auf ein paar hundert Meter ran. Vier Flamingos fliegen in Formation über uns, aber Liane ist leider zu langsam mit dem Foto. Mist! Aber wir werden hoffentlich noch mehr Flamingos sehen auf unserer Reise. Dann fahren wir weiter ins Hochland, der Bus schnauft die Buckelpiste hoch. Unser Ziel sind die Lagunas Altiplanicas (Miscanti und Meniques), zwei tiefblaue Lagunen. Wir steigen am Miscanti aus und laufen weiter zur Meniques. Weit ist es nicht, aber wir können uns eine Stunde Zeit lassen und das ist auch gut so. Auf rund 4120 m ist die Luft schon ein bisschen knapper als wir es gewohnt sind! Auf dem Rückweg halten wir in einem kleinen Bergdorf Socaire zum Mittagessen. Das Restaurant ist quasi auch die Kantine von zwei Dutzend Bauarbeitern. Es gibt eine Art Kürbis-Auflauf mit Ei und Käse (schmeckt eher wie Zucchini) und dann noch eine Gemüsesuppe mit selbstgebackenem Brot. Zum Dessert gibt es riesige leuchtend gelbe Bananen. Zurück in San Pedro machen wir ein bisschen Siesta und planen dann die weitere Reise. Als wir Hunger kriegen holen wir uns zwei Empanadas, gefüllt mit Hackfleisch, Zwiebeln und gekochtem Ei. Echt gut! Und ungefähr 5x so groß wie die in Argentinien. Gegen später gehen wir noch was trinken, weil es im Hostelgarten (direkt vor unserer Tür) ungemütlich laut wird und wir haben ziemlich Glück, dass wir noch ein offenes Lokal finden. Sonst ist die Stadt wie ausgestorben. Im Lokal werden wir noch Zeugen eines Heiratsantrages…

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Heute ist erst einmal Relaxing pur angesagt! Wir fahren zu den „Termas de Puritama“, eine halbe Autostunde in die Berge, auf 3580 m. Idealerweise sind wir nur zu dritt und bei den Termas ist nix los. Nachdem wir unseren Eintritt (11000 Peso / ca. 15 €) gelöhnt haben, laufen wir noch 500 m in ein Tal hinunter. Mittenhindurch führt ein kleiner Bach, der stufenförmig zu 8 Pools gestaut ist. Das Wasser hat angenehme 30°C und ist sehr sauber. So früh sind wir die ersten und haben die Becken für uns alleine. Aber auch später kommen nur noch so ca. 8 Leute dazu. Wir plantschen fast 3 h in den Becken, bevor wir uns auf den Rückweg nach San Pedro machen. Zuerst springt allerdings das Auto nicht an. Batterie leer. Es leuchtet und piepst nix mehr. Der Fahrer, ein alter Herr namens Joel, ist etwas überfordert und ruft gleich per Handy um Hilfe. Das würde allerdings min. 1 h dauern bis jemand da wäre. Daher probiert Florian nochmal. Nix. Wir machen die Motorhaube auf. Ein gezielter Schlag mit einem Stein auf die Batterie, schon fängt die Karre an zu piepsen. Wunderbar, also kann es losgehen! Zurück in San Pedro essen wir zusammen eine „Promotion-Pizza inkl. Cola“. Dann erkundigen wir uns über Touren nach Uyuni. Davon haben bisher wirklich alles Backpacker geschwärmt, die wir getroffen haben. Gar nicht so einfach, irgendwie haben alle Touranbieter schlechte Bewertungen! Nachmittags haben wir eine Tour ins „Valle de la Muerte“ und „Valle de la Luna“ gebucht. Zuerst machen wir Halt an einem Aussichtspunkt, von dem man einen tollen Blick auf die Anden, San Pedro und den Salzsee hat. Unser Guide Juan erzählt ein bisschen was, wie das Land entstanden ist. Dann geht es weiter ins „Valle de la Muerte“, das Todestal. Eigentlich ist der Name aber ein Missverständnis eines französischen Regierungsfuzzis, der statt „Valle de la Marte“, also Marstal eben „Valle de la Muerte“ verstanden hat. Dort werden wir oben abgesetzt und laufen bei glühender Hitze ca. 1 h durch das Tal nach unten. Wir kommen an einer großen Düne vorbei, wo sich gerade einige Touris im Sandboarding üben. Sieht lustig aus! Nachdem wir noch vergeblich helfen einen in einer Sandbank festgefahrenen Jeep wieder freizubekommen fahren wir weiter ins „Valle de la Luna“, dem Mondtal, um dort den Sonnenuntergang anzukucken. Zuerst machen wir eine kleine Tour durch eine Höhle, die vom Wasser quasi als Spirale geformt wurde. Dort sieht man viele durchsichtige Salzkristalle durch den Sand schimmern. Dann laufen wir ein paar hundert Meter eine Düne hinauf (zusammen mit zig anderen Touris) um von dort den Sonnenuntergang anzukucken. Der Sonnenuntergang an sich ist nicht besonders spektakulär, aber die Anden verfärben sich in einem schönen, kräftigen Rotton. Und es geht zurück nach San Pedro. Hier entdecken wir zufällig einen Hähnchengrill. Wir fackeln nicht lange und schon stehen je 1/4 Hühnchen und eine große Portion Pommes auf unserem Tisch. Das alles für schlappe 4 €. Am nächsten Tag haben wir eine Tour zu den Geysiren von Tatio gebucht. Da diese bei Sonnenaufgang am aktivsten sind, heißt das früh aufstehen…

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Um 4:00 Uhr werden wir von Carolina abgeholt. Im Bus schlafen wir erst mal weiter, bis die Straße zur Buckelpiste wird zumindest. Um 6:00 Uhr sind wir dort und so langsam zeigt sich auch die Sonne. Die Temperatur ist so um den Gefrierpunkt. Bibber! Die Geysire sind ein ziemlicher Witz, vor allem da wir 2010 in Island die Geysire gesehen haben. Überall steigt zwar Wasserdampf auf, wirklich in die Höhe gehen die Geysire aber alle nicht. Ab und zu blubbert es ein bisschen, aber das war’s dann auch. Nach dem Frühstück fahren wir ein Stückchen weiter und sehen an einem Felshaufen unsere ersten Viscacha, eine Art Hase-Maus-Chinchilla. Dann fahren wir zu einem Geothermie-Feld, wo es schon ein bissle mehr blubbert und auch schwefelig riecht. Hier gibt es einen „Pool“ in dem man in warmem Wasser baden kann. Ausziehen bei ca. 0° C macht schon keinen Spaß, aber später nass wieder raus ist noch viel schlimmer. Von hier fahren wir durch die schöne Landschaft zurück in Richtung San Pedro, sehen noch einige seltene Vikunas, verschiedene Enten auf einer Lagune, Andengänse und Lamas. Im Dorf Machuca halten wir an und essen leckere (und teure) Fleisch-Spiesse vom Grill und Sopaipillas (vergleichbar mit „Striebele“, also süßer Teig im Öl ausgebacken und Puderzucker drüber). Gegen Mittag sind wir zurück in San Pedro und so hungrig, dass wir gleich nochmal Hähnchen essen gehen. Dann machen wir erst einen kleinen Mittagsschlaf, bevor wir bei der Agentur „Cordillera Traveller“ unsere Tour nach Uyuni buchen. Hört sich ganz gut an was sie so erzählen und wir wären dann 7 Leute, d. h. zwei Jeeps. Am Donnerstag geht’s los! Auch sonst ist heute Reiseplanung angesagt. Später wollen wir ins Restaurant „Quitor“ gehen, das uns empfohlen wurde. Das Menü sieht auch echt lecker aus. Aber leider haben sie kein Wasser zum Kochen. In ganz San Pedro gibt es nur noch was Wasser aus den Tanks. Schade! Also gehen wir nochmal eine Pizza essen, diesmal eine teurere, im Menü für zwei Personen ausgelegt. Satt wird von dem dünnen Ding und dem wenigen Belag aber wohl nicht mal einer!

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Morgens fahren wir nochmal ins Valle de la Muerte zum Sandboarding. Einen verrückten Guide gibt’s kostenlos mit dazu: Sebastian, der uns mit „Ich bin der Teufel!“ begrüsst, als er hört, daß wir Deutsche sind. Insgesamt sind wir vier Touris, wobei Liane nur zum Fotos machen mitkommt, weil sie keine Lust hat, die Düne mit dem Snowboard hochzukraxeln. Zuerst erklärt Sebastian wie’s theoretisch funktioniert: Board einwachsen, anschnallen, bissle in die Knie gehen und zurücklehnen, und los. Bei ihm sieht’s recht einfach aus, tatsächlich stellt sich das Sandboarden aber als ziemlich anstrengend und nur wenig spaßig heraus. Man nuss sich, im Vergleich zum Snowboarden, sehr zurücklehnen und Kanten benutzen zum Kurven fahren ist nicht. Florian kommt wenigstens ohne Stürze unten an, die beiden anderen rutschen eher auf dem Hintern die Düne runter…  Unsere letzte Tour von San Pedro aus führt uns am nächsten Nachmittag zunächst zur „Laguna Cejar“, die einen 40%-igen Salzgehalt hat. Zum Glück sind wir der erste Bus der ankommt! Hier können wir schwimmen, bzw. floaten gehen. Auf die Frage „Wie warm ist denn das Wasser?!“ kriegen wir die Antwort: „Wieso warm?? Das Wasser hat maximal 15° C!“ Immerhin wärmt die Sonne ein bisschen von außen. Als wir aus dem Wasser steigen und uns von unserem Guide Marcos mit Frischwasser abspritzen lassen, kommen weitere Busse an und dann dümpeln zig Touris in der Lagune. Wir machen den Abflug zu den „Ojos del Salar“, zwei weitere runde Lagunen mit ziemlich steilen Wänden. Hier ist wieder baden angesagt, aber da das Wasser nochmal um einiges kälter ist als in der Laguna Cejar, gehen nur die wenigsten rein. Wenn überhaupt muss man eh reinspringen, sonst wird max. der große Fußzeh nass, bevor man beschließt, es zu lassen. Als die anderen Busse kommen, machen wir uns schon wieder auf den Weg zur Laguna Tebinquinche um hier bei einem Sundowner den Sonnenuntergang anzukucken. Es gibt „Pisco Sour“(ein Limetten-Likör mit 5%-igem Alkohol), Cola und Chips. Mit im Bus ist auch Gonzalo, ein ziemlich verrückter Chilene, der mit komischen Verrenkungen am Strand herumtanzt… Der Sonnenuntergang an der Lagune ist echt schön. Dann machen wir uns auf Holperpisten auf zurück nach San Pedro. Wir versuchen nochmal unser Glück im Quitor und tatsächlich gibt es wieder etwas zu essen. Florian kriegt Tacos mit Rindfleisch und Liane Fisch mit Quinoa. Sehr leckeres, günstiges Essen!

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sanpedro-63 Gonzalo & Florian

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Hier das ganze Album: