Archiv von November, 2011

Galápagos – der Nordwesten

Heute ist ausnahmsweise ausschlafen angesagt, das Frühstück ist erst um 8:30 Uhr angesetzt. Dann geht es mit den Dinghys aufs Festland. Wir legen im Hafen von Puerto Villamil an und steigen hier in einen offenen „Safari-Bus“, der uns ca. 40 min ins Innere der Insel Isabela zum aktiven Vulkan Sierra Negra bringt. Auf dem Weg halten wir noch an einer kleinen Lagune in der ca. 20 Flamingos beim Fressen und Kämpfen zu sehen sind. Einer trampelt die ganze Zeit auf der Stelle, aber nicht weil er aufs Klos muss, sondern um den Bodenschlamm aufzuwirbeln um an Nahrung zu kommen. Auf dem Vulkan auf 1124 m ü. M. ist es ganz schön windig und wir sehen weder nach oben noch nach unten wirklich viel, da alles wolkenverhangen ist! Wir laufen einen Pfad in Richtung Vulkankessel, nach ca. 30 min sind wir oben und sehen tatsächlich etwas blauen Himmel und Sonne. Der Nebel verzieht sich dann aber ein bisschen und wir können in den Vulkan-Kegel mit ca. 10 km Durchmesser der zweitgrößte der Welt (größer ist nur der Ngorongoro in Tansania mit 21 km) sehen. Der Nebel bewegt sich hier mit so hoher Geschwindigkeit, dass man aufpassen muss, dass man nicht nur Nebel fotografiert, wenn man nicht schnell genug auf den Auslöser drückt! ;-) Hier oben nehmen wir dann auch unser Mittagessen zu uns. Jeder hat eine Lunchbox mitbekommen, die besteht aber nur aus einem belegten Brot, einem Ei, einem Apfel und einem Schoko-Riegel. Etwas dürftig das Ganze! Dann laufen wir den gleichen Weg wieder zurück, der Bus fährt uns wieder nach Puerto Villamil, wo wir Freizeit haben um uns an den Strand zu legen oder sonst was zu tun. Da es sonst nix gibt, machen wir Mittagsschlaf am Strand, bevor wir hungrig aufwachen und beschließen eine Kleinigkeit essen zu gehen. Leider haben alle Restaurants zu, bis auf eins, also gibt’s eben Hamburger mit Pommes. Mit dem Dinghy fahren wir zurück zum Schiff, wo es bald Abendessen gibt, diesmal deutlich besser als am Abend zuvor, mit Shrimps und Gemüse! Nach dem Briefing für den nächsten Tag schippern wir direkt los, damit wir morgens früh in Punta Moreno im Westen von Isabela ankommen. Im Laufe des Tages haben wir die anderen Passagiere mehr oder weniger gut kennengelernt, die da wären: Erik und seine Großmutter Bea aus den USA, Lisa und Marten aus Holland (derzeit leben sie aber in Brasilien), Parinaz aus den USA und Graham aus England, Herbert aus Deutschland, außerdem zwei Italiener, drei Neuseeländer und zwei bayrische Mädels, leider haben wir vergessen die Namen alle aufzuschreiben…

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Direkt nach dem Frühstück bringen uns die Dinghys an Land, wo wir auf einem riesengroßen Lavafeld herumlaufen und nach Lava Lizards, verschiedenen Finken-Arten, Marine Iguanas und Seelöwen Ausschau halten. Höhepunkt hier ist ein kleiner Tümpel, der nur bei Flut mit dem Meer verbunden ist. Momentan ist aber Ebbe und er hat glasklares Wasser, wie in einem Aquarium können wir einige Meeresschildkröten, Pufferfische und 5 Weißspitzenriffhaie beobachten. Echt klasse! Auf der Rückfahrt zum Schiff sehen wir auf einer kleinen Felsen-Insel einen flugunfähigen Kormoran sitzen, wir fahren zu ihm in, er hüpft ins Wasser und taucht unter. Als er wieder auftaucht hat er tatsächlich etwas gefangen. Wir fahren näher hin: Es ist ein großer Oktopus. Unglaublich! Er kämpft noch eine Weile mit ihm, bis er ihn in der richtigen Position hat, dann reckt er den Hals in die Höhe und schluckt ihn im Ganzen runter. Der Hals ist jetzt ungefähr 3x so dick wie vorher und es dauert eine ganze Weile bis der Oktopus im Magen ankommt. Haben wir mal wieder ein Glück! Zurück an Bord ziehen wir unsere Wet-Suits fürs erste Schnorcheln an (leider gibt es nur kurze 3 mm-Anzüge und das Wasser hat kalte 16° C!). Vom Dinghy aus gehen wir ins Wasser. Brrrrrrrr! Scheißkalt! Aber als wir die erste von ganz vielen Meeresschildkröten erspähen ist das auch schnell vergessen. Hier ist anscheinend einer ihrer Lieblingsplätze. Einen großer Napoleon-Fisch und einen ungefähr genauso großer schwarz-weiß-gepunkteter Fisch sehen wir auch noch. Leider keine Seepferdchen, die es hier wohl auch gibt. Zurück an Bord ist als erstes heiß duschen angesagt und dann Mittagessen, während das Schiff zur Elizabeth Bay fährt, wo unser Nachmittagsprogramm ansteht. Die ca. 2 h Fahrt verbringt Florian schlafend in der Kabine und Liane lesend vorne im Liegestuhl auf dem Deck des Schiffes. Könnte ja theoretisch doch ein Wal oder ein Rochen vorbeispringen… Aber leider: Nix! Nachmittags machen wir einen Dinghy-Ausflug, zuerst fahren wir in einen kleinen Flusslauf hinein, mit vielen Mangroven, sehr flach und sehr klares Wasser. Hier stellen wir dann den Motor aus und paddeln weiter um die Tiere nicht zu erschrecken. Haufenweise Meeresschildkröten, die sich zum Teil am Rande der Mangroven mit einer Flosse an einem Ast festklemmen und schlafen und einen kleinen Rochen können wir erspähen. Auf dem Rückweg zum Schiff ist ein ganzer Schwarm Blue-Footed-Boobies am Jagen, zum Teil stürzen sie sich alle gemeinsam wie Granaten direkt neben uns in die Fluten: Platsch, platsch, platsch! Echt spektakulär! Um unser Dinghy herum schwimmen noch einige Humboldt-Pinguine. An einem Felsen können wir zum Abschluss der Fahrt noch einige junge Pinguine sehen, die gerade ihre Baby-Federn verlieren. So süß! Sobald wir wieder an Bord sind fahren wir schon direkt weiter zur „Tagus Cove“, wo wir vor Anker gehen und eine ruhige Nacht in der Bucht verbringen…

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galapagos2-09 Weißspitzen-Riffhai

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galapagos2-14 Komoran beim Trocknen

galapagos2-15 Komoran im Kampf mit Oktopus

galapagos2-16 Humboldt-Pinguin

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galapagos2-20 Achtung! Tölpel im Landeanflug!

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Video von jagenden Boobies:

Morgens wundern wir uns als erstes über Graffitis auf den Felsen bei Tagus Cove?! Eduardo erzählt, dass das älteste Graffiti von 1836 ist und es bis vor ein paar Jahren erlaubt, bzw. eher NICHT verboten war, hier etwas auf die Felsen zu schreiben. Wir laufen einen ca. 2 km langen Weg zu einem Aussichtspunkt, vorbei am „Darwin Lake“, einer Lagune, die ca. 10 m über dem Meeresspiegel liegt und reines Salzwasser beinhaltet. An den Rändern sieht man weiße Salzkrusten. Es wird vermutet, dass das Meer einmal auf gleicher Höhe war, dann aber der Meeresspiegel abgesunken ist und dadurch die Lagune entstand. Oben angelangt können wir die Vulkane Wolf, Darwin und Ecuador im Norden von Isabela sehen und die Nachbarinsel Fernandina mit dem 1476 m hohen Vulkan Cumbre. Im Jahre 2009 war der letzte große Ausbruch des Vulkan Darwin, 3 Wochen lang floss Lava den Berg hinunter und hat einen Großteil der hier lebenden Riesenschildkröten getötet. Aber einige haben überlebt. Leider findet man sie nur oben auf dem Vulkan, wo sie genügend Futter finden. Zurück an Bord heißt es wieder „Sailing Time“, wir fahren ca. 1 h zum Punta Espinoza auf der Insel Fernandina, wo wir nach dem Mittagessen mit den Dinghys anlegen. Direkt bei Ankunft werden wir von großen Marine-Iguanas begrüßt, die auf dem Weg sitzen. Die Insel ist größtenteils bedeckt mit Lava, vom letzten großen Ausbruch 2005. Hier zeigt uns Eduardo die verschiedenen Lava-Arten, es gibt ganz flache, sieht fast aus wie geteert und ganz felsige, wenn viel Gas in der Lava war und die Gasblasen platzten. Überall gibt es kleinere und größere Spalten und Risse zu sehen, das kommt daher, weil sich die Lavakruste hier bis zu 50 cm gehoben hat. An einem Platz liegen weiße Knochen von einem jungen Buckelwal, der an dieser Küste gestrandet und verendet ist. Biologen haben die Knochen zu Anschauungszwecken ein Stück weiter nach oben getragen und lose „zusammengesetzt“. Wir laufen weiter über die Lavabrocken zu einem kleinen Strand. Hier sonnen sich unzählige Marine Iguanas. Man muss echt aufpassen, dass man sie sieht auf den schwarzen Felsen! Florian ist einem Marine Iguana auf den Schwanz getreten, als er in die andere Richtung ein Foto gemacht hat. Der hat daraufhin böse gefaucht und Salzwasser gespuckt. Zurück an Bord gibt es einen kleinen Snack, bevor wir uns auf den Weg nach Punta Vicente Roca, ganz im Norden von Isabela machen. Hier ist nochmal Schnorcheln angesagt. Da die Sonne schon fast weg ist, ist es eh ziemlich kühl, und Liane hat bei der Vorstellung nochmal ins eiskalte Wasser zu gehen und vielleicht doch „nur“ ein paar kleine Fische zu sehen, nicht wirklich Bock drauf. Aber der Hälfte der Passagiere geht es genauso, deshalb können wir uns nun lange 5 mm – Wet-Suits leihen und sind beide dabei. Zum Glück! Die Sicht ist zwar am Anfang echt schlecht, aber wir sehen weit unter uns einen großen Schatten. Zuerst denken wir, ein Rochen oder ein Hai vielleicht, aber dann schwimmen zwei ganz spezielle seltene Fische an uns vorbei: Sunfish (englisch), Mondfisch (deutsch) oder einfach Mola-Mola (lateinisch). Die sind einfach riesig, haben zwei Finnen, so ähnlich wie Wale, sehen aber vorne aus wie ein Fisch und hinter den Finnen sind die Körper wie abgeschnitten. Echt witzig, wie die sich bewegen! Über diesen Fisch weiß man fast nichts, außer, dass er ein Leben lang wächst und bis zu 1 Tonne wiegen kann. Wahnsinn! Das hat sich also schon gelohnt! Schließlich schwimmen wir um einen Felsen herum in eine Art flache Lagune. Und jetzt wird’s erst richtig toll! Ein junger Seelöwe taucht auf, eindeutig in Spiellaune. Er schwimmt vorwärts, rückwärts und mit lustigen Saltos um uns herum, versucht unsere Flossen zu fangen, kuckt uns neugierig mit seinen großen Augen an. Echt super! Dann entdecken wir am Boden unzählige Rochen, die sich von der Strömung hin und hertreiben lassen. Ein Stück weiter ist eine ganze Familie Wasserschildkröten unterwegs, mindestens 20 Tiere unterschiedlicher Größe können wir sehen. Plötzlich schwimmt ein großer silbriger Fischschwarm hektisch hin und her, weil 10 Pinguine durchs Wasser flitzen und Jagd auf die Fischchen machen. Ein Kormoran will auch was abhaben und taucht immer wieder wie ein Fisch hinunter um kurze Zeit später wieder an die Oberfläche zu „ploppen“. Einmal taucht er direkt neben Florians Kopf wieder auf, der will gerade ein Foto von ihm machen, mag er gar nicht und attackiert die Kamera mit seinem Schnabel. Der Vogel ist echt ein bisschen aggressiv, bei der nächsten Attacke wird Lianes Schnorchel bekämpft! Zum Abschluss kommt der Seelöwe nochmal ins Wasser, aber in Begleitung von Mama und einem großen männlichen Seelöwen, vor dem wir lieber etwas Abstand halten! Das war vom Unterhaltungswert echt das beste Schnorcheln bisher und da vergisst man auch mal wie kalt das Wasser ist! :-) Zurück an Bord wollen wir gleich heiß duschen, leider ist kein heißes Wasser mehr übrig, da die beiden bayrischen Mädels aus Versehen das Wasser in der Dusche nicht abgedreht haben… Ganz schlau! Also halt kalt duschen und dann gut einpacken. Nach dem Briefing und dem Abendessen verziehen wir uns „seehundemüde“ ins Bett. Da wir aber die ganze Nacht fahren werden, verspricht es eine laute, schauklige Nacht zu werden. Irgendwann nachts fahren wir dann das erste Mal über den Äquator…

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galapagos2-37 Wal-Skelett

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galapagos2-42 Lava-Kaktus

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galapagos2-45 Irokesen-Iguana

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galapagos2-30 Tauchender Komoran

galapagos2-31 neugieriger Seelöwe

galapagos2-32 flitzender Pinguin

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Um 6:00 Uhr ist heute Frühstücken angesagt, alle sitzen ganz ruhig und verschlafen am Frühstückstisch. Um 7:00 Uhr packen wir unsere Schnorchel-Sachen zusammen und es gibt ein sogenanntes „Wet-Landing“ am Strand von „Puerto Egas“, d. h. Schuhe raus und die letzten Meter vom Boot ans Land waten. Das Schnorchelzeugs bleibt wieder am Strand und wir machen zuerst eine kurze Wanderung zu einer kleinen Kolonie „Fur Seals“ (auch Galápagos-Seebären genannt). Sie sind kleiner und dicker als die Seelöwen, haben ein anderes Fell und kürzere Nasen. Und sind echt süß! Insgesamt liegen und robben 4 Tiere auf den Felsen herum. Außerdem sehen wir auf einem Felsen im Meer Marine Iguanas Algen fressen. Sieht lustig aus, eigentlich ein bisschen, als ob sie gar nix abgebissen bekommen. Wir machen uns auf den Rückweg, als die Rentnergruppe von der „Galápagos Legend“, einem großen Kreuzfahrtschiff mit ca. 100 Passagieren ankommt. Am Strand ziehen wir uns um und wagen uns ins kalte Wasser. Überraschenderweise gibt es hier ein richtig schönes Riff, mit vielen kleineren bunten Fischen, großen Napoleon- und Clowns-Fischen, vielen Meeresschildkröten und Rochen. Eines der Dinghys sammelt nach und nach die Leute ein, die genug haben. Da für uns eh kein Platz mehr ist, beschließen wir zum Strand zurück zu schwimmen, dann wird uns gleichzeitig warm und wir sehen noch was. Als wir dort ankommen, sind dort gerade zwei Seelöwen am Spielen und wir können noch ein bisschen mit ihnen schwimmen, bevor wir zurück an Bord müssen. Hier gibt es mal wieder kein warmes Wasser… dafür aber Kekse und heiße Schokolade à la Florian (mit Milchpulver, welches er erst mal löffelweise trocken isst, bevor er die heiße Schokolade anrührt!). Währenddessen fahren wir los in Richtung Insel „Rábida“, während der Fahrt gibt es Mittagessen. Dann haben wir quasi das gleiche Programm wie morgens nochmal: Kleine Wanderung auf der Insel, dann Schnorcheln. Die „Wanderung“ beschränkt sich auf einmal Strand hoch und runterlaufen und Seelöwen kucken. Der Strand hat eine schöne rote Farbe, verursacht eisenoxidhaltige Vulkanschlacke. Während ein Teil der Gruppe schnorcheln geht (Florian zum Beispiel), läuft ein anderer Teil (Liane zum Beispiel) mit dem Guide noch eine kleine Runde. Beim Spaziergang sehen wir in einiger Entfernung zwei junge Galápagos Hawks in der Nähe einer kleinen Lagune. Wir haben Glück: Als wir dort ankommen sitzen die beiden am Uferrand auf einem Baumstamm. Vor lauter Begeisterung hätten wir fast einen dritten Hawk übersehen, der direkt neben uns im Gebüsch sitzt! Von ihm können wir aus 2 m Entfernung super Bilder machen. Abends gibt’s zum Abschied von der ganzen Crew noch ein „Geschenk“: Ein Zertifikat für die zweimalige Äquator-Überquerung und dazu einen kleinen Cocktail. Hat wohl hauptsächlich was damit zu tun, dass wir am nächsten Tag ein gutes Trinkgeld geben sollen. ;-) Da wir erst drei Tage nach den anderen Passagieren an Bord kamen, haben wir die erste Vorstellungsrunde der Crew verpasst, und kannten bisher nur einige mit Namen. Aber nun füllt unser Guide Eduardo die Wissenslücke. Die Crew der Eden besteht aus dem Kapitän Juan-Carlos, dem Koch Fernando, dem Barkeeper Alejandro, einem zweiten Eduardo (Panga/Mechaniker) und dem jüngsten Crew-Mitglied Eliott oder auch „Captain Diabolo“ (Sailor/Panga). Graham und Florian sind sich einig, dass Elliot dem Bond-Bösewicht „Schnick Schnack“ aus „Der Mann mit dem Goldenen Colt“ verblüffend ähnelt.

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galapagos2-62 Galapagos-Seebär

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galapagos2-78 Bussi!

galapagos2-79 brüllendes Alpha-Männchen

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galapagos2-88 junger Galapagos-Hawk

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galapagos2-97 Crew der "Eden"

galapagos2-95 "Captain Diabolo" Eliott

Unsere Mitreisenden machen heute Morgen ganz früh einen Spaziergang auf Nord-Seymour, danach gibt’s Frühstück und den Transfer zum Flughafen. Da wir den Rundgang schon bei der ersten Cruise mitgemacht haben, und nicht nochmal mit dem Bus ewig über die Insel zurück nach Puerto Ayora gondeln wollen, haben wir mit Alex vom Tauchcenter einen „Spezialdeal“ abgemacht: Wir werden mit Gepäck um 7:30 Uhr vom Tauchboot direkt am Schiff abgeholt, das uns zum Kanal bringt. Dort warten wir auf Alex und die restlichen Taucher und machen uns dann auf, wieder nach Gordon Rocks. Vielleicht haben wir heute ja mehr Glück mit den Haien! Außer uns sind noch zwei Jungs dabei, die bei Alex den Advanced-Kurs machen. Und Heike, eine Deutsche, die in Straßburg lebt. Mal wieder lustig wie klein die Welt ist! Wir kriegen Juan als Dive-Master, da Alex mit den Kurs-Aufgaben beschäftigt ist. Beim ersten Tauchgang gehen wir bis auf 27 m, leider sehen wir dieses Mal viel weniger Fische im Vergleich zu letztem Mal, aber die Sicht ist wieder super, ca. 20 m. Krasserweise hat Mohammed, einer der beiden die den Advanced Kurs machen, nach ca. 30 min den ganzen Sauerstoff-Tank leergesogen und dabei total verpeilt, auf seinen Tauchcomputer zu kucken. Das ist mit das Gefährlichste, was man unter Wasser falsch machen kann! Alex gibt ihm gleich seinen zweiten Regulator, damit er dann zusammen mit uns ein paar Minuten später sicher auftauchen kann. Beim Aufsteigen erkennen wir noch kurz einen Hammerhai ganz weit unten am sandigen Boden. An Bord kann sich Mohammed dann eine ordentliche Standpauke von Alex anhören. In der Pause gibt’s Obst und ein paar Snacks, bevor wir uns richten für den zweiten Tauchgang an gleicher Stelle. Dieses Mal haben wir mehr Glück, wir kommen uns ein bisschen vor wie in einem gut gefüllten Aquarium, um uns herum sind überall Fische in allen Formen und Farben… Außerdem sehen wir nochmal einen Hammerhai und diesmal auch noch einen Galápagos-Hai! Und einen großen Schwarzpunkt-Stechrochen. Wir halten Ausschau nach dem bei Alex „bestellten“ großen Manta-Rochen, aber es zeigt sich leider keiner. Trotzdem war es nochmal ein richtig schöner Tauchgang. Wir fahren voll Speed zurück in Richtung Kanal, zwischendurch kriegen wir noch was zum Mittagessen. Der Taxifahrer, der uns vom Kanal zurück nach Puerto Ayora bringen soll, ist für einen kleinen Aufpreis bereit auf dem Weg noch zwei Attraktionen mit uns anzufahren: Zuerst geht‘s zu einer Art Farm im Hochland von Santa Cruz, wohin sich die Riesenschildkröten zurückziehen, wenn es ihnen unten an der Küste zu heiß wird. Und die heißen wirklich nicht umsonst so! Einfach unglaublich, diese Panzer. Und wir erleben, dass Riesenschildkröten ganz schön laut fauchen können, wenn man ihnen zu nahe kommt! ;-) Unser zweiter Stopp ist dann ein Lava-Tunnel, durch den man hindurchlaufen kann, ca. 400 m. Wir haben keine Taschenlampen dabei und fragen uns schon, wie wir da eigentlich was sehen sollen, aber nach 10 m wird’s klar: Die haben tatsächlich Licht im Tunnel und am Ausgang steht der Generator. Sachen gibt’s. Am Ende müssen wir noch ein kurzes Stück krabbeln, dann sehen wir zum Glück auch wieder Tageslicht und sind raus. Der Taxifahrer wartet schon auf uns und wir fahren zurück nach Puerto Ayora. Wir verabreden uns mit Heike zum Abendessen um 18:00 Uhr und gehen dann wieder ins „Sir Francis Drake Hostel“. Tauchen ist doch ganz schön anstrengend, deshalb machen wir eine kleine Siesta bis wir uns mit Heike im Restaurant „The Rock“ treffen.

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galapagos2-101 Barracuda-Schwarm

galapagos2-102 Leopardmuräne

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galapagos2-111 Endlich: ein Hammerhai!

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galapagos2-113 Gordon Rocks

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galapagos2-119 echt riesige Riesenschildkröte!

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galapagos2-123 gaaaanz seltenes Exemplar

galapagos2-124 Lava-Tunnel

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Heute ist schon unser letzter Tag auf Galápagos! :-( Den Vormittag verbringen wir mit Frühstücken, Shopping, Internet-Aktivitäten und Relaxen. Beim Frühstück im Café Hernan am Hafen setzen sich einige Leute an den Nebentisch. Moment mal, zwei davon kennen wir doch! Es sind Tine und Anne, die dänischen Mädels, die wir zwei Monate zuvor in Argentinien beim Gaucho-Reiten kennengelernt haben und die wir vor einem Monat in La Paz im Steakhaus schon mal wiedergetroffen haben. Sie sind auch überrascht uns hier zu sehen, unglaublicherweise sind sie während ihrer Kreuzfahrt nur für zwei Stunden in Puerto Ayora und kommen dann zufälligerweise in genau das Restaurant, in dem wir gerade sitzen. Echt witzig! Dann machen wir uns nochmal auf den Weg zur Tortuga Bay, wo wir ein bisschen Kanu fahren wollen und dabei die Tiere im Wasser beobachten. Dieses Mal haben wir Glück und der Kanu-Verleih ist auf! Für 10 US$ können wir so lange aufs Wasser wie wir wollen, sonst ist eh niemand da ist, der fahren will. Und wir bekommen Schnorchel-Ausrüstung dazu. Gleich am Rand der Mangroven sehen wir eine kurze Hai-Finne aus dem Wasser auftauchen. Nix wie hin! Der Hai ist nur ein kleiner Weißspitzen-Riffhai und auch gleich wieder weg, dafür finden wir 2 große „Happy Turtles“ (O-Ton Alex), die vor lauter „Turteln“ ständig zum Luftschnappen an die Wasseroberfläche kommen müssen… Irgendwann wollen sie wohl nicht mehr beobachtet werden und tauchen ab. Wir fahren einmal kreuz und quer über den See, leider wird die Sicht zunehmend schlechter, als sich die Sonne hinter den Wolken versteckt. Ziemlich weit draußen sehen wir dann nochmal einen großen Weißspitzen-Riffhai, Florian springt ins Wasser und schnorchelt hinterher um noch ein paar Bilder zu machen. Dann wird es uns zu kalt, daher geben wir das Kanu wieder ab und laufen zurück zum Hostel. Ein Abstecher zu Alex um die vorläufigen Tauchscheine abzuholen und anschließend gehen wir zur Feier unseres ½-jährigen Hochzeitstages in der „Fressgasse“ oberhalb unseres Hotels etwas leckeres Essen. ;-)

galapagos2-127 Tortuga-Bay

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galapagos2-132 Weißspitzen-Riffhai

Dank falscher Zeitangaben von der Touri-Info verpassen wir den ersten Bus und sind wieder mal superspät am Flughafen. Aber alles kein Problem, ist ja sehr übersichtlich hier. Wir haben nach dem Einchecken sogar noch Zeit uns ein paar Empanadas zum Frühstück zu kaufen. Dann fliegen wir im A320 nach Guayaquil. Komischerweise in der Business-Class!? Liane wundert sich ein bisschen, was sie da gebucht hat, weil es auch nicht teurer war, als der Flug hin in der Holzklasse. Aber was soll‘s. Wir genießen den Flug in unseren extrabreiten Sitzen mit viel Beinfreiheit. :-) In Guayaquil haben wir ca. 2 h Aufenthalt, der Flug nach San José, Costa Rica, geht dann doch nochmal 2 h. Nachdem wir direkt am Flughafenausgang eindringlich davor gewarnt wurden, das Gepäck wegen Diebstahlgefahr ja nicht auf das Dach vom Bus zu verfrachten, nehmen wir es mit in den Bus und fahren ins Zentrum von San José, wo wir uns ein Hostel suchen wollen. Das wird aber nicht ganz so einfach wie gedacht (die günstigen Hostels liegen alle etwas außerhalb der Innenstadt) und mit dem Gepäck ist das nicht so super, im Dunkeln hier rumzurennen! Eine Passantin spricht uns an, dass wir hier besser nicht mit Gepäck nachts unterwegs sein sollten. Sie schlägt uns sogar vor, dass wir einen Polizisten fragen, ob er uns begleiten kann. Na, das fängt ja schon mal gut an! Nachdem wir ein Hotel gefunden haben, dass sich billig anhört, aber dafür umso teurer ist, hilft uns der Doorman, indem er bei zwei Backpackern in der Nähe anruft und der Taxi-Service des Hotels uns dort hinfährt. Zum Glück hat der „Costa Rica Backpackers“ ein Restaurant mit dabei, wo wir dann schnell was zu futtern bekommen, da wir doch bissle ausgehungert sind, nach dem langen Flug-Tag!

Hier das ganze Album:

Galápagos – der Südosten

Heute fliegen wir nach Galápagos! :-) Wir haben eine 5-tägige Kreuzfahrt auf der Segelyacht „Golondrina“ gebucht, „zufälligerweise“ genau die gleiche wie Dominique (ein LuK-Kollege von Liane) und seine Freundin Nicole, die gerade eine Ecuador-Rundreise machen. Allerdings wissen die beiden das noch nicht und wir wollen sie am Flughafen überraschen! Kurz vor knapp machen wir uns mit dem Taxi auf den Weg, da wir hoffen, die beiden am Gate überraschen zu können und sie uns so hoffentlich nicht schon vorher entdecken. Wir haben Glück und sie sind nirgends zu sehen. Zuerst müssen wir uns noch eine Migrationskarte für Galápagos für 10 $ kaufen. Dann Gepäck einchecken. Durch die Handgepäck-Kontrolle durch und wir sind am Gate. Gaaaaanz vorsichtig kucken! Im Wartesaal sitzen sie nicht. Im Café auch nicht. Hmm. Arg viel mehr Möglichkeiten gibt’s nicht und wir sind ja schon kurz vor Abflug. Komisch. Wir fragen noch am Boarding-Schalter nach, ob die zwei schon eingecheckt haben. Wir erfahren, dass sie gar nicht auf diesen Flug gebucht sind. Sch…! Das Reisebüro der zwei hatte uns genau den Flug genannt. Wir kriegen Bammel, ob das doch noch klappt mit der gemeinsamen Kreuzfahrt! Nach zwei Stunden Flug landen wir auf der Insel Baltra, dem internationalen Flughafen von Galápagos. Das Terminal ist ganz klein und wir müssen erst mal eine Eintrittskarte für den Nationalpark Galápagos kaufen, keine günstige Angelegenheit mit 100 $ p. P., aber damit sollen wohl die Touri-Massen abgehalten werden. Beim Weg zur Gepäckausgabe sehen wir die zwei im Foyer sitzen. Uff! Wir versuchen ihnen die ganze Zeit den Rücken zuzudrehen, damit sie uns nicht erkennen. Mit den Rucksäcken vor dem Bauch und Gesicht taumeln wir auf die zwei zu, lassen sie vor ihnen auf den Boden fallen und schreien: „Überraschung!!!“ Nicole kuckt uns ungläubig an, sagt dann „Nee, das gibt’s doch nicht!“ und fällt Liane um den Hals. Dominique sieht zuerst Florian, der mit den langen Haaren und dem Bart schon ganz anders aussieht als daheim, daher braucht er ein paar Sekunden bis er es auch gerafft hat. Die Freude ist groß, erst recht, als den beiden klar wird, dass wir auch mit auf dem Schiff sind! :-) Dann melden wir uns schnell noch beim Guide Fabricio an, der mit dem Begrüßungsschild „Golondrina Yacht“ danebensteht und auf seine Passagiere wartet. Lustigerweise hatte Dominique die Passagier-Liste sogar gesehen, als er sich und Nicole angemeldet hat und unsere Namen stehen tatsächlich direkt unter den beiden. Zum Glück hatte er da wohl Tomaten auf den Augen. Nun sind jedenfalls alle da und wir laden unser Gepäck in den bereitstehenden Bus, der uns zum „Canal“ zwischen Baltra und Santa Cruz bringen soll. Für uns gibt’s allerdings keinen Platz mehr im Bus. Klasse! Der nächste kommt aber gerade schon um die Ecke, also nix wie rein und hoffen, dass das Gepäck an der Fähre auf uns wartet. Tut es tatsächlich! Das Gepäck wird aufs Dach der Fähre verladen und dann geht‘s auch gleich los. Auf der anderen Seite des Kanals wartet ein weiterer Bus auf uns der uns einmal quer über die Insel nach Puerto Ayora zum Hafen bringt, wo wir gleich mit „Pangas“ (kleinen Booten) auf unser Schiff, die Segelyacht Golondrina, gebracht werden. Unsere Kabine ist alles andere als gross, 2 schmale Stockbetten und ein kleines Bad mit Dusche. Umdrehen ist fast nicht mehr möglich, als unsere beiden Rucksäcke auf dem Boden stehen. Wo anders ist aber leider kein Platz dafür. Naja, egal. Wir sind ja nur zum Schlafen dort. Direkt nach Ankunft gibt es Mittagessen, danach machen wir einen kleinen Spaziergang zur „Darwin Research Station“. Auf dem Weg kommen wir am Fischmarkt vorbei, wo gerade zwei grosse Fische filletiert werden und unzählige Pelikane und ein Seelöwe um die Abfälle betteln. Direkt am Hafen sehen wir auch die ersten Marine Iguanas in der Sonne liegen. Zwei Männchen kämpfen gerade um den besten Platz. In der Research Station werden verschiedene Arten von Landschildkröten gezüchtet und später ausgewildert. Hier lebt auch „Lonesome George“, eine ca. 100 Jahre alte Galápagos-Riesenschildkröte, die 1972 als letztes lebendes Exemplar seiner Art auf der Insel Pinta entdeckt wurde. 90 Kilo schwer. Ein Wahnsinns-Panzer. Seit zwei Jahren hat er ein bisschen Gesellschaft, zunächst von zwei Schildkröten-Damen einer ähnlichen Art von der Insel Isabela, später auch von den Inseln San Cristóbal und Española. Allerdings ist George wohl ziemlich schüchtern oder aber unfruchtbar, alle Vermehrungs-Versuche blieben erfolglos, daher wird seine Art wohl aussterben. So in 100 Jahren dann. So alt kann George nämlich noch werden. Unglaublich. 200 Jahre Lebensdauer! Wer eine Partnerin für George findet, mit der das Nachwuchs zeugen klappt, kann übrigens eine Prämie über mehrere tausend Dollar einstreichen! Nach dem Besuch bei den Schildkröten haben wir noch Freizeit in Puerto Ayora, wo wir durch die Souvenir-Läden stöbern und dann in einem Restaurant noch etwas trinken, bevor es zurück an Board geht. Vor dem Abendessen gibt es ein Briefing von unserem Guide Fabricio, der nicht nur einen italienischen Namen hat, sondern auch so aussieht. Nun wissen wir also, wie der Ablauf am nächsten Tag aussieht, welche Landung (nass oder trocken) ansteht und welche Tiere wir voraussichtlich zu sehen bekommen. Und wir wissen dass wir mit nur einem Motor unterwegs sind, weil der andere kaputt ist und sie auf die Schnelle kein Ersatzteil auftreiben können. Daher brauchen wir dann halt bissle länger als üblich für die Navigation. Wir erfahren später von Fabricio, dass die Golondrina Baujahr 1959 ist, in dem Alter geht’s halt langsam los mit den Wehwehchen… Nach dem Abendessen probieren wir noch Wet-Suit, Maske und Flossen für die Schnorchel-Ausflüge an und setzen uns dann hoch an Deck, wo es eine gemütliche Sitzecke gibt und unterhalten uns mit den anderen Passagieren, die da wären: Björn aus Deutschland, Megan aus Neuseeland, Hans, Bart, Matthias und Lieve aus Belgien, Guillaume, Kim und Geoff aus Kanada, Laurence und Marcel aus Frankreich und Lynn aus Australien. Wir bleiben diese Nacht im Hafen. Nach dem sehr leckeren Abendessen fallen wir ins Bett und schaukeln sanft in den Schlaf…

galapagos1-01 Anflug auf Galapagos

galapagos1-03 Überraschung!!!

galapagos1-05 viele hungrige Schnäbel...

galapagos1-10 Marine Iguana

galapagos1-11 Kampf der Giganten

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galapagos1-14 "Lonesome George" beim Mittagsschlaf

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Morgens heißt es früh aufstehen, frühstücken und dann ab an Land. Mit dem Bus fahren wir ca. 30 Minuten ins Innere der Insel Santa Cruz, zu den „Los Gemelos“, Zwillings-Krater, die durch vulkanische Aktivität entstanden sind. Ursprünglich waren es riesige Lavablasen. Als die Lava unterirdisch abfloss, wurden sie zu Höhlen und nach hunderten Jahren stürzten sie schließlich ein. Fabricio malt diese Entstehungsgeschichte anschaulich mit einem Stock in die Erde des Weges, der einmal rund um die Krater führt. Wir sehen Nationalpark-Mitarbeiter mit gefüllten Kanistern herumlaufen und fragen Fabricio, wie das denn nun zusammenpasst mit „unberührter Natur“. Er erklärt uns, dass es auf Santa Cruz ein ganz massives Problem gibt: Brombeeren, eingeschleppt vom Festland, neben vielen anderen Arten, die hier nichts zu suchen haben, weil sie die einheimischen Arten verdrängen. Können wir sofort nachvollziehen, die haben wir auch in unserem Garten und die sind wie Unkraut. Nur mit fiesen Stacheln. Daher werden die Pflanzen mit Vernichtungsmitteln bekämpft, allerdings nicht mit irgendwelchen, sondern mit extra entwickelten, die ausschliesslich die Brombeeren vernichten. Auf dem Spaziergang rund um die Krater sehen wir verschiedene Arten von Darwin-Finken, die tatsächlich alle unterschiedlich geformte Schnäbel haben, da sie sich auf verschiedene Nahrung spezialisiert haben. Schließlich fahren wir mit dem Bus zurück zum Hafen von Puerto Ayora und gehen an Bord. Nach dem Mittagessen heißt es dann endlich „Leinen los“ und wir stechen in See. Kurz nachdem wir abgelegt haben, sehen wir recht weit entfernt von der Küste einen Marine Iguana schwimmen und wir können direkt neben dem Schiff noch unsere erste Wasserschildkröte erspähen! Alle paar Minuten streckt sie den Kopf aus dem Wasser, schnappt nach Luft, kuckt, was es so über Wasser gibt und taucht wieder ab. Kaum sind wir auf offener See, kommen ein paar Fregattvögel herangeschwebt, die sich trotz ordentlichem Wind auf der Takelage unseres Schiffes niederlassen und eine Weile per Anhalter mitfahren. Als weiter draußen die organischen Küchenabfälle ins Meer geworfen werden, ist auch klar, warum: Sie stürzen sich alle mit wildem Gekreische auf das „easy food“ (O-Ton Fabricio)! Da das Geschaukel ziemlich müde macht, gönnen wir uns einen kleinen Mittagsschlaf. Nach ca. 3 h Fahrt ankern wir vor Santa Fé, setzen mit den zwei kleinen Pangas auf die Insel über und machen dort einen Spaziergang. Am Strand werden wir von ein paar Dutzend Seelöwen begrüßt, die zum Großteil faul in der Gegend rumliegen. Einige sind aber auch im Wasser unterwegs. Und es gibt ganz viele kleine Seelöwen-Babys, die alleine am Strand auf die Mama warten, die gerade jagen ist und jämmerlich „blöken“, hört sich fast an wie Schafe… Eines der Kleinen ist in keinem guten Zustand, und Fabricio erklärt uns, dass die Mamas manchmal halt erst nach 4-5 Tagen wieder zurückkommen und die anderen Mütter nie einem fremden Baby Milch geben würden. Dafür ist die Milch so fett, dass die Babys, wenn die Mama dann endlich wieder da ist innerhalb ganz kurzer Zeit wieder ordentlich an Gewicht zulegen. Auf dem Weg müssen wir immer mal wieder aufpassen, nicht auf Seelöwen zu treten, die sich wie Steine in den Weg gelegt haben. Aber: 2 m Abstand lautet die Regel, die Fabricio mehr als einmal anmahnt. Finden wir gut, dass er so darauf hinweist! Es gibt wohl auch Guides, die es zulassen, dass die Touris die Tiere anfassen um ein „besseres Erlebnis“ zu bieten, wir haben zumindest im Internet einige derartige Berichte gesehen. Das ist doch echt unmöglich! Ein paar kleine Vögel sehen wir, eine kleine Maus, viele Eidechsen, eine kleine Schlange und zwei schöne gelb-/rot-gefärbte Land Iguanas. Und die Tiere hier haben tatsächlich keine Angst vor Menschen. Während die Eidechsen oder die Maus bei uns daheim schon längst weggehuscht wären, essen sie hier einfach weiter oder setzen sich sogar extra in Pose zum fotografiert werden. Laut Fabricio haben sie keine Scheu, weil hier die Evolution komplett ohne die Menschen ablief und er daher kein Feindbild darstellt. Es gibt hier auch viele unglaublich große „Opuntia-Baumkakteen“. Dann werden wir von den Pangas wieder abgeholt und aufs Schiff zurück gebracht. Erst einen Tag unterwegs und schon so viele Tiere gesehen! :-) Beim Abendessen geht es gaaaanz feierlich zu: Kapitäns-Dinner. Der hat sich schick in eine weiße Uniform geschmissen, der Koch hat eine Kochmütze auf und auch der Rest der Crew steht bereit. Fabricio stellt uns die Crew vor. Da wären: Oswaldo, der Kapitän, Manuel, der Koch (ursprünglich aus Kamerun), Miguel, der Barmann, Cirillo, der Techniker, Christian, zuständig für ein Panga und diverse Hilfsarbeiten, Luis, zweiter Kapitän und zuständig für ein Panga, und Julio, Assistent-Koch und „Mädchen für alles“. Wow. Ganz schön große Crew für das kleine Schiff!

galapagos1-16 "Los Gemelos", die Zwillings-Krater

galapagos1-19 einer der vielen Darwin-Finken

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galapagos1-23 Mama, du liegst im Weg!

galapagos1-25 Galapagos-Mäusle

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galapagos1-27 Land Iguana

galapagos1-31 allabendliches Briefing mit Fabricio

Die Nachtruhe war nicht ganz so ruhig, weil wir über Nacht zur Insel Española gefahren sind und die See teilweise doch ziemlich rau war. So kam es uns zumindest vor, als wir in unseren Betten hin und her rollten und versuchten möglichst NICHT herauszufallen… ;-) Nach einer Tasse Nescafé sind wir dann aber bereit für den Tag, der mit einem Spaziergang über die Insel beginnt. Fabricio hatte angekündigt, das Española eine der schönsten Galápagos-Inseln ist, und sie gefällt uns tatsächlich ausgesprochen gut. Vor allem weil wir hier wieder unglaublich viele Tiere sehen können! Den Anfang machen diesmal die rot-braun gefärbten Krabben, die zu Hunderten auf den schwarzen Steinen sitzen. Bei genauerem Hinkucken sehen wir dann auch die Marine Iguanas. Im seichten Wasser, geschützt von einigen Felsbrocken gibt es einen „Seelöwen-Kindergarten“, eine Seelöwen-Mama spielt den Aufpasser, 5 schon etwas größere „Seelöwchen“ raufen was das Zeug hält und zwei ganz kleine versuchen es nachzumachen. Hier könnten wir den ganzen Tag zukucken!!! Als wir uns umdrehen zum Weiterlaufen bemerken wir, dass wir vor lauter Seelöwen fast einen ganzen Haufen Marine Iguanas übersehen hätten. Ungefähr 40 teils große, prächtig gefärbte Männchen liegen in der Sonne und „laden“ Energie. Sie haben sich auf Algen fressen spezialisiert und bei Flut kommen sie dort halt nur hin, wenn sie tauchen. Da sie aber schnell auskühlen, darf ein Tauchgang nicht länger als 10 min dauern, sonst bekommen sie Muskelstarre und ertrinken. Daher heißt es dann schnell wieder an Land, was teilweise durch Felsen oder verspielte Seelöwen gar nicht so einfach ist! Dort legen sie sich dann in die Sonne, vorzugsweise auf die schwarzen Felsen und tanken Sonne, bevor sie sich wieder zum Fressen aufmachen. Ein Stück weiter finden wir am Rande der Steilküste unsere ersten „Boobies“, auf Deutsch Tölpel. Den Anfang macht der Naszca-Boobie, gefolgt vom echt knuffigen Blue-footed Boobie. Die Füße sind tatsächlich knall-blau! Die Red-footed Boobies gibt es nur auf Genovesa und San Cristobal. Dafür sehen wir noch die riesigen Albatrosse über uns schweben, Fregattvögel und den Galápagos Hawk. Hier machen wir eine kurze Pause um uns das „Blowhole“ unten am Rande des Wassers anzukucken. Durch die Wellen wird hier Druck aufgebaut, der sich alle paar Minuten durch ein kleines Loch als Fontäne entlädt. Sieht ein bisschen aus wie ein Geysir. Wir laufen weiter über die Insel und entdecken nach genauerem Hinsehen, dass zwischen den Felsen überall Albatros-Küken sitzen! Die sind eigentlich ziemlich riesig und sehen mit ihren zotteligen Federn lustig aus, aber sie sind durch ihre Farbe spitzenmäßig getarnt und daher fast nicht zu erkennen. Nach dem Mittagessen dümpeln wir noch eine Weile an der gleichen Stelle und der Kapitän gibt das Dach des Schiffes als Sprungbrett frei. Das Wasser ist hier ca. 7 m tief, daher kein Problem. Die drei Belgier an Bord klettern sofort hoch und zeigen die verrücktesten Sprünge. Florian „hüpft“ auch ein paarmal, geht dann aber lieber ein bisschen Schnorcheln und sieht dabei einen großen Adler-Rochen unter sich hindurchschweben. Nach der Pause zwängen wir uns für unseren ersten Schnorchel-Ausflug in den Wet-Suit (also, eigentlich nur Liane, Florian ist nicht so verfroren). Per Panga geht’s zum Schnorchel-Platz, dann heißt es fertig machen und ab ins Meer. Kaum drin sehen wir eine Wasserschildkröte gemütlich herumschwimmen. Entlang der Felsen tummeln sich unzählige kleine und mittlere Fische. Ein Stachelrochen gleitet am sandigen Boden entlang. Es dauert nicht lange bis der erste Seelöwe auftaucht, angelockt von den Blasen die Fabricio absichtlich produziert. Er oder sie, so genau kann man das nicht sehen, schwimmt eine ganze Weile um uns herum und kuckt uns neugierig zu. Einen kurzen Schreckmoment gibt es für Florian und ein paar andere Schnorchler, als ein Pelikan wie ein Pfeil zwei Meter tief mitten in die Gruppe reintaucht und mit einem Fisch im Schnabel wieder wegfliegt. Zum Glück hat er niemanden getroffen. Echt wahnsinnig! Zum guten Schluss kommen nochmal ein verspielter Seelöwe und eine Wasserschildkröte vorbei. Zurück auf dem Schiff freuen wir uns über die heiße Dusche und setzen uns dann gemütlich mit einem heißen Kakao auf das Sonnendeck. Gegen Abend fahren wir erneut zur Insel, machen einen kleinen Spaziergang am Strand und genießen den Sonnenuntergang, bevor wir zum Abendessen aufs Schiff zurückfahren. Dieses Mal fahren wir direkt los, da wir eine lange Fahrt bis nach Floreana vor uns haben und mit einem Motor dauert das halt mal wieder länger…

galapagos1-32 Segelyacht "Golondrina"

galapagos1-33 Blubber-Blasen sind super!

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galapagos1-38 Riesen-Krabbe

galapagos1-40 Iguana-Sammelstelle

galapagos1-42 Seelöwchen mit Sand-Panade

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galapagos1-46 Seelöwen-Kindergarten

galapagos1-49 Blaufußtölpel

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galapagos1-54 unglaublich blau!

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galapagos1-61 Albatros-Küken

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galapagos1-64 Galapagos Hawk

galapagos1-65 Albatros - Spannweite bis zu 3,50 m!

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galapagos1-70 Sprung vom Schiffs-Dach

galapagos1-71 Meeres-Stilleben: Rochen neben Seestern

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galapagos1-77 Platz da, jetzt komm ich!

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galapagos1-80 flauschiges Kopfkissen

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Heute starten wir wieder mit einem kleinen Spaziergang, bei dem wir mit ganz viel Glück vielleicht Flamingos sehen können. Hier gibt es nämlich eine Lagune, wo früher viele hunderte Flamingos nisteten, aber vor einem Jahr sind sie plötzlich alle verschwunden und nicht wieder an diesen Platz zurückgekehrt. Warum weiß keiner so genau, aber evtl. wurden sie durch die Touristen gestört oder, ein weiteres Problem auf dieser Insel, von Katzen! Auf der Insel gibt es eine kleine Siedlung und einige Bewohner haben Katzen mit auf die Insel gebracht, die aber nun zum Teil auch wild überall umherstreifen. Ein weiteres Problem sind eingeschleppte Wespen, die mit speziellen Vernichtungsmitteln in Plastikgefäßen angelockt und getötet werden. Auf der Insel gibt es überwiegend einen Baum, von Fabricio als „Christmas Tree“ bezeichnet, aber der richtige Name ist „Palo Santo“, übersetzt „Heiliger Stock“. Er sieht aus wie abgestorben mit seiner weißlichen Rinde, aber um die Weihnachtszeit, hier gleich Regenzeit, bildet er grüne Blätter und trägt rote Früchte. Sonst gibt es auf Galápagos ausschließlich gelbe Blüten, da nur eine Bienenart, die Holzbiene herumfliegt und die steht einfach nur auf Gelb! Auf der anderen Seite der Insel ist eine schöne Bucht, im seichten Wasser sieht man viele Schildkröten und kleinere Stachelrochen, man muss ganz schön aufpassen, nicht aus Versehen auf sie draufzutreten. Ein Stückchen weiter im Meer, erzählt Fabricio, lauern Hammerhaie, deren Lieblingsspeise eben diese Rochen sind. Zurück an Bord bekommen wir zunächst ein spezielles Briefing für die nächste Schnorchel-Tour im „Devils Crown“, einer Felsformation, die ein bisschen wie eine Krone aussieht. Hier gibt es nämlich ziemlich starke Strömungen und man muss genau wissen, wo, sonst landet man unsanft an den Felsen oder man findet sich plötzlich ein paar Hundert Meter weiter wieder. Außerdem sollen wir Ausschau nach Hammerhaien halten. Einigen auf dem Boot wird schon bei der Beschreibung mulmig. Aber ganz so schlimm wird’s nicht! Die Strömung ist zwar vorhanden, aber bei weitem nicht so stark, dass man nicht gegen sie anschwimmen könnte. Außerhalb der Felsen sehen wir viele große Fischschwärme, aber die Hammerhaie sind gerade nicht daheim. Schade! Wir schwimmen außen rum und dann in die Krone hinein, hier ist das Wasser ziemlich seicht, wir sehen viele kleine Fische aus nächster Nähe, außerdem wunderschön bunte Seesterne. Auf der anderen Seite der Krone kommen wir wieder raus, wo wir noch eine Weile an der Wand entlang schwimmen, aber leider nix tierisches mehr sehen. Dafür frieren wir aber ganz ordentlich, zurück an Bord freuen wir uns sehr über den heißen Kakao, den uns der Koch gemixt hat. Das ist jetzt genau das richtige! Da wir später nochmal schnorcheln gehen, gibt’s für Liane noch eine kurze heiße Dusche zum Aufwärmen… Nach dem Mittagessen geht’s gleich los zum Strand, wir nehmen unsere Schnorchel-Ausrüstung mit. Die lassen wir aber erst mal am Strand liegen und laufen einen kleinen Weg ins Innere der Insel zu einem alten Lavatunnel, wo wir eine schmale, nicht sehr stabil aussehende Holztreppe hinuntersteigen. Mit Taschenlampen ausgerüstet tasten wir uns langsam in die Höhle vor, bis wir plötzlich im eiskalten Wasser stehen. Erst geht es nur bis zu den Knien, man kann aber durch einen kleinen Durchgang weiterlaufen, hier wird das Wasser mit jedem Schritt tiefer und wer mag kann einige Meter weiter in den dunklen Tunnel hineinschwimmen. Wir sind alle froh, als wir wieder an der Oberfläche sind. Weiter vorne am Strand, an der „Post Office Bay“, gibt es einen alten „Postkasten“ von 1792, eigentlich ein Holzfass mit Türe. Hier konnten früher Briefe gesammelt werden und wenn ein Schiff aus dem Land des Adressaten vorbei kam, wurde der Brief mitgenommen und zugestellt. Wie lange das wohl gedauert hat, bis die Briefe ankamen? Wenn sie überhaupt ankamen? Heute ist das Ganze eher eine Attraktion für die Touris, die hier eine Postkarte mit Adresse hinterlassen. Gleichzeitig werden die schon vorhandenen Postkarten durchgesehen und jeder nimmt eine aus seinem Land mit um sie dann entweder persönlich vorbeizubringen oder eine Briefmarke draufzukleben und sie dorthin zu schicken. Anschließend haben wir Freizeit am Strand und können entweder schnorcheln gehen oder einfach am Strand rumliegen. Als wir im Wasser sind sehen wir ganz nah am Ufer eine unglaubliche Wasserschildkröte. Mit ca. 1,20 m langem Panzer! Wir konnten ihr minutenlang beim Fressen zukucken und tolle Fotos machen. Sonst gab es dann aber auch nicht so viel zu sehen. Florians Gesicht macht noch Bekanntschaft mit einer bläulichen Qualle, es brennt ein bisschen, denn zum Glück hat Florian ja mittlerweile Vollbart. ;-) Gegen später sind noch 4 Rochen ziemlich nahe am Strand, ein Blue-footed Boobie post fü uns und die schönen roten Krabben klettern überall rum. Außerdem kann man toll beobachten, wie die Boobies in kleinen Gruppen wie Pfeile ins Meer stürzen um zu jagen. Echt krass! Das spritzt richtig auf, wenn sie eintauchen und ein paar Sekunden später „ploppen“ sie dann einer nach dem anderen zurück an die Wasseroberfläche. Lustig zuzukucken! Sobald die Sonne weg ist, wird es ganz schön kalt und heute haben wir uns die heiße Dusche mehr als verdient. Als wir auf das Schiff zurückkommen ist es ungewöhnlich ruhig. Schlechtes Zeichen, normalerweise läuft immer der Generator, wegen Heißwasser und der Lüftung. Außerdem rennt die ganze Mannschaft hektisch im Blaumann mit Taschenlampe und Gehörschutz herum. Da kommt auch schon Fabricio mit der Nachricht, dass der Generator ausgefallen ist. Die gute Nachricht kommt gleich hinterher: Wir dürfen auf das Schiff, das nebenan ankert, die „Fragata“ und können dort heiß duschen, da 4 Kabinen nicht belegt sind. Also mit dem Panga rüber. Wir staunen nicht schlecht, das ist mal bissle was anderes als unser enger Holzkahn! Recht große Kabinen und eine gemütliche Lounge. Zur Feier des Tages und da wir uns am nächsten Tag von Nicole und Dominique verabschieden müssen, probieren wir den Caipirinha vom Koch. Könnte etwas mehr Alkohol vertragen, aber sonst sehr lecker! In den Kabinen ist es allerdings sau-heiß, weil die Lüftung natürlich auch nicht funktioniert… Als Florian gegen später nochmal an Deck geht um einen Blick auf die Sterne zu werfen, ist dort kein Platz mehr. Hier schläft die halbe Crew auf dem Boden, die andere Hälfte schläft im Gemeinschaftsraum und Fabricio steuert das Schiff…

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galapagos1-100 coole Wasserschildkröte!

galapagos1-96 Schwimmen im Lava-Tunnel

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galapagos1-84 lecker Caipi!

Video von Meeresschildkröte in Action:

Gegen morgen landen wir vor North Seymour und endlich hört das Gewackel auf. So lässt es sich deutlich besser schlafen! Leider nicht mehr lange, dann heißt es aufstehen, frühstücken und ab an Land. Wir machen einen Spaziergang über die Insel, bei dem wir viele Fregattvögel sehen, die in ihren Nestern im flachen Gestrüpp sitzen. Zum Teil haben sie ihren beeindruckenden roten Kehlsack aufgeblasen. Außerdem sehen wir einen wunderschönen gelbgefärbten „Land Iguana“, auch Drusenkopf genannt, der gerade ein Stück Kaktus-Frucht verspeist. Um die Stacheln wegzubekommen, rollt er die Frucht zuerst mit dem Vorderfuß über den Boden, bevor er sie in einem Stück verspeist. Zurück an Bord heißt es Packen, Julio bringt unser Gepäck zum Flughafen. Wir fahren kurze Zeit später mit dem Panga zum Festland, dann mit dem Bus weiter zum Flughafen. Hier endet für einige der Passagiere das Abenteuer Galápagos, während wir und vier weitere Passagiere uns in den Bus nach Puerto Ayora setzen. Hier kommen wir ca. 1 ½ h später an und suchen uns zuerst mal ein Hostel. Wir werden auch gleich fündig und nehmen das „Sir Francis Drake“, ziemlich zentral, nah am Hafen und den Geschäften und nicht zu teuer. Dafür aber sauber und mit eigenem Bad. Da wir Hunger haben gehen wir mit Megan aus Neuseeland und Guillaume aus Kanada, die auch beide auf der Cruise dabei waren, etwas essen. Direkt eine Straße weiter ist eine Art „Restaurant-Straße“, O-Ton Florian „Fressgasse“: Ein kleines Restaurant reiht sich an das nächste, es sind viele Einheimische hier zum Essen und es gibt sehr leckere Mittagsmenüs für 3,50 US$. Die Straße merken wir uns, hier waren wir bestimmt nicht zum letzten Mal! :-) Nach einer Mittagspause machen wir uns auf den Weg die einzelnen Tauchcenter und Reisebüros abzuklappern um das Programm für die nächsten 10 Tage zu klären. Gar nicht so einfach bei der großen Auswahl. Zum Teil allerdings schlicht überteuert für Last-Minute. Aber so langsam bekommen wir eine Idee, was wir hier noch sehen und machen wollen…

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galapagos1-109 Fregattvogel mit aufgeblasenem Kehlsack

galapagos1-111 Fregattvogel-Küken

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galapagos1-117 ein Pelikan und zwei Boobies stürzen ins Wasser! *platsch* *platsch* *platsch*

galapagos1-119 Kuhrochen

galapagos1-120 Steuermann Florian

Heute lautet unser Auftrag: Programmplanung und -organisation. In 10 Tagen fliegen wir weiter und wir wollen noch eine Cruise in Richtung Norden machen zu den restlichen Inseln und Tauchen gehen. Wir sind dafür den ganzen Tag unterwegs, aber abends haben wir dann alles gebucht und sind sehr zufrieden damit: Ein Tag Relaxen am Strand, zwei Tage Tauchen (kurzentschlossen machen wir den „Advanced Open Water Diver“) , dann auf die Kreuzfahrt bis Sonntag, nochmal Tauchen, ein weiterer Tag frei für Strand, Souvenirs kaufen, Blog schreiben, Abflug. :-) Ein guter Plan! Eigentlich wollten wir abends mal Lobster essen gehen, aber als wir das Schild am Restaurant des Hotels Silberstein stehen sehen, entscheiden wir uns spontan für deftig „Currywurst mit Pommes“…

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Ausschlafen. Heute haben wir Urlaub! Also ab an den Strand. Ganz so schnell geht das nicht, es ist ein ca. 45 min langer Fußweg bis zur „Tortuga Bay“. Aber dann ist man an einem langen, weißen Sandstrand mit tollen Wellen. Hier darf man nicht ins Wasser, weil die Strömungen viel zu arg sind, aber ein Stückchen weiter gibt es einen zweiten Strandabschnitt, der eher wie ein kleiner See aussieht und durch Felsen vom Meer abgeschirmt ist. Hier ist das Wasser ganz ruhig und theoretisch kann man sich ein Kajak mieten und so die vielen Tiere im Wasser beobachten. Leider sehen wir nur das Schild, aber es sind keine Kajaks da. Da das Wasser sehr flach ist kann man ziemlich weit reinlaufen. Florian geht als erster, plötzlich hört Liane am Strand ein „Waaaaah!!!“ als ein ca. 1,50 m großer Rochen neben ihm wegschwimmt. Dieser springt kurze Zeit später noch aus dem Wasser und fällt mit einem großen Klatschen zurück. Außerdem schwimmen natürlich Schildkröten herum, wenn der Strand schon Tortuga Bay heißt! Und Haie sehen wir auch, ca. 1,50 m lange Weißspitzen-Riffhaie. Und die sind mal gar nicht scheu, den Sicherheitsabstand von 2 m ignorieren sie völlig. Nebenher lesen wir unserer ziemlich dickes Theoriebuch für den „Advanced-Kurs“. Gegen Nachmittag wird das Wetter schlechter und wir laufen zurück. Heute wollen wir uns noch etwas ganz besonderes gönnen – einen Lobster! Im „Café del Mar“ kann man sich den auf dem Fischermarkt selbst gekauften Lobster zubereiten lassen. Am kleinen Fischmarkt kucken wir uns die verschiedenen „Ausführungen“ an und entscheiden uns natürlich für den Größten (ca. 40 cm!), 20 US$ soll er kosten. Alles klar. Wir bekommen eine Plastiktüte dazu, wo er aber gar nicht reinpasst. Als wir uns das faszinierende Tierchen dann noch genauer anschauen mit seinen vielen Antennen und Beinchen und ihm fast noch einen Namen gegeben hätten, übergeben wir es dann doch schweren Herzens dem Koch… Etwa 1 h brauchen sie für die Zubereitung, wir probieren in der Zeit unsere Ausrüstung für das Tauchen an. Dann gehen wir schnell zurück zum Café del Mar, nicht dass der Lobster kalt wird! Aber wir kommen genau richtig. Die deutsche Reisegruppe am Nebentisch bekommt ganz große Augen als „unser“ Lobster serviert wird! Was da an Fleisch drin ist, ist wirklich unglaublich und es schmeckt superlecker!!!

galapagos1-123 Tortuga Bay

galapagos1-124 mein Strand!

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galapagos1-128 mit der Hand gefangen (von der Theke auf dem Fischmarkt)!

galapagos1-129 Festmahl

So, heute wird es ernst: Der erste Tag vom „Advanced-Kurs“ steht an. Wir treffen uns um 7:00 Uhr bei unserem Dive Instructor Alex im Büro am Hotel Silberstein und fahren dann zusammen zum Hafen, wo wir das Tauchboot beladen und uns dann auf den Weg nach Santa Fé machen. Außer uns ist nur noch ein weiterer Taucher dabei, der auch den Kurs mitmacht. Die Anzüge anzuziehen ist ein ziemlicher Kampf, da sie zunächst super eng sitzen und sich erst im Wasser ein bisschen dehnen. Dazu kriegen wir noch 10 Kilo Gewichte um die Taille und das Jacket mit der Alu-Flasche mit nochmal ca. 15 Kilo hintendrauf. Weit laufen ist so nicht. Aber zum Glück gibt es „Full Service“ an Bord. Wir müssen nur auf den Bootsrand sitzen, bekommen die Flossen angezogen, den Tank aufgedreht und die Maske gesäubert. Unten angekommen müssen wir erst ein paar Aufgaben machen, dazu gehen wir an einer relativ ruhigen Stelle bis auf den sandigen Boden, auf 24 m. Es sind Wiederholungs-Aufgaben vom ersten Kurs: Maske unter Wasser runter, wieder drauf und ausblasen, Jacket aus- und wieder anziehen, Balance halten (30 Sekunden wie Buddha im Wasser sitzen, ohne hin und her zu schwanken), usw. Zwischendurch kommt eine eiskalte Strömung, die das Wasser richtig flirren lässt. Brrr! Dann fahren wir ein Stück weiter zu einem Tauchplatz, der „The Cave“ heißt. Wir tauchen wieder ganz runter und durch eine kleine Höhle hindurch, auf der anderen Seite nach 10 m wieder raus und dann am Riff entlang. Wir sehen einige Meeresschildkröten, Rochen und haufenweise bunte Fische. Nach 30 min kommen wir wieder am Boot an, es gibt ein paar Snacks (Apfel, Birne, Kekse) und heiße Schokolade. Und die brauchen wir jetzt auch! Das Wasser hat kühle 18° C und obwohl wir 7 mm-Vollanzüge anhaben ist es doch ganz schön kalt. Wir fahren einmal um die halbe Insel herum und springen wieder ins Wasser. Diesmal machen wir einen Drift-Dive an einer Steilwand entlang. Und das wird ein richtiger Drift! Am Anfang ist alles ziemlich ruhig und relaxed, aber gegen Ende wird die Strömung ganz schön stark! Wir lassen uns mittreiben. Auch hier sehen wir wieder unzählige Fische, teilweise in großen Schwärmen. Fisch-Identifizierung ist auch ein Thema der Ausbildung und wir müssen uns die Fische genau ankucken und Alex später im Bestimmungs-Buch 20 Stück zeigen, die wir gesehen haben. Zurück an Bord gibt es Mittagessen (Reis mit Fisch und Soße), bevor wir uns auf den Rückweg nach Puerto Ayora machen. Im Hostel angekommen gönnen wir uns eine heiße Dusche, bevor wir vom Tauchen doch ziemlich erschöpft zwei Stunden lang schlafen. Dann gehen wir ein Eis essen und kucken ein bisschen den Touris zu die vorbeilaufen. Lustiger weise entsprechen die meisten Deutschen hier voll dem Klischee vom deutschen Urlauber. Wir erkennen die mittlerweile schon von weitem…

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galapagos1-134 Unterwasser-Malen in 32 m Tiefe

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Wieder heißt es früh aufstehen, um 7:00 Uhr ist Treffpunkt am Pier. Heute geht es nach Gordon Rocks, einem ziemlich anspruchsvollen Tauchplatz, der meist starke Strömungen hat (O-Ton Alex: „Like a washing mashine!“). Die Tauchcenter nehmen einen hierher nur mit, wenn man mindestens 30 Tauchgänge hat (wir haben gerade mal 6!) oder wenn man eben den Advanced Kurs macht. Und dies ist angeblich der schönste Tauchplatz auf Galápagos! Abgesehen von den Plätzen bei den Inseln „Darwin“ und „Wolf“, aber da kommt man nur mit einer sauteuren einwöchigen Dive-Cruise hin und muss richtig gut tauchen können. Dafür hat man dann aber eine 100%-Garantie auf riesige Schulen von Hammerhaien, Galápagos-Haien und Rochen, und hier tummeln sich meistens auch die riesigen Walhaie (bis 18 m!).Wir machen unseren ersten richtigen „Deep-Dive“, der auch zur Ausbildung gehört, d. h. auf mindestens 30 m runter, ab da kann man den Tiefenrausch, auch Stickstoffnarkose genannt, spüren. Wir tauchen bis auf den Boden runter, das sind 32 m und warten dort ein paar Minuten, aber wir spüren nix. Auch gut. Wir müssen ein paar Aufgaben lösen: Unseren Namen aufschreiben, Zahlen aufsteigend sortieren, eine einfache Rechenaufgabe lösen und eine einfache Figur nachzeichnen. Wenn man den Tiefenrausch spürt, sind das fast unlösbare Aufgaben. Wir haben kein Problem damit und sind ruck-zuck fertig und können unseren Tauchgang weiter durchführen. Hier sehen wir zweimal einen Hammerhai, allerdings leider immer nur von uns wegschwimmend. Außerdem wieder viele Schildkröten, riesige bunte Papageienfische und Scharen kleinerer Fische. Strömungen haben wir entgegen der Vorhersage quasi gar keine. Mal kucken wie es beim zweiten Tauchgang hier wird, der wieder entlang einer Steilwand geht. Diesmal zum Teil „ohne Boden“, d. h. der Boden kommt dann schon irgendwann, aber halt erst mehr als 100 m weiter unten, wo wir als Taucher natürlich nie hinkommen! Nach einer Pause und heißer Schokolade gehen wir auf den letzten Tauchgang des Kurses und es wird mit Abstand der schönste! Die großen Haie und Rochen, die Alex uns angekündigt hat, lassen sich zwar nicht blicken. Dafür ist die Sicht superklar, das Riff leuchtet richtig unter der Sonneneinstrahlung. Die vielen bunten Fische wuseln um uns herum, über uns schwimmt ein riesiger Schwarm Barracudas, das sieht ziemlich spektakulär aus von unten beobachtet… Leider ist die Luft viel zu schnell verbraucht und wir müssen wieder hoch. Das Boot holt uns ab, zum Mittagessen gibt’s dieses Mal „Toast-Burger“. Wir fahren nur bis zum Kanal zwischen Baltra und Santa Cruz und von hier mit dem Auto weiter. Unterwegs müssen wir Alex noch Fischarten zeigen, die wir heute gesehen haben. Mindestens 40. Wir schaffen 60! :-) Zurück im Büro verewigen uns noch auf der Bürowand, dann haben wir den Tauchschein bestanden. Da wir noch Zeit haben, bis wir auf unserem zweiten Cruise-Schiff einchecken können, besuchen wir nochmal den einsamen George. Er liegt wieder am gleichen Platz wie letztes Mal und bewegt sich nicht. Wir haben den Verdacht, dass er vielleicht doch schon tot ist und machen Fotos, damit wir mit denen vom ersten Mal vergleichen können, ob er sich zwischenzeitlich mal bewegt hat. Um 18:00 Uhr müssen wir am Pier sein, um den Guide des Schiffes „Eden“ zu treffen, auf dem wir die nächsten 6 Tage unterwegs sein werden. Liane geht noch schnell zur Post, Florian läuft schon zum Pier, wo Eduardo bereits auf uns wartet. Er spricht Florian an und fragt dann: „Und wo ist Geb?“ – „Äh? Wer?!“ – „Na, Geb Schindler!“ ;-) Na prima, die waren beim Buchen mal wieder nicht in der Lage den Pass korrekt zu lesen! Mit den Pangas, die hier aber „Dinghy“ heißen geht’s aufs Schiff, wo wir unsere Kabine beziehen, die ungefähr doppelt so groß ist, wie die auf der „Golondrina“… Hier haben wir richtig Platz! Dann gibt’s auch schon das Briefing und dann Abendessen, das allerdings etwas fantasielos ist und bei weitem nicht so gut wie auf dem anderen Schiff. Aber vielleicht steigern sie sich ja noch… K. o. von den zwei Tauchtagen liegen wir schon um 21:00 Uhr im Bett und kriegen gerade noch mit, wie das Schiff in Richtung Insel „Isabela“ ablegt…

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Hier das ganze Album:

Und täglich grüßt der Papagei

In Lima kommen wir um 21:30 Uhr an. Dank Katia und Sandrine wissen wir auch schon wo wir übernachten. Wir teilen uns mit zwei Engländern ein Taxi und lassen uns direkt zum „Hostal Espana“ bringen, die knurrige Alte am Empfang braucht ewig bis sie uns ein Zimmer klar gemacht hat. In der Zwischenzeit gibt es aber genug zu kucken, es ist ein altes Herrenhaus, sehr schön hergerichtet, mit riesigen Gemälden in protzigen Goldrahmen und großen weißen griechisch aussehenden Büsten. Schließlich werden wir zu unserem Zimmer auf dem Dach gebracht, zuerst müssen wir uns aber durch einen halben Urwald kämpfen. Hier gibt es zwei Schildkröten, einen Pfau, einen Ara und einen kleineren grünen Papagei. Ein halber Zoo! Unser Zimmer ist dann tatsächlich ein Bretterverschlag auf dem Dach, außerhalb der anderen Zimmer und der Dachterrasse, ohne Geländer. Aber da es wohl das letzte Zimmer ist und wir einen Spezial-Preis dafür bekommen haben, ist das dann trotzdem ok. Dann klopfen wir vorsichtig bei Katia und Sandrine um Hallo zu sagen und uns fürs Frühstück am nächsten Morgen zu verabreden.

Morgens werden wir von einem lauten „Hola, Hola“ geweckt. Der grüne Papagei vor unserer Türe ist schon wach! Die Vögel haben die Flügel gestutzt bekommen, damit sie nicht wegfliegen. Psychologisch scheint das ziemlich problematisch zu sein, der Ara sitzt auf einer griechischen Statue, der er schon den Hintern und Teile des Rückens weggebissen hat. Und der grüne Papagei tut nur so freundlich. Zuerst will er bei uns auf den Arm klettern und als wir ihn wieder absetzen wollen, fängt er tatsächlich an zu beißen! Wir frühstücken im Hostel auf der Dachterrasse, allerdings ist der Kaffee eher braunes Wasser als Kaffee! Da das Frühstück nicht lange hält, essen wir in einer Bäckerei aus der es sehr lecker durftet Apfelküchlein und Empanadas. Außerdem kucken wir uns ein paar Kirchen und Gebäude an und gehen Souvenirs shoppen. Die „Plaza Mayor“ ist komplett abgesperrt, überall laufen Polizisten mit Polizeihunden rum. Als wir nachfragen, was denn eigentlich los ist, bekommen wir als Info, dass im Regierungssitz an der einen Seite des Platzes ein Politiker-Treffen stattfindet. Da Katia und Sandrine heute Abend mit dem Bus in Richtung Huaraz fahren, gehen wir mit ihnen auf ein frühes Abschieds-Abendessen in ein altes, peruanisches Restaurant, wo es für 10 Soles ein Drei-Gänge-Menü gibt. Gerade als wir schlafen gehen wollen klopft es an der Tür. Komisch. Naja, manchmal kommen andere Touris aufs Dach um zu kucken was da ist. Florian steht nochmal auf und kuckt nach – die zwei Mädels sind wieder da! Anscheinend ist gerade irgendein Streik und die Busse fahren nicht. Morgen aber hoffentlich wieder, also verabreden wir uns noch einmal zum Frühstück…

lima-01 unser Hostel Espana

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lima-28 unser "Zimmer" auf dem Dach

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lima-22 psychisch labiler Ara

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lima-13 Rathaus

lima-15 Regierungssitz

lima-18 Kathedrale von Lima

lima-20 Kloster San Francisco

Dieses Mal gehen wir aber in ein kleines Café an der Plaza zum Frühstücken! Nochmal Wasser-Kaffee im Hostel tun wir uns nicht an. Es dauert eine Weile bis wir ein offenes finden… um 8:30 Uhr! Wir frühstücken gemütlich und machen uns dann mit dem Bus auf den Weg nach Miraflores, dem Reichen-Viertel Limas. Hier gibt es schicke Designer-Läden und etliche große Handarbeits- und Souvenirmärke. Leider werden wir nicht fündig. Also schlendern wir die Einkaufsstraße runter bis ans Meer. Von einer Art Park auf der Klippe kann man schön aufs Wasser kucken. Wir sehen viele Surfer und ein paar Delfine springen direkt vor der Küste aus dem Wasser! Dann laufen wir zurück und beschließen, mal noch in einem Reisebüro nach Busverbindungen nach Guayaquil/Ecuador zu fragen. Dort müssen wir spätestens am 13.11.2011 ankommen. Die einzige Direktverbindung geht am nächsten Tag mit „Cruz del Sur“, einem der besten und teuersten Busunternehmen in Peru, und die Fahrt dauert insgesamt 27 Stunden. Puh! Und es sind noch genau drei Plätze frei. Da die Trantüte im Reisebüro unglaubliche 1 ½ h braucht um unsere Tickets zu buchen und auszudrucken, müssen wir anschließend schon wieder mit dem Bus zurückfahren, weil wir uns zum zweiten Abschiedsessen, dieses Mal Grillhähnchen, mit Katia und Sandrine verabredet haben.

lima-11 Plaza Mayor

lima-25 Kloster Santa Rosa

lima-26 Strand in Miraflores

lima-21 2. Abschied von Katia und Sandrine...

Heute ist Souvenir-Kaufen angesagt. Nach einem Café sind wir bereit für die Verhandlungen (und die sind nötig, sonst zahlt man schon mal den dreifachen Preis!) und stürzen uns ins Gewühl. Mit unseren Schätzen geht’s zurück ins Hostel, wo wir unser Zeug packen und noch im „El Cesar“ essen gehen. Nochmal das Nationalgericht „Ceviche Mixto“ (roher Fisch mit Oktopus und Garnelen in Limetten-Soße, Zwiebeln und Süßkartoffeln). Lecker! Um 14:30 Uhr fährt am riesengroßen Busterminal von Cruz del Sur unser Bus nach Guayaquil ab. 27 h Busfahrt, wie sollen wir das nur überstehen? Aber es geht ganz gut, die Sitze sind schön breit, das Essen ist hervorragend und während der ganzen Fahrt zeigen sie 8 Videos. Und auf peruanischer Seite haben wir sogar die ganze Zeit richtig schnelles WLAN! Ziemlich cool, so können wir die Zeit sinnvoll nutzen und noch ein paar Mails verschicken. Am Grenzort Tumbes müssen wir dann mal wieder anstehen für Stempel im Pass, das gleiche nochmal auf ecuadorianischer Seite, dort dauert das Ganze aber dreimal so lang. Warum wird uns klar, als wir an der Reihe sind: Statt einem Stempel bekommt man hier einen Eintrag in den Pass gedruckt, und bis der Drucker anfängt zu drucken, dauert es halt mal gefühlte 3 min… Und lesen kann man den Eintrag erst nicht. Egal, Hauptsache, sie lassen uns rein ins Land! Bis nach Guayaquil sind es dann nochmal ein paar Stunden. Dort entscheiden wir uns relativ schnell für ein einfaches Hostel am zentralen „Parque del Centenario“. Ein paar Häuser weiter finden wir ein kleines Lokal mit ecuadorianischen Speisen in dem viele Einheimische sitzen. Für ein paar Dollar essen wir hier zu Abend, bevor wir uns nach der anstrengenden Nacht im Bus in unser schönes sauberes Bett kuscheln.

Sonntags ist ein guter Tag um gemütlich in einem Café zu frühstücken, denken wir uns. Aber das ist hier einfacher gesagt als getan, das im Reiseführer empfohlene Café macht nämlich erst um 12:00 Uhr auf?!?!!? Also laufen wir zuerst zur neu angelegten Promenade, wo wir einige nette Cafés vermuten… aber Pustekuchen! Im zugehörigen Park gibt es zwar eins, aber das macht auch erst um 12:00 Uhr auf!?! Sind die denn doof? Oder frühstückt in Ecuador keiner? Da wir noch ein schickes Schulschiff entdecken, welches kostenlos besichtigt werden kann, kriegen wir die Zeit bis mittags auch noch rum, und setzen uns dann ins auf gefühlte 5° C heruntergekühlte „Coffee&Sweet“. Nach einer Stunde wird es Liane zu kalt und sie geht wieder in den Park an der Promenade um ein bisschen zu lesen, während Florian im Internet unterwegs ist. An der Promenade ist mittlerweile ganz schön was los, aber fast nur Einheimische, ganz wenig Touristen. Da wir wissen, dass ein Kollege von Liane seit heute auch in Guayaquil ist und wir ihn und seine Freundin am nächsten Tag überraschen wollen, müssen wir ein bisschen vorsichtig sein, damit sie uns nicht zufällig entdecken…

lima-33 Promenade in Guayaquil

lima-34 Segelschulschiff

Hier das ganze Album:

Piranhas angeln am Amazonas

Heute ist unser Flug-Tag! Nach einer Zwischenlandung in Lima kommen wir um 19:30 Uhr in Iquitos an. Es hat gefühlte 34° C bei 85 % Luftfeuchtigkeit. Ächz! Die Stadt liegt im Amazonasgebiet, hat 400 000 Einwohner und ist nur per Boot oder Flugzeug erreichbar. Autos gibt es nur wenige, dafür aber ca. 30 000 Moto-Taxis (quasi ein Motorrad mit Kutsche), die einen Höllenlärm veranstalten. Da die Taxifahrer am Flughafen mal wieder unmöglich sind und wild durcheinander schreiend auf uns zustürmen, entscheiden wir uns für einen Fahrer der das Spektakel amüsiert aus der zweiten Reihe betrachtet. Die Fahrt in die Stadt dauert ungefähr 30 min und trotz Fahrtwind fühlen wir uns total dreckig und nassgeschwitzt als wir ankommen. Am Hostel „Charapas“ haben wir uns mit Katia und Sandrine von der „Wild Group“ vom Salkantay-Trek verabredet. Nun merken wir, dass unser Fahrer doch nicht ganz unproblematisch ist, er bleibt gleich an der Rezeption stehen und verhandelt mit dem Besitzer, da er noch Vermittlungs-Provision vom Hostel kassieren will. Obwohl wir ja gezielt hierhergefahren sind und er uns ja nix empfohlen hat! Da das Hostel aber direkt an der Hauptstraße liegt und uns eh zu laut ist, schauen wir uns schnell nach einem anderen um und wechseln ins „Hostel La Casa del Frances“, bevor wir uns zum Abendessen im Restaurant „Dawn on the Amazon Café“ treffen. Hier kann man an der Promenade schön raussitzen und das Essen ist auch ziemlich gut. Mit dabei ist auch noch Francois, ein Kanadier, denn die beiden Mädels auf der Suche nach einer nicht zu teuren 4-Tages-Dschungel-Tour getroffen haben. Sie erzählen uns, dass sie sich für den Anbieter „Ecological Jungle Trips“ entschieden haben. Hört sich gut an und zu fünft bekommen wir einen Super-Preis, daher schließen wir uns kurzerhand an. Da Halloween ist, laufen wir noch ein bisschen durch die Straßen, aber das einzige was hier gefeiert wird, ist wieder der „Senor de los Milagros“, der „Herr der Wunder“, mit kitschigen Altaren mit weiß-lila Luftballons am Straßenrand und nerviger Heiligen-Musik!

iquitos-01 Moto-Taxi

iquitos-02

Als erstes treffen wir uns im Office des Tour-Veranstalters um zu besprechen, was wir so alles mitbringen müssen um 4 Tage Dschungel zu überleben. Alex Weill, der Besitzer, redet ohne Punkt und Komma und zeigt uns zu viele Bilder seiner Touren. Irgendwann gelingt uns dann zum Glück die Flucht! Der Inhaber des Dawn on the Amazon-Cafés hat uns fürs Frühstück das „Amazon Bistro“ empfohlen, welches unter französischer Führung ist. Und tatsächlich würde das Bistro eher nach Paris passen, als nach Iquitos. Das Frühstück ist super! Endlich mal wieder richtiges Baguette. Mmmh! Und superguten Kaffee. Da es uns draußen eh viel zu heiß und drückend ist, verbringen wir fast den ganzen Tag im gemütlichen Café, in dem es praktischerweise auch noch ziemlich schnelles, kostenloses Internet gibt! Abends essen wir mit Katia und Sandrine in der „Antica Pizzeria“.

Um 5:45 Uhr werden wir von Alex am Hostel abgeholt und bringen unser großes Gepäck zu ihm nach Hause. In zwei Autos fahren wir 120 km nach Nauta, der zweitgrößten Stadt in diesem Gebiet. Sie ist sozusagen das „Tor zum Amazonas“. Hier fahren die ganzen Schiffe ab. Wir nehmen zusammen mit unserem Guide „Halcon“ ein mit Palmwedeln gedecktes Wasser-Taxi, welches uns in ca. 2 h Fahrt bis zur Delfin-Lodge am Yarapi-Fluss, einem Seitenarm des Amazonas bringt. Unterwegs sehen wir tatsächlich Delfine vorbeischwimmen, es sind die berühmten rosa Amazonasdelfine! Die sind ziemlich groß, aber leider springen sie fast nie. Wir müssen daher mit der Rückenflosse zufrieden sein. Die Lodge steht auf Pfählen, da das Gebiet in der Regenzeit überflutet ist. Sie besteht aus 5 Zimmern, die sehr einfach sind und nur zwei Betten mit Matratze und Moskitonetz beinhalten. Zuerst machen wir etwas Pause, suchen uns passende Gummistiefel aus und unterhalten uns mit den anderen beiden Gästen, eine Französin und ein total verstochener Engländer. Die beiden machen aber nur Tagestouren in den Dschungel, übernachten dort zwar, aber kommen zu den Mahlzeiten zurück zum Camp. So ein Blödsinn! Dann geht es auf zur ersten Dschungelwanderung. Begleitet werden wir von unserem Guide Halcon und Clever, mit 14 Jahren der älteste Sohn (von insgesamt 7 Kindern!) auf der Delfin-Lodge. Es ist sein Ferienjob, außerdem will er später mal Guide werden und kann so schon mal üben. Liane bleibt in der Lodge, da sie sich nicht gut fühlt, vermutlich zu viel Sonne und zu wenig getrunken. Auf der Dschungelwanderung sehen wir eine Tarantel, eine Olive Whipsnake, Bullet Ants (tropische Riesenameisen – ihr Stich gilt als der schmerzhafteste Insektenstich der Welt und fühlt sich wohl an als würde man bei lebendigem Leib verbrennen, die Schmerzen dauern 24 Stunden lang!) und einige Pygmy Marmoset, eine ziemlich kleine Affenart hoch oben in den Bäumen. Und die ersten Moskitos sind auch schon da. Halcon empfiehlt uns die Hand an einen Baum zu halten, bis genügend Termiten draufgekrabbelt sind und uns dann mit ihnen einzureiben. Wirkt wie Antibrumm. Riecht auf jeden Fall ganz erfrischend… Außerdem können wir ein bisschen Tarzan spielen und an einer Liane durch den Dschungel schwingen. Nach dem Mittagessen (Fisch, Reis, Kartoffeln, Salat) geht es mit dem Kanu in Richtung Amazonas, wir sehen nochmal die rosa Delfine und machen dann eine kleine Wanderung auf der anderen Seite des Flusses um Faultiere zu suchen. Tatsächlich entdeckt Clever nach kurzer Wanderung durchs hohe Gras eines weit oben im Baum. Wir laufen hin und entdecken ein zweites und dann ein drittes in anderen Bäumen. Clever klettert im Affenzahn auf einen der Bäume, der nach oben hin immer dünner wird um ein Faultier nach unten zu holen. Halcon beginnt damit aus Lianen ein Seil zu basteln um das Tier damit zum Boden zu lassen. Als Clever versucht nach ihm zu greifen, stürzt es ab und fällt einige Meter, bevor es sich mit einem Arm an einem Ast festhalten kann. Wir kriegen einen Riesenschreck, aber Halcon meint, dass Faultiere öfter mal abstürzen. Sie holen für die Touris wohl immer mal wieder welche aus den Bäumen. Aber wir wollen gar nicht so in die Natur eingreifen und lassen das arme Tier jetzt lieber in Ruhe und kucken zu, wie es wieder gaaaaaanz laaaaangsaaaam nach oben klettert. An einer kleinen „Sand-Insel“ machen wir Halt und können ins Wasser und mit den rosa Delfinen schwimmen. Tatsächlich schwimmen zwei ganz nah vorbei, als sie die Geräusche von uns hören. Katia und Florian geben sich noch eine Ganzkörper-Schlammpackung. Im Spa müsste man dafür viel Geld zahlen! Dann geht es zurück in die Lodge zum Abendessen. Danach setzen wir mit dem Kanu nochmal  auf die andere Seite des Flusses über und machen dort eine Nacht-Wanderung. Es ist abartig heiß, die lange Kleidung zum Moskitoschutz macht die Sache nicht besser. Nach kurzer Zeit sind wir total nassgeschwitzt. Und wir haben keine Aussicht in den nächsten 4 Tagen duschen zu können! Aber egal. Mit Taschenlampen bewaffnet stapfen wir hinter Halcon her, der den Weg mit einer Machete freimacht. Gleich nach ein paar Metern finden wir an einem Baumstamm eine handtellergroße Tarantel. Ein paar Bäume weiter sitzt ein schwarzer Skorpion, der gerade einen kleinen hellen Skorpion frisst. Halcon meint, der Schwarze ist der Böse. Wären wir jetzt echt nicht drauf gekommen! Als wir am Rande eines Tümpels entlanglaufen wird es ganz schön matschig. Länger stehenbleiben ist nicht, denn sonst versinkt man im Schlamm. Im Tümpel sieht man gar nicht weit weg im Schein der Taschenlampen die Augen von Kaimanen aufblitzen. Sie interessieren sich aber zum Glück nicht für uns. Auf dem Rückweg finden wir nochmal eine Olive Whipsnake. Sandrine springt bei jedem Ast und jedem Stück Laub das raschelt kreischend in die Luft. Was Florian ziemlich lustig findet. Zurück an der Lodge fallen wir aufgrund der ungewohnten Hitze todmüde ins Bett.

iquitos-03 Wasser-Taxi

iquitos-05 Pygmy Marmoset

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iquitos-12 Survival-Essen

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iquitos-18 Wo ist das Faultier?

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iquitos-25 Kannibalen-Skorpion

iquitos-27 Tarantel

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Wir werden um 6 Uhr früh geweckt und fahren gleich vor dem Frühstück mit dem Boot los um mal zu kucken, was für Tiere schon so wach sind. Einmal steigen wir aus um uns ein paar Affen genauer anzukucken, aber leider sitzen sie in den Baumwipfeln. Dann machen wir noch Halt im Dorf „Liberdad“, da wir einfach mal sehen wollen, wie die Leute hier im Amazonasgebiet so leben. Der Onkel von Halcon wohnt auch dort und wir können ihn in seinem Haus besuchen. Es besteht aus einem abgetrennten Schlafzimmer, einem Wohnzimmer, in dem aber nur eine Bank steht und der offenen Küche. Das Dorf ist um einen Fußballplatz herum gebaut, am Rand stehen Holz-Tribünen, Halcon erzählt uns, dass immer sonntags Mannschaften aus den umliegenden Dörfern kommen und dann gewettet wird und die Sieger dann das Geld mitnehmen dürfen. Ansonsten bauen die Menschen alles an, was sie so zum Leben brauchen: Mais, Yuca, Kartoffeln und anderes Gemüse. Ein Mann stampft gerade in einem großen Mörser Reis um die Körner von ihren Schalen zu befreien. Überall rennen magere Hühnchen rum. Außerdem besuchen wir noch kurz die Dorfschule, in der 24 Kinder in zwei Klassen unterrichtet werden. Katia hat Stifte für die Kinder mitgebracht über die sie sich riesig freuen. Dann fahren wir zurück zur Lodge um zu frühstücken, es gibt leckere Pancakes mit Marmelade und Kaffee. Nun beginnt das eigentliche Dschungel-Abenteuer, denn wir werden jetzt drei Tage und zwei Nächte dort verbringen. Halcon meint, theoretisch braucht man nur eine Machete, um im Dschungel überleben zu können. Das wollen wir dann aber doch nicht ausprobieren. Nach dem Frühstück beladen Halcon und Clever daher das Boot und auch wir packen unsere 7 Sachen zusammen. Dann fahren wir den Rio Yarapi entlang tiefer in den Dschungel hinein. Je weiter wir fahren, desto mehr Baumstämme liegen im Wasser und desto mehr Seerosen und andere Wassergewächse wuchern an der Oberfläche. Halcon sitzt vorne auf dem Kanu und gibt Rechts-/Links-Anweisungen und Clever ist der Steuermann. Über die Baumstämme kommen wir mit genug Schwung meistens drüber, wobei es jedes Mal ein Balanceakt ist. Ab und zu bleiben wir in leichter Schräglage an einem Stamm hängen, einmal müssen Halcon und Clever baden gehen, bzw. sogar tauchen um das Boot wieder flott zu bekommen. Schließlich halten wir an und laden unsere Ausrüstung aus. Da wir nicht direkt am Fluss sondern tiefer im Dschungel übernachten wollen, laufen wir ca. 1 h durch den dichten Wald, bis wir eine geeignete Stelle finden an der wir unser Lager aufschlagen. Das heißt konkret: Zwei Bäume finden, die nicht zu nah und nicht zu weit auseinander stehen und die Hängematte dazwischen aufhängen. Um die Hängematte herum ist eine Art Stoffzelt, das gleichzeitig auch als Moskitoschutz fungiert. Bisher sind die Viecher zwar einigermaßen zurückhaltend, aber man weiß ja nie! Nachdem wir alles aufgebaut haben, laufen wir zurück zum Fluss, wo Clever (!) schon das Mittagessen gekocht hat. Es gibt Spaghetti mit Tomatensoße. Hat er echt super hinbekommen! Sobald man sich nicht bewegt sind doch gleich etliche Moskitos da. Wir sind gerade fertig mit dem Essen und fangen an zu angeln, als es zu regnen beginnt. Innerhalb kürzester Zeit sind wir klatschnass, trotz dem grünen Poncho den wir uns extra noch gekauft haben. Aber die Qualität ist so schlecht, dass nach 1 Minute die Nähte an den Ärmeln halb offen sind und überhaupt läuft überall das Wasser rein. Ohne Poncho wären wir auch nicht nasser geworden! Egal. Die Angeln hat Halcon zuvor aus Ästen, Nylonschnur und Haken hergestellt. Wir verwenden zunächst Brot als Köder, bis ein kleiner Catfish anbeißt. Halcon schneidet ihn in Stücke und wir benutzen sie als Köder, damit größere Fische und auch Piranhas anbeißen. Und tatsächlich dauert es nicht lange, bis bei Katia ein kleiner Piranha anbeisst. Als sie die Angel hochreißt und der Fisch an der Schnur durch die Luft fliegt, fällt sie vor Schreck hin, landet aber zum Glück gerade noch im Boot. Der nächste Fisch, der bei Liane anbeißt, wehrt sich so arg, dass die Angel abbricht! Da Sandrine, als überzeugte Vegetarierin nicht mitmacht, haben wir zum Glück noch eine Rute übrig. Wir versuchen unser Glück also in strömendem Regen noch ein bisschen weiter. Liane erwischt schließlich auch einen Piranha, der sich allerdings von der Leine befreien kann und ins Boot fällt. Wir wollen gleich mal ein „Hab ich gefangen“-Foto machen, aber der Fisch ist vom Dreck im Boot ganz braun und nicht als Piranha zu erkennen. Deshalb will Liane ihn waschen, als er sich nicht mehr bewegt. Leider ist es ein schlauer Fisch, der sich nur tot stellt und sich, als er mit dem Wasser in Berührung kommt, glitschig zappelnd befreien kann. Kommentar Florian: „Bleeed halt!“ Florian fängt auch noch einen Piranha und Liane ganz zum Schluss einen kleinen Oscar-Fisch. Bevor wir zurückfahren und die Sachen zusammenpacken, die wir vorher zum Schutz vor dem Regen nur schnell unter eine Plastikplane geschmissen hatten. Allerdings wird es schon dunkel und wir müssen ja noch zum Lager laufen. Deshalb beschließen wir nur das nötigste mitzunehmen und machen uns gleich auf den Weg. Halcon hat den Pfad gekennzeichnet, indem er mit der Machete alle paar Meter die Rinde der Bäume eingeritzt hat. Zum Abendessen gibt es Kaffee und Tee und trockenes Brot, alles andere ist am Fluss geblieben. Sobald die Dunkelheit einbricht schwirren doch viele Moskitos herum – warum fliegen die eigentlich immer zu den Ohren?! Deshalb liegen wir um 20:00 Uhr schon in unseren Hängematten und lauschen den Geräuschen des Dschungels. Es ist ganz schön laut! Überall quaken Frösche, brüllen Affen und krächzen Papageien.

iquitos-32 Liberdad

iquitos-33 Dorfkirche

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iquitos-39 Schulweg

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iquitos-47 Achtung Kopf!

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iquitos-54 Aufbau Dschungel-Camp

iquitos-56 Fertig!

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iquitos-67 Angebissen II

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Da es morgens früh hell ist und der Zeltstoff durchscheinend ist, sind wir früh wach. Wir brechen unsere Zelte ab und laufen zurück zum Fluss, wo Clever, der vorausgelaufen ist, schon das Kaffeewasser überm Feuer heißgemacht hat. Zum Frühstück gibt es Tortillas, mit Mehl , Wasser, Eiern, Kraut und Tomaten. Das Ganze in viel Öl gebacken. Während wir alles zusammenpacken und auf dem Boot verladen, erzählt uns Francois eine unglaubliche Geschichte, die er in Kolumbien in einem Hostel erlebt hat: Er ist nachts aufgewacht, als er ein Kitzeln in der Nase gespürt hat. Das Tierchen wollte aber freiwillig nicht wieder rauskommen, daher hat er so lange an der Nase rumgedrückt, bis es dann wohl tot war. Leider kam es auch durch Schnäuzen nicht raus und so blieb es drin und fing am nächsten Tag dann noch an zu stinken! Bevor er am Tag darauf ins Krankenhaus fahren konnte um es entfernen zu lassen, kam es dann doch beim Naseputzen raus und entpuppte sich als ca. 3 cm große Kakerlake. Waaaah, wie eklig! Uns schüttelt es schon beim Gedanken daran!!! Dann fahren wir mit dem Boot nochmal weiter den Rio Yarapi hoch, bei einem weiteren unfreiwilligen Stopp auf einem Baumstamm geht Halcons Rucksack über Board und wir müssen ein Stückchen zurückrudern. Zum Glück ist so viel Luft im Rucksack, daß er nicht untergeht! Nach 20 min Fahrt machen wir eine Dschungelwanderung zu der wir lustigerweise auch die Angeln mitnehmen. Sandrine hat derweil beschlossen, dass der Dschungel nicht so ihr Ding ist und Clever bringt sie daher mit dem Boot zurück zur Lodge, von wo sie zusammen mit dem Engländer am gleichen Tag zurück nach Iquitos fährt. Der Rest der Gruppe läuft mit Halcon quer durch den Dschungel, auf der Suche nach Tieren. Plötzlich hören wir ein komisches Geräusch. Hunde!!! Im Dschungel??? Nein, erklärt uns Halcon, das ist der „Horned Screamer“, ein ziemlich großer, schwarz-weißer Vogel. Wir sehen dann auch gleich drei Exemplare auf einem Baum in der Nähe. Etwas weiter kommen wir zu einem kleinen Fluss mitten im Dschungel. Aha, dafür dann auch die Angeln. Der Oskarfisch muss als Köder herhalten, aber so richtig anbeißen will nichts. Das Wasser ist auch nicht sehr tief. Aber immerhin fangen wir drei kleine Wolffische! Plötzlich fängt es ohne große Vorwarnung an zu schütten wie aus Kübeln. Wir sind sofort klatschnass, die Bäume halten den Regen nicht wirklich ab. Wir laufen noch ein Stückchen weiter in den Dschungel hinein, Halcon erklärt uns verschiedene Heilpflanzen. Zum Beispiel gibt es hier einen Baum namens „Umos“, dessen Rinde wird mit der Machete etwas abgeschabt, riecht sehr frisch und holzig, und ist das beste Mittel bei juckenden Stichen. Es hört auch bald auf zu regnen, dafür dampft nun alles und es wird sehr, sehr heiß! Die Moskitos freuen sich auch, dass der Regen aufgehört hat und frisches Blut durch den Dschungel läuft. Nix wie weg! Auf dem Rückweg läuft Florian gegen eine auf Halshöhe quer über den Weg hängende Liane. Nur Minuten später leuchtet an seinem Hals ein knallrotes Würgemal. Eigentlich sollte er doch wissen, dass man sich mit einer Liane besser nicht anlegt! ;-) Zurück am Rio Yarapi „trampen“ wir mit einem anderen Boot zurück zum Lager. Hier ist Clever schon fast fertig mit dem Mittagessen kochen. Wir fangen gleich an unsere Hängematten und Zelte aufzubauen mit einer Plane als Regenschutz obendrüber. Das ist auch dringend nötig, denn schon bevor wir essen können fängt es wieder an zu regnen. Wir verkriechen uns daher unter die Plane eines Schlafplatzes, damit das leckere Essen nicht so verwässert! Da es einfach nicht aufhören will zu regnen, beschließen wir eine Mittagspause zu machen. Jeder verzieht sich in seine Hängematte und schläft eine Runde bis es aufhört. In der Zwischenzeit bauen Halcon und Clever aus einer Plane einen richtigen Unterstand, damit auch das Feuer vor dem Regen geschützt ist. Nach dem Kaffee wird es auch schon dunkel und wir starten mit dem Boot zu einer Nachtfahrt um die am und im Fluss lebenden Tiere zu hören und zu sehen. Leider hören wir nur und sehen nix. Gar nix! Immerhin zeigt uns Halcon noch, wie die Indianer mit Hilfe eines Speers die in Ufernähe schlafenden Fische fangen. Besser gesagt aufspießen. Francois will das auch unbedingt probieren, aber ohne Erfolg. Dann haben wir genug und wir fahren zurück zum Camp, wo eine leckere Suppe auf uns wartet. Diese schlingen wir aber hinunter, weil sich bei den Moskitos wohl herumgesprochen hat, dass es frisches Blut im Dschungel gibt. Allerdings erzählt uns Halcon, dass man hier in der Regenzeit, wenn alles überflutet ist, vor lauter Moskitos seinen Arm nicht mehr sehen könnte, so würden die über einen herfallen. Na, zum Glück sind wir in der Trockenzeit da! So schnell wie möglich verschwinden wir jeder in seinem Zelt. Im Dschungel zu sein ist aber auch anstrengend! Hitze und Feuchtigkeit und dann auch noch Wandern…

iquitos-72 Tortillas zum Frühstück

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iquitos-80 klares, reines Wasser aus dem Ast

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Nach dem frühen Frühstück bauen wir die Zelte ab, verstauen alles im Boot und machen uns auf den Weg zurück in Richtung Lodge. Durch die Regenfälle am Vortag und in der Nacht ist der Fluss ziemlich angestiegen und man kann die Baumstämme noch schlechter sehen als vorher. Ein paarmal klappt es durch ordentlich Gas geben wieder freizukommen, aber dann hängen wir richtig fest. Und zwar so schräg, dass Wasser ins Boot läuft! Halcon und Clever „steigen aus“, d. h. sie stehen rechts und links auf die Baumstämme auf denen wir festsitzen und versuchen das Boot davon herunter zu heben. Ohne Erfolg. Zuerst müssen drei Leute ganz nach vorne sitzen. Bringt nix. Dann muss Liane aussteigen und auf den Baumstamm mitten im Wasser stehen. Immerhin ist der relativ breit und stabil. Immer noch zu schwer, also muss Katia auch raus auf den Stamm. Aber erst als Francois noch mithilft das Boot anzuheben, kommen wir los und können weiterfahren. War aber ganz schön knapp. Viel hätte nicht gefehlt und wir wären – mal wieder – gekentert! Je weiter wir zur Lodge kommen, desto breiter wird der Fluss und desto weniger Baumstämme liegen im Wasser. Unterwegs sehen wir noch zwei Aras ganz versteckt hoch oben im Baum sitzen und einen Leguan, der gerade einen Baum hochklettert. In der Lodge ruhen wir uns ein bisschen aus, essen dann zu Mittag und machen uns dann mit dem Wasser-Taxi auf den Weg zurück nach Nauta. Dort werden wir mit dem Auto abgeholt und fahren wieder die ganze lange Strecke zurück nach Iquitos, wo wir um 18:00 Uhr ankommen. Wir haben uns schon vor der Dschungeltour ein anderes Hostel gesucht, das „Yacuruna Inn“. Als allererstes stehen wir unter die herrlich kalte Dusche. So nötig hatten wir die noch nie zuvor! Auf 19:00 Uhr verabreden wir uns mit den beiden Mädels zum Abendessen im „Amazon Bistro“, wo wir uns nach den anstrengenden 4 Tagen ein frisch gebackenes, innen noch flüssiges, unglaublich leckeres Schokotörtchen gönnen! Mmmmjam!

iquitos-87 Lianen-Würgemal

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iquitos-90 Sowas von festgefahren!

iquitos-95 Dschungel-Überlebende

iquitos-99 Schokotörtchen!!! *schmelz*

Heute ist definitiv eines angesagt: Ausschlafen! Nachdem wir feststellen, dass das Frühstück im Hostel absolut ungenießbar ist, essen wir eine Kleinigkeit in einem Café und machen uns dann auf zum Markt im Stadtteil Belen. Der Markt zieht sich über mehrere Straßen und Gebäude und es gibt wohl nichts was es nicht gibt. Eine Sektion mit Früchten, eine mit fangfrischen Fischen, die zum Teil noch zappeln, eine mit kitschigem Krimskrams, und eine mit Kräutern, Tinkturen und alles was ein Schamane so braucht. Hier werden auch einige illegale Souvenirs angeboten, wie z.B. die Haut einer Schlange oder die Füße eines Kaimans als Trophäe zum Aufstellen. Es ist ein ziemliches Gewühle und man tut gut daran, alles Wertvolle im Hostel zu lassen. Auf dem Heimweg werden wir von einem Europäer mit auffallend blauen Augen angesprochen, ob wir Hilfe benötigen oder wir ihm helfen können. Uns ist gleich klar, wen wir hier vor uns haben, da in einer Tourizeitung und in verschiedenen Hostels vor diesem Typen gewarnt wurde. Er ist wohl Amerikaner und schon seit Jahren in Iquitos. Er spricht anscheinend immer wieder Touris an, und bittet um Geld für eine dringende Arztbehandlung. Wir sagen ihm ganz klar, dass wir wissen wer er ist und wir vor ihm gewarnt wurden und er mit seinen Lügen bei uns nicht weiterkommt. Er ist ziemlich verdutzt und verzieht sich auch gleich, beobachtet uns aber noch eine Weile. Unglaublich! Wir setzen uns den Rest des Tages bei gutem Kaffee und leckerer selbstgemachter Limonade ins „Amazon Bistro“ und schreiben Mails und machen einen neuen Blogeintrag. Abends kommen Sandrine und Katia dazu und wir essen mit ihnen zu Abend. Da wir noch nicht müde sind, gehen wir zusammen in eines der vielen Kasinos. Die beiden Mädels haben auch gleich Glück und hören noch rechtzeitig mit Gewinn auf. Uns wird dagegen in einem kurzen unbeobachteten Augenblick der Becher mit den Spielchips von der neben uns sitzenden älteren Frau geklaut! Wir sprechen sie an, ob das nicht unser Becher ist. Sie streitet es ab, aber sie reagiert ziemlich nervös, daher holen wir jemanden vom Personal und erklären die Situation. Sie ist wohl Stammgast und macht so etwas öfters. Wir bekommen die Chips vom Casino ersetzt. Wir haben nun auf jeden Fall keine Lust mehr und gehen zurück zum Hostel.

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iquitos-104 Harnischwelse

iquitos-105 Proteine am Spieß!

Heute fahren wir mit dem Moto-Taxi ca. eine halbe Stunde in Richtung Nauta, hier ist das IIAP, ein Zentrum in dem verwaiste Manatis aufgezogen und für ein Leben in Freiheit vorbereitet werden. Am Eingang haben wir zunächst das Problem, dass der Angestellte uns partout nicht reinlassen will, ohne dass wir ihm unsere Ausweise gezeigt haben. Wofür das nötig sein soll verstehen wir überhaupt nicht, da es sich ja eigentlich nur um eine Art Zoo handelt. Aber gut. Nach einiger Diskussion in Hand-Fuß-Spanisch – zurück in die Stadt fahren und die Ausweise holen kann ja wohl nicht sein Ernst sein – geben wir ihm zwei Kreditkarten und dürfen passieren. Das soll mal jemand verstehen!? Zum Glück treffen wir dann gleich auf einen Angestellten, der gerade haufenweise Grünpflanzen in einen kleinen See schüttet. Er heißt Leonardo, kann super Englisch und bietet uns eine Führung an. Klasse! In einem kleinen Becken schwimmt ein ganz junger Manati, dieser ist gerade erst „eingeliefert“ worden und befindet sich in Quarantäne. Aber ein Becken weiter schwimmen zwei etwas größere Manatis, Nauta, 1 Jahr und 10 Monate und Yuri, 1 Jahr und 6 Monate um die 60 Kilogramm schwer. Sie werden mit der Flasche aufgezogen, die Milch wird in den USA im Dallas World Aquarium hergestellt und die Menge, die die kleinen Manatis alle zwei Tage wegschlabbern kostet 80 $! Wir dürfen ihnen eine Flasche geben, und es ist echt faszinierend wie diese Tiere mit ihren Lippen, die wie Finger sind, die Flasche umfassen. Außerdem bekommen sie noch Bananen gefüttert. Leonardo erzählt uns noch ein bisschen über die Tiere und warum sie so wichtig für die Natur im Amazonasgebiet sind. Die Tiere fressen nämlich jeden Tag ungefähr 5-10 % ihres Körpergewichts (bis zu 500 kg) an Wasserpflanzen. Wenn sie dies nicht tun würden, würden die Seen und Flüsse zuwuchern, es würde keine Sonne mehr ins Wasser kommen und die Fische würden sterben. Leider bekommen die Tiere nur alle 4-5 Jahre ein Junges, was natürlich nicht gerade zur massenhaften Vermehrung beiträgt. Sie haben noch 4 ausgewachsene Tiere im See außerhalb, diese gewöhnen sich gerade daran, dass sie sich ihr Futter selbst suchen müssen und keinen Kontakt mehr mit Menschen haben. Vor einigen Wochen wurden erfolgreich 5 Tiere in die Freiheit entlassen. Diese werden nun über ein Jahr mit Hilfe von Sensoren überwacht. Echt interessant und eine tolle Einrichtung, die privat und über Spenden finanziert wird. Wir machen uns auf zurück in die Stadt und holen bei Alex im Büro einen Beutel mit Sachen ab, die Katia in der Dschungel-Lodge vergessen hatte. Dabei treffen wir noch Tobi, der morgen die Dschungel-Tour startet und dabei unbedingt zur Bewusstseinserweiterung die Dschungel-Droge „Ayahuasca“ probieren will. Das ist ein aus einer Liane hergestelltes Halluzinogen. Danach wollen wir im Restaurant „Al Frío y Al Fuego“ etwas außerhalb der Stadt zu Abend essen. Leider ist montags zu. Aber unser Moto-Taxi-Fahrer empfiehlt uns ein anderes, original peruanisches Restaurant und fährt uns direkt hin. Hier gibt es verschiedenste Spieße (Hühnchen, Fisch, Gemüse) die mit einer leckeren Limetten-Marinade gegrillt werden, dazu gibt es Yuca und Salat. Außer uns sind nur Einheimische da und das Restaurant ist sehr gut besucht, das ist immer ein gutes Zeichen!

iquitos-109 abgetauchter Manati

iquitos-110 neugieriger Manati

iquitos-111 Manati-Fütterung

iquitos-113 "Greif-Lippen"

Bei unserem Moto-Taxi-Fahrer hatten wir gestern noch nach einem Guide für Belen gefragt, da wir gerne mal gesehen hätten, wie die Leute dort leben, es aber nicht gerade ungefährlich ist alleine hinzugehen. Daher treffen wir uns um 9:00 Uhr mit unserem Guide Andre, der zunächst allerdings einen viel zu hohen Preis nennt. Nachdem er mehr als 50 % runtergegangen ist, sind wir einverstanden. Zunächst laufen wir mit ihm nochmal über den Markt, er erklärt uns alle möglichen Dinge, vor allem in einer Straße in der es die Kräuter und Flüssigkeiten für diverse Krankheiten und schamanische Rituale gibt. Teilweise ist das Zeug nicht ohne und bewirkt Halluzinationen, daher sollte man es nur mit dem „Schamanen seines Vertrauens“ einnehmen. Wir verzichten dankend. Vermutlich hat der komische Ami mit den blauen Augen zu viel von dem Zeug intus! Wir laufen immer tiefer in das Marktgewühl hinein, bis wir an einer Art Plaza stehen. Hier sieht man an den Häuserwänden den Pegelstand vom Hochwasser der letzten Regenzeit, d.h. in dieser Zeit können die Bewohner aus dem zweiten Stock direkt ins Boot einsteigen! Die unteren Stockwerke werden dann immer vor der Regenzeit komplett geräumt. Der Markt erstreckt sich bis zum Wasser, die Waren sind hier etwas günstiger als oben auf dem Markt, weil sie nicht erst weiter zum Markt transportiert werden müssen. Wir trinken einen frischen, ungesüßten „Purple-Corn-Saft“, sehr erfrischend! Dann fahren wir mit einem Kanu auf die andere Seite des Flusses und machen dort einen Spaziergang zu den schwimmenden Häusern, die im Moment aber alle auf dem Boden stehen, da ja kein Hochwasser ist. An vielen Häusern wird ein bisschen gebaut und ausgebessert um für das nächste Hochwasser bereit zu sein. In manchen Häusern gibt es kleine Shops. Die Schule steht auf hohen Betonstelzen. Das Wasser steigt bei Hochwasser bis zu 6 m hoch. In den zwei Monaten in denen das Gebiet überschwemmt ist, ist dann auch kein Unterricht, weil es zu gefährlich wäre, jeden Tag hierherzukommen. Wir laufen noch ein Stück am Wasser entlang, ins nächste Dorf. Auf dem Rückweg nehmen wir wieder ein Kanu auf die andere Seite, essen dort noch eine frische Wassermelone mit ganz vielen Kernen, eigentlich sind es eher Kerne mit ein bisschen Wassermelone. Am Ufer liegt ein schwimmendes Haus, welches wir besichtigen dürfen. Die Küche ist außerhalb des Hauses und besteht nur aus einem Tisch und einer Kochstelle. Auch das „Klo“ ist außerhalb, es ist eigentlich nur ein 1 m² großer Holzverschlag mit einem Loch. Die Fäkalien landen direkt im Fluss. Im gleichen Fluss wird aber auch die Wäsche gewaschen und gebadet. Na lecker! Aber unser Guide meint, dass wär alles halb so schlimm, schließlich gibt es Fische, die wirklich alles essen. Na dann. Und die Fische werden dann gefangen und… Okay, nicht drüber nachdenken! Dann laufen wir noch auf dieser Seite durchs Dorf, besuchen ein paar Verwandte von unserem Guide, bevor wir uns durch den Markt hindurch auf den Rückweg machen. Es war auf jeden Fall sehr interessant zu sehen, wie die Leute hier wohnen! Da wir noch keinen Hunger haben setzen wir uns nochmal auf einen Kaffee ins „Amazon Bistro“. Gegen 16:30 Uhr wollen wir dann nochmal einen Versuch starten, ins „Al Frío y Al Fuego“ zu gehen. Es bleibt leider beim Versuch, da von 16:00 -19:00 Uhr geschlossen ist. Mist! Und wir hatten beim ersten Mal extra gefragt, ob durchgehend auf ist! Wir landen schließlich im „Karma Café“, wo wir noch eine Kleinigkeit essen, bevor wir uns auf den Weg zum Flughafen machen und zurück nach Lima fliegen. In Lima kommen wir um 21:30 Uhr an.

iquitos-122 Belen Market

iquitos-115 Honig-Produktion

iquitos-118 Krokodil-Fuß-Angriff

iquitos-120 Darf's noch ein Baby sein?

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iquitos-128 Schwimmende Häuser (ohne Überflutung)

iquitos-133 Toilette am Fluss

Hier das ganze Album: