Archiv von Dezember, 2011

Beach Cruising in Tulum

Zum Frühstück setzen wir uns ins Starbucks mit einem leckeren Kaffee und beobachten die vorbeilaufenden Touris. Das ist unterhaltsamer als so mancher Film! Schließlich laufen wir auch noch ein Stückchen die Straße runter und von dort den Strand entlang zurück zum Hostel. An diesem Abschnitt sollen sich laut Reiseführer die barbusigen Blondinen bräunen und Florian meint, das Schauspiel müssen wir auch unbedingt mal gesehen haben. Zu seinem Pech sind die meisten aber wohl noch beim Frühstück. Wir checken aus und stellen fest, dass der nächste Bus nach Tulum in 15 min fährt. Das passt genau um zum Busterminal zu laufen und die Tickets zu kaufen! Nach ca. 1 h kommen wir in Tulum an, leider schmeißt uns der Fahrer bei den Ruinen raus und nicht in der Stadt, so dass wir das Hostel was wir uns rausgesucht haben nicht finden. Und kennen tut’s auch niemand. Außer einer, der meint, so ca. 5 min in Richtung Ruinen, da wäre es. Wir laufen und laufen und es kommt nix. Zumindest keine Unterkunft. Bei 30° C und mit komplettem Gepäck ist das nicht gerade ein Vergnügen! Schließlich fragen wir einen Taxi-Fahrer, ob es am Strand nicht halbwegs günstige Cabanas gibt und wie weit es ist. So 4 km, ist die Antwort. Ächz! Nix wie rein ins Taxi und hinfahren. Leider ist das Hotel in das er uns bringt schon ausgebucht und außerdem bissle über unserem Budget. Und die wirklich günstig aussehenden Strandhütten nebenan werden gerade renoviert. Schließlich fahren wir zurück in die Stadt um dort nach einem Hostel zu kucken. Die ersten drei Backpacker, die wir anfragen, sind voll. Na ganz toll! Also Plan B: Direkt neben dem einen Hostel gibt es einen Roller-Verleih, allerdings ist gerade niemand da. Wir treffen dort ein Ami-Pärchen, die dort auch schon eine Weile warten. Sie haben einen Roller vom anderen Verleih direkt am Strand gemietet. Für den nächsten Tag wollen sie hier ein etwas größeres Motorrad mieten. Da sie ihren Roller um 18:00 Uhr wieder abgeben müssen, haben sie nun keine Zeit mehr zu warten. Der Typ nimmt aber netterweise Florian mit, damit wir dort einen Roller mieten können. Den Pass als Pfand, das Geld auf den Tisch, hier der Schlüssel, da steht der Roller und los geht’s. Nach dem Führerschein fragt keiner. Juhu, wir haben einen Roller! Sonst würden wir hier echt nicht vom Fleck kommen oder ständig ein Taxi brauchen. Florian fährt los ein Hostel suchen und wird auch recht schnell fündig. Schließlich haben wir unser Zimmer im Hostel „Las Ruinas“ bezogen und machen uns auf in Richtung „Parque Dos Aguas“, wo es wieder ein paar Essensstände gibt. Für Florian gibt’s Hamburger, für Liane „Tortas con Asado“ (Baguette gefüllt mit gegrilltem Geschnetzeltem und Kraut). Zum Dessert gibt’s einen Becher Flan und ein Marquesita mit Nutella. Die Einheimischen hier essen das meistens mit Nutella und Käse! Florian bestellt zum Testen eine Hälfte mit Käse, aber ohne ist dann doch besser… So gestärkt kehren wir ins Hostel zurück und schlafen bald ein, da wir am Morgen pünktlich um 8:00 Uhr bei den Ruinen sein wollen!

Wir stehen früh auf, zunächst will der Roller nicht anspringen, aber schließlich stellt Florian fest: „Ha, den konn ma jo au o-dabbe!“ ;-) Tatsächlich läuft der Roller daraufhin wie eine Eins und wir fahren los zu den Ruinen. Da wir es eilig haben, übersehen wir eine geschlossene Schranke und hören plötzlich jemanden brüllen. Der Typ von der Touri-Info kommt uns schon entgegen und will uns einen Strafzettel ausstellen, weil wir auf „Nationalpark-Gebiet“ gefahren sind und hier angeblich nur offizielle Fahrzeuge rein dürfen. Da aber gleichzeitig ein Taxi und noch ein weiteres Auto durchfahren, glauben wir ihm kein Wort und geben ihm keine Daten von uns. Wir sind doch nicht doof! Vom „offiziellen“ Parkplatz laufen wir noch ca. 1 km zu den Ruinen, wo wir fast die ersten Touris sind. Die Maya-Ruinen sind nicht sooo arg spektakulär, liegen aber echt schön direkt am Meer. Erbaut wurden sie in der Zeit vom 12.-15. Jahrhundert. An einigen Tempeln sind Fresken, vor allem von Tieren zu sehen. Als wir nach gut 1 h wieder rauslaufen, kommen uns schon Scharen von Touristen entgegen. Damit wäre unser Kulturprogramm hier beendet und wir gehen zum gemütlichen Teil über. Mit dem Roller fahren wir zuerst an einen Strand der „Playa Palmas“ heißt, tatsächlich gibt es unzählige Palmen und ein kleines Hotel-Restaurant, das „La Vita e Bella“, wo wir uns ein kleines Frühstück gönnen. Dann legen wir uns gemütlich in den Schatten und hüpfen zur Abkühlung gleich ins kühle karibische Meer. Echt erfrischend und das Wasser ist unglaublich klar! Die Wellen sind genau richtig, nicht zu groß, aber es macht Spaß in sie hineinzuspringen. Wir lassen uns noch ein bisschen in der Sonne trocknen und fahren dann weiter, immer die Küste entlang. Nach ca. 3 weiteren Kilometern halten wir beim Hotel Playa Azul an und gehen durch die Lobby durch an den nächsten Strand. Der ist genauso schön breit und weiß-sandig wie der erste, aber das Wasser ist nicht so klar, weil allerlei Algen und Zeugs drin herumschwimmen. Ein Mittagsschläfchen am Strand ist angesagt. Wir finden ein Plätzchen an dem zwei Kokos-Palmen Schatten spenden, aber keine Gefahr besteht von einer herabfallenden Kokosnuss erschlagen zu werden. Ganz am Ende der Hotelzone soll es auch Strände ohne Hotels und ohne Touris geben, daher fahren wir weiter und kommen schließlich auf eine ungeteerte, hauptsächlich aus Schlaglöchern bestehende Straße, die in das Naturschutzgebiet „Sian Ka’an“ führt. Die Schranke ist offen, das Wärterhäuschen nicht besetzt, heute ist wohl freier Eintritt. Wir fahren weiter, bis zur ersten Abbiegung in Richtung Strand. Dieser ist nicht ganz so breit wie bei den Hotels, dafür aber das Meer umso klarer und es sind tatsächlich keine Touris, sondern nur ein paar Einheimische hier. Wir springen gleich ins Meer und planschen solange bis die Sonne hinter dem Palmenwald verschwindet. Dann machen wir uns schnell auf den Rückweg, damit wir die Schlaglöcher noch gut sehen können! Im „La Zebra“ setzen wir uns dann gemütlich in die Strandbar und trinken einen Sundowner, bevor wir pünktlich um 18:00 Uhr den Roller abgeben. Da wir nicht mehr tanken waren, berechnet uns der Typ ohne die Anzeige anzukucken pauschal 3 US$ und damit ist gut. Wir fahren mit dem Taxi zurück in die Stadt, erkundigen uns beim Busterminal noch für den nächsten Tag nach den Fahrplänen. Auf dem Rückweg zum Hostel fängt es nach 300 m an zu regnen. Wir bringen das Zeug ins Zimmer und wollen dann irgendwo was essen gehen. Als wir aus dem Hostel rauskommen, regnet es was das Zeug hält und die Straßen sind komplett überflutet. Daher entscheiden wir uns kurzerhand für den Italiener genau neben dem Hostel.

chichen-01 Strand in der Ruinenstadt Tulum

chichen-02 Gran Palacio

chichen-03 El Castillo

chichen-04 Wächter der Ruinen

chichen-06 Tempel des Herabsteigenden Gottes

chichen-08 Playa Palmas

chichen-09 Treibgut

chichen-11 Schleck!

chichen-12 Helmpflicht am Strand

chichen-15 ...gefahren werden ist aber auch toll!

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chichen-25 Ein Cocktail auf einen wunderbaren Tag!

Nachdem wir uns am Busterminal das Ticket für nachmittags geholt haben und in einer superlecker duftenden Bäckerei eingekauft haben, nehmen wir ein Taxi an den Strand. Wir sagen dem Fahrer, wir wollen an den schönsten Strand Tulums… und landen am „Playa Paraíso“, einem wirklich paradiesischen Strand, allerdings ganz schön viel los hier! Aber egal. Nach einem kleinen Strandspaziergang legen wir uns in den Schatten der schönsten Palme des Strandes und lesen. Dadurch werden wir nun aber mehr oder weniger unfreiwillig mit zum beliebtesten Fotomotiv der vorbeikommenden Touris. Später hüpfen wir noch kurz ins Wasser zum Abkühlen. Um 15 Uhr steigen wir in den Bus nach Chichén Itzá und nach fast zwei Stunden werden wir direkt an den Ruinen abgesetzt, wo gerade tausende Touris herausströmen. Wir treten gleich die Flucht an und laufen die 1,5 km bis in den kleinen Ort „Piste“, wo es einige Hostels und Restaurants gibt. Das erste günstige Unterkunft ist die „Posada Chac-Mool“, sieht nicht so übel aus und ist ja nur für eine Nacht. In einem Restaurant nebenan gibt es ein kleines Buffet mit lokalen Spezialitäten, das ist jetzt genau das Richtige, denn das bedeutet wir können gleich loslegen! Zwischendurch kommen zwei Frauen und ein Mann, traditionell verkleidet, in das Restaurant, machen ohrenbetäubend laute Musik an und „tanzen“ für die wenigen anwesenden Touristen. Das erste soll wohl eine Art Stepptanz sein, das zweite wird ein „Balancier-Tanz“, mit Bierflaschen auf dem Kopf. Na klasse, das hat uns gerade noch gefehlt!

chichen-16 Nein, das ist keine Fototapete!

chichen-18 Monsterwelle im Anrauschen

chichen-26 Das trifft auf den Großteil von Süd- und Mittelamerika zu!

Da die Ruinen von Chichén Itzá auf dem Plan von wirklich JEDEM Yucatan-Touri steht, lohnt es sich ganz bestimmt früh aufzustehen. Wir holen uns im Supermarkt einen Café und einen Schokoriegel als schnelles Frühstück und machen einen Spaziergang zu den Ruinen. Dort angekommen, fährt gerade das erste Auto auf den Parkplatz, an der Kasse sind genau 4 Leute vor uns. Komischerweise gibt es hier zwei Kassen. Neben dem normalen Eintrittspreis gibt es nochmal eine zusätzliche staatliche Abgabe, die aber getrennt kassiert wird!? Na, so kann man natürlich auch zu Geld kommen. Sollten sich die Deutschen für Schloss Neuschwanstein vielleicht auch mal überlegen! ;-) Da uns der Guide zu teuer ist, erkunden wir Chichén Itzá auf eigene Faust. Was letztendlich auch besser ist, denn so können wir überall warten, bis wir quasi keine Leute mehr auf den Fotos haben. Ist zwar ein Geduldsspiel, denn immer, wenn ein störender Touri wegläuft kommt ein anderer. Aber zumindest die erste Stunde ist es noch ziemlich ruhig und wir können die Ruinen fast ungestört genießen. Das Gebiet der Stadt Chichén Itzá erstreckt sich auf einer Fläche von insgesamt 15 Quadratkilometern, wobei die Hauptruinen nahe beieinander liegen. Sie gehört der späten Maya-Kultur an und wurden vermutlich um 500 n. Chr. von den Itzá, einer Maya-Gruppe aus Guatemala, erbaut. Es sind allerdings ganz unterschiedliche Architekturstile zu sehen, teilweise sind die Funktionen der Bauten bis heute unklar. Im Zentrum der Tempelanlagen befindet sich das bekannteste Bauwerk die 24 Meter hohe Pyramide des Kukulkán. Sie hatte wohl ausschließlich religiösen Nutzen. Wenn man direkt in der Mitte einer Seite der Pyramide steht und in die Hände klatscht, hört sich das Echo an wie ein Pistolenschuss. Hätten wir gar nicht gemerkt, wenn die Tour-Guides das nicht ständig ihren Touris vorgeführt hätten. Auf dem Gebiet gibt es auch zwei Cenoten, die die Stadt mit Wasser versorgten. So um 10:00 Uhr ist dann auch Schluss mit lustig: Mittlerweile haben ca. 1500 – 2000 Verkäufer (laut Aussage eines Angestellten an der Kasse) ihre Stände an allen Wegen aufgebaut und werben lautstark für ihre meist hässliche und kitschige Ware. Wir sehen zu, dass wir noch die restlichen Ruinen ankucken und dann ganz schnell verschwinden. Den Weg zum Ausgang müssen wir uns bahnen, da mittlerweile wohl die vielen Busse aus Cancun oder sonst woher angekommen sind! Der Eingangsbereich ist komplett voll, an der Kasse stehen min. 200 Leute Schlange… Aaaaahh! Wir beglückwünschen uns gleich mal gegenseitig dafür, dass wir so früh hergekommen sind, denn so macht das ja wohl echt keinen Spaß! Zurück im Hostel schultern wir unsere Rucksäcke und machen uns auf in Richtung Bushaltestelle, bzw. unterschiedliche Leute haben uns gesagt, wir müssen nur an den Straßenrand stehen und dem weißen „Oriente-Bus“ mit Aufschrift Mérida winken. Alles klar! Ein großer Grill vor dem „Los Pájaros“ mit lecker duftenden Hähnchen drauf erinnert uns daran, dass das Frühstück ziemlich mager ausgefallen ist und so lassen wir den gerade kommenden Bus durchfahren und essen erst mal was. Der Kellner meint zudem, dass die alle halbe Stunde durchfahren, also stehen wir eine halbe Stunde später an der Straße, aber es kommt keiner. Nach einer Stunde sehen wir dann endlich den Bus kommen, wir winken, der Busfahrer schüttelt den Kopf. Sch…! Wir rennen los und sehen ca. 200 m weiter das Schild vom Busterminal, wo der Bus gerade hält. Gerade als wir direkt neben ihm stehen, fährt er los. So ein Depp! Also kaufen wir uns Tickets für den nächsten Bus um 13:15 Uhr, welcher „pünktlich“ um 13:45 Uhr kommt. Die Klimaanlage ist auf „Sibirien“ eingestellt, es ist unglaublich kalt! Zur Unterhaltung steigt zwischendurch ein Gitarrenspieler ein, der zwei Lieder singt dann Geld einsammelt und wieder aussteigt. Nach 2 ½ h kommen wir total durchgefroren in Mérida an, wo wir mit dem öffentlichen Bus weiterfahren ins Zentrum. Während Liane mit dem Gepäck an der zentralen „Plaza de la Independencia“ wartet, macht sich Florian auf Hostel-Suche, was sich als ziemlich schwierig herausstellt, da fast alles ausgebucht oder zu teuer ist. Als es dunkel wird, haben wir dann aber endlich eine Bleibe gefunden und das Zimmer bezogen. Es ist sogar zur Abwechslung mal ein richtiges Hotel. Das „Dolores Alba“ macht von außen zwar nicht viel her, unten drin ist ein Stacheldraht-Laden!? Es hat aber einen schönen Innenhof und einen Pool! Florian hat gut verhandelt und wir müssen nicht viel mehr zahlen als für ein Zimmer im Backpacker. Das Hähnchen von mittags hat nicht so lange satt gemacht, deshalb machen wir uns auf die Suche nach etwas Essbarem. Wir beschließen mal wieder „richtig“ essen zu gehen und nicht an einem Straßenstand und finden das Restaurant „Amaro“, welches sehr gemütlich aussieht, mit romantischem Innenhof mit Baum. Einiges los ist auch. Der Kellner bringt uns sogar noch zwei Tequila für umsonst als Aperitif…

chichen-28 Pyramide des Kukulkán

chichen-29

chichen-30 Kriegertempel

chichen-32 Halle der 1000 Säulen

chichen-33 Tzompantli

chichen-38 Tourimassen und schlechtes Wetter - Zeit zum Verschwinden!

Hier das ganze Album:

Cenote-Tauchen an Weihnachten

Um 5:30 Uhr werden wir von einem sehr ungeduldigen Taxi-Fahrer abgeholt. Dabei ist er fast 10 min zu früh dran und wir sind gerade noch am Frühstücken! Egal, um die Uhrzeit ist überhaupt kein Verkehr und wir sind genau um 6:00 Uhr am Flughafen. Hier müssen wir erst noch die Ausreisesteuer von 26 US$ p. P. zahlen. Wofür wissen wir auch nicht so genau, vermutlich damit die fünf Leute bezahlt werden können, die die Steuer einkassieren! Gepäck ist ratz-fatz eingecheckt und wir machen uns auf den Weg durch die Handgepäck-Kontrolle. Unsere grüne 3 l-Flasche „Fresca“ (so ähnlich wie Top-Fit) und die 1,6 l-Flasche Wasser jucken niemanden. Und wir gehen auf einen internationalen Flug nach Mexiko! Naja, dafür müssen wir aber Gürtel und Schuhe ausziehen und später direkt am Gate wird das Handgepäck nochmal halbherzig „durchsucht“, sprich: aufmachen, ein kurzer Blick, ok, bitte weitergehen! Dafür sehen aber nochmal sechs Angestellte hier rum. ABM hoch 10! Nach ca. 1 ½ h Flug landen wir in Panama-Stadt, wo wir ca. 1 h zum Umsteigen haben, bevor wir nach weiteren 2 h in Cancun ankommen. Hier empfängt uns Hitze! Vor dem Terminal stehen die Shuttle-Busse, die einen für 15 US$ p. P. ins Zentrum bringen. Auf Nachfrage heißt es: Ja, ja, das ist die günstigste Möglichkeit! Glauben wir nicht und laufen mal weiter. Und siehe da, ein ganz normaler Bus fährt auch in die Stadt für 9 US$ für beide zusammen. Na also, geht doch! Am Busterminal angekommen schnappen wir uns gleich den nächsten Bus in Richtung Strand. Florian hat die Hoffnung, dass wir dort irgendwie ein günstiges Hotel finden. Der Busfahrer sagt, er lässt uns am Tortuga Beach raus, hier gäbe es bezahlbare Unterkünfte. Beim Blick auf den Strand würden wir aber am liebsten gleich wieder einsteigen: Haufenweise Leute, eine Bar mit mega-lauter Musik, die Tische stehen bis vorne zum Wasser, es gibt eine Art Kran, an der man Bungee-Jumping machen kann. Nix wie weg! Wir laufen an der Straße entlang noch ein Stückchen weiter, finden aber nichts, deshalb fahren wir doch wieder zurück ins Zentrum. Wir erwischen leider den falschen Bus und kommen daher nicht am Busterminal an, sondern irgendwo anders. Als wir aussteigen treffen wir auf Gerardo, der hier Touren verkaufen will. Wir fragen ihn nach einem Hostel in der Nähe, er meint, es wäre ein ganz schönes Stückchen zu laufen und er kann uns mit seinem Auto gerne hinfahren, dann kriegt er bissle Provi vom Hostel. Er sieht vertrauenswürdig aus, also laufen wir zu seinem Auto, einem VW Buggy mit offenem Dach. Unser Gepäck hat gerade so auf der Rückbank Platz, also müssen wir zu zweit auf den Beifahrersitz. Gerardo meint, er hat schon mal 6 Leute mit dem Ding rumkutschiert. Na dann, los geht’s! Das erste Hostel das wir anfahren hat zu (mitten in der Hochsaison!), das zweite ist voll, das dritte hat noch genau ein Zimmer. Das nehmen wir! Es ist das Hostel Haina und liegt direkt neben einem kleinen Park, wo abends ganz schön was los ist. Am Rand sind kleine Imbiss-Stände aufgebaut. Hier gibt es leckere Tacos, Burritos, Tortas, etc. mit unterschiedlichen Fleischsorten gefüllt. Da kriegen wir doch gleich Hunger, müssen aber erst noch Geld holen. Dabei kommen wir an einer Art „Weihnachtsmarkt“ vorbei. Es gibt eine Eisbahn (bei fast 30° C!), zwei dicke Weihnachtsmänner mit Schlitten und Geschenken, mit denen man gegen Bares Fotos machen lassen kann und viel, viel kitschiges, blinkendes Deko-Zeugs. Wir kucken uns das Ganze eine Weile an, und dann geht es auf direktem Weg zurück zu den Imbiss-Buden. Wir entscheiden uns letztendlich für „Tiayudas daxaquenas”, das sind mit Chorizo und Käse gefüllte Teigtaschen. Zum Nachtisch probieren wir zum ersten Mal „Marquesita“ mit Nutella! Muss man sich wie zusammengerollte, ganz dünne, richtig knusprige Crêpes vorstellen. Ach, wenn‘s die doch auch bei uns daheim gäbe!!!

playa-02 Skyline von Panama-Stadt

playa-03

playa-05 Weihnachtskitsch in Cancun

playa-06 Eisbahn bei sommerlichen Temperaturen

Morgens wollen wir aber trotzdem noch die 20 km lange „Zona Hotelera“ ankucken, wo sich ein Hotelbunker neben dem nächsten befindet. Das ist mal gar nix für uns, aber wenigstens gesehen haben wollen wir das schon mal! Wir packen alles zusammen, dabei fällt uns auf, dass eine Stofftasche mit Knabberzeugs fehlt. Florian hat den kleinen Rucksack nicht ausgepackt. Liane auch nicht. Hmm. Wir schieben den Vorhang auf die Seite. Krass! Da hat doch tatsächlich nachts jemand durchs Fenstergitter + Moskitonetz hindurch unseren Rucksack durchwühlt! Schnell kucken wir nach, was alles fehlt. Die Sonnenbrillen, die Stofftasche mit ein paar T-Shirts von Florian und halt unser Knabberzeugs, sonst scheint alles noch da zu sein! Haben wir ein Glück, dass die wirklich teuren Sachen nicht in Reichweite lagen! Puh! Wir sagen an der Rezeption Bescheid, dass wir beklaut worden sind. Die Besitzerin ist total entsetzt und ruft gleich die Polizei. Als die Polizei schließlich zu dritt auftaucht, müssen wir kurz zeigen, was wo lag und was passiert ist, aber arg viel mehr als dass sie einen Bericht schreiben ist nicht drin. Wir sollen noch auf das Polizeirevier und eine Aussage machen. Wir bekommen von der Besitzerin des Hostels den Tipp auf das Polizeirevier in der Hotelzone am Strand zu gehen, dort wäre bestimmt nicht so viel los. Sie hat recht: Wir fahren mit dem Bus hin, kommen gleich dran und der Beamte kann auch noch einigermaßen englisch! Er schreibt einen Bericht, was passiert ist und was geklaut wurde. Als wir eine Kopie davon wollen für die Versicherung soll das 115 Pesos (umgerechnet 6 €) kosten. Hä? Gut. Dann machen wir halt ein Foto davon. So ein Blödsinn! Wir beschließen am Strand ein Stück in Richtung Innenstadt zu laufen. Zuerst kommen wir aber an der völlig amerikanischen „La Isla Mall“ vorbei. Hier gibt es alle Luxusmarken, die man sich nur vorstellen kann: Gucci, Prada, Guess, Hilfiger usw. und dazu wirklich alle Ami-Fast-Food-Läden: McDonald‘s, KFC, Burger King, Hooters, usw. Kein Wunder, dass Cancun zu 90% Amerikaner anzieht! Hinter der Scheibe des Wasserbeckens vor dem Eingang ins „Aquarium Cancun“ ist gerade ein Taucher zu sehen. Wir denken erst, der macht das Aquarium sauber. Aber nein, er soll die Touristen anlocken, er hat ein Mikrofon im Taucherhelm und kann mit den Leuten sprechen, die vor ihm stehen bleiben. Unglaublich! Und hören kann er uns auch. Wir sagen ihm, dass es viel schöner ist, draußen im Ozean zu tauchen als in so einem komischen Becken. Er lacht und meint, ja, das findet er auch. Wir wünschen ihm noch viel Spaß und flüchten vor so viel Amerikanisierung! Schließlich finden wir auch den öffentlichen Strandzugang, denn über Kilometer hinweg kommt man anscheinend nur durch die Hotelbunker an den Strand. Wir laufen am Strand entlang und kucken uns kopfschüttelnd die krebsroten Touris an, die dicht an dicht auf ihren Strandliegen herumliegen. Die meisten haben ihr iPhone in der einen und einen Cocktail in der anderen Hand… Weiter hinten an den Swimmingpools in den Hotelanlagen selbst liegen aber noch viel mehr Touris rum. Für viele spielt sich der ganze Urlaub hier ab, hier haben sie ja alles, was sie brauchen. Das „Hard Rock Café“ benutzen wir schließlich als Ausgang zurück zur Straße, hier ist es aber so kalt, dass wir befürchten festzufrieren, wenn wir stehenbleiben. Wir essen noch eine Kleinigkeit beim China-Thai-Imbiss in der angrenzenden Mall. Dann machen uns auf den Weg zurück ins Hostel, damit wir noch den Bus nach Playa del Carmen bekommen. Denn hier ist es ganz einfach nur schrecklich! Wir müssen nicht lange warten und nach einer guten Stunde Fahrt sind wir auch schon da. Das „Hostel 3B“,das wir uns rausgesucht hatten, liegt gerade zwei Blöcke neben dem Busterminal und hat sogar noch was für uns frei. Wir kriegen zwar nur ein Dorm-Doppel-Bett, aber dafür haben wir das Zimmer bis nach Weihnachten für uns alleine. Das Hostel ist echt schick, ganz neu und modern gemacht! Wir begeben uns gleich mal auf die Einkaufsmeile, die 5th Avenue, hier laufen zwar genau so aufgetakelte Mädels und Jungs rum wie in Cancun, aber es ist viel überschaubarer und irgendwie netter. Dann planen wir unsere nächsten Tauchgänge. Dieses Mal wollen wir allerdings nicht im Ozean, sondern in einer „Cenote“ tauchen. Davon gibt es auf der Yucatan-Halbinsel ganz schön viele. Es sind eingestürzte Kalksteinhöhlen, die mittlerweile mit Wasser gefüllt sind, unterirdisch über kilometerlange Höhlensysteme miteinander und mit dem Ozean verbunden. Das bedeutet: oben Süßwasser, unten Salzwasser. Das Tauchen in der Cenote wird als „Cavern Diving“ beschrieben, im Gegensatz zum „Cave Diving“ braucht man hierfür keine spezielle Ausbildung. Cavern, weil man eigentlich nie weiter als 10 m in eine Höhle taucht und man immer das Licht von oben als Referenz für den Ausstieg hat. Wir kucken vorher im Internet welche Tauchcenter dafür die Besten sind. Leider haben wir uns den Namen nicht richtig gemerkt und landen bei „Scuba Playa“ anstatt bei „Playa Scuba“. Dort berät uns Pablo sehr professionell und ausführlich, ca. 1 h lang. Er rät uns für den Anfang grundsätzlich zu einer flacheren Cenote. Es gibt zwar einige sehr schöne, mit Namen „Angelita“ oder „The Pit“, aber der Schwierigkeitsgrad dort ist mit sehr anspruchsvoll angegeben, weil sie sehr tief und daher nur für sehr erfahrene Taucher geeignet sind. Das ist also eher mal nix für uns Cenote-Neulinge. Danach suchen wir trotzdem noch das „richtige“ Tauchcenter, wo uns der Inhaber Klaus, ein Kölner gleich auf Deutsch begrüßt: „Seid ihr Ossis?“ Er hat noch 2 Plätze für den nächsten Tag frei, es geht in „The Pit“ und die ist „total geil“!!! Da gehen wir auf 40 m runter, unten ist dann noch ne giftige Wasserstoffsulfid-Wolke, ob wir dabei sind? Kein Problem, auch für Neulinge. Als erfahrener Dive-Master ist der Memo dabei und der ist „voll lieb“! Die zweite Cenote an dem Tag wird dann „El Eden“ werden, die ist komplett anders! Liane, der beim Gedanken Cenote-Tauchen bisher noch gar nicht so wohl war, ist jetzt aber sofort begeistert und hat Florian nach kurzer Zeit überredet: „Ja, machen wir, kannst uns aufschreiben!“

playa-09 Sprechender Taucher

playa-10 Hotelzone Cancun

playa-12 Alle halbe Stunde einmal drehen!

Pünktlich um 8:00 Uhr stehen wir auf der Matte des Tauchcenters, vorher haben wir uns mit einem großen Starbucks-Kaffee und „Tortas Cerdo“ (das sind Brötchen mit Schweinegeschnetzeltem in Fettsoße) gestärkt. Die Zubereitung am Straßenstand sieht zwar nicht sehr hygienisch aus, da die Fleischfetzen einfach mit bloßer Hand zerteilt und auf die Brötchen geklatscht werden, aber es schmeckt echt gut. Von uns aus kann‘s also losgehen. Unser Dive-Instructor heisst Memo, eigentlich Guillermo, aber wir können auch Wilhelm sagen.- Ääh, ok!? Wir bekommen noch unser Equipment und schon geht’s mit noch zwei Japanern im Schlepptau los zum ersten Tauchplatz. Auf dem Weg erzählt uns Memo einige lustige Geschichten, dass er auch ein bisschen Deutsch kann, verdankt er Klaus, dem Chef des Dive-Centers. Die erste Cenote heißt „The Pit“ und ist auf den ersten Blick ein ziemlich kleines „Loch“ mitten im Wald. Zuerst müssen wir das ganze Equipment über einen Flaschenzug ins Wasser lassen. Dann entweder die 7 m hinterherspringen oder runterklettern. Diese Cenote ist die tiefste in Mexiko, über 110 m tief, wobei wir natürlich maximal bis 40 m gehen werden. Jeder von uns bekommt noch eine Art Taschenlampe ums Handgelenk. Auf ca. 10 m Tiefe tauchen wir dann durch die sogenannte „Halokline“ oder „Salzgehaltssprungschicht“, der Bereich also, wo sich Süß-und Salzwasser treffen. Hier ist die Sicht plötzlich total unscharf, ungefähr so als ob man durch eine Brille mit 9 Dioptrien kuckt, obwohl man gar keine braucht… Nach ein paar Metern sind wir durch die Schicht durch und die Sicht ist super, da das Wasser ja keinerlei Bewegung hat. Auf 30 m kommt dann die von Klaus angekündigte giftige Wasserstoffsulfid-Schicht. Diese bildet sich durch die bakterielle Aufspaltung des organischen Materials, das in die Cenote fällt. Aber das ist echt mal cool! Man hat wirklich das Gefühl wie in Wolken zu schweben… Vor allem, wenn man beim Aufsteigen aus der weißen Schicht im absolut klaren Wasser über einem einen anderen Taucher sieht, wirkt es, als könne dieser fliegen. Wir tauchen dann noch ein Stückchen in eine seitliche Höhle hinein, hier gibt es viele Stalaktiten und Stalakmiten in unterschiedlichen Formen und Farben. Ein paar kleine Fische schwimmen umher, aber wegen denen sind wir ja auch nicht hier! Nach einer guten halben Stunde tauchen wir wieder auf. Gleiches Spiel wie vorher: Equipment an dem Flaschenzug befestigen, diesmal hochziehen. Im Wet-Suit den steilen Hang hochklettern ist auch mal interessant! Dann geht’s los zur zweiten Cenote, mit dem schönen Namen „El Eden“ – das Paradies! Wir sind gespannt! Für den kleinen Hunger zwischendurch bekommen wir auf der Fahrt ein Sandwich. Zwischendurch merken wir, dass wir unsere Flossen und Gewichte an der ersten Cenote vergessen haben! Sch…! Also nochmal umkehren. Ein Auto von einem anderen Tauchcenter kommt uns entgegen und hat alles dabei. Uff! Bei der zweiten Cenote angekommen richten wir gleich unser Equipment und hüpfen ins Wasser. Dieses Mal ist der Einstieg eher eine Art See, in der auch viele Schnorchler unterwegs sind. Der Eingang zur Cenote ist ein etwas enger und dunkler Tunnel, aber dann sind wir in einer superschönen Höhle, von schräg oben kommt das Sonnenlicht durch und zaubert tolle Lichteffekte! Unbeschreiblicher Anblick! Insgesamt sind wir fast eine Stunde unterwegs, hin und zurück, sehen viele tolle Fels-Formationen, teilweise umgestürzte Bäume… Immer wieder bemerken wir die unscharfen Sprungschichten, in denen sich Süß- und Salzwasser vermischen. Einmal gibt es eine richtig warme Schicht, bestimmt 35° C warm! Die Tauchgänge in den Cenoten waren mal eine schöne Abwechslung zum Ozeantauchen und total entspannend, weil kristallklares Wasser und keinerlei Strömung! Zurück in Playa del Carmen sind wir richtig hungrig, wir kriegen von Memo den Tipp die gegrillten Hähnchen in einem Restaurant in der Nähe des Tauchcenters zu probieren. Machen wir! Echt lecker und günstig. Von den zwei Japanern bekommen wir noch die Bilder, die sie in den Cenoten gemacht haben. Zwei Japaner – zwei Kameras. Soweit normal. Aber bei fast 300 Bildern sind nur ca. 5 Stück brauchbar. Der Rest ist total unscharf! Das gibt’s doch nicht! Es ist uns ein Rätsel, wie man das bei quasi unbewegtem Wasser hinkriegt! Leider ist unsere Unterwasserkamera nur bis 10 m wasserdicht, sonst hätten wir sie selbst mitgenommen.

playa-14 Einstieg der Cenote "The Pit"

playa-15 "The Pit" (Bild vom Tauchcenter)

playa-16 Wenn sie schon nicht fotografieren können...

playa-17 Einstieg der Cenote "El Eden"

playa-18 "El Eden" (Bild vom Tauchcenter)

playa-19 "El Eden" (Bild vom Tauchcenter)

Heute ist Weihnachten! Ausschlafen und gemütlich Frühstücken im Hostel mit frischem Obst im Müsli! Lecker! Dann bissle die weitere Reise planen und Blog schreiben. Unser Hostel hat abends einen größeren Tisch im Karen’s reserviert – Xmas-Party! Es gibt ein spezielles Weihnachtsbuffet – mit Live-Musik. Also gut, wir wussten eh nicht, was wir abends außer essen gehen machen wollen. Von außen sieht das Restaurant ganz gut aus – gebucht! Hier hängen auch die großen bunten Sterne, die wir jetzt schon überall gesehen haben. Wir finden heraus, dass dies eine alten Tradition names „Piñata“ ist. Kinder dürfen mit einem Stock und verbundenen Augen abwechselnd auf die Sterne einschlagen, bis die darin enthaltenen Süßigkeiten herausfallen. Nachmittags legen wir uns noch ein bissle an den Strand und machen nix. Für den nächsten Tag buchen wir noch Tauchen bei der Insel Cozumel, angeblich eines der besten Tauchgebiete der Welt und seit einer 1961 hier gedrehten Doku von Jacques-Yves Cousteau weltberühmt. Es geht auch erst um 10:00 Uhr los mit der Fähre, damit wir nicht so früh ins Bett müssen. Um 20:00 Uhr richten wir uns und schauen schon mal beim „Karen’s“ vorbei. Hier ist aber mal noch gar nix los! Deshalb gehen wir erst ins „Fusion“ und trinken einen Cocktail. Hier ist die Bude komplett voll, am Strand stehen gemütliche Korbsessel und eine Live-Band spielt. Cool! So ähnlich erhoffen wir uns das auch. Leider sieht die Wirklichkeit komplett anders aus! Als wir um 22:00 Uhr wieder am Karen’s ankommen, steht davor gerade ein Mädel, das auch bei uns im Hostel ist und kuckt uns fragend an. Sie war grade oben im Saal in dem das Fest stattfindet, da ist noch niemand sonst vom Hostel und das Buffet geht gerade erst los. Saal? Naja. Also nochmal in eine andere Bar, dieses Mal mit Karla aus Kolumbien im Schlepptau, die schlechter Englisch spricht als wir Spanisch. Das kann ja lustig werden! In der Bar setzt sich noch ein älterer, schon ziemlich betrunkener Ami zu uns und beginnt, Karla anzubaggern. Irgendwie hat er zu allem blöde Sprüche parat, zuerst glaubt er uns nicht, dass wir aus Deutschland sind, weil wir gar nicht so aussehen und „die Deutschen doch immer so fett sind“ Äääh? Schon mal in den Spiegel gekuckt?! Als er schließlich noch von Hitler anfängt, reicht es uns und wir gehen. Mittlerweile haben wir auch gut Hunger. An unserem Hostel-Tisch sitzt zwar immer noch niemand und außen rum sehen wir hauptsächlich aufgebrezelte Familien. Die Tanzfläche ist von Kindern belagert und auf zwei großen Leinwänden kommen entweder Musikvideos oder ein animierter tanzender Santa. Die Schlange zum Buffet ist ewig lang und als wir dort ankommen, ist fast nix mehr da und wir müssen warten. Zudem gibt es nur zwei verschiedene Salate und als Hauptspeise Karotten-Gemüse, Nudeln in weißer Soße, Kartoffelbrei, Schwein in einer süßen Soße und Pute in einer Pilz-Soße, zum Dessert pappig süßen Schokokuchen. So haben wir uns das Buffet echt nicht vorgestellt! Das Essen ist absolut nur auf Quantität und nicht auf Qualität ausgerichtet und schmeckt überhaupt nicht. Das Trinken ist unverschämt teuer und unser Kellner weiß nicht mal wo die Toiletten sind! Wir essen so schnell wie möglich, versuchen uns nicht aufzuregen, denn für das Geld hätten wir woanders richtig schön essen gehen können! Also gehen wir zurück ins Fusion um das Essen mit einem Cocktail hinunterzuspülen. Wir kommen gerade rechtzeitig zur Feuershow am Strand. Danach hören wir noch der Live-Musik zu, bevor wir durch die Straßen laufen und kucken, was sonst so los ist. Alleine die Leute zu beobachten ist total lustig! Aufgetakelt bis zum geht-nicht-mehr!

playa-22 Strand von Playa del Carmen

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playa-25 Frohe Weihnachten! :-)

playa-29 Mega-Weihnachtsparty!

playa-30 Ein Prosit auf Weihnachten!

playa-31 Das war ein Cocktail zuviel...

Morgens gibt’s wieder „Tortas“ mit Schweinegeschnetzeltem und Kaffee, bevor wir uns auf die Fähre nach Cozumel begeben. 45 min dauert die Überfahrt. Am Pier werden wir schon von Roman in Empfang genommen, unserem Dive Instructor. Wir kriegen unsere Flossen und Wet-Suits und ab geht’s auf das Boot. Zwei andere Deutsche sind noch dabei und ein Ami. Wir fahren ein paar Minuten an der Küste entlang, bis wir am ersten Tauchplatz ankommen, der „Colombia Gardens“ heißt. „Gewichte um, Jacket anziehen, Maske auf – los geht’s!“ Arg viel mehr Worte macht Roman nicht. Immerhin erklärt er uns noch kurz, in welche Richtung der Tauchgang gehen wird und dass wir nach ca. 45 min oder bei soundso viel Luftvorrat den Aufstieg beginnen werden. Alles klar! Wir tauchen bis auf ca. 30 m, die Sicht ist superklasse, über 40 m und das Wasser ist ziemlich warm. Die Korallen sind sehr schön und ziemlich bunt, viele davon haben wir noch nie gesehen! Fische gibt es auch eine ganze Menge, aber leider keine großen, auf die wir uns ja ein bisschen Hoffnung gemacht hatten! Trotz allem, ein schöner, entspannter Tauchgang, den wir leider nach ca. 30 min beenden, weil dem Ami die Luft ausgeht. Super. Wir hatten gerade mal 1/3 der Luft verbraucht und hätten noch locker weitertauchen können. Nun ja. Nach einer Pause von ca. 30 min geht es zum zweiten Tauchplatz, genannt „Paradise Wall“, diesmal nur 15 m tief. Als wir unten ankommen, sehen wir gleich einen großen Adlerrochen mit geschätzten 2 m Spannweite direkt vor uns! So einen haben wir beim Schnorcheln ja schon mal gesehen, aber beim Tauchen, quasi auf Augenhöhe, ist er noch viel beeindruckender! Außerdem sehen wir riiiiiiiieeesengroße Krebse! Zwar versteckt in Felshöhlen, aber die Beine und Scheren sind absolut gigantisch! Und zwei Langusten sitzen gemütlich zusammen unter einem Fels. Die würden uns jetzt auch schmecken! ;-) Schließlich sind wir wieder an Land, müssen noch 1 ½ h Zeit totschlagen, bis die Fähre kommt. Denn heute ist erstens Sonntag, zweitens der Tag nach Weihnachten und drittens mal so was von überhaupt nix los! Deshalb kaufen wir uns eine ganze Packung Langnese-Eis und löffeln diese gemütlich auf einer Parkbank sitzend. Zurück im Hostel sind wir total platt und legen uns eine Runde aufs Ohr, bis wir Hunger bekommen und bei den Essensständen leckere Tacos mit Asado (gegrilltes Fleisch) und Zwiebel-Tomate-Salsa essen. Abends sitzen wir noch im Hostel, basteln am Blog und unterhalten uns mit Karla. In Zusammenarbeit mit unserem besten Freund „Leo“ (dem Online-Wörterbuch) geht das sogar ganz gut!

playa-32 lecker Essensstände

playa-33 Tauchen in Cozumel

playa-34 Eine ganze Packung Eis nur für uns! :-)

Hier das ganze Album:

Kaffee rösten im Orosi-Tal

Wir frühstücken und beobachten dabei einen kleinen Verkehrsunfall direkt vor dem Hotel. In Costa Rica gilt die Regel: Autos so stehen lassen, bis zuerst die Polizei und dann einer von der Versicherung da war. Das kann unter Umständen schon mal einige Stunden dauern und so lange ist die Straße dann halt dicht! In Deutschland würde man bei so einem kleinen Blechschaden eher noch einen Extra-Strafzettel für Verkehrsbehinderung bekommen. Das Wetter ist zwar immer noch total übel, aber wir fahren trotzdem den Irazu hoch. Irgendwas wird man schon sehen… Oben angekommen ist totale Nebelsuppe. Selbst der Typ am Eingang meint, nöö, heute wird das wohl eher nix. Wir kucken trotzdem nach, aber mehr als 5 m weit kann man echt nicht sehen! Wir laufen ein bisschen am Vulkanrand herum. Spaß macht das aber keinen. Wieder unten angekommen scheint mittlerweile aber sogar die Sonne!? Wir fahren ins Orosi-Tal, wo wir in der Sanchiri-Lodge ein Zimmer mit super Blick über das Tal bekommen. Nach einer kurzen Pause fahren wir nach Orosi rein und gehen zum Schwimmbad „Aguas Termales“, allerdings gibt es nur zwei kleine Hot-Pots und zwei größere kältere Schwimmbecken. Egal, bei dem mittlerweile schon wieder einsetzenden Regen genau das Richtige! Nach dem Baden essen wir im Restaurant „Delicioso Colombia & Argentina“ ein mächtig gewaltiges 400 g Rumpsteak. Das haben wir ja schon ganz schön vermisst seit Argentinien. Mmmmh!

orosi-01 Kathedrale von Cartago

orosi-02 giftgrüner Kratersee des Vulkan Irazu (bitte Fantasie anstrengen!)

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Nach dem zur Abwechslung mal richtig fettigen Frühstück (Omelette mit Schinken und Käse in Öl ertränkt) ist uns halb schlecht als wir uns auf den Weg in Richtung Paraíso machen. Hier gibt es um 9:00 Uhr eine Führung auf der organischen Kaffeeplantage Finca Cristina für uns. Genau pünktlich kommen wir an und es geht auch gleich los. Die Besitzerin heißt Linda und ist mit ihrem Mann Ernesto vor über 35 Jahren aus den USA ausgewandert. Zuerst nach Panama, dann nach Costa Rica. Sie erklärt uns zuerst eine ganze Menge über die Pflanzen die auf dem Anwesen wachsen und die Tiere die hier leben und welche Vor- und Nachteile daraus entstehen für die Plantage. Insgesamt hat die Finca nur 7 Hektar, auf denen Kaffee angebaut wird. Dazwischen wachsen Bananenstauden und verschiedene Bäume, die der Regulierung von Licht und Schatten zwischen den Kaffeepflanzen dienen. Werden sie zu groß, werden die Äste einfach abgeschnitten. Dadurch, dass es hier quasi keine richtige Trockenzeit ganz ohne Regen gibt, haben die einzelnen Kaffeefrüchte unterschiedliche Reifegrade. Teilweise wurden sie vor kurzem schon reif geerntet, teilweise werden sie gerade rot, teilweise sind sie noch unreif grün. Ab dem dritten Jahr nach der Pflanzung kann geerntet werden. Linda erzählt uns, dass es einen riesigen Unterschied in der Qualität gibt, ob wirklich nur ganz reife Früchte geerntet werden oder nicht. Daher müssen sie den Pflückern den doppelten Lohn zahlen, damit diese wirklich gut aufpassen und nur reife Früchte ernten. Dies zahlt sich dann aber in einem sehr viel höheren Preis beim Verkauf aus. Nun übernimmt Ernesto die Führung: Die geernteten Früchte werden dann in einer kleinen Maschine automatisch geschält, so dass nur noch die Kaffeebohnen mit dem schleimartigen Fruchtfleisch übrig bleiben. Dieses wird von einer weiteren Maschine entfernt. Dann werden die Kaffeebohnen zum Trocknen in einer Art Gewächshaus ausgelegt und regelmäßig mit einem Holzschieber gewendet. Alternativ gibt es noch eine große Trommel an die ein Fön angeschlossen ist. Abhängig vom Wetter wird so oder so getrocknet. Danach laufen die die Bohnen durch eine Sortiermaschine, die nach dem Prinzip eines Airhockey-Tisches funktioniert: Die Bohnen werden durch Rütteln über eine geneigte Fläche transportiert, durch die aufströmende Luft sammeln sich die schweren am unteren Rand, die leichten am oberen und fallen dementsprechend in Gefäße. Die Bohnen, die in der Mitte landen werden noch einmal sortiert. Ernesto schätzt, dass ca. 90% der gesamten Ernte die schwereren Bohnen sind, die dann zu hochwertigem Kaffee verarbeitet werden. Begonnen haben die beiden mit dem Verkauf der Früchte. Später wurden die grünen, also quasi die getrockneten, Bohnen an die Röstereien verkauft. Vor ca. 4 Jahren haben sie sich einen eigenen Röster gegönnt und verkaufen nun den fertigen Kaffee unter der Eigenmarke „Finca Cristina“. In der Rösterei übernimmt wieder Linda die Vorführung und kippt 10 kg grüne Kaffeebohnen in die Rösttrommel, bei ca. 215° C. Die Temperatur geht dann ziemlich schnell auf ca. 70-90° C herunter, um dann langsam wieder auf über 200° C zu steigen um die Bohnen sanft zu rösten. Ein himmlischer Duft zieht durch den Raum! Nun können wir den Kaffee natürlich auch probieren, leider nur eine Röstung und eine Tasse pro Person. Dazu gibt es aber immerhin noch Schokokaffeebohnen. Lecker! Insgesamt geht die Führung 3 h und sie ist wirklich sehr liebevoll gemacht. Zum Abschied bekommen wir noch ein ganzes Büschel voll Bio-Bananen geschenkt, die zwar nicht schön aussehen, aber zuckersüß sind. Schließlich fahren wir weiter in Richtung San José, versuchen irgendwie zu vermeiden, mittenhindurch fahren zu müssen und kommen schließlich in Alajuela an. Von hier aus fahren wir aber direkt weiter in Richtung Poas Nationalpark, mal sehen, ob sich der dritte Vulkan unserer Costa Rica-Reise wohl zeigen wird… Unterwegs kehren wir noch in einer typischen Soda zum späten Mittagessen ein. Ein paar Kilometer vor dem Nationalpark-Eingang finden wir die „Chalets los Volcanos“, quasi ein kleines Holzhäusle mit zwei Schlafzimmern, Küchenzeile und sogar einem offenen Kamin! Die erste schlechte Überraschung erlebt Florian, als er aufs Klo gehen will, dieses ist nämlich bis obenhin voll mit Scheisse! Im wahrsten Sinne des Wortes! Florian ist da ja, vorsichtig ausgedrückt ein bisschen empfindlich, und kriegt auf der Stelle einen üblen Würgreiz, so dass die anderen alle angelaufen kommen um nachzukucken, was los ist. Wir können uns beim besten Willen nicht vorstellen, wie jemand so einen großen Haufen machen kann. Unglaublich! Wir informieren den Typen an der Rezeption, dem das Ganze höchst peinlich ist. Er erzählt etwas davon, dass die Putzfrau schon ziemlich alt ist und wohl auch vergesslich. Na wunderprächtig! Die nächste Überraschung kommt, als wir den Kamin anmachen wollen, das Holz ist nämlich nass und ein Feuer lässt sich beim besten Willen auch mit diversen Anzündern nicht entfachen. Es wird daher ziemlich kalt, da die Fenster absolut nicht dicht sind. Als wir schließlich ziemlich durchgefroren ins Bett wollen, stellt sich dieses als ziemlich eklig heraus. Das Kissen unterm Kissenbezug ist verschimmelt und das Laken und die Bettdecke fühlen sich ziemlich nass an… Na wunderbar. An eine heiße Dusche am nächsten Morgen ist auch nicht zu denken, da die Dusche auch nicht geputzt wurde und noch die Haare vom Vorgänger drin liegen.

orosi-06 Orosi-Tal

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orosi-08 Linda von der Finca Cristina

orosi-09 Kaffee-Früchte

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orosi-14 Grüner Kaffee

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orosi-20 fertig geröstet

orosi-21 Riecht super!

Wir beschweren uns noch, aber da der Typ an der Rezeption nur Spanisch spricht und wir das Kapitel „Beschweren auf Spanisch“ erst später in unserem Crashkurs gelernt hätten, geben wir auf und fahren noch hoch zum Vulkan Poas. Das Wetter unten sieht gar nicht so schlecht aus, aber oben ist wieder total nebelig und es regnet. Nochmal wollen wir nicht 10 US$ Eintritt zahlen, nur um dann wieder nix zu sehen. Deshalb fahren wir wieder runter und kucken noch ein paar Longboardern zu, die in halsbrecherischem Tempo den Berg hinunterschießen. In Alajuela versuchen wir ein bezahlbares Hostel finden. Leider sind die entweder ausgebucht oder teuer. Trotzdem entscheiden sich Moni und Jürgen ein Hotel hier zu nehmen, da sie morgens um 5 Uhr schon am Flughafen sein müssen. Wir bringen sie hin, geben ihnen noch einigen „Ballast“, vor allem Souvenirs mit, die wir unterwegs gekauft hatten und verabschieden uns dann. Wir fahren zurück nach San José und geben als erstes den Mietwagen ab. Unglaubliche 1713 km sind wir in den drei Wochen gefahren. Thorsten von der Mietwagen-Firma fährt uns schnell zum Backpacker, wo wir uns für die nächsten vier Nächte einmieten. Abends gehen wir gebratenes Hühnchen essen, direkt neben dem Backpacker ist ein peruanisches Restaurant, das Valicha.

orosi-23 Höllenritt

orosi-25 echt kleines Schlagloch (für Costa Rica)

Die nächsten drei Tage wollen wir dazu nutzen Fotos zu sortieren, Blog-Berichte und TripAdvisor-Bewertungen zu schreiben und unsere weitere Reise zu planen. Leider geht das Internet nicht im Backpacker. So ein Mist! Daher machen wir uns auf den Weg in die Stadt und sitzen dort eine Weile in einem nach Pizza und Burger riechendem Restaurant und machen den nächsten Blogeintrag fertig. Unterwegs kommen wir noch an dem Platz vorbei, wo drei Wochen vorher der riesige Weihnachtsbaum aufgestellt wurde. Nun leuchtet er in allen nur erdenklichen Farben und ist 50 m hoch! Ein Mann erzählt uns, dass sie volle 10 Tage für den Aufbau gebraucht haben. Verrückt! Als wir später zurücklaufen erfahren wir, dass das Internet immer noch nicht geht, aber morgen kommt dann vielleicht jemand vorbei um es vielleicht zu reparieren. Das sind uns zu viele Vielleicht‘s. Wir fragen im „Costa Rica Guesthouse“ gegenüber an, ob noch Zimmer frei sind. Das Doppelzimmer kostet das gleiche wie im Backpacker, ist aber viel heller und grösser und Frühstück gibt’s auch noch! Das bestätigt mal wieder die Theorie, dass die Backpacker einfach viel zu teuer sind und es meist gleich nebenan super Alternativen gibt. Leider kriegen wir das Geld nur für zwei Nächte zurück, deshalb beschließen wir halt die Nacht noch im Backpacker zu bleiben. Netterweise dürfen wir aber schon den ganzen Abend dort WiFi und den Computer benutzen.

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orosi-30 Weihnachtskitsch pur in San José

Im Guesthouse bekommen wir am nächsten Morgen sogar gleich noch ein Frühstück. Echt super! Und Kaffee gibt’s auch den ganzen Tag for free. So gefällt uns das und wir stürzen uns gleich in die Arbeit, womit wir dann die Tage bis zum Weiterflug nach Mexico beschäftigt sind…

Hier das ganze Album:

Schnorcheln in der Bahía Drake

Zurück über die Holperpiste machen wir uns auf den Weg in Richtung Süden. Unser Ziel heute heißt Dominical und ist ein beliebter Surferstrand an der Pazifikküste. Vor allem fortgeschrittene Surfer kommen hierher, weil es zuverlässig große Wellen gibt. Unterwegs essen wir in einer Soda zu Mittag. Die Straßen sind zwar mittlerweile geteert, aber sie ziehen sich ewig in Schlangenlinien durch die Landschaft. Wir kommen gerade noch rechtzeitig an um noch kurz ins Meer springen zu können bevor es dunkel wird. Vorher mieten wir uns im Hostel „Sundancer“ ein. Die Wellen sind wirklich beeindruckend groß! Der Strand an sich eher steinig und mit Treibholz übersäht. Innerhalb weniger Minuten ist es dann stockdunkel und das um 18:30 Uhr. Wir gehen im Restaurant „Tortilla“ essen. hier ist ganz schön was los: Es ist gleichzeitig Hostel, Restaurant, Bar, … Gegen später gehen die zwei Jungs noch „auf die Fitz“. Von den ganzen „Parties“ am Strand, die wir nach dem Abendessen noch gesehen haben, sind leider nur noch die verlassenen Lagerfeuer-Reste übrig. In einer Bar spielt eine Band und lustigerweise gefällt das wohl einem schwarzen Hund so gut, dass er ständig auf die Tanzfläche springt und „mittanzt“! Als das Geld aus ist machen sich die Jungs auf den Heimweg, wobei sie etwas schneller laufen, um noch zwei andere Touris einzuholen. Warum ist unklar. Daraus wird aber wegen zu wenig Koordination der Füße eh nix und Jürgen liegt kurze Zeit später langgestreckt am Boden. Im Hostel stürmt Florian in unser Zimmer, macht das Licht an, reißt die Notfall-Apotheke aus dem Rucksack, sagt „S‘isch nix, schloof widder!“, geht raus und schließt sich mit Jürgen im Bad ein. Monika ist mittlerweile natürlich auch wach und schließlich machen die Jungs die Tür auch wieder auf. Jürgen hat ein ganz schönes Horn auf der Stirn, die Schulter ist aufgeschrammt und blutet und die Hand auch. Na ganz prächtig! Als Jürgen dann endlich verarztet ist, können alle wieder schlafen gehen…

drake-01 Insel der Krokodile

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drake-07 Auf der "Fitz"...

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Bevor wir losfahren, laufen wir nochmal kurz zum Strand, Florian will vielleicht noch ein bisschen schwimmen. Aber daraus wird nichts. Als wir am dort ankommen, merken wir gleich, dass irgendwas nicht stimmt. Im Sand knien und liegen ein paar nasse Jungs, ziemlich fertig. Ein Mädel ist hektisch am Telefonieren und alle anderen die rumstehen, kucken wie gebannt aufs Wasser. Wir fragen das Mädel, was los ist. Sie erzählt, dass die Jungs zu fünft schwimmen gegangen sind, ziemlich weit raus, dann eine große Welle kam und nun nur vier zurück am Strand sind, während einer immer noch vermisst wird! Die Life-Guards haben wohl schon gesucht, ohne Erfolg. Mittlerweile taucht auch die Polizei auf, drei Surfer rennen nochmal ins Wasser und halten Ausschau. Mittlerweile ist aber schon eine halbe Stunde seit der Welle vergangen, man sieht an seinen Kumpels, dass die Hoffnung ihn noch lebend zu finden, schwindet. Echt übel! Der Strand ist bekannt für seine gefährlichen Strömungen, ein großes Schild warnt davor, aber trotzdem gibt es hier wohl immer wieder Todesfälle! Florian verzichtet daher aufs Schwimmen und wir fahren los. Pünktlich um 11:00 Uhr kommen wir in Sierpe an. Von hier nehmen wir ein Boot nach Bahía Drake. Kapitän Alex erwartet uns schon. Wir bringen noch unser Auto zu einem bewachten Parkplatz und trinken einen Kaffee, bevor es um 11:30 Uhr in rasanter Fahrt im Speedboot über den gleichnamigen Fluss Sierpe in Richtung Meer geht. Alex hat ein gutes Auge und macht zweimal Halt, damit wir die am Ufer liegenden Krokodile sehen können. Nach ca. 1 h Fahrt kommen wir auf dem offenen Meer an, nun werden die Wellen etwas höher und das Boot schlägt ab und zu ziemlich hart auf. Wir sind echt froh, als wir am Strand von Bahía Drake ankommen und die „Wet Landing“ fast ohne nass zu werden überstehen. Ein Auto bringt uns und unser Gepäck zu „Cabinas Manolo“, wo wir die nächsten drei Nächte verbringen werden. In zwei gegenüberstehenden Gebäuden sind jeweils 4 echt schöne, große Zimmer untergebracht. Mit offenem Bad, d. h. ohne Fenster, man kuckt direkt raus auf den angrenzenden Regenwald. Wir essen im angeschlossenen Restaurant eine Kleinigkeit zu Mittag und machen dann Siesta um uns von der anstrengenden Fahrt hierher zu erholen. Gerade als wir wieder aufstehen wollen, fängt es an wie aus Kübeln zu regnen. Daher wird die Siesta in der Hängematte auf dem Balkon vor dem Zimmer verlängert. Leider hört es an diesem Tag gar nicht mehr auf zu regnen!

drake-12 Verzweiflung am Strand von Dominical

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Heute geht es früh los! Um 5:00 Uhr klingelt der Wecker, um 5:30 Uhr gibt es Frühstück, um 6:00 Uhr ist Abmarsch mit unserem Guide Javier an den Strand, wo ein Boot auf uns wartet, dass uns zusammen mit 10 anderen Gästen zum „Corcovado Nationalpark“ bringt, genauer an den Strand der Ranger-Station „Sirena“. Zunächst laufen wir am Strand entlang, immer den Spuren eines Tapirs hinterher, der laut Javier vor ca. 1 ½ h hier vorbeigelaufen ist, wie er am Abstand der Spuren zum jetzigen Wasserstand erkennen kann. Leider finden wir ihn nirgends mehr, aber von den Abdrücken im Sand her, muss es ein echt ein Riesenvieh sein! Immerhin sehen wir am Strand noch einen Krabbenbussard der am Strand sein Lieblingsessen findet: kleine Einsiedlerkrebse und, wie der Name schon sagt, Krabben. Wir halten weiter Ausschau nach Tieren, Liane sieht einen Tukan weit entfernt auf einem Baum sitzen, da Javier ein supertolles Fernglas mit Stativ dabei hat, können wir ihn alle so sehen, als ob er direkt vor uns sitzt. Und es ist ein richtiges Prachtexemplar mit tollen bunten Federn und einem schönen großen Schnabel. Nun geht es in den Wald hinein. Wir sehen verschiedene Affen, „Spider-Monkeys“, „Howler Monkeys“ und „Squirrel Monkeys“, außerdem Vögel, „Urutau-Tagschläfer“, welche tagsüber ganz unbeweglich irgendwo sitzen und perfekt getarnt sind, einen echt schönen „Schwarzkopftrogon“, zwei Schwarzkehlspechte mit knallroten Köpfen wie der Name schon sagt und wunderschöne rote und farbige Aras! An der Ranger-Station machen wir Halt und essen einen Teil unseres Mittagessens (bestehend aus Toast mit Wurst und Käse und Keksen). Die Aras sind ganz schön frech und kommen angeflogen um was zu stibitzen! Ein Stück weiter ist eine Herde Pekaris, die so ähnlich aussehen wie Schweine, leider ziemlich schnell unterwegs. Einen Aguti entdecken wir auch noch, dieser versteckt sich aber so gut, dass wir ihn nur durchs Fernglas gut erkennen können. Später sieht Liane nochmal einen Urutau-Tagschläfer auf einem Ast weit entfernt sitzen, den selbst Javier nicht gesehen hat. Der Tapir versteckt sich weiterhin, die Krokodile auch, ein wunderfitziger Nasenbär rennt noch kurz vorbei und als wir uns langsam auf den Rückweg zum Strand machen fängt es an zu regnen, bzw. eher zu schütten. Innerhalb kürzester Zeit sind wir mal wieder klatschnass! Bevor wir aufs Boot gehen bekommen wir noch etwas zu trinken, dazu Wassermelone, im strömenden Regen macht das aber keinen Spaß. Daher sind wir froh, als wir auf das Boot können, leider nur kurz, denn durch die Fahrt bekommen wir den Regen nun erst recht ins Gesicht gepeitscht. Auf der Hälfte der Strecke hört es zum Glück auf zu regnen, aber wir sind total durchgefroren als wir ankommen. Nun hilft nur eine heiße Dusche! Den Rest des Tages regnet es weiter und wir relaxen in der Hängematte…

drake-16 Dschungeltour in der Bahía Drake

drake-18 Tapir-Spur

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drake-22 Tukan durch das Fernglas

drake-26 Xavier mit einer Eidechse

drake-28 Schwarzkehlspecht

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drake-34 Schwarzkopftrogon

drake-35 Spaßvogel vom Dienst

Der Morgen fängt schon wieder grau und nieselig an, so richtig Lust haben wir nicht uns ins Boot zu setzen und zu „Cano Island“ zu fahren um Schnorcheln zu gehen. Bis zur Insel sind es ca. 45 min Fahrt. Unterwegs sehen wir eine Delfin-Flosse direkt neben dem Boot. Der Kapitän dreht ein paar Extra-Runden und der Delphin ist in Spiellaune: Er springt einige Male neben dem Boot her und surft auf unserer Bugwelle. Echt super! Das Wetter wird auch besser als wir an der Insel ankommen. Der erste Schnorchel-Platz ist echt toll, ein schönes Riff mit vielen Fischen und toller Sicht! Unser Guide Alberto macht uns auf viele spezielle Fische aufmerksam, außerdem wir sehen zwei Weißspitzen-Riffhaie! Und dann schwimmt tatsächlich ein riesengroßer Adlerrochen vorbei! Wow! Das sieht super aus, wie der durch das Wasser „fliegt“! Später sehen wir noch einen „normalen“ Stachelrochen und zum Abschluss gleiten noch zwei Teufelsrochen vorbei (die sehen ein bisschen aus wie Mantarochen, aber kleiner). Das sind einfach tolle Tiere! Wir fahren ein Stück weiter und landen am Strand, wo wir ein bisschen relaxen können, bis das Mittagessen, bestehend aus Nudelsalat, Kartoffelsalat, Toast, Schinken und Käse, fertig aufgebaut ist. Vom Strand aus können wir eine ganze Schule „False Killerwhales“ vorbeischwimmen sehen! Dann geht’s zum nächsten Schnorchelplatz, wo leider ganz schlechte Sicht herrscht. Deshalb fahren wir ein paar hundert Meter weiter, dort sieht es schon viel besser aus. Wieder drei Weißspitzen-Riffhaie und ein großer Barracuda-Schwarm. Und ein Stachelrochen, aber gaaaanz weit unten. Wir drücken Alberto unseren Foto-Apparat in die Hand, er taucht bis runter und macht super Bilder vom Rochen! Wir fragen ihn, wie lange er denn beim Free Diving (Tauchen ohne Sauerstoff-Flasche) durchhält: Bis zu 4 min. Respekt! Insgesamt hat sich der Tag echt gelohnt, allein der Adlerrochen war die Fahrt wert! Moni und Jürgen waren das erste Mal Schnorcheln und sind schwer begeistert. Auf der Rückfahrt, wer hätte es gedacht, fängt es an zu regnen! Diesmal allerdings nur kurz, so dass wir noch einen kleinen Spaziergang in Richtung Dorf machen können. Als wir unsere eMails checken gibt es eine gute Nachricht aus Deutschland: Das schon verloren geglaubte Paket mit unseren Souvenirs aus Südafrika ist nun endlich eingetroffen, lange 3 ½ Monate hat es gebraucht! Juhuuuu!

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drake-39 Adlerrochen

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Um 7:15 Uhr fährt unser Wassertaxi mit Kapitän Alex vom Strand ab zurück in Richtung Sierpe. Es wird wieder eine holprige Fahrt, ziemlich durchgeschüttelt kommen wir nach 1 ½ h an. Wir holen das Auto ab und fahren los in Richtung Norden. Bis nach Cartago ganz in der Nähe von San José wollen wir heute kommen, laut Routenplaner brauchen wir dafür fast 8 h! Der Anfang läuft gut, zwischendurch müssen wir über einen Pass, wo wir in einem Restaurant Mittagessen. Hier hat es gerade noch 11° C und es ist nebelig und regnerisch. Durch das Wetter und die nicht mehr so tollen Straßen brauchen wir dann doch etwas länger bis wir in ankommen. Wir fahren aber gleich noch ein paar Kilometer weiter in Richtung Vulkan Irazu, allerdings gibt es dort nur ein teures B&B und ein Hostel mit einer zugigen unbeheizten Holzhütte, in der wir nachts bestimmt vor Kälte kein Auge zugekriegt hätten. Daher fahren wir wieder zurück in die Stadt und nehmen das „Los Angeles B&B“, auch viel zu teuer, aber leider die einzige Option!

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drake-54 Hafen von Sierpe

Hier das ganze Album:

Alle Krokodile fliegen… hoch!

Morgens fahren wir gleich los in Richtung Süden nach Samara, nach ewigem Gegondel über kurvige Straßen und Schotterpisten kommen wir ziemlich platt gegen Mittag in Samara an, wo es richtig schön warm ist! Wir kucken ein paar Hotels und Hostels an, das Hotel „Samara Beach“ gibt uns einen Rabatt für 3 Nächte und sauber ist es auch. Nach einer Siesta laufen wir die paar Meter an den breiten Sandstrand, wo es ziemlich flach ins Meer hineingeht. Die Jungs stürzen sich gleich in die Fluten. Gerade als die Mädels auch ins Wasser wollen, kommen ein paar Tropfen vom Himmel, innerhalb von Sekunden gießt es wie aus Eimern. Auf diese Art wollten wir eigentlich nicht nass werden! Wir bringen unsere Taschen in Sicherheit und warten den Regenschauer ab. Da der Strand nass ist, ist nun auch nix mehr mit hinlegen. Kurz darauf kommt der zweite Regenschauer und wir beschließen zurück ins Hotel zu gehen. Bei einem Tour-Anbieter erkundigen wir uns nach Preisen für die Canopy-Tour in Nosara, in der Nähe von Samara. Allerdings ist der genannte Preis um einiges höher als der im Internet angegebene. Da wir ja sowieso das Auto haben, beschließen wir die 20 US$ Transportkosten pro Person zu sparen und einfach selbst hinzufahren. Abends gehen wir in einer „Soda“ ziemlich lecker und halbwegs günstig essen.

Nach dem ziemlich einfachen Frühstück mit richtig schlechtem Kaffee holen wir uns in der Bäckerei gegenüber noch zwei leckere Strudel, einer mit Apfel, einer mit Ananas. Dann machen wir uns auf den Weg zur „Flying Crocodile Lodge“. Hier wollen wir eine Runde mit einem Ultra-Leicht-Flieger drehen. Auf dem Weg brauchen wir das erste Mal unseren Allrad-Antrieb, als wir einen Fluss überqueren müssen. Klappt aber ohne Probleme! Die Piste besteht quasi nur aus Schlaglöchern. Als wir ankommen, werden wir von Jörg, einem der Piloten begrüßt. In 10 min können wir schon starten, einer nach dem anderen, weil gerade keine anderen Piloten da sind. Er erklärt uns noch kurz, dass wir mit einem sogenannten „Tragschrauber“ fliegen werden, er sieht ein bisschen aus wie ein kleiner Helikopter. James Bond-Fans können sich vielleicht an „Man lebt nur zweimal“ erinnern, da flog der James auch so eine Kiste, die „Little Nellie“ genannt wurde. Die hier sind aber leider ohne Q’s Spezialaustattung. Der Vortrieb erfolgt durch einen Heckpropeller. Der Hauptrotor wird nicht aktiv angetrieben, sondern nur vom Luftstrom, dadurch kann der Tragschrauber bei Motorausfall quasi weiter „segeln“. Man kann die Maschine auf wenigen Metern notlanden. Wir sind gespannt! Das Mädel an der Rezeption ist Deutsche und arbeitet wohl erst ein paar Tage in der Lodge, sie wünscht uns viel Spaß, als wir Jörg zum Hangar folgen. Jürgen darf zuerst. Die Startbahn ist ziemlich kurz, nach ca. 100 m ist der Tragschrauber in der Luft und bald nicht mehr zu sehen. Wir laufen wieder vor zur Rezeption, weil wir das Wasser im Auto vergessen haben. Das Mädel vom Empfang fragt gleich: „Und wie war’s?!“ – „Äh, wie war was? Wir waren doch nur 3 min weg und sind noch gar nicht geflogen!“ – „Ach soooo.“ ;o) Nach ca. 20 min ist Jürgen wieder sicher gelandet und Monika an der Reihe. In der Zwischenzeit kommt der zweite Pilot Frank zurück von einer Flugstunde, deshalb können wir beide dann gleichzeitig in die Luft. Zuerst fliegen wir rechts herum die Küste entlang, über den „Playa Barigona“, der Mel Gibson gehört, zusammen mit einem riesigen Anwesen und diversen Häusern darauf. Allerdings ist er wohl höchstens einmal im Jahr da. Na prima! Dann sausen wir fast im Sturzflug die Klippe hinunter, bis knapp über dem Meer. Das macht echt Laune so zu fliegen! Nun geht es links herum, wir kreisen kurz über einem Flusslauf in dem es viele Krokodile gibt, aber leider verstecken sie sich alle vor uns. Dann geht‘s weiter über Samara und den Strand, bis zum nächsten Strand, wo wir „surfen“ gehen. Sprich knapp über der Wasseroberfläche und dann einmal den Strand entlang. Im Wasser sehen wir eine große Gruppe Rochen schwimmen. Die Piloten scheinen echt Spaß zu haben und wir natürlich auch! Über Kopfhörer erklären sie uns immer was wir gerade sehen oder was wir gleich machen werden. Nach einer halben Stunde sind wir zurück an der Lodge. Schön war’s. Ein echtes Erlebnis mal wieder! Schließlich fahren wir zurück nach Samara, wo wir nochmal an den Strand gehen und uns in die Wellen werfen, bevor wir zum Abendessen ins Restaurant „Brisas del Mar“ gehen und dort einen großen Grillteller essen. Danach gehen wir in eine Bar, direkt gegenüber unseres Hotels, dort gibt es bis 20:00 Uhr „Happy-Hour“, also zahl eins, bekomm zwei. Das können wir uns natürlich nicht entgehen lassen! Als der zweite Cocktail kommt, geht Jürgen kurz rüber ins Hotel um noch Geld zu holen, da sie nicht genug dabei haben. Er kommt gleich wieder zurück. Leider mit einer schlechten Nachricht: Nun ist es passiert! Die Zimmertür wurde aufgehebelt und der Safe aufgebrochen, alles weg, außer die Pässe! Was??? Das ist ja hoffentlich ein Scherz. Leider nein. Wir rennen schnell rüber ins Hotel. Uff! Unser Zimmer ist noch zu. Haben wir ein Glück! Während Florian wartet, läuft Liane rüber in die Bar, bezahlt schnell und kommt mit den anderen beiden wieder zurück. In der Zwischenzeit sind noch die Hotelgäste zwei Zimmer weiter zurückgekommen, eine junge Engländerin und ihre Mutter, deren Zimmer auch aufgebrochen wurde. Gleiches Spiel: Safe geknackt, alles weg, außer den Pässen! Die Polizei ist auch gleich da, weil die Polizeistation gerade ein paar Häuser weiter ist. Leider kann keiner der Polizisten auch nur ein bisschen Englisch. Der arme Hotelangestellte, der Nachtdienst macht auch nicht. Wir hatten den Safe nicht genutzt (und somit auch nicht an der Rezeption bezahlt!), aber verdächtigerweise wurden nun genau die beiden Zimmer aufgebrochen, die den Safe nutzten. Da unser aller Spanisch hierfür doch ein bissel zu knapp ist, holen wir kurzerhand den Kellner aus dem Restaurant in dem wir zuvor Abendessen waren noch dazu, damit er wenigstens übersetzen kann, was alles fehlt. Bei Jürgen und Monika fehlt „nur“ ein kleiner Rucksack, in dem eine Jacke und ein paar Schuhe waren und eben die Sachen aus dem Safe: Geld, Kreditkarten, Fotoapparate, Handy. Bis dann auf dem Polizeirevier alles aufgenommen wurde, damit dann auch die Versicherung zahlt, ist es fast Mitternacht…

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samara-09 Surfen mit dem Tragschrauber!

samara-11 Villa von Mel Gibson

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samara-15 Rochen

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samara-20 Flußdurchquerung mit 4x4

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Video vom „Surfen“ am Strand:

Immer noch ziemlich geschockt von dem Zimmer-Aufbruch lassen wir den Tag ruhig angehen, wobei wir mittlerweile eher die Theorie entwickelt haben, dass die Einbrecher sich an den Balkonen orientiert haben, da hing bei uns nämlich keine Wäsche, somit war nicht von außen ersichtlich, dass das Zimmer belegt ist. Nach einem guten Kaffee in der Bäckerei verziehen sich Monika und Jürgen wieder aufs Zimmer, während wir an den Strand gehen und dort eine Kayak-Schnorchel-Tour zur „Isla Chora“, direkt in der Bucht vor Samara gelegen, buchen. Wir müssen etwas warten, bis noch Obst und Wasser eingekauft ist und wir die Schnorchel-Ausrüstung anprobiert haben. Leider kommen dann auch noch zwei Amis dazu. Unser Guide Sandro schiebt unser Kajak durch die größeren Brandungswellen hindurch und dann heißt es paddeln was das Zeug hält! Ca. eine halbe Stunde brauchen wir bis zur Insel, wo der Guide gleich ins Wasser geht um zu kucken, wie die Schnorchel-Verhältnisse sind. Super! Viele Fische meint er. Also nix wie rein! Erst mal sehen wir gar nix. Keine zwei Meter weit. Dann wird es etwas besser, aber bis auf ein paar einsam herumschwimmende Fische sehen wir nix. Das Riff an sich ist auch nicht besonders spektakulär. Das witzigste ist noch, dass man sich nicht groß bewegen muss, die Wellen tragen einen quasi über das Riff. Bei jeder größeren Welle ist man danach 10 m weiter… Schließlich reicht’s. Am Strand der Insel gibt es noch frische Ananas und Banane. Vom Felsen oben kullern ein paar Brocken herunter, als ein größerer Iguana den Berg runterrennt. Wir werfen ihm und zwei kleineren Artgenossen die Reste der Ananas hin, über die sie sich sogleich hermachen. Dann paddeln wir wieder zurück an den Strand, wo wir im Kajak von einer großen Welle erwischt werden und diese entlang „surfen“. Dann müssen wir allerdings ein Notbremsmanöver starten, weil da ein Pärchen im Wasser steht und wir mit ordentlichem Speed genau auf sie zufahren und – platsch – liegen wir im Wasser. Aber damit haben wir ja Erfahrung! ;-) Danach hüpfen wir noch einmal in die schönen Wellen und laufen dann zum Hotel zurück. Das viele Paddeln hat ganz schön hungrig gemacht, daher essen wir zusammen eine Pizza, bevor wir Siesta machen. Nachmittags gehen wir nochmal schwimmen und dann probieren wir die nächste „Soda“ aus zum Abendessen.

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Heute heißt es wieder mal früh aufstehen! Da wir die Straßenverhältnisse nicht so genau kennen, müssen wir früh los, damit wir pünktlich in Nosara sind, wo wir eine Canopy-Tour bei „Miss Sky Canopy“ gebucht haben. Der Weg ist der gleiche wie zur Flying Crocodile Lodge, wir müssen wieder durch den Fluss fahren. Als wir ankommen, sind schon einige Leute da, zum Teil schon mit Helmen und Gurten ausgestattet. Wir bekommen auch unsere Ausrüstung und fahren dann auf der Ladefläche eines Trucks ca. eine halbe Stunde in die Berge. Die Straße besteht hier nur aus Schlaglöchern und wir werden ordentlich durchgeschüttelt! Oben angekommen kriegen wir eine kurze Einweisung, wie wir uns festhalten müssen und wie bremsen und dann geht es auch schon los! Die erste Zip-Line ist gleich die längste: 750 m „fliegen“ wir über den Regenwald! Nach dem ersten „Flug“ müssen wir einen kurzen Weg laufen um etwas Höhe zu gewinnen. Teils alleine, teils fliegen wir zusammen, manchmal mit einem der Guides, die alle ziemliche Spaßvögel sind und ständig einen Haufen Blödsinn machen, z. B. drehen sie einen an dem Gurt an dem man hängt mehrfach, damit man einen schönen 360°-Blick auf die Umgebung genießen kann… Nach 12 Zip-Lines gibt’s eine kurze Wanderung zu einem Wasserfall, wo man im angestauten Becken schwimmen kann. Nochmal ein kurzer Flug, dann ist das Vergnügen schon vorbei und es geht die gleiche Holperstrecke wieder zurück. War schön, aber teilweise waren die Flüge schon bissle langsam! Etwas schneller hätte es schon sein können, damit man wirklich „100% Adventure“ erlebt, wie angekündigt! Wir wollen heute noch bis nach Monteverde, einem Nationalpark mit vielen Nebelwäldern kommen, deshalb machen wir uns gleich auf den Weg. Die Holperstraßen sind echt anstrengend zu fahren! Unserem doch etwas untermotorisierten Auto machen die Berg-Talstrecken ganz schön zu schaffen, deshalb kommen wir nicht ganz so schnell voran, wie wir das gerne hätten. Aber nach endlosen Kilometern treffen wir dann wieder auf eine geteerte Straße! Hier essen wir in einer „Soda“ richtig lecker zu Mittag. Riesige Portionen zu vernünftigen Preisen. So haben wir das gern! Schließlich kommen wir auf die Panamericana und stehen erst mal eine halbe Stunde im Stau. Aber so richtig. Wegen Brückenarbeiten wird einfach mal die halbe Straße gesperrt und dann nur im 30-Minuten-Takt die Fahrtrichtung geändert. Durch den Stau kommen wir erst in völliger Dunkelheit in Santa Elena an, wo wir uns im „Montelena Hostel“ direkt mitten in der Stadt einquartieren. Wir unterhalten uns noch ein bisschen mit den anderen Backpackern über mögliche Aktivitäten hier in Monteverde, bevor wir k. o. von dem ganzen Gerüttel schlafen gehen…

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samara-44 korrekte Sitzposition einnehmen, und los geht's...

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Das Frühstück im Hostel ist ganz gut, es gibt Toast, Marmelade und frische Wassermelone und richtig guten Kaffee. Monteverde ist auch bekannt als Kaffee-Anbau-Gebiet. Wir buchen kurzfristig noch eine „Hanging-Bridges-Tour“ für 10:30 Uhr und planen dann noch ein bisschen die weiteren Tage. Mit etwas Verspätung werden wir abgeholt und fahren in einem großen Bus mit ca. 25 Leuten in die Berge. Hmm. Soviel zu „max. 6 Personen“! Bei einem Stopp am Canopy Center steigen dann aber alle bis auf 6 Personen aus. Super! Je weiter wir nach oben fahren, desto schlechter wird das Wetter. Nun ist uns auch klar, warum das Ganze „Nebelwald“ heißt!!! Da in der Stadt unten die Sonne richtig warm war, haben wir leider unsere Jacken im Hostel gelassen. Das war ein Fehler! Unser Guide Sergio führt uns durch den Wald und über insgesamt acht Hängebrücken und erklärt die verschiedenen Bäume und Pflanzen. Wir sehen auch einige Tiere, eine Rotknie-Vogelspinne locken wir mit Hilfe eines kleinen Zweigs aus ihrer Höhle. Außerdem sehen wir Stabheuschrecken, einen Nasenbären, einen kleinen grünen Iguana, und einen „Aguti“. Sergio erzählt uns, dass die Agutis eigentlich immer zu zweit unterwegs sind, weil sie eine lebenslange Partnerschaft eingehen. Auf unsere Nachfrage, warum dieser Aguti dann alleine herumläuft, grinst er und meint: „Vielleicht ist er einfach zu hässlich und hat deswegen keine Freundin“. Nee, ist klar! Zum Abschluss des Trails klettern wir auf die letzte Brücke durch einen hohlen Baumstamm hoch. Eigentlich ist es kein wirklicher Baumstamm, sondern das Gerüst einer Würgefeige, die sich um einen Baum geschlungen und diesen schließlich „erwürgt“, also Licht und Nährstoffe entzogen hat. Der Baum stirbt ab und übrig bleibt nur das hohle Gerüst. Zurück in der Stadt gehen wir im „Tree House Café“ einen leckeren Kaffee trinken, bevor wir noch unsere Unterkunft in Bahia Drake Bay buchen. Dann laufen wir zu einem Aussichtspunkt um von dort den Sonnenuntergang in Richtung der Bucht von Nicoya am Pazifik anzukucken. Fast kommen wir zu spät, aber wir können noch die glutrote Sonne versinken sehen. Im Restaurant „Amigos“ gehen wir anschliessend etwas essen.

samara-52 Rotknie-Vogelspinne

samara-54 Stabheuschrecke

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Hier das ganze Album:

Arenal – wo bist du?

Nachdem wir ausgeschlafen haben, machen wir uns auf den Weg in die Stadt, wo wir vom Geruch der Bäckerei „Panaderia La Selecta“ geradezu magnetisch angezogen werden… Frisches Baguette! Das haben wir ja schon lange nicht mehr gerochen. Wir beschließen gleich hier zu frühstücken, für 5 US$ bekommen wir zwei Cappuccino und frisches herzhaftes und süßes Gebäck. Lecker! Da es ziemlich ungemütlich kalt ist laufen wir bald zurück, um noch etwas Produktives zu machen für den Blog. Auf dem Rückweg wird uns klar, warum es im Hostel so laut ist: Direkt nebenan verläuft die Eisenbahnlinie. Alle paar Minuten ist ein lautes, durchdringendes Hupen zu hören. Auf dem Plaza de la Democracia wird gerade ein Riiiiiiesen-Weihnachtsbaum-Alugestell aufgebaut. An ein paar roten Ampeln sehen wir Künstler, die den wartenden Autofahrern die Zeit verkürzen mit Jonglage oder Feuershow. Zum Teil richtig professionell einstudiert! Sie müssen dann nur schnell genug sein um noch etwas Geld einzusammeln, wenn die Ampel auf Grün schaltet. Um 19:00 Uhr treffen wir uns mit Jürgen (ein Kollege von Liane) und seiner Freundin Monika. Mit den beiden werden wir die nächsten knapp 3 Wochen in Costa Rica unterwegs sein. Wir essen im „Nuestra Tierra“ lecker, aber teuer zu Abend. Vor allem, weil wir uns zur Feier des „gemeinsamen Urlaubsbeginns“ einen Cocktail gönnen, aber leider einen Umrechnungsfehler machen, da wir die Währung noch nicht so gewohnt sind. Es wird ungefähr doppelt so teuer als angenommen. Mist. Aber das passiert uns nur einmal!

Um 10:00 Uhr werden wir direkt am Hostel abgeholt und zum Büro der Mietwagenfirma gefahren. Unser Wagen ist aber noch nicht fertig, deswegen nimmt sich Thorsten, der deutsche Inhaber von Wild Rider viel Zeit für uns und wir bekommen noch Tipps für die beste Route, inkl. Hotel-Empfehlungen. Außerdem hören wir auch einige Warnungen, was wir auf keinen Fall machen sollten. Schließlich ist das Auto, ein dunkelblauer Hyundai Tucson, da und das Gepäck eingeladen und wir können losfahren! Es geht in Richtung Nord-West nach „La Fortuna“, wo wir schon ein Hotel reserviert haben. Es gibt hier ein tolles Naturschauspiel zu sehen: Den aktiven Vulkan „Arenal“, der 1968 plötzlich ausgebrochen ist und seither ununterbrochen aktiv ist. Fast die ganze Zeit spuckt er Asche und nachts kann man die rot-glühende Lava herunterfließen sehen. Das wollen wir uns natürlich nicht entgehen lassen, deshalb haben wir uns deshalb extra das relativ teure „Arenal Paraiso Hotel & Spa“ ganz in der Nähe gegönnt, quasi mit Vulkanblick direkt aus dem Zimmer. Die Fahrt dauert länger als gedacht, zwischendurch halten wir noch in der „Soda Diana“, einem kleinen Lokal in dem es typisches, günstiges Mittagessen namens „Casado“, bestehend aus Reis, Bohnen, Fleisch und gebratene Kochbanane, gibt. Hier fällt uns das erst Mal auf, dass überall am Straßenrand Schilder „Se vende“ stehen, irgendwie steht hier jedes zweite Haus oder Grundstück zum Verkauf. Am späten Nachmittag kommen wir in La Fortuna an, checken im Hotel ein und kucken natürlich als erstes in Richtung Vulkan, der leider vollkommen von Wolken verdeckt wird! Unser Weg führt uns dann gleich zu den heißen Quellen des Hotels. Eigentlich sind es ca. 10 Pools, die von einem Bach gespeist werden. Oben ist es am wärmsten, unten ist das Wasser schon gut abgekühlt und fast zu kalt um rein zu sitzen. Vor allem, weil wir gerade so an die 17° C Lufttemperatur haben. Schließlich ist es um 17:30 Uhr schon stockdunkel und der Vulkan immer noch nicht zu sehen. Schade. Aber wir haben ja noch zwei Tage und das Wetter ändert sich hier angeblich stündlich. Vom Planschen bekommen wir Hunger und fahren in die kleine Stadt um noch etwas zu essen. Die Restaurants sind alle ganz schön teuer, aber wir finden schließlich noch eines zu einem einigermaßen annehmbaren Preis.

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Der erste Blick morgens geht zum Vulkan. Immer noch wolkenverhangen, aber zumindest kann man die Bergflanken sehen. Wir frühstücken um 6:30 Uhr, damit wir früh loskommen, denn heute steht eine Wanderung auf dem Programm. Wir wollen den „Cerro Chato“ besteigen, einen ruhenden Vulkan direkt neben dem Arenal. Zuerst müssen wir zur „Observatory Lodge“ fahren, hier fängt dann der Wanderweg an. Da wir uns sicher sind, auf der Herfahrt von San José einen Wegweiser mit „Observatory Lodge“ gesehen zu haben, fahren wir erst mal fast eine halbe Stunde in die falsche Richtung. Leider war es nur ein Hinweisschild, dass man auf dem richtigen Weg ist. Mist! Also wieder zurück. Schließlich kommen wir nach einigem Herumirren doch noch dort an, die letzten 8 km sind Holperstrecke vom Feinsten. Vor dem Eingang wollte uns noch ein Typ weißmachen, dass wir besser nicht ohne Guide gehen, weil wir uns sonst leicht verlaufen könnten, da die Wege nicht gut ausgeschildert sind. Für den „Spezialpreis“ von nur 35 US$ p. P.! Wir verzichten dankend und laufen los. Das Wetter sieht nicht gerade gut aus, der Vulkan liegt komplett unter Wolken versteckt. Gleich zu Beginn beobachten uns ein paar neugierige Kapuzineräffchen aus den Baumwipfeln, bevor sie kreischend verschwinden. Der Weg nach oben besteht teilweise mehr aus Klettern als aus Wandern, aber wir kommen oben an. Nassgeschwitzt und k. o., aber was soll’s. Nun soll es rechts herum weitergehen zum Kratersee. Der Weg besteht zunehmend aus Matsch, der Regen der vergangenen Nacht hat es bestimmt nicht besser gemacht… Aber irgendwie kommen wir auch dorthin, teils mit Umwegen durch den dichten Busch, weil der Hauptweg einfach zu matschig ist. Vom Weg aus geht es nun noch 120 m runter, dann sind wir am Kratersee, den wir schon grünlich durch die Bäume hindurchschimmern sehen. Der kleine „Matsch-Strand“ am See bietet Platz für ungefähr 10 Personen. Dann kann sich aber keiner mehr bewegen. Unten sind schon drei Ösis mit Führer. Die sehen noch ziemlich sauber aus im Vergleich zu uns. Wir fragen nach, welchen Weg sie genommen haben: Den von der anderen Seite, ziemlich steil wär‘s. Okay. Der Guide meint noch, von der Observatory Lodge und von der anderen Seite wäre der Weg ungefähr gleichweit. Bis hierher haben wir ca. 3 h gebraucht. Gut! Denn durch den Matsch zurück haben wir mal gar keine Lust. Wir wünschen den Ösis viel Spaß. Wenn die wüssten! Der Weg war hoch schon anstrengend, aber runter wird das noch schwieriger. Wir laufen also los, ein Schild verkündet uns, dass wir einen Privat-Weg benutzen und daher unten 10 US$ p. P. zahlen müssen. Der Weg läuft sich wie eine Treppe, teilweise sind richtige Stufen angelegt. Dann sind wir aus dem Wald raus und müssen noch ewig weit über eine Holperwiese und durch den Garten von der Lodge laufen, bis wir dann endlich unten angekommen sind. Schließlich kommen wir zur Straße und laufen noch ein Stück runter, ohne so richtig einen Plan zu haben, wo wir denn gerade sind. Wir fragen schließlich bei einem Restaurant nach. Der Typ meint, laufen ist nicht, das sind so ca. 25 km. Was??? Na wunderbar. Er ruft ein „inoffizielles Taxi“ (also einen Kumpel mit Auto) an, der uns für 30 US$ zurück zur Observatory Lodge bringt. Dort angekommen haben Jürgen und Florian immer noch Hoffnung, dass die Wolken sich verziehen und den Blick auf den Vulkan freigeben. Sie laufen deshalb aufs Observatory Deck, von dort soll man den Lavastrom besonders gut sehen können. Aber nix gibt’s, außer den Aufzeichnungen des Seismografen. Bis wir schließlich im Hotel ankommen ist es dunkel und wir haben Hunger. Dreckig und stinkend wie wir sind fahren wir zur Pizzeria „Que Rico“ in der Nähe unseres Hotels. Die Pizza ist tatsächlich „sehr lecker“, wie der Name schon sagt. Aber auch „sehr teuer“… Total platt von der Wanderung können wir natürlich gut schlafen…

arenal-05 Vulkan Arenal im typischen Wolkenkleid

arenal-09 neugieriges Kapuzineräffchen

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arenal-13 Regenwald

arenal-15 Kratersee des Cerro Chato

arenal-17 Tausendfüßler

arenal-18 Ameisen-Trampelpfad

arenal-19 Bärenstarke Ameise

Der Wecker klingelt wieder sehr früh. Der Vulkan ist mittlerweile gar nicht mehr zu sehen vor lauter Wolken. Nicht mal mehr zu erahnen. Als erstes wollen wir zum Wasserfall „Congo“ laufen, der Wanderweg geht hinter unserem Hotel los. Unterwegs können wir noch ein paar Leute beim „Canopy“ beobachten. Sieht spaßig aus, an langen Zip-Lines durch die Bäume zu schweben. Der Weg nach unten ist noch schlimmer als der gestern zum Cerro Chato, teilweise ist der Weg vom Regen weggeschwemmt. Wir kommen dennoch unten an und der Wasserfall stellt sich als ziemlich klein heraus… Ein breiterer, flacher Wanderweg geht auf der anderen Seite weiter. Wir entscheiden uns dort zurück zu laufen. Auf dem Weg können wir immer wieder Blattschneiderameisen beobachten, die in unglaublichen Ameisenstraßen herumwuseln und Blätter transportieren, die deutlich größer sind als sie selbst. Auf einigen der herumgetragenen Blätter sehen wir kleinere Ameisen sitzen. Wir wundern uns ein bisschen darüber, dass sie sich von den Größeren herumtragen lassen. Später lesen wir im Internet nach, dass es sich um sogenannte Wächterameisen handelt, die nach Feinden Ausschau halten. Eine Ameisenstraße führt im Wald einen umgeknickten Baumstamm hoch. Als Florian um Fotos zu machen zu nahekommt, greifen sie den Fotoapparat an, den er für schärfere Aufnahmen auf den Fels daneben gestellt hat. Florian kriegt gleich zu spüren, dass sie ganz schön zubeißen können. Von der Hose schütteln ist nicht, die haben sich richtig in den Stoff verbissen! Wir müssen sie gewaltsam wegschnipsen… Dann kommen wir immerhin an der „Hauptstraße“ raus, aber ein ganzes Stück vom Hotel entfernt. Als wir dort ankommen, fängt es auch schon an zu regnen, also machen wir Siesta. Als es gegen später aufhört, beschließen wir nochmal in die heißen Pools zu sitzen. Genau das richtige! Auf dem Weg werden wir aber aufgehalten von einem ziemlich großen Faultier, das durch einen hohen Baum turnt auf der Suche nach etwas essbarem. Kaum sitzen wir dann im ersten Pool, fängt es wieder an in Strömen zu regnen. Aber das ist nun eher eine willkommene Abkühlung in dem heißen Pot! Als es dunkel wird fahren wir nach La Fortuna und spielen eine Runde „Indoor Minigolf“ mit 18 ganz speziellen Bahnen. Sie sind unterschiedlichen Ländern zugeordnet und durch diverse Lichtschranken oder Kontakte wird entweder Musik ausgelöst oder Objekte fangen an sich zu bewegen. Der Besitzer erzählt uns stolz, dass dies die weltweit erste Bahn dieser Art ist und sie nun in USA nachgebaut wird. Seit zwei Monaten gibt es das Indoor-Minigolf erst. Zum Abschied will er uns dann noch mit den besten und außergewöhnlichsten Bahnen fotografieren. Heißt wir haben dann ungefähr 18 Fotos. ;-)

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arenal-24 Laufende Blätter?!

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arenal-27 Faultier

Morgens regnet es immer noch! Wir haken das Vulkanerlebnis Arenal ab, es kommen ja noch weitere Vulkane, wenn auch nicht mit glühendem Lavafluss… Gleich nach dem Frühstück geht‘s los in Richtung „Rincón de la Vieja-Nationalpark“. Zuerst fahren wir immer am „Lago Arenal“ entlang, dem größten Binnengewässer von Costa Rica. Das Wetter wird langsam etwas besser, wir sehen zumindest schon blaue Fetzen am Himmel zwischen all den grauen Wolken. Nach einer Kurve steht am Straßenrand plötzlich ein Nasenbär! Und was für ein süßer! Und ein neugieriger noch dazu! Gegen Nachmittag kommen wir in Liberia an, wo wir beschließen, gleich noch ein Stück weiter in Richtung Nationalpark zu fahren. An der Schranke erfahren wir, dass wir erstens nur über einen Privatweg weiterkommen, der kostenpflichtig ist. Und zweitens der Nationalpark am nächsten Tag geschlossen ist! Was? So ein Blödsinn! Es kann uns keiner erklären, warum ein Nationalpark montags geschlossen hat, aber es ist tatsächlich so. Und wir wollten den ganzen nächsten Tag dort wandern gehen! Die Frage lautet nun: Einen Tag irgendwas anderes unternehmen, dann in den Nationalpark und dann weiter, oder gleich weiter? Wir entscheiden uns für gleich weiter, da wir ja nur begrenzte Tage in Costa Rica haben und noch die ganze Küste bis in den Süden runter wollen. Wir fahren also zurück nach Liberia und übernachten dort im „Hostel Liberia“, direkt in der Stadt. Hier ist ganz schön was los abends, die ganze Stadt scheint sich auf dem zentralen Parque Mario Cañas Ruiz versammelt zu haben. An der Kirche (!) hängt eine Leinwand auf der nach dem Gottesdienst ein Fußballspiel übertragen wird. Eine Blaskapelle spielt auf dem Platz vor der Kirche Weihnachtslieder und es sind ein paar Fressstände aufgebaut. Plötzlich hören wir Sirenen, ein Feuerwehrauto fährt langsam einmal um den Platz, hintendran Feuerwehrleute in verschiedenen Uniformen bzw. Feuerschutzkleidung und eine Trommelgruppe. Die Blaskapelle spielt tapfer weiter, aber hören tut man sie nicht mehr. Aber egal, die meisten kucken eh Fußball. Theoretisch ist noch ein Konzert angekündigt, vom 2. Sieger der Fernsehshow „LASDS“ = „Latein-Amerika sucht den Superstar“. Auf unsere Nachfrage, wo das denn stattfinden wird, kriegen wir die Antwort: Verschoben auf übermorgen. Na, dann halt nicht!

arenal-32 neugieriger Nasenbär

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arenal-36 "Ich schlag alles zemme!"

Hier das ganze Album: