Archiv von September, 2011

Sandboarding in San Pedro de Atacama

Nach ca. 8 h Fahrt kommen wir am argentinischen Grenzposten an, wo wir uns unseren Ausreisestempel abholen. Dann geht die Fahrt weiter und mit einiger Verspätung kommen wir endlich in San Pedro de Atacama an. Hier müssen wir zuerst anstehen für den Stempel im Pass. Dann nochmal anstehen um das Gepäck nach Früchten, Gemüse und sonstigem verbotenem Zeug durchsuchen zu lassen (von Hand, da der Röntgenapparat gerade nicht funktioniert). Nachdem alles in Ordnung ist laufen wir los in Richtung Innenstadt, oder eher „Innendorf“. In San Pedro gibt es nur 1-stöckige Gebäude. San Pedro de Atacama ist scheinbar der trockenste Ort auf Erden. Deshalb wird hier auch das “Atacama Large Millimeter Array“ gebaut, ein Riesenkomplex aus Radioteleskopen. Eine Besichtigung ist aber leider nur für Besucher mit ernsthaftem wissenschaftlichem Hintergrund möglich… Wir machen uns auf die Suche nach einem Hostel, da es schon dunkel wird. Da wir eh nur noch was essen und dann schlafen wollen, nehmen wir das erstbeste saubere Dorm-Zimmer im „Hostel Rural“. Im Restaurant „Adobe“ essen wir noch etwas und fallen hundemüde ins Bett.

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Am nächsten Morgen fragen wir mal an, was ein Doppelzimmer kosten würde. Mehr als das Doppelte der zwei Dorm-Betten. Das kann ja fast nicht sein! Wir kucken uns ein paar andere Hostels an und werden auch fündig. Wir ziehen um ins „Hostal Florida“, dort kriegen wir ein DZ zum Preis vom Dorm im anderen Hostel. Die „Hauptstraße“ von San Pedro ist komischerweise nass!? Kann ja eigentlich nicht sein, wenn es hier so selten regnet. Aber dann sehen wir einen Tank-Laster herumfahren, der die Straßen regelmässig befeuchtet damit es nicht so arg staubt! Wir klappern die unzähligen Reisebüros ab, um uns ein paar Touren auszusuchen, die wir hier machen wollen. Das Reisebüro „Incahuasi Tours“ bekommt den Zuschlag, hier bekommen wir das beste Angebot für das ganze Paket. So, für die nächsten vier Tage sind wir versorgt!

Am Sonntag werden wir um 7:00 Uhr im Hostel abgeholt und machen uns auf den Weg zum Salar de Atacama, dem großen Salzsee. In der Laguna Chaxa nisten drei verschiedene Arten Flamingos: der Chilenische Flamingo, der James-Flamingo und der Anden-Flamingo. Wir sind die ersten die da sind und bekommen zuerst einen heißen Kaffee und ein paar Snacks. Dann kucken wir uns einen kurzen Film über die Flamingos und die Gegend überhaupt an. In Spanisch mit englischen Untertiteln und in HD! Dann laufen wir einen Fußweg an der Lagune entlang. Ein paar Flamingos sind recht nah zu sehen, aber an die meisten (so ca. 80 Stück) kommt man nur auf ein paar hundert Meter ran. Vier Flamingos fliegen in Formation über uns, aber Liane ist leider zu langsam mit dem Foto. Mist! Aber wir werden hoffentlich noch mehr Flamingos sehen auf unserer Reise. Dann fahren wir weiter ins Hochland, der Bus schnauft die Buckelpiste hoch. Unser Ziel sind die Lagunas Altiplanicas (Miscanti und Meniques), zwei tiefblaue Lagunen. Wir steigen am Miscanti aus und laufen weiter zur Meniques. Weit ist es nicht, aber wir können uns eine Stunde Zeit lassen und das ist auch gut so. Auf rund 4120 m ist die Luft schon ein bisschen knapper als wir es gewohnt sind! Auf dem Rückweg halten wir in einem kleinen Bergdorf Socaire zum Mittagessen. Das Restaurant ist quasi auch die Kantine von zwei Dutzend Bauarbeitern. Es gibt eine Art Kürbis-Auflauf mit Ei und Käse (schmeckt eher wie Zucchini) und dann noch eine Gemüsesuppe mit selbstgebackenem Brot. Zum Dessert gibt es riesige leuchtend gelbe Bananen. Zurück in San Pedro machen wir ein bisschen Siesta und planen dann die weitere Reise. Als wir Hunger kriegen holen wir uns zwei Empanadas, gefüllt mit Hackfleisch, Zwiebeln und gekochtem Ei. Echt gut! Und ungefähr 5x so groß wie die in Argentinien. Gegen später gehen wir noch was trinken, weil es im Hostelgarten (direkt vor unserer Tür) ungemütlich laut wird und wir haben ziemlich Glück, dass wir noch ein offenes Lokal finden. Sonst ist die Stadt wie ausgestorben. Im Lokal werden wir noch Zeugen eines Heiratsantrages…

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Heute ist erst einmal Relaxing pur angesagt! Wir fahren zu den „Termas de Puritama“, eine halbe Autostunde in die Berge, auf 3580 m. Idealerweise sind wir nur zu dritt und bei den Termas ist nix los. Nachdem wir unseren Eintritt (11000 Peso / ca. 15 €) gelöhnt haben, laufen wir noch 500 m in ein Tal hinunter. Mittenhindurch führt ein kleiner Bach, der stufenförmig zu 8 Pools gestaut ist. Das Wasser hat angenehme 30°C und ist sehr sauber. So früh sind wir die ersten und haben die Becken für uns alleine. Aber auch später kommen nur noch so ca. 8 Leute dazu. Wir plantschen fast 3 h in den Becken, bevor wir uns auf den Rückweg nach San Pedro machen. Zuerst springt allerdings das Auto nicht an. Batterie leer. Es leuchtet und piepst nix mehr. Der Fahrer, ein alter Herr namens Joel, ist etwas überfordert und ruft gleich per Handy um Hilfe. Das würde allerdings min. 1 h dauern bis jemand da wäre. Daher probiert Florian nochmal. Nix. Wir machen die Motorhaube auf. Ein gezielter Schlag mit einem Stein auf die Batterie, schon fängt die Karre an zu piepsen. Wunderbar, also kann es losgehen! Zurück in San Pedro essen wir zusammen eine „Promotion-Pizza inkl. Cola“. Dann erkundigen wir uns über Touren nach Uyuni. Davon haben bisher wirklich alles Backpacker geschwärmt, die wir getroffen haben. Gar nicht so einfach, irgendwie haben alle Touranbieter schlechte Bewertungen! Nachmittags haben wir eine Tour ins „Valle de la Muerte“ und „Valle de la Luna“ gebucht. Zuerst machen wir Halt an einem Aussichtspunkt, von dem man einen tollen Blick auf die Anden, San Pedro und den Salzsee hat. Unser Guide Juan erzählt ein bisschen was, wie das Land entstanden ist. Dann geht es weiter ins „Valle de la Muerte“, das Todestal. Eigentlich ist der Name aber ein Missverständnis eines französischen Regierungsfuzzis, der statt „Valle de la Marte“, also Marstal eben „Valle de la Muerte“ verstanden hat. Dort werden wir oben abgesetzt und laufen bei glühender Hitze ca. 1 h durch das Tal nach unten. Wir kommen an einer großen Düne vorbei, wo sich gerade einige Touris im Sandboarding üben. Sieht lustig aus! Nachdem wir noch vergeblich helfen einen in einer Sandbank festgefahrenen Jeep wieder freizubekommen fahren wir weiter ins „Valle de la Luna“, dem Mondtal, um dort den Sonnenuntergang anzukucken. Zuerst machen wir eine kleine Tour durch eine Höhle, die vom Wasser quasi als Spirale geformt wurde. Dort sieht man viele durchsichtige Salzkristalle durch den Sand schimmern. Dann laufen wir ein paar hundert Meter eine Düne hinauf (zusammen mit zig anderen Touris) um von dort den Sonnenuntergang anzukucken. Der Sonnenuntergang an sich ist nicht besonders spektakulär, aber die Anden verfärben sich in einem schönen, kräftigen Rotton. Und es geht zurück nach San Pedro. Hier entdecken wir zufällig einen Hähnchengrill. Wir fackeln nicht lange und schon stehen je 1/4 Hühnchen und eine große Portion Pommes auf unserem Tisch. Das alles für schlappe 4 €. Am nächsten Tag haben wir eine Tour zu den Geysiren von Tatio gebucht. Da diese bei Sonnenaufgang am aktivsten sind, heißt das früh aufstehen…

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Um 4:00 Uhr werden wir von Carolina abgeholt. Im Bus schlafen wir erst mal weiter, bis die Straße zur Buckelpiste wird zumindest. Um 6:00 Uhr sind wir dort und so langsam zeigt sich auch die Sonne. Die Temperatur ist so um den Gefrierpunkt. Bibber! Die Geysire sind ein ziemlicher Witz, vor allem da wir 2010 in Island die Geysire gesehen haben. Überall steigt zwar Wasserdampf auf, wirklich in die Höhe gehen die Geysire aber alle nicht. Ab und zu blubbert es ein bisschen, aber das war’s dann auch. Nach dem Frühstück fahren wir ein Stückchen weiter und sehen an einem Felshaufen unsere ersten Viscacha, eine Art Hase-Maus-Chinchilla. Dann fahren wir zu einem Geothermie-Feld, wo es schon ein bissle mehr blubbert und auch schwefelig riecht. Hier gibt es einen „Pool“ in dem man in warmem Wasser baden kann. Ausziehen bei ca. 0° C macht schon keinen Spaß, aber später nass wieder raus ist noch viel schlimmer. Von hier fahren wir durch die schöne Landschaft zurück in Richtung San Pedro, sehen noch einige seltene Vikunas, verschiedene Enten auf einer Lagune, Andengänse und Lamas. Im Dorf Machuca halten wir an und essen leckere (und teure) Fleisch-Spiesse vom Grill und Sopaipillas (vergleichbar mit „Striebele“, also süßer Teig im Öl ausgebacken und Puderzucker drüber). Gegen Mittag sind wir zurück in San Pedro und so hungrig, dass wir gleich nochmal Hähnchen essen gehen. Dann machen wir erst einen kleinen Mittagsschlaf, bevor wir bei der Agentur „Cordillera Traveller“ unsere Tour nach Uyuni buchen. Hört sich ganz gut an was sie so erzählen und wir wären dann 7 Leute, d. h. zwei Jeeps. Am Donnerstag geht’s los! Auch sonst ist heute Reiseplanung angesagt. Später wollen wir ins Restaurant „Quitor“ gehen, das uns empfohlen wurde. Das Menü sieht auch echt lecker aus. Aber leider haben sie kein Wasser zum Kochen. In ganz San Pedro gibt es nur noch was Wasser aus den Tanks. Schade! Also gehen wir nochmal eine Pizza essen, diesmal eine teurere, im Menü für zwei Personen ausgelegt. Satt wird von dem dünnen Ding und dem wenigen Belag aber wohl nicht mal einer!

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Morgens fahren wir nochmal ins Valle de la Muerte zum Sandboarding. Einen verrückten Guide gibt’s kostenlos mit dazu: Sebastian, der uns mit „Ich bin der Teufel!“ begrüsst, als er hört, daß wir Deutsche sind. Insgesamt sind wir vier Touris, wobei Liane nur zum Fotos machen mitkommt, weil sie keine Lust hat, die Düne mit dem Snowboard hochzukraxeln. Zuerst erklärt Sebastian wie’s theoretisch funktioniert: Board einwachsen, anschnallen, bissle in die Knie gehen und zurücklehnen, und los. Bei ihm sieht’s recht einfach aus, tatsächlich stellt sich das Sandboarden aber als ziemlich anstrengend und nur wenig spaßig heraus. Man nuss sich, im Vergleich zum Snowboarden, sehr zurücklehnen und Kanten benutzen zum Kurven fahren ist nicht. Florian kommt wenigstens ohne Stürze unten an, die beiden anderen rutschen eher auf dem Hintern die Düne runter…  Unsere letzte Tour von San Pedro aus führt uns am nächsten Nachmittag zunächst zur „Laguna Cejar“, die einen 40%-igen Salzgehalt hat. Zum Glück sind wir der erste Bus der ankommt! Hier können wir schwimmen, bzw. floaten gehen. Auf die Frage „Wie warm ist denn das Wasser?!“ kriegen wir die Antwort: „Wieso warm?? Das Wasser hat maximal 15° C!“ Immerhin wärmt die Sonne ein bisschen von außen. Als wir aus dem Wasser steigen und uns von unserem Guide Marcos mit Frischwasser abspritzen lassen, kommen weitere Busse an und dann dümpeln zig Touris in der Lagune. Wir machen den Abflug zu den „Ojos del Salar“, zwei weitere runde Lagunen mit ziemlich steilen Wänden. Hier ist wieder baden angesagt, aber da das Wasser nochmal um einiges kälter ist als in der Laguna Cejar, gehen nur die wenigsten rein. Wenn überhaupt muss man eh reinspringen, sonst wird max. der große Fußzeh nass, bevor man beschließt, es zu lassen. Als die anderen Busse kommen, machen wir uns schon wieder auf den Weg zur Laguna Tebinquinche um hier bei einem Sundowner den Sonnenuntergang anzukucken. Es gibt „Pisco Sour“(ein Limetten-Likör mit 5%-igem Alkohol), Cola und Chips. Mit im Bus ist auch Gonzalo, ein ziemlich verrückter Chilene, der mit komischen Verrenkungen am Strand herumtanzt… Der Sonnenuntergang an der Lagune ist echt schön. Dann machen wir uns auf Holperpisten auf zurück nach San Pedro. Wir versuchen nochmal unser Glück im Quitor und tatsächlich gibt es wieder etwas zu essen. Florian kriegt Tacos mit Rindfleisch und Liane Fisch mit Quinoa. Sehr leckeres, günstiges Essen!

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sanpedro-63 Gonzalo & Florian

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Hier das ganze Album:

Gaucho-Reiten in Salta

Morgens kommen wir etwas gerädert in Salta an, kucken uns die Hostel-Empfehlung von Karin an, aber da gefällt’s uns nicht. Wir suchen also weiter und werden, nachdem wir einige Runden durch die Straßen gedreht haben, ein paar Meter weiter fündig: das Hostel „El Refugio“, die Managerin ist eine junge Argentinierin, die richtig gut Englisch spricht. Da wir mal wieder ziemlich Hunger haben gehen wir gleich los in die Stadt und essen zusammen eine Pizza Calzone. Sehr lecker, viiiiiiieeeel Käse! Danach machen wir Siesta… und planen dann unseren Aufenthalt in Salta.

Salta wird auch „La Linda“ – die Schöne – genannt, denn sie ist berühmt für ihre spanische Kolonialarchitektur in der Altstadt.  Daher machen wir uns bei schönem Wetter und ca. 25° C auf, die vielen alten Gebäude und Kirchen anzusehen. Aber zuerst bringen wir eine Hälfte unserer Klamotten in die Wäscherei. Wird echt mal wieder Zeit! In Salta ist ziemlich viel los in der Innenstadt, es gibt eine schöne Fußgängerzone „Calle Alberdi“ und im Zentrum die „Plaza 9 de Julio“ mit Cafés, Eisdielen und Restaurants rundherum. Zum Mittagessen probieren wir die berühmten Empanadas, gefüllt mit Hackfleisch, Zwiebeln und Ei. Superlecker! Dann laufen wir in Richtung Busbahnhof, um uns nach Tickets in Richtung Chile zu erkundigen. Da wir aber die Pässe im Hostel liegen haben, müssen wir nochmal zurück, bevor wir die Tickets kaufen können. Die Fahrt geht frühmorgens los und abends ist man dann in San Pedro de Atacama, einmal über die Anden. Da das natürlich eine tolle Panoramafahrt wird, reservieren wir uns die Plätze ganz vorne oben (ist ein Doppeldeckerbus). Danach fahren wir mit der Gondel auf den San Bernardo, den „Hausberg“ von Salta, von dem man einen schönen Blick über die Stadt und zu den Anden hat. Arg viel gibt’s oben nicht zu erleben, deshalb machen wir uns bald wieder auf den Weg zurück in die Stadt. Jetzt wird’s bei Florian auch mal dringend Zeit für eine Rasur. Wir lassen das diesmal professionell im Barbershop erledigen – dauert fast ne halbe Stunde! Abends gehen wir mal wieder Fleisch essen. So gut wie hier kriegen wir das sonst nirgends mehr! Florian bestellt ein 500 g Steak (so stand es zumindest auf der Speisekarte) und Liane probiert „Llama Stroganoff“, auch sehr lecker. Was wir auf jeden Fall in Argentinien noch machen wollen, ist eine „Gaucho-Reittour“. Im ersten Reisebüro kann mal wieder niemand Englisch, also wieder raus, da rennt von der gegenüberliegenden Straßenseite ein junges Mädel über die Straße, wird fast noch von einem Auto überfahren, und fragt uns, ob sie uns helfen kann. Sie hat die Gaucho-Tour auch im Angebot. Wir denken uns, soviel Einsatz muss belohnt werden und buchen direkt für den nächsten Tag bei ihr.

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salta-12 Kathedrale von Salta

Um 10:00 Uhr werden wir am Hostel abgeholt. Dabei sind auch noch Tine + Anne, zwei Mädels aus Dänemark. Zuerst geht es raus aus der Stadt, in die Berge und dann ins nächste Tal. Mitten im Nirgendwo ist eine kleine Ranch, wir werden gleich von „Negro“ begrüsst, dem süßen schwarzen Hund, 3 Monate alt. Und von „Rosalie“, der riesengroßen Ziege, die anscheinend gerade schwanger ist. Außerdem stehen ca. 10 Pferde auf der Koppel, zum Teil schon mit Sattel. Von uns aus kann’s losgehen. Wir warten aber noch auf ein paar andere Leute. Dann schwingen wir uns auf die Pferde (unsere heißen „Misky“ und „Carmelo“) und los geht’s im Schritt hinter unseren Gauchos „Gonzalo“ und „Milagro“ her. Im „Gaucho-Stil“, ganz lässig mit einer Hand am Zügel und einer Hand auf dem Oberschenkel. Echt schön so die Landschaft zu genießen. Viele Leute leben hier nicht, ganz vereinzelt sieht man eine Ranch und es gibt eine alte Kirche mit Friedhof drum herum. Irgendwann drehen wir um, wir kriegen auch Hunger und auf der Ranch gibt es gleich ein leckeres BBQ. Die letzten paar hundert Meter bis zur Ranch sind ziemlich flach, daher können wir mal Galopp ausprobieren! Elegant sieht das bestimmt nicht aus, was wir da machen, aber zumindest schaffen wir es oben zu bleiben. „Carmelo“ ist aber etwas faul und hat nicht so richtig Lust auf Galopp, er rennt nur die halbe Strecke und macht dann wieder langsam. Ganz schön anstrengend, unsere Hintern werden uns ganz bestimmt wehtun am nächsten Tag… Aber egal! Auf der Ranch ist schon der Tisch gedeckt, das Grillfeuer ist auch schon am Brennen. Milagro legt riesige Stücke Fleisch auf den Rost, außerdem Würste und Zucchini und Auberginen. Dazu gibt es gekochte Kartoffeln und Salat. Bis das Fleisch fertig ist, spielen wir mit Theresa und Gero, zwei anderen Deutschen und der Schwester von Milagro ein Spiel, bei dem man versuchen muss aus einiger Entfernung Münzen auf eine Art Tisch mit Löchern und Fröschen, die das Maul offen haben, zu werfen. Wer trifft, kann danach in der Schublade darunter die Punkte zusammenzählen. Wir sind grottenschlecht, deshalb lassen wir das bald wieder, außerdem ist dann auch das Fleisch fertig und wir stürzen uns hungrig darauf. Dazu gibt es Wein und Saft. Nach dem Festmahl geht es ein zweites Mal auf die Pferde. Liane bekommt diesmal „Margarita“ anstatt dem lahmen „Carmelo“. Jetzt geht es einen anderen Weg durch den Wald. Die Ausblicke sind wieder superklasse. Unten angekommen reiten wir noch zu der Kirche und auf dem flachen Stück lassen sich die Pferde dieses Mal nicht zweimal bitten, im Galopp loszupreschen! Wenn man mal herausgefunden hat, wie man sich am besten festhält, macht das richtig Spaß. Juhu! An der Kirche erzählt uns Milagro noch ein paar Geschichten zur Gegend, allerdings nur auf Spanisch wirklich ausführlich, auf Englisch wird es ziemlich kurz. Aber egal. Wir haben zumindest verstanden, dass genau hier General Güemes im argentinischen Unabhängigkeitskrieg aus dem Hinterhalt erschossen wurde. Zurück geht es wieder in vollem Galopp, nachdem zwei Hunde von der Nachbars-Ranch bellend angeschossen kommen, stürmen die Pferde geradezu los. Anhalten ist nicht. In vollem Karacho geht es zurück bis zur Ranch. Zum Abschluss gibt es noch ein kühles Bier und dazu frischgebackenes Brot mit selbstgemachter Marmelade. Sehr fein! Dann fahren wir mit Gonzalo wieder zurück nach Salta, er lässt uns am „Mercado Artesanal“ raus, die anderen zwei Deutschen wollen dort noch was einkaufen und wir brauchen ja auch noch ein Souvenir! Hier gibt es ein einer Art Haus ein Shop am nächsten, wo echte Handwerkskunst verkauft wird. Und nicht das massenhaft hergestellte Zeug aus den Touri-Läden. Wir kaufen ein Mate-Gefäß mit dazugehörigem Strohhalm. Dann fahren wir im Taxi zurück zum Hostel. Hunger haben wir nach diesem Mittagessen keinen mehr! Als wir ins Zimmer kommen vergeht uns aber eh der Appetit: Auf dem Tischchen im Zimmer hockt eine fette Kakerlake und begrüßt uns mit aufgeregt wackelnden Fühlern. Genauso aufgeregt scheuchen wir sie in den Flur und fangen sie mit einem Glas ein.

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Heute ist ausschlafen angesagt! Dann suchen wir uns in ein sonniges Plätzchen in einem Café an der „Plaza 9 de Julio“, trinken einen Kaffee, essen eine Kleinigkeit und kucken einfach den Leuten zu, die vorbeilaufen. Gemütlich! Als uns das langweilig wird, schauen wir die restlichen Kirchen und Gebäude an und machen dann Siesta, da von 12:00 – 17:00 Uhr einfach alles geschlossen ist. Nach der Siesta gehen wir ein bisschen bummeln und kommen genau rechtzeitig zur Plaza, als ein Polizei-Orchester anfängt zu spielen. Sieht lustig aus, in ihren Uniformen. Es kommen noch altertümlich gekleidete Wachmänner zu Fuß und zu Pferd hinzu, die eine Art Quadrille vorführen. Da heute unser letzter Abend in Argentinien ist, beschließen wir, muss nochmal Fleisch her. Im „Dona Salta“ werden wir fündig. Sehr, sehr fein! Das werden wir wohl echt noch vermissen!

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Am Morgen gönnen wir uns ein Taxi zum Busbahnhof, da unsere Rücken von dem ausgiebigen Reitausflug doch noch ganz schön strapaziert sind. Pünktlich um 7:00 Uhr fährt der Bus der Gesellschaft Andesmar los. Nach einer ganzen Weile fahrt landen wir allerdings erst mal in einem Busdepot, wo wir eine Weile rumstehen und dann in einen anderen Bus umsteigen müssen, weil der erste Bus wohl irgendein Problem hatte. Das fängt ja schon mal gut an… Dann geht es immer weiter in die Anden hinein, der Bus quält sich die steilen Straßen hinauf. Die Sonne knallt unbarmherzig durch die Scheiben. Die Landschaften sind echt spektakulär! Bunte Berge, kleine Dörfer und ab und zu mal ein Lama. Der Service im Bus ist mehr als mies. Aber wir haben uns vorher in weiser Voraussicht mit Keksen und Wasser eingedeckt…

Hier das ganze Album:

Touri- und Wassermassen am Iguazú

Um 9:30 Uhr kommen wir ziemlich müde in Puerto Iguazú an, machen uns mit den Rucksäcken auf Hostel-Suche und werden ziemlich schnell fündig: Das Hostel Park Iguazú macht einen sehr guten Eindruck. Schönes Doppelzimmer zum akzeptablen Preis. Wir buchen dort auch eine Tour für den nächsten Tag auf die brasilianische Seite der Iguazú-Fälle und machen uns nach kurzer Ausruh-Phase mit dem Bus auf zu der argentinischen Seite. Der Eintritt beträgt 100 Pesos, das sind ca. 16 €. Dann erkunden wir die Fälle bei Sonnenschein und 30°C. Es gibt einen Upper und einen Lower Level zu den Fällen, beide sind sehr beeindruckend und teilweise wird man ein bisschen nass. Immer wieder hat man traumhafte Aussichten auf die riesigen Wasserfälle. Zum Schluss fahren wir noch mit der Bummelbahn zum letzten Punkt, dem „Teufelsschlund“. Hier stürzt das Wasser über 80 m tief hinunter. Man steht auf einer Plattform direkt daneben. Es ist unvorstellbar, was für Wassermassen hier herunterstürzen! Liane war hier 2008 schon mal, da war es deutlich weniger Wasser. Zurück in der Stadt essen wir bei Wok & Grill ein superleckeres Abendessen – Thai-Nudeln mit Gemüse und Rumpsteak vom Feinsten. Hier waren wir nicht zum letzten Mal!

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Um 7:30 Uhr werden wir abgeholt, es geht nach Brasilien! Zuerst sammeln wir noch 6 andere Touris ein. Dann müssen die Formalitäten an der Grenze abgewickelt werden, damit wir auch alle einen Stempel im Pass haben. Wir fahren zum Eingang des Nationalparks, der Eintritt hier beträgt 117 Pesos, ca. 20 €. Da wir aber einen leicht eingerissenen 100 Peso-Schein vorlegen, wird es fast nix mit dem Nationalpark für uns, denn beschädigte Geldscheine werden nicht angenommen! Zum Glück hat unser Guide Isaias Geld zum Wechseln dabei und tauscht ihn uns um. Mit einem großen Bus geht es dann nochmal ca. 10 km weiter bis zu den Fällen. Dort gibt es einen ziemlich überfüllten Pfad entlang des Flusses mit bombastischen Ausblicken auf die Wasserfälle auf der anderen Seite. Über 2,7 km Breite erstrecken sich die Fälle. Laut Isaias sind es heute 5 000 Kubikmeter Wasser pro Sekunde. Gestern waren es anscheinend 9 000 Kubikmeter, weil es die Tage zuvor viel geregnet hatte und die Dämme weiter oben geöffnet worden sind. 2006 war ein Hochwasser, damals flossen unglaubliche 27 000 Kubikmeter Wasser pro Sekunde. Unvorstellbar! Wir machen unsere Fotos so gut es geht durch die Touris hindurch, aber die sind einfach überall. Und ziemlich doof sind sie auch noch, wie wir immer wieder feststellen. Was die zum Teil für ein Schrott fotografieren ist unglaublich! Nachdem wir alles gesehen haben fahren wir nach Foz do Iguazú in die Churrascaria „Rafain“, wo es Mittagessen gibt. Ein riesiges Buffet wartet auf uns und Horden anderer Touristen, mit verschiedenen Salaten, Pasta, Gemüse und natürlich Fleisch vom Grill. Sehr lecker, dafür dass es für solche Massen gekocht wurde! Total vollgefressen setzen wir uns wieder in den Bus und fahren über die „Brücke der Freundschaft“ nach Paraguay, hier ist nix mit Grenzformalitäten. Der Grenzort besteht hauptsächlich aus Märkten, die alles nur erdenkliche Elektronische anbieten (zu höheren Preisen als in Deutschland – zumindest das was original ist!), Klamotten, Uhren uvm. Es ist heiß und ziemlich anstrengend, weil man von allen Seiten angelabert wird. Zum Glück ist die Zeit bald um und wir fahren zum Itaipu-Staudamm, hier ist das größte Wasserkraftwerk der Welt (höchste Jahresenergieproduktion). Bei einer Gesamtkapazität von 14 000 Megawatt leistet das Kraftwerk pro Jahr 95 Terawattstunden, soviel wie 12 Atomkraftwerke! Das reicht für den Strom für ganz Paraguay und für 20% von Brasilien. Es ist ein Gemeinschaftsprojekt von Paraguay und Brasilien, deshalb sind die Mitarbeiter auch je zur Hälfte aus einem der beiden Länder. Leider besteht die „Tour“ nur aus einem kurzen Film auf Spanisch und einer kleinen Busrundfahrt zu einem Aussichtspunkt und über den Damm, die Erklärungen sind nur auf Spanisch. Super! Da haben wir uns schon etwas mehr versprochen, als Liane 2008 hier war, gabs eine „richtige“ Führung mit Besichtigung des Innenlebens des Dammes. Auf Nachfrage, ob es so eine Tour vielleicht gibt, idealerweise auf Englisch, meint die Rezeptions-Dame, dass man das ca. 1 Woche vorher beim Manager per eMail anfragen muss… Häää? Was macht das denn für Sinn? Naja. Wir fahren zurück, die Formalitäten an der Grenze dauern ewig, vor allem weil unsere Mitreisenden fleißig in Paraguay eingekauft haben…

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Video von der argentinischen Seite (Teufelsschlund):

Video von der brasilianischen Seite:

Am nächsten Tag fahren wir auf eigene Faust nach Brasilien. Da wir auf den Linienbus zu lange warten müssten, nehmen wir ein Taxi bis zum Nationalpark. Wieder müssen wir erst an der argentinischen Grenze anhalten und unseren Ausreisestempel abholen, dann ca. 1 km weiter an der brasilianische Grenze den Einreisestempel. Am Nationalpark angekommen begeben wir uns gleich zu „Heli Sul“ um uns einen Gesamtüberblick aus der Luft zu verschaffen. Zusammen mit zwei weiteren Passagieren geht’s im Helikopter einmal über die Wasserfälle. Insgesamt geht der Flug nur 10 min, aber das lohnt sich auf jeden Fall. Echt beeindruckend! Wieder zurück am Boden gehen wir noch in den „Parque das Aves“ auf der anderen Straßenseite. Dort gibt es quasi alle Vogelarten zu sehen, die sonst so im Regenwald herumflattern. Zum Teil sind es riesige Gehege, durch die man hindurchlaufen kann. Gleich im ersten sind wunderschöne Tukane. Die Schnäbel sind einfach der Kracher und sehen aus wie gemalt. Ab und zu fliegt so ein Tukan direkt an unseren Köpfen vorbei, da erschrecken wir ganz schön! Als Liane einige Papageien begrüßt, kommt tatsächlich ein „Hola“ zurück! Ein paar Krokodile und Echsen gibt es auch noch. Und ein Schmetterlings-Gehege mit wunderschönen, riesengroßen bunten Schmetterlingen und lustigen Kolibris. Plötzlich hören wir ein Riesengeschrei! Ein ganzes Gehege voller bunter Aras, die gerade eine künstliche Regendusche erhalten und sich prächtig amüsieren… Und wir laufen mittendurch. Ganz zum Schluss kann man noch einen blauen Ara auf den Arm nehmen. Und eine Boa Constrictor kann man sich um den Hals legen lassen.

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Wir haben im Internet erfahren, daß es auf der brasilianischen Seite des Itaipu-Staudamms eine Spezial-Tour gibt (die hat Liane damals dann wohl auch gemacht). Also fahren wir mit dem Bus nochmal die 10 km weiter zum Staudamm, diesmal auf die brasilianische Seite. Am Busterminal in Foz do Iquazu steigen wir um und sind kurz vor 14:30 Uhr am Ticketschalter, genau um die Zeit fängt auch eine Tour an. Es gäbe sogar noch Plätze, aber leider ist 5 min vorher schon Kassenschluss! Was??? Es ist nix zu machen, wir können warten, ob um 15:00 Uhr oder 16:00 Uhr noch Plätze frei werden, aber eigentlich ist alles ausgebucht. Na wunderbar. Wir haben Hoffnung und warten halt ab. Aber es wird kein Platz frei. Mist! Da wir die Führung aber unbedingt machen wollen, reservieren wir uns Plätze für den nächsten Tag und machen uns auf den Heimweg nach Argentinien. Den Bus kriegen wir mit viel Glück: Er hält nicht an der Haltestelle, sondern eine Querstraße weiter…

Also heißt es am nächsten Tag früh aufstehen, nochmal nach Brasilien rüber. Der Bus hält an der argentinischen Grenze, alle raus, Stempel in den Pass und wieder rein. Dann fährt er weiter an die brasilianische Grenze, alle raus. Bus fährt aber weiter… Also brasilianischen Stempel in den Pass und auf den nächsten Bus warten. Mit dem Bus einmal kreuz und quer durch Foz do Iquazu, eine große, nicht wirklich schöne Stadt. Der fährt am Busterminal vorbei… Na super. Also einen anderen Passagier angehauen, wo wir raus müssen Richtung Itaipu. Der kann sogar ein bisschen Deutsch und steigt mit uns an der Haltestelle aus wie wir auch rausmüssen. Er zeigt uns eine Bushaltestelle auf der anderen Straßenseite, ein Anwohner meint dann aber, dass der Bus erst in 1 h kommt. Na Spitzenklasse! Der hilfsbereite Argentinier, der gar nicht nach Argentinier aussieht, bietet uns an, dass er sein Auto holt und uns hinfährt. Also gut. Er kommt auch wieder, aber mit einem Taxi. Er erklärt uns, dass „Sein Auto ist nicht blond!“. Ähm. Ah ja! Was soll’s – damit wir noch pünktlich zu der Führung kommen und das endlich mal klappt, nehmen wir halt das Taxi. Die sind in Brasilien ungefähr doppelt so teuer wie in Argentinien. Wir schaffen es also pünktlich zu unserer Führung. Zuerst kommt ein Werbefilm über Itaipu, allerdings auf Portugiesisch. Dann geht es mit dem Bus los in Richtung Damm. Giselle erklärt alles auf Spanisch und Portugiesisch, „unser“ Guide Roberto auf Englisch. Wir fahren auch auf den Damm, können dort aussteigen und mal runterkucken. Genau in der Mitte des Damms ist die Grenze zwischen Paraguay und Brasilien. Das gesamte Bauwerk gehört jeweils zu 50% einem der beiden Länder. Schließlich gehen wir ins Innere des Damms, sehen die Schaltzentrale direkt in der Mitte. Im ganzen Kraftwerk arbeiten genau gleich viele Paraguayer und Brasilianer. Wir haben Glück und sehen sogar die Schaufelräder und die anderen Einzelteile einer Turbine, die gerade auseinandergebaut wurde, weil irgendein Problem entdeckt wurde. Nachdem wir noch die schnelldrehenden Generatorwelle gesehen haben geht’s wieder raus an die frische Luft. Wirklich beeindruckend! Nach der Führung machen wir uns auf den Weg zurück. Da wir relativ früh ankommen und kurz darauf um 15:00 Uhr ein Bus nach San Ignacio losfährt, legen wir einen Sprint zum Hostel und (inkl. schwerer Rucksäcke) zurück zum Busterminal hin und erwischen ihn gerade noch! Um 19:00 Uhr sind wir in San Ignacio. Wir werden direkt an der Hauptstraße „rausgeschmissen“. Direkt gegenüber ist die Touri-Info, wo wir gleich Bus-Tickets nach Salta für den übernächsten Tag kaufen. Da wir ganz schön hungrig sind, essen wir in dem Restaurant direkt neben der Touri-Info, bevor wir uns auf die Suche nach einer Unterkunft machen. Hier werden wir zum Glück schnell fündig und nehmen uns ein Zimmer im San Ignacio Adventure Hostel.

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Nachts fängt es an zu regnen und hört nicht mehr auf. Daher wird der Tag kurzerhand zum Internet und Faulenz-Tag erklärt. Um 17:30 Uhr sind die Wolken wohl endlich leer und wir laufen zu den Jesuitenruinen, um 19:30 Uhr findet dort eine „Sound- and Lightshow“ statt. Wir essen noch eine Kleinigkeit und kucken uns dann die Show an. Ein Riesenspaß für Groß und Klein! ;-) Es wird die Geschichte der Jesuitenmission erzählt. Mit Projektionen auf Bäumen und auf Wasservorhänge. Ein Indianer erzählt, wie die ersten Jesuiten ins Land kamen und die Mission aufbauten bis zum Niedergang nach dem Angriff der Spanier.

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Am nächsten Tag ist es zwar immer noch grau, aber es regnet zumindest nicht mehr. Daher machen wir uns gleich auf den Weg und kucken die Ruinen nochmal bei Tag an. Viel zu sehen gibt es da aber wirklich nicht mehr… Bevor wir uns auf die 20 h Busfahrt nach Salta machen, stärken wir uns nochmal mit einem Steak, Qualität mittelmäßig. Aber was anderes haben wir bei einem Touri-Attraktion-Imbiss eigentlich auch gar nicht erwartet. Dabei lernen wir noch Karin kennen, eine Deutsche aus Konstanz, die ein halbes Jahr in Südamerika unterwegs ist. Sie fährt auch nachmittags nach Salta. Daher treffen wir uns um 15:00 Uhr am Busterminal, wo schon der Bus auf uns wartet. Nach ca. 30 min gibt’s den ersten Stopp. Mitten im Nirgendwo halten wir an. Wir kucken aus dem Fenster und sehen, daß fast alle Passagiere, Busfahrer und Stewardess ausgestiegen sind und künstliche Blumengestecke bewundern, die in einem Garten ausgestellt sind. Nach ca. 5 min haben alle eingekauft und es geht weiter. Unglaublich! Als es später Essen geben soll, ist für 5 Passagiere, inkl. uns, kein warmes Essen mehr da. Deshalb fahren wir nochmal 20 min zurück zum Bus-Depot und holen die fehlenden Portionen ab!?

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Hier das ganze Album:

Weintour in die Anden

In Mendoza angekommen, stürzen gleich einige „hilfsbereite“ Leute auf uns zu, die uns Zimmer vermitteln wollen. Nö, danke! Die Erfahrung mit den Bettwanzen hat uns gelehrt, keinen Bildern zu vertrauen und selber zu kucken. Wir machen uns also auf den Weg in Richtung Zentrum. Wir entscheiden uns für das „Andino Apart Hotel“, Lage, Zimmer, Bad und Preis sind in Ordnung und wir haben eh kein Bock mehr die Rucksäcke rumzuschleppen. Nach einem kurzen Mittagsschlaf machen wir uns auf durch die, im Vergleich zu Buenos Aires, sehr überschaubare kleine Stadt. Allerdings ist gerade Mittagszeit und fast alle Geschäfte sind geschlossen, weil von ca. 12:00 – 17:00 Uhr Siesta ist. Dafür ist dann aber alles auf bis Mitternacht! Um und durch die Stadt verlaufen Kanäle, damit wenigstens ein bisschen was grün ist muss künstlich bewässert werden. Zum Mittagessen finden wir eine Parilla, in der wir unser zweites Mega-Steak in Argentinien verdrücken. Direkt gegenüber werden exklusive Weintouren angeboten. Nach der Backpacker-Weintour in Stellenbosch, bei der es ja mehr um die Quantität als die Qualität ging (eigentlich NUR) wollen wir hier mal wirklich guten Wein probieren. Daher buchen wir dort eine Tour für Freitag. Außerdem wollen wir auch etwas von der Landschaft sehen und melden uns für die „Tour de Andes“ am nächsten Tag an.

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Um 7:30 Uhr werden wir abgeholt. Es geht mit dem Bus durch die Anden zu verschiedenen Aussichtspunkten (z. B. der Inka-Brücke, mit ganz tollen Farben durch mineralhaltiges Thermalwasser), vorbei am Skigebiet „Las Leñas“ mit insgesamt 52 km Piste, davon 35 km schwarz, bis nahe an den Aconcagua, mit 6962 m der höchste Berg Südamerikas. Ein paar Kilometer weiter und wir wären in Chile gewesen. Am Aussichtspunkt stapfen wir bei ca. 3°C durch den Schnee, der Gipfel ist leider etwas unter den Wolken versteckt und machen uns dann auf den langen Rückweg nach Mendoza, wo wir noch in einem Touri-Restaurant zum Essen anhalten (schnitzeldünnes Steak mit fettigen, ungesalzenen Pommes). Mahlzeit!

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mendoza-04 Alte Inka-Brücke

mendoza-05 Nur ein kleiner Sprung für Florian, aber...

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Am nächsten Tag ist Entspannung angesagt, wir fahren zunächst mit dem öffentlichen Bus nach Cacheuta, ca. 37 km südlich von Mendoza. Dort gibt es ein Thermalbad. Angeblich das schönste und größte von ganz Argentinien. Da sind wir ja mal gespannt! Nach ca. 1 h Busfahrt kommen wir mitten im Nirgendwo an und finden am Ende der einzigen Straße tatsächlich auch das Bad. Der Eintritt kostet ca. 5 € für den ganzen Tag. Es gibt mehrere Becken mit verschiedenen Wassertemperaturen drinnen (eine Art Gewächshaus) und draußen (mit Blick auf die Berge rings herum). Das grösste und interessanteste ist leider wegen Wartungsarbeiten leer. So ein Sch…! Wir halten uns den ganzen Tag in zwei Pools draußen auf und wechseln jeweils vom heißesten den wir finden können mit ca. 38 °C in einen „kalten“ mit vermutlich auch noch fast 30 °C (zum Abkühlen). Dazu Sonnenschein pur und angenehme 25 °C Außentemperatur… So lässt es sich aushalten! Das „heiß-kalt“ Spiel machen wir quasi den ganzen Tag, bis wir abends total aufgeweicht mit dem Bus wieder zurück nach Mendoza fahren. Im Bus treffen wir Alice und Marcos (den wir aber bitte „Alcachofa“ = Artischocke nennen sollen!), die uns unseren ersten Mate-Tee anbieten. Schmeckt wie schwarzer Tee eigentlich. Etwas bitter. Die Fahrt zurück nach Mendoza vergeht wie im Flug, wir unterhalten uns mit den beiden in Englisch-Spanisch-Hand-Fuß-Mischmasch. Alcachofa ist Musiker und erzählt uns, dass er am nächsten Abend einen Auftritt im Banana Rana Club in Mendoza hat. Er macht die ganze Zeit Witze und schlägt uns vor statt „Honeymoon“ doch lieber „Sugarmoon“ zu machen, das wäre dann doch billiger! ;o}

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mendoza-16 Alcachofa & Alice

Am Freitag starten wir dann unsere exklusive Weintour mit Ampora Tours. Pünktlich um 8:45 Uhr werden wir von unserem Guide Jose abgeholt. Insgesamt sind wir zu acht. Die anderen sind alle Amis. Wir fahren ins Weingebiet „Valle de Lujan“ etwas außerhalb von Mendoza. Das erste Weingut heißt „Alta Vista“, wir bekommen eine Kellerführung und dürfen dann insgesamt 6 Weine kosten. Zuerst einen Weißwein „Torrontés“, der riecht ziemlich süß, ist dann aber im Geschmack dann eher herb. Puh. Nicht so unseres. Dann kommen verschiedene Rotweine an die Reihe, unter anderem der preisgekrönte „Malbec“, das ist DER Wein in Argentinien. Die Malbecs schmecken ganz unterschiedlich, je nach Anbaugebiet in Argentinien sind der Boden und die Mineralien ganz anders. So richtig anfreunden können wir uns aber nicht mit dem argentinischen Rotwein. Zum Neutralisieren gibt’s ein paar salzarme Cracker und Wasser. Nachdem wir noch einen Champagner in Rose probiert haben (geht gar nicht!) fahren wir weiter zum Weingut „Kaiken“. Das gibt’s erst seit 5 Jahren und sie gewinnen schon Preise. Das „Geheimnis“ ist, dass sie ein Weingut in Argentinien und eines in Chile haben und so quasi „das beste von beiden Seiten der Anden“ in ihren Weinen vereinen. Auch hier gibt’s einen Weißwein und 4 Rotweine zum Testen. Rotwein Nr. 2 „Malbec Rosé“ schmeckt uns am besten. Noch nicht mal 10:00 Uhr morgens und schon 10 verschiedene Weine intus… Halleluja. Es geht weiter zu Weingut Nr. 3 „Caelum“, dies ist erst kürzlich neu gegründet worden. Nachdem die Trauben bisher über eine Art Winzergenossenschaft verarbeitet wurden und dort letztes Jahr ein Wein, der ausschließlich aus den Trauben von Caelum gemacht wurde einen Preis gewonnen hat, haben sich die Besitzer gedacht: Machen wir doch lieber mal selber Wein. Und die Weine sind tatsächlich sehr gut! Im Vergleich zu den anderen Weingütern schmecken uns hier eigentlich alle Weine. Es gibt sogar einen roten Dessertwein, ganz süß, aber superlecker! Der 4. Stop ist das Weingut „Melipal“, hier gibt’s endlich was Richtiges zu Essen. Gleich 5 Gänge mit passenden Weinen sind angekündigt. Das Essen ist phänomenal lecker! Die Weine gehen dabei leider etwas unter… Liegt vielleicht aber auch daran, dass wir bald keinen Wein mehr sehen können! Danach fahren wir dann zurück in die Stadt. Wir müssen uns zuerst leicht beschwipst unser gesamtes Gepäck schnappen und umziehen, weil wir vergessen haben unser Zimmer zu verlängern. Wir wechseln zum 1*-Hotel „City“ ein paar Meter nebendran, wo wir einen Sonderpreis bekommen, als wir das vorherige Hotel erwähnen. Es ist zwar eine Klasse drunter, aber ist ja nur für eine Nacht. Die Nacht fängt quasi auch gleich an, wir fallen direkt ins Bett und schlafen erst mal eine Runde. Nach ca. 3 1/2 h, um 22:00 Uhr wachen wir wieder auf. Wir beschließen ins Banana Rana zu gehen und Alcachofa + Band zuzuhören, aber vor 23:00 h ist in Argentinien nix mit Nachtleben. Als wir also kurz nach 23:00 h dort ankommen erklären uns drei Argentinier, die vor dem Club sitzen, dass hier vor 0:00 Uhr mal gar nix geht. Also gehen wir noch eine Kleinigkeit essen. Als wir um 0:30 Uhr wieder dort sind, ist zumindest mal auf. Drinnen aber nix los. Es läuft ein komischer Film mit Jack Black auf Englisch mit spanischen Untertiteln, gleichzeitig kommt Rock-Musik aus den Boxen… von einer Band ist weit und breit nix zu sehen! Wir fragen mal nach: „Nö, heute keine Band.“ Na super! Da wirklich nix los ist, trinken wir unseren Cocktail und gehen dann wieder in Richtung Hotel…

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Am nächsten Tag ist ausschlafen angesagt. Dann laufen wir zum Park San Martin, dem Stadtpark, der uns sehr empfohlen wurde zum Spazierengehen und überhaupt. Bis zum Besucherzentrum ist alles super. Dort bekommen wir eine Karte (unmaßstäblich, wie wir später merken) und ziehen los. Leider ist der Park vor allem eines: staubig und dreckig. Es gibt fast kein Grün und überall liegt Müll herum. Wir wollen zum Cerro de la Gloria, einem kleineren Berg mit einem Monument der „Army of the Andes“ ganz oben, von dem man eine schöne Aussicht auf die Umgebung haben soll. Nach einigen Umwegen und mehreren Nachfragen finden wir ihn endlich. Die Aussicht ist wenig berauschend und wir haben die Schnauze voll und nehmen ein Taxi zurück in die Stadt. Dort gibt’s zur Belohnung für den Marathon nochmal ein leckeres Rumpsteak. Um 22:45 h fährt unser Bus nach Cordoba. Neun Stunden Busfahrt liegen vor uns…

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mendoza-34 Kernschmelze hinter dem Abklingbecken

Um 7:30 Uhr kommen wir in Cordoba an, schnappen unsere Rucksäcke und laufen in die Stadt. Die Hostels sind dermaßen heruntergekommen und die Hotels sau teuer. Wir geben nicht auf und finden ein schönes Hotel, das „Gran Hotel Victoria„, wo wir in einem älteren Flügel Zimmer zum Hostel-Preis angeboten bekommen. Bad auf dem Flur. Passt. Nehmen wir! Dann machen wir uns auf zu einem Stadtspaziergang. Aber zuerst ein kleines Frühstück! Früher gab es hier in Cordoba eine Jesuiten-Mission. Aus dieser Zeit stammen viele der alten Gebäude und haufenweise Kirchen, eine schöner als die andere! Es ist Sonntag und fast nix los. Also machen wir heute auch eine wohlverdiente Siesta. Abends besuchen wir den Kunsthandwerker-Markt, auf dem viel Ramsch, aber auch einige schöne Sachen verkauft werden. Außerdem gibt es Straßenkünstler die fetzige Musik machen. Auf dem Rückweg laufen wir an einer riesigen Bar vorbei, dort essen wir eine Kleinigkeit und hören der eher mittelmäßigen Band zu…

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Da das Wetter für die nächsten Tage gut bleiben soll, beschließen wir abends weiter zu fahren nach Puerto Iguazu. Das bedeutet 20 h Busfahrt! Um 13:00 Uhr geht’s los, diesmal gibt’s leider keine Liegesessel. Es wird also anstrengend werden…

Hier das ganze Album:

Bettwanzen in Buenos Aires

Der Flug dauert ca. 9½ h, und Malaysia Airlines beweist, dass es nicht unmöglich ist, gutes Essen im Flugzeug zu servieren. Außerdem gibt es sogar noch ein Eis als Dessert! Nach der Landung in Buenos Aires besorgen wir uns zuerst ein paar Pesos und machen uns dann auf zum Bus-Stand. Wir steigen zwischendurch um in einen kleineren Bus, der uns direkt bis zu unserem Hostel Tango im Stadtteil San Telmo fährt. Dort spricht leider niemand Englisch, aber es geht erst mal auch so. Wir laufen gleich los in die Innenstadt und kucken uns ein bisschen um. Es ist viel los auf den Straßen und sobald wir stehenbleiben und auf den Stadtplan kucken, hält jemand an und fragt, ob wir Hilfe brauchen. Wir können auch nachts noch ohne Probleme spazieren laufen. Nix im Vergleich zu anderen Großstädten in denen wir schon waren! Da wir richtig Hunger haben suchen wir ein Restaurant, aber irgendwie gefällt uns nix wirklich. Dann bekommen wir einen Zettel „RED Pizza & Pasta libre“ (=All-you-can-eat) in die Hand gedrückt. Alles klar. Das machen wir. Florian bestellt Pizza Schinken-Käse und Liane Pasta mit Bolognese-Soße. Nach zwei Bissen sind wir schon satt! Schlimmer geht‘s kaum! Die Pasta ist verkocht und die Soße besteht aus wässrigen Dosen-Tomaten mit ein bisschen Kräutern drüber. Auf der Pizza liegt in der Mitte eine Scheibe Schinken und eine Scheibe Käse drüber! :-(

buenosaires-01 Obelisk auf der Avenida 9 de Julio

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Nach dem super Frühstück (zwei kleine Brötchen, zwei Kräcker, eine abgepackte Butter, ein Streichkäse und ein Päckchen “Dulce de Leche” + Kaffee und unglaublich aber wahr: Birnensaft), laufen wir weiter durch die Stadt, kucken uns den Markt in der Florida Street an, hier werden alle möglichen Kitsch-Sachen verkauft, aber auch Schmuck und Klamotten. Im Café Havanna machen wir Pause und werden von unserer Kellnerin damit überrascht, dass sie etwas Deutsch spricht. Sehr begeistert erzählt sie uns, dass sie Deutsch lernt und diesen Abend ein Deutsch-Spanisches Treffen ist… Na, da gehen wir doch gleich mal hin. Nennt sich Tandem-Treffen und wird von den jeweiligen Botschaften unterstützt. Teilnehmer müssen Muttersprachler sein, und es darf den ganzen Abend nur Spanisch oder Deutsch geredet werden. Auf dem Weg dorthin kommen wir noch an einem lokalen Radiosender vorbei, wo die Moderatoren im Schaufenster sitzen! Wir schaffen es natürlich die Moderatoren zum Lachen zu bringen. Das Treffen findet in der Bar „Jagerhaus“ statt, ca. 200 Leute sind da. Es gibt gute und günstige Cocktails (die fast nur aus Alkohol bestehen!) und Empanadas. Jeder darf einen Zettel aus einem Sack ziehen, auf dem ein Wort in Spanisch oder Deutsch steht. Wenn man seinen Partner findet, gibt’s ein Bier umsonst. Es wird ein lustiger Abend, bei dem wir noch Mariano und Barbara kennenlernen, die richtig gut Deutsch sprechen! Sie geben uns noch einige Tipps, was wir in Buenos Aires machen sollen.

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Am nächsten Morgen ist ausschlafen angesagt! Gegen Mittag machen wir uns auf den Weg, ein Ticket für den Touri-Hop-on-Hop-off-Bus zu kaufen. Auf dem Weg gönnen wir uns noch einen frisch gepressten O-Saft an einem Strassenstand für umgerechnet 1 EUR. Es ist unglaublich mit was für einer Disziplin die Leute hier Schlangen bilden um am Bus anzustehen. Echt witzig! Der erste Stopp ist im Viertel „La Boca“, hier steht das Fußballstadion von „Boca Juniors Buenos Aires“, dem ehemaligen Verein von Diego Maradona. Fußball ist hier absoluter Nationalsport! Das Stadion hat die Farben blau-gelb, über Kopfhörer bekommen wir erklärt, dass das so ist, weil das erste Schiff, das in den Hafen direkt nebenan fuhr, als das Stadion gebaut wurde, eine schwedische Flagge gehisst hatte. Na super. Eine Station weiter schauen wir uns die vielen knallbunten Blech-Häuser an, für die das italienisch geprägte „La Boca“ vor allem bekannt ist. Es gibt Marktstände auf der Straße, Restaurants, Ateliers und verkleidete Tango-Tänzer. Außerdem kann man sich mit einem Maradona-Double fotografieren lassen. Na, Mahlzeit! Vor so viel Touri-Nepp flüchten wir doch gleich wieder! Weiter fährt der Bus durch das Hafengebiet (eher am Fluss, als am Meer) und durch die Innenstadt, es gibt viele schöne alte Paläste, Kirchen und Museen. Zudem viele „Plazas“, kleine grüne Parks in der die Leute ihre Mittagspause verbringen. Wir schlendern noch ein bisschen über den Markt in der Florida Street und entdecken dort in der Galerias Pacifico eine „Fressgasse“ mit vielen verschiedenen Ständen (hier kann man das Essen schon sehen, bevor man bestellt!) und landen schließlich bei unserem ersten, richtigen argentinischen Rumpsteak! Mjam! Auf dem Rückweg zum Hostel werden wir in der Florida Road von Alejandro angesprochen, er verkauft die Piazzolla-Tango-Show im Teatro Astor Piazzolla, uns ist das Ganze aber erstens zu teuer und zweitens zu touristisch. Als er uns aber unbedingt die altehrwürdigen Räume zeigen will, sagen wir natürlich nicht nein!

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Am nächsten Morgen stellen wir fest, dass wir wohl Haustiere haben… Florians Arme sind übersät mit roten juckenden Bissen – Bettwanzenalarm! Och nee! Das Hostel ist sowieso nicht wirklich gut, daher kucken wir uns kurz in der Nachbarschaft um und werden fast direkt gegenüber fündig: Hostel America del Sur. Sieht ziemlich neu aus, die Zimmer sind sauber, inkl. Bad und Frühstück. Wir ziehen um! Immerhin bekommen wir im Hostel Tango die letzte Nacht für umsonst . Aber lieber hätten wir auf die Wanzen verzichtet!!! Natürlich müssen wir jetzt unsere Wäsche nochmal komplett waschen, sonst schleifen wir evtl. Wanzen-Eier mit. Dann machen wir uns auf den Weg zum zweiten Teil der Hop-on-Hop-off-Tour durch Buenos Aires. Vorbei am Präsidentenpalast geht‘s in die grüne Lunge der Stadt, ein großer Park in dem die halbe Stadt auf Fahrrädern, Inlinern, Skateboards oder zu Fuß unterwegs ist! Wir setzen uns auf eine Bank und kucken dem Treiben zu. Hier gibt es eine Skulptur, die eine große Blume darstellt, durch Solarenergie betrieben, geht die Blüte morgens auf und abends zu. Sachen, die die Welt nicht braucht! Dann fahren wir weiter durch das Viertel Palermo zur „China Town“. Hier gibt es viele billige Ramsch-Läden und Chinarestaurants in Hülle und Fülle. Chinesisch wär auch mal wieder was und muss hier ja eigentlich authentisch sein. Dachten wir. Leider ist das Essen ziemlich langweilig, das Fleisch zu weich, fast kein Gemüse und der Reis kostet extra. Mist! Wieder eine Touri-Falle! Egal. Halbwegs satt sind wir trotzdem und fahren weiter. Schließlich bleiben wir im Stadtteil Recoleta hängen. Zuerst kucken wir uns die Kirche „Nuestra Señora del Pilar“ an und den dazugehörigen Friedhof, in dem viele bedeutende argentinische Persönlichkeiten ihre letzte Ruhestätte gefunden haben, z.B. Evita Peron. Der ganze Friedhof besteht aus Familiengruften, meist in aufwändigen „Tempeln“, teils schon fast zerfallen. Irgendwie unheimlich! Es riecht ein bisschen modrig, ein paar Katzen streifen herum… fehlt nur noch der Nebel! Brrr! In einem Park direkt daneben findet ein Kunsthandwerker-Markt statt. Hauptsächlich Hippie-Zeugs… Sachen, die die Welt nicht braucht – Teil 2. Die verkaufen hier ernsthaft „Freundschaftsbändchen“! Ok, fanden wir auch mal toll, als wir, hmm… 12 waren…!?!? Aber die hier sind dazu noch echt schlecht gemacht. Naja. Die Mode hier ist sowieso gewöhnungsbedürftig! Nur so viel: Leggins in allen Farben und Mustern bei den Mädels (und zwar ganz egal wie die Figur aussieht!) und Vo-ku-hi-la -Haarschnitte bei den Jungs. ;-) Gegen Abend sitzt der ganze Park voll mit Jugendlichen, die Mate-Tee trinken, Empanadas essen und verschiedenen Bands zuhören. Zum Abschluss spielt eine echt gute 12-köpfige argentinische Reggae-Band namens „Livity“!

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buenosaires-32 Friedhof von Recoleta

buenosaires-34 Friedhof von Recoleta

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Am Sonntag rächt sich das chinesische Essen an Liane, mit Durchfall, Übelkeit und Fieber. Na wunderprächtig! Die Leute vom Hostel sind superhilfsbereit und organisieren extra Tee. Liane verbringt den Tag bei zugezogenem Vorhang im Bett, Florian surft im Internet. Gegen Abend ist das Fieber weg und wir machen einen kleinen Spaziergang. Ein paar Blöcke weiter findet sonntags ein großer Antiquitäten- und Flohmarkt statt.

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Nach einer langen Nacht, viel Tee und Schlaf geht’s Liane schon wieder viel besser und wir beschließen, abends mit dem Nachtbus nach Mendoza zu fahren. 13 h Fahrt! Auf der Plaza de Mayo erleben wir mittags mal wieder eine Demo, diesmal geht es wohl um einen Konflikt zwischen Argentinien und England wegen den Falkland-Inseln. Nachdem wir den restlichen Tag mit Reiseplanung und Bummeln verbracht haben, fahren wir mit der U-Bahn zum Busbahnhof „Retiro“. Unglaublich wie riesig das Terminal ist! Täglich erreichen und verlassen hier zwischen 1400 und 2000 Busse Buenos Aires! Um 20:30 Uhr geht’s mit CATA International los. Für umgerechnet 80 € p. P. haben wir Sitze, die zum Bett umfunktioniert werden können. Vergleichbar mit der Business-Class im Flugzeug. Abendessen und Frühstück inklusive und jeder hat einen eigenen Fernseher mit mehreren Filmen zum Auswählen. Das Essen ist zwar nicht erwähnenswert, aber immerhin gibt’s zum Runterspülen noch einen Whiskey. Als wir ca. 9 h später von der Stewardess geweckt werden, ist heller Tag und wir sind schon fast da!

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Hier das ganze Album: