Royal Breakfast auf der Albatros

Nach fast 10 Stunden Schlaf erwachen wir topfit und nach dem Frühstück geht’s gleich an die „Arbeit“: Fotos sortieren. Berichte schreiben. Blog-Einträge vorbereiten. Um 10:00 Uhr machen wir beim Quiz von Serdal mit. Er stellt 20 Fragen vom Spiel „Bezzerwizzer“, haben wir auch daheim. Die Fragen sind aber echt schwer, deshalb gewinnt auch Herr Weber, der eh immer alles besser weiß! Kurz vor Mittag kucken wir uns am Pooldeck an, wie der Küchen-Artist Arnulfo eine Eisskulptur für das große „Buffet Magnifique“ abends zaubert. Mit einem großen Meisel geht es dem Eisblock an den Kragen. Der Küchenchef Peter Schulze moderiert und es beginnt ein munteres „Was-wird-das?“-Ratespiel, wir sehen es als erste: zwei Delfine! :-) Dafür gibt’s einen erfrischenden Cocktail. In der Zwischenzeit können noch Fragen gestellt werden zu der Eisskulptur, z. B. „Wie lange hält die?“ – „Wenn sie gleich in den Kühlraum kommt ewig.“ Echt? Das hätten wir ja jetzt nicht gedacht! ;-) Fast 10 Minuten nachdem wir die richtige Lösung gefunden hatten, bietet eine Frau noch eine weitere Lösung an: „Das wird bestimmt ein Bernhardiner!“ Ääh? Der Chefkoch weiß gar nicht, was er dazu sagen soll! Nach 20 Minuten ist die Figur fertig und sieht echt supertoll aus! Mittagessen gibt es für uns heute nur ein kleines vom Buffet auf dem Pooldeck, weil abends ja das große Gala-Buffet ansteht. Wir unterhalten uns beim Essen mit Kalibo, eigentlich Kai Oliver Borchert, der am Nebentisch sitzt. Erste Frage seinerseits: „Seid ihr Crew oder Passagiere?“, nicht ganz unberechtigt die Frage, denn zum „normalen“ Passagier fehlen uns ja mal locker 30-40 Jahre!  Wir arbeiten dann noch weiter bis kurz vor dem Fototermin um 17:00 Uhr, bei dem wir eine Viertelstunde Zeit haben, das mit tollen Gemüseschnitzereien und sonstiger Deko ausstaffierte Buffet zu fotografieren. Damit das Gedrängel nicht zu groß wird, gibt es zwei „Schichten“, wir sind bei der ersten dabei. Die meisten sind schon total elegant herausgeputzt für das Dinner, wir passen in kurzen Hosen und T-Shirt nicht wirklich dazu, aber was soll‘s! Die Kellner stehen rechts und links des Buffets Spalier, während es ein Mega-Gedrängel um die besten Plätze zum Fotografieren gibt. Manche Leute hier haben ihr gutes Benehmen echt beim Betreten des Schiffes abgegeben, da wird gerempelt und angeschnauzt was das Zeug hält. So ein Blödsinn! Arnulfo hat noch eine zweite Eisskulptur geschaffen: ein Pferd mit wehender Mähne. Echt klasse! Dann müssen wir auch schon runter und uns (zumindest ansatzweise) schick machen. Das Vorspeisen-Buffet ist echt superlecker, viel Fisch, Lobster, Pastetchen, usw. Der Hauptgang – es gibt unter anderem Gemüse, Kroketten, Ente in Orangen-Soße, Rotkraut, Knödel, ein ganzer Truthahn und ein ganzes Spanferkel – fällt bei uns eher klein aus, denn wir haben ja schon das Dessert-Buffet gesehen! Da steht eine Wahnsinns-Torte neben der nächsten und diverse Cremes in kleinen Schälchen und ganz frisch gibt’s karamellisierte Ananas mit Vanilleeis. Unglaublich lecker und wir sind mal wieder total vollgefressen! Nach dem Essen gibt es heute passend zum Buffet, die „MS Albatros Gala Show“ mit den schon bekannten und den neu dazugekommenen Künstlern. Die da wären: Magdalena Hermann, sie ist ausgebildete Operettensängerin und eben Kalibo, der Zauberer von gestern Abend. Nach der Gala Show setzen wir uns mit Matze und Monella von Schwarzblond raus an die frische Luft und trinken einen Cocktail. Allerdings ist uns da immer viel zu wenig Alkohol drin und so bestellen wir heute mal mit doppelter Menge. Kostet dann halt auch fast das Doppelte. Später kriegen wir unglaublicherweise schon wieder ein bisschen Hunger, aber ist hier ja alles kein Problem, wofür gibt’s den Late Night Snack? Heute Kaiserschmarrn mit roter Grütze. Da wir über Nacht wieder eine Stunde geschenkt bekommen, sitzen wir noch eine ganze Weile in Harry’s Bar und unterhalten uns mit Kalibo, bis das Licht angeht und die Crew anfängt für den „Bayerischen Abend“ morgen zu dekorieren…

suedsee3 (02) Arnulfo bei der Arbeit

suedsee3 (03) Fertig!

suedsee3 (04) Hauptspeisenbuffet

suedsee3 (05) Dessertbuffet

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suedsee3 (11) Eis-Pferd

suedsee3 (13) "Unsere" Kellner: Ita, Tamara, Jamieson und Sunshine

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Heute ist nochmal ein kompletter Seetag, den wir nutzen zum Tagebuch schreiben, Fotos sortieren, Faulenzen und nix tun. Nachdem wir mitbekommen haben, dass die Friseurin Tina in Bora-Bora den Rundflug gemacht hat, besteht Florians Mission heute noch darin, ihr die Bilder abzuschwatzen. Mit Erfolg natürlich. Außerdem der allgemeine Top-Programmpunkt des Tages: „Abschiedswinken auf dem Pooldeck für das Reisevideo mit Videograf Daniel“. Für 100 € kann man sich nämlich die Reise auf Video mit nach Hause nehmen. Einmal haben wir mitbekommen, wie ein Passagier Daniel gefragt hat, ob er denn bei einem bestimmten Ausflug auch mit an Land geht und filmt, denn dann kann er ja auf dem Schiff bleiben und sich das später auf Video ankucken. Da fällt einem doch echt nix mehr dazu ein, oder?! Abends wollen wir heute draußen am Pooldeck essen, denn es wird gegrillt! Leider kommen wir zu spät, unsere Mitreisenden haben schon alles Fleisch aufgefuttert. Echt unglaublich! Kurz entschlossen probieren wir daher die frischgebackene Pizza aus. Auch lecker und wir futtern schon nicht so viel wie sonst! Nach der Show gibt’s einen bayrischen Abend in Harry‘s Bar, tatsächlich haben einige Passagiere die Lederhosen und das Dirndl dabei!!! Wir kucken kurz rein, die Bar ist gerammelt voll und verziehen uns dann aber gleich wieder… Nee, Bayern in der Südsee muss echt nicht sein!

suedsee3 (16) Abschieds-Winken für das Video

Gegen Mittag kommen wir in Pago Pago an, dem Hauptort der Insel Tutuila, die zu Amerikanisch-Samoa gehört. Das sieht man auch gleich daran, dass das erste knallig gelb-rote Gebäude, das einem auffällt, wenn man in die Bucht einfährt, ein amerikanisches Spezialitäten-Restaurant mit großem „M“ auf dem Dach ist. Der Lotse wurde kurz vor der Einfahrt in die Bucht von einem Fischkutter zur Albatros gebracht und hat dem Kapitän und dem 1. Offizier traditionelle Männer-Röcke, namens Lava-Lava, mitgebracht, nun stehen sie zusammen auf der Brücke und parken das Schiff traditionell gekleidet ein. Witzig! Ohne Lotse darf man hier in die meisten Häfen gar nicht einfahren. Eigentlich ist es aber wohl eher so, dass er einen Kaffee kriegt und ein „Gastgeschenk“ mit diversen Kleinigkeiten und dann wieder vorn Bord geht. Sobald das Schiff dann auf Reede liegt oder an der Pier festgemacht hat, kommt eine ganze Delegation von Offiziellen an Bord, die das Schiff zum Landgang freigeben. Und die sich dann wirklich JEDEN EINZELNEN Pass ankucken! Hammer! Meistens frühstücken sie dann noch gemütlich oder kriegen ein Mittagessen und dann gehen sie mit ihrem „Gastgeschenk“ wieder von Bord. Wir sind heute mit Kalibo und mit Magdalena und ihrer Cousine Katharina unterwegs. Eigentlich wollten wir uns ein Auto mieten, aber da eine Bustour mit Guide auch nicht mehr kostet, entscheiden wir uns dafür. Es kommen dann allerdings doch noch einige Passagiere von der Albatros dazu, aber immerhin sind wir nicht so vollgequetscht wie im Touri-Bus und wir sind alleine unterwegs und nicht im Konvoi! Wir fahren erst in den westlichen Teil der Insel, halten an verschiedenen Punkten an, um Fotos zu machen. In Leone hat 2009 ein Tsunami gewütet und große Teile des Dorfes zerstört, es stehen noch die Ruinen der kaputten Häuser herum. Unser Guide Liva erzählt uns viel Interessantes über die Insel und das Leben hier. Wir machen auch einen Abstecher zum „Shark and Turtle Point“. Hier kommt der Legende nach ein Hai und eine Schildkröte aus einer Höhle, wenn man sie mit einem speziellen Gesang anlockt. Allerdings ist heute Sonntag, und es ist sonntags verboten, dies zu tun. Vier einheimische Jungs juckt das herzlich wenig, sie sitzen auf den Felsen und hören laut Musik. Als wir auftauchen verhandeln sie gleich mit Liva, ob für sie nicht ein paar Dollar rausspringen, wenn sie für uns diese Tradition vorführen. Sie fangen gerade an, als eine ältere Frau zeternd und mit einem Stock in der Hand auf uns zukommt. Sie brüllt die Jungs auf Samoanisch an und erwischt sogar einen mit dem Stock. Die Jungs flüchten in alle Richtungen. Sie entschuldigt sich bei uns und meint, wir können ja nix dafür, aber es ist eben verboten, das Ritual sonntags durchzuführen. Konnten wir ja nicht wissen, aber wir haben natürlich Verständnis dafür und gehen daher weiter. Etwas suspekt das Ganze, aber scheinbar zeigen sich die Tiere bei diesem Gesang und nur bei diesem wohl tatsächlich! Sobald aber jemand mit dem Finger auf sie zeigt, verschwinden sie gleich wieder. Es kann sich keiner erklären warum, da wurde schon viel geforscht, aber ohne Lösung. Sachen gibt’s! Zurück in Pago Pago steigen einige der Passagiere aus, während wir noch weiterfahren in den östlichen Teil der Insel. Wir fahren an einen kleinen Sandstrand mit Bar, wo wir gemütlich die Tour ausklingen lassen, bei lokalem Bier und Piña Colada. Dann fahren wir zurück zum Pier. Da wir noch massig Zeit haben, bis das Schiff ablegt, überredet Kalibo Liva und unseren Fahrer Fasala, dass wir noch zusammen was trinken gehen. Viel zu überreden gibt es da nicht, wir landen beim Chinesen mit Blick auf unser Schiff… Wir plaudern ein bisschen über die Unterschiede unserer Länder. Dass eine Familie in Deutschland im Schnitt nur 1,4 Kinder hat wollen Sie uns nicht glauben. Hier sind es oft 8, 10 oder noch mehr! Einige „Cuba Libre“ später haben Florian und Kalibo die Idee noch schnell auf den Markt gegenüber zu gehen um sich einen Lava-Lava zu kaufen, den traditionellen Rock der Samoaner. Kalibo findet auch einen in seiner Größe, muss allerdings den dreifachen Touri-Preis bezahlen. Florian sind alle Röcke zu groß. Kein Wunder, denn so viele richtig dicke Leute wie hier haben wir sonst noch nirgends gesehen. Amerikanisch-Samoa ist wohl weltweit das Land mit dem größten Anteil Übergewichtiger an der Gesamtbevölkerung. Hat wohl mit dem Einfluss der USA und den vielen Fast-Food-Läden hier zu tun… Aber Liva meint, kein Problem, er und Florian haben ja ungefähr die gleiche Statur, wir können ja kurz mit ihm nach Hause kommen, dann zieht er sich um und Florian bekommt seinen Rock. Alles klar! Liva will uns den Lava-Lava schenken, aber wir bezahlen ihm wenigstens den Einheimischen-Preis, 5 $. Dann laufen wir zurück zum Schiff und gehen direkt zurück zum Essen. Abends gibt es mal wieder Tänze aus Samoa auf dem Pooldeck mit der einheimischen Gruppe „Le Taupou Manaia“, die wohl sehr bekannt ist im pazifischen Raum. Da wir nachts über die internationale Datumsgrenze (180. Längengrad) fahren, und die Uhr ja fast jede Nacht zurückgedreht haben, werden wir hier einen ganzen Tag verlieren, damit unser Datum westlich der Datumsgrenze wieder passt. Symbolisch darf nun jeder Gast über eine imaginäre Datumsgrenze, also eine weiße aufgeklebte Linie auf dem Pooldeck, hüpfen. Dabei überspringt man quasi den 30.01. und landet direkt im 31.01. Für diesen Mut gibt’s dann anschließend als Belohnung einen Wodka pur. Wobei Mut ja relativ ist, das Schiff steht ja zum Glück. Ist vielleicht gut, dass dieser Programmpunkt stattfindet, bevor wir in Richtung Upolu, einer der Hauptinseln von Samoa, in See stechen. Denn wenn’s bei der Springerei auch noch gewackelt hätte, dann wären mit Sicherheit einige Bänder und Knochen durch gewesen. Die Frage, ob man dann am 01.02. landet, wenn man zweimal über die Datumsgrenze springt, kann uns leider niemand beantworten… ;-)

suedsee3 (18) Ein großer Schritt für den Lotsen...

suedsee3 (19) ...dann dürfen wir in die Bucht einfahren.

suedsee3 (22) Einparken im traditionellen Männerrock

suedsee3 (23) Das Programm überzeugt heute wohl eher nicht...

suedsee3 (24) Taxi-Fahrer und Touren-Verkäufer

suedsee3 (27) "Unser" gecharterter Bus...

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suedsee3 (38) Keine Chance!

suedsee3 (39) Zum Wohl!

suedsee3 (40) Sprung über die Datumsgrenze. Wer hat nur dieses besch... Foto gemacht?

Die Albatros hat am Pier von Apia, der Hauptstadt Upolus, einer der Hauptinseln Samoas, festgemacht. Nachdem wir in der Nacht die Uhren dieses Mal eine Stunde vorgestellt haben (die Zeitzonen hier sind echt bekoppt!) sind wir nicht wirklich fit für den Tag, aber zwei Tassen Kaffee helfen und so stehen wir um 9:00 Uhr draußen und verhandeln mit einem Taxifahrer über eine Tour in den Süden der Insel, wo es schöne Strände geben soll. Nachdem sich noch vier weitere Leute angeschlossen haben (was unseren Preis senkt, das haben wir vorher vereinbart) geht’s los. Unser Fahrer heißt Eti und macht den Job wohl nur aushilfsweise. Nach der Hälfte der Fahrt entdecken wir die Klimaanlage und schalten sie gleich mal ein. Da staunt der Eti! Zuerst besuchen wir das ehemalige Haus vom Autor Robert Louis Stevenson, der u. a. „Die Schatzinsel“ und „Der seltsame Fall des Dr. Jekyll und Mr. Hyde“ geschrieben hat. Echt ein schönes Anwesen! Weiter geht’s zum Aussichtspunkt auf die “Papapapaitai Falls“ und von hier direkt durch an die Südküste. Hier fährt der Fahrer zum „Coconut Beach Resort“. Uns gefällt es aber nicht wirklich, ist ja ein extra angelegter Hotelstrand, zumal hier noch einige andere Passagiere vom Schiff sind. Wir überreden daher den Fahrer, uns zum Salamumu Strand 30 Minuten weiter zu fahren. Kostet dann halt 10 US$ mehr, aber was soll’s! Die anderen wollen hier ja jetzt eh 1 1/2 h baden und schnorcheln. Und es lohnt sich definitiv! Ein wunderschöner natürlicher weißer Sandstrand mit Palmen und blauem Wasser. Wie aus dem Bilderbuch und das Beste: Wir haben ihn ganz für uns alleine! Wir baden und laufen am Strand entlang, dann fahren wir wieder zurück, mit ein paar Fotostopps an weiteren Strandabschnitten und bei den Dörfern. Gerade sind die 1 1/2 h um, als das Handy unseres Fahrers klingelt und der eine Deutsche ganz aufgeregt fragt, wo wir bleiben. Das ist doch wieder typisch deutsch! Ja ja, wir sind ja unterwegs! Das Schiff fährt erst um 15:00 Uhr ab, und es ist gerade mal 12:30 Uhr! Zwei Minuten bevor wir beim Coconut Beach Resort sind, klingelt das Telefon wieder! Bloß kein Stress, wir sind ja gleich da! Oh Mann! Wir fahren dann direkt durch und sind um 13:15 Uhr schon am Schiff. Wir stöbern noch ein bisschen über den Markt, bevor wir auf dem Schiff was essen gehen und uns dann einen zweistündigen Mittagsschlaf gönnen. Abends kucken wir uns die zweite Show von Kalibo an, „PhänoMental“ mit zum Nachdenken anregender Mental-Zauberei. Diesmal eine wirklich gute Show in der Kalibo viel Psychologie anwendet, nicht so ganz einfach zu durchschauen! Und Lubnas Moderation ist mal wieder so lustig! O-Ton nach der Show: „…da hat es mir wirklich die Sprache verschlungen…!“ ;-) Die Nacht wird relativ unruhig, da wir das erste Mal ordentlich Seegang haben – bis zu Stärke 6 (sehr grobe See). Laut einer Info am schwarzen Brett, hat das Meer ab Windstärke 4 „Schlaglöcher“. Bisher hatten wir nie mehr als Windstärke 3…

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suedsee3 (48) Kalibo beim Leute verarschen, äh, Zaubern...

Heute ist ein halber Seetag, den wir zum Ausschlafen nutzen. Nachdem die Albatros mittags in der Bucht vor Neiafu, der Hauptstadt der Insel Vava’u, Tonga, festgemacht hat, nehmen wir gleich eines der ersten Tenderboote um an Land zu fahren. Das Wetter sieht zwar nicht so gut aus, es ist ziemlich bewölkt, aber Hauptsache es regnet nicht! Denn wir wollen heute mit Matze und seiner Mutter die Insel erkunden, wir nehmen uns direkt am Pier ein Taxi. Nachdem wir noch zwei Mal das Fahrzeug (von kleinem PKW auf 4×4-Jeep) und den dazugehörigen Fahrer wechseln geht es endlich los. Leider stellen wir nach ein paar Metern fest, dass John, der neue Fahrer nun gar kein Englisch spricht, daher auch nicht wirklich versteht, wo wir hinwollen. Karten lesen kann er auch nicht… Na prima! Den Versuch auf den 131 m hohen Berg „Mt. Talau“ hochzufahren geben wir nach einigen hundert Metern auf, da die Straße in Gras übergeht, welches über einen Meter hoch steht. Wir machen unserem Fahrer mit Händen und Füßen klar, dass wir umkehren und über die Insel fahren wollen, auch zu einem schönen Strand. Er nickt und fährt los. Wir sind gespannt, wo er uns hinbringen wird… Wir fahren durch ganz unterschiedliche Wohnviertel, teils sehr ärmlich, teils mit schöneren Häusern. Matzes Mutter findet es total lustig, dass überall Schweine in allen Größen herumrennen. Plötzlich stehen wir im Stau: Touri-Busse parken überall! Klar, unsere lieben Mitreisenden sind natürlich auch unterwegs! Wir machen, dass wir an den Bussen vorbeikommen und am Ende des Weges ist tatsächlich der Ene’io Beach, ein kleiner Sandstrand mit Restaurant, wo gerade einige einheimische Kinder planschen. Leider holen uns kurz darauf die anderen Busse ein, und wir flüchten! Auf dem Pangaimotu direkt neben der Hauptinsel soll es schöne Strände geben, das können wir sogar unserem Fahrer recht schnell begreiflich machen. Nach ca. 20 Minuten Fahrt kommen wir an einem Strand an. Als schön würden wir den aber nicht bezeichnen! Hier treffen wir Benny und Monella mit 4 weiteren Passagieren, die hier gebadet haben und nun auf das Taxi warten. Sie bestätigen uns, dass dies der schönste Strand hier sein soll. Daraufhin beschließen wir, den Trip zu beenden und nach Neiafu zurück zu fahren. Wir laufen noch etwas in der Stadt rum und landen schließlich in einer Kneipe direkt am Hafen, die von einem Schweizer geführt wird. Hier treffen wir Andi & Doris, ein Schweizer Ehepaar auf Weltumsegelung, die wir erst für die Inhaber halten. Sie sind schon 3 Jahre mit ihrer kleinen Segeljacht unterwegs und überwintern hier während der Hurrikansaison (von Ende November bis Anfang März). Es gibt wohl nur zwei Häfen in der Südsee die dafür geeignet sind. Die beiden kennen auch Tongas Traumstände, aber da wir ja nur einen Tag hier sind, haben wir keine Chance dort hinzukommen. Sonst wären sie gerne mit uns hingesegelt. Es wird noch ganz lustig mit den beiden. Falls wir auch mal eine Weltumsegelung machen wollen haben Sie einen Tipp für uns: Im Mittelmeer eine Yacht für 2 Wochen anmieten und dann nix wie ab damit Richtung Karibik. Wenn wir erst mal über den Atlantik sind, interessiert sich keiner mehr dafür wem das Schiff eigentlich gehört… Alles klar! ;-) Auf jeden Fall ist das ein witziger Abschluss für einen eher langweiligen Trip über die Insel. Dann nehmen wir mal wieder das allerletzte Tenderboot zurück zum Schiff und kommen gerade noch rechtzeitig zum Abendessen. Wir sind danach so kaputt von diesem Tag, dass wir bald schlafen gehen…

suedsee3 (52) Beerdingungs-Outfit in Tonga

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suedsee3 (63) Da hin wollen wir!

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suedsee3 (67) Kreuzfahrer unter sich...

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Mit Nuku’lofa laufen wir heute die Hauptinsel Tongas an, gleichzeitig die letzte Südseeinsel auf unserer Reise. Ursprünglich war vorgesehen, dass die neue Pier schon fertig ist und heute mit der Ankunft der Albatros eingeweiht wird. Dazu wollte auch der König von Tonga mit 100 Mann Gefolge auf das Schiff kommen zum Frühstücken. Aber vor zwei Tagen wurde diese Veranstaltung abgesagt. Erstens weil das Pier noch nicht fertig ist. Zweitens weil der König erkrankt ist. Das war wieder Mal ein Grund zur Beschwerde, da einige der Passagiere extra keine Ausflüge gebucht hatten um den Besuch des Königs zu erleben. Einige beschuldigten Phoenix sogar, sich den Besuch des Königs nur ausgedacht zu haben. Letzten Endes musste die eMail-Korrespondenz am schwarzen Brett ausgehängt werden, um zu beweisen, dass TATSÄCHLICH geplant war, dass der König kommt. Echt krass! Uns war das so was von egal, ob der nun kommt, oder nicht! Aufgrund dessen hat Florian aber unseren neuen Lieblings-Sport entwickelt: Gerüchte streuen! :-) Besonders gut geeignet dafür ist das Ein- oder Auslaufen, wenn viele Leute vorne an Deck stehen. Unser Favorit die letzten Tage war: „Also ich hab ja gehört der König von Tonga kommt jetzt doch an Bord! Aber inkognito!“. ;-) Wir wollen den letzten Tag in der Südsee jedenfalls noch mal auf eines der kleinen vorgelagerten Motus fahren und einen Strandtag verbringen. Am Fischermarkt fragen wir nach, wo die Boote fahren. Leider gibt es keine regulären Boote. Ein Einheimischer am Pier spricht uns an. Sein Boot will gerade ablegen mit vier weiteren Albatros-Passagieren an Bord (u. a. unsere Zimmernachbarn, die uns gleich anranzen, dass wir doch künftig bitte unsere Kabinentür leiser schließen sollen…), er fährt zu einem Motu etwas weiter weg und will 120 $ dafür haben. Wir fragen, ob er das lokale Geld meint, dann sind es umgerechnet ca. 50 €, was echt viel ist nur für Transfer! Als er dies bestätigt, sagen wir ihm, dass das unser Budget übersteigt und wir für 80 $ dabei sind. Das Geld müssen wir dann aber erst noch auf der Bank holen wenn wir zurück sind. Alles klar! Wir springen auf und fahren ca. 20 Minuten zum „Fafa Island“, wo wir an einem schönen weißen Sandstrand landen. Zunächst umrunden wir die Insel einmal. Auf diesem Motu gibt es das kleine „Fafa Island Resort“, aber anscheinend sind nur zwei Gäste da, daher können wir es uns auf zwei Holzliegen gemütlich machen. Nach fünf Minuten werden diese dann aber doch zu hart und wir legen uns lieber in den Sand. Aber zuerst abkühlen im Meer, hat genau die richtige Temperatur! Eine unserer Mitreisenden vom Schiff kommt vorbei und fängt ein Gespräch mit uns an. Hauptgrund: „Wie könnt ihr euch eigentlich die Südsee leisten, ihr seid ja wohl Studenten?“ Und: „Der Strand hier ist ja höchstens unterer Durchschnitt, die Strände auf den Malediven sind viel schöner!“ Manchen kann man es einfach nicht recht machen! Sie läuft dann zum Glück weiter und wir haben den Traumstrand wieder für uns alleine. Bis unser Shuttle-Boot eine Stunde zu früh wiederkommt und die vier anderen gleich hin stürmen, weil ihnen langweilig ist. Der Kapitän meint, kein Problem, er wartet gerne, wir können es uns noch eine Stunde gemütlich machen, aber gegen deutsche Korrektheit ist einfach kein Kraut gewachsen und auf Diskussionen haben wir keine Lust. Jetzt müssen wir noch Geld holen um die Tour zu bezahlen. Der Typ meint, in der Stadt gibt es einen Automaten, ca. 10 min zu Fuß. Eine halbe Stunde pro Richtung brauchen wir dann tatsächlich, so dass wir nur am Rennen sind, damit wir pünktlich vor Abfahrt an der Albatros ankommen. Der Bootstyp will nun allerdings doch 80 US-Dollar. Nix gibt’s! Der spinnt wohl! Wir kommen 5 min bevor die Gangway eingezogen wird am Schiff an. Uff! Total aufgeheizt durch das Gerenne müssen wir duschen, bevor wir zum Mittagessen gehen können. Wir legen direkt ab in Richtung Neuseeland. Abends gibt es dann das mit Spannung erwartete Gäste-Cabaret. Den Anfang macht ein Hamburger mit einer Geschichte auf Plattdeutsch, die fast keiner versteht, obwohl er zwischendurch einzelne Wörter übersetzt… Außerdem gibt es selbstgedichtete Lieder über die Albatros, einen lustigen Sketch über zwei schwerhörige alte Damen und einen Gäste-Chor der Seemannslieder zum Besten gibt. Und das Ergebnis des „Linedance-Workshops“. Danach brauchen wir unbedingt einen Drink und probieren dazu noch die kleinen Pizzen beim Late-Night-Snack vor der Casablanca-Bar. Wenn man hier sitzt hat man echt das Gefühl, dass Schiff fällt jede Minute auseinander, so knarzen und ächzen die Balken in diesem Bereich. Aber sonst ist es hier echt unterhaltsam! Ein Ehepaar beschwert sich ein paar Meter neben uns gerade beim Restaurantleiter lautstark über irgendwas. Zuerst bekommen wir nur mit, dass der Ehemann wohl fast jeden Abend einen über den Durst trinkt und sich dann beschweren geht. Schließlich bekommen wir noch mit, dass die Frau festgestellt hat, dass die Rühreier auf einer Seite des Frühstückbuffets immer etwas wärmer sind als auf der anderen Seite. Wir kucken uns ungläubig an. Dass kann ja jetzt nur ein schlechter Scherz sein?! Aber nein, es ist vollkommen ernst gemeint!

suedsee3 (49) offizieller Brief des Königs von Tonga

suedsee3 (50) Das Frühstück war wirklich königlich!

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suedsee3 (71) Fafa-Island

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suedsee3 (73) Wie kann man an diesem Traumstrand nur was auszusetzen haben?!

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suedsee3 (77) Königspalast von Tonga

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suedsee3 (82) "Kapitän Pieske" bei der Passagier-Show

Seetag! Heute müssen wir zur persönlichen Gesichtskontrolle der neuseeländischen Behörden in der Pacific Lounge erscheinen. Zwei Beamte sind dazu extra auf das Schiff gekommen. Wir kommen genau rechtzeitig vor dem großen Ansturm. Trotzdem dauert es fast 30 Minuten bis wir dran sind. Unsere Einreisekarte haben wir brav ausgefüllt und zu verzollen haben wir eh nix, ist ja klar. Alles bestens, Stempel auf der Karte, keinen im Pass? Nö, aber dafür 3 Monate Aufenthaltserlaubnis ohne Weiterflugnachweis. Klasse! Eigentlich ist das ganz ok, dass wir auf dem Schiff abgefertigt werden. Ist ja eh Seetag und die Zeit sparen wir schon in Auckland. Viele der Mitreisenden empfinden das trotzdem als Schikane. Wir sind gerade rechtzeitig zu Burkhard Pieskes Vortrag „Segeln statt Saufen – Rudern statt Raufen“ fertig mit der Kontrolle. Es geht um ein soziales Projekt bei dem er jedes Jahr mit hauptsächlich straffällig gewordenen Jugendlichen in Russland eine dreiwöchige Rudertour mit einem Wikingerschiff macht um sie auf einen positiven Lebensweg zu bringen. Eine dieser Touren wurde von einem Filmteam begleitet und man kann sehen, dass die Jugendlichen nach einiger Zeit lernen, zusammenzuarbeiten. Anscheinend ist das Projekt sehr erfolgreich und 25 von 70 Jugendlichen haben nun einen Ausbildungsplatz. Mittags gibt es dann Steaks und Würstchen vom Grill, diesmal wollen wir auch welche. Aber das Buffet am Pool-Deck wird gleich wieder zum Kampfplatz! Egal wo man sich hinstellt, man wird von allen Seiten angeranzt, dass man nicht in der Reihe steht. Diskussion sinnlos. Aber wir haben ja Zeit, also noch mal nach hinten. Eine ältere Frau, die genau zeitgleich am Ende der Schlange ankommt, keift gleich wieder los, dass Liane sich vor sie gedrängelt hätte. Nun platzt Liane der Kragen und sie wird auch mal laut. Die haben hier doch echt alle einen an der Waffel! Abends gibt es die „Albatros Crew Show“, moderiert von Alex im Zebra-Anzug und mit viel Musik und Gesang. Von Tina Turner über Elvis ist alles mit dabei und zum Teil echt richtig gut! Außerdem jongliert einer der Bar-Keeper mit Flaschen und füllt wackelige Weinglas-Pyramiden, die er auf der Hand balanciert. Diese Show macht mal richtig Spaß! Zum Abschied sagt Alex einen Satz, der die Situation hier auf dem Schiff richtig gut beschreibt: „Wer nicht genießen kann, wird ungenießbar!“ Wie wahr!!! Apropos ungenießbar: Florian fragt später in der Bar noch bei dem Ehepaar nach, welches sich am Abend zuvor über die Rühreier beschwert hat, was denn ursprünglich das Problem war. Es ist einfach unglaublich: Der Ehemann hat sich darüber beschwert, dass die Suppe beim Abendessen zu kalt serviert werden würde. Der Restaurantleiter meinte daraufhin, die Suppe wird in der Küche immer auf 68° C gehalten, bis sie rausgeht, also kann das eigentlich nicht sein. Daraufhin meinte der Typ, dass er sich nicht belügen lässt. Die Suppe hätte maximal 35° C!

suedsee3 (86) Ein Mann wie ein Land - Canada!

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Und noch ein Seetag den wir nutzen um Fotos zu sortieren und Berichte schreiben. Als wir uns nach dem späten Frühstück kurz auf das Pool-Deck verirren, stellen wir fest, dass heute „Frühschoppen“ angesagt ist! Das ganze Deck sitzt voll, jeder ein Bier vor sich und Angelo, der DJ aus Harry’s Bar, spielt mit der Ziehharmonika lustige Seemannslieder und alle schunkeln mit. Oh nee, das geht gar nicht! Wir stürzen uns bis um 16:00 Uhr in unsere Arbeit. Es ist echt unglaublich, wie viele Fotos wir gemacht haben! Dann lassen wir für ein Zauberseminar mit Kalibo sogar das Kaffeetrinken sausen! Wird ganz lustig, auch wenn wir die meisten der Tricks schon kennen. Und dann heißt es auch schon wieder fein machen für das Kapitäns-Abschiedsdinner. Liane kriegt dieses Mal Florians neuen Rock, der passt wie angegossen! Zuerst gibt es einen Cocktail-Empfang in der Atlantik-Lounge für alle Passagiere, die in Auckland von Bord gehen. Zum Dessert gibt es für jeden Tisch eine Eisbombe, die mit Wunderkerzen verziert von den Kellnern in den abgedunkelten Saal getragen wird. Nach dem Dinner gibt’s die Abschiedsshow der verschiedenen Künstler. Zum Abschluss führen die Phoenix-Reiseleiter noch „If I were not upon the sea“ auf, einen witzigen Musik-Sketch.

suedsee3 (89) Frühschoppen mit Angelo auf dem Pool-Deck

suedsee3 (90) Abschieds-Show mit den Phoenix-Dancers

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Das Schiff liegt in der Bay of Islands vor Neuseeland auf Reede und das Wetter ist ziemlich unschön. Deshalb beschließen wir, das fast leere Schiff zu nutzen, duschen schnell und legen uns eine Stunde in den Whirlpool ganz oben auf dem Deck und relaxen. Hier werden wir von einem älteren Herrn angeranzt, dass wir gefälligst duschen sollen, bevor wir in den Pool gehen. Der hat für den Anschiss sogar extra sein Buch weglegt und ist aufgestanden und rüber gelaufen. Muss das Spaß machen, die Leute zu beobachten und auf jede Kleinigkeit, die angeblich nicht den Regeln entspricht, hinzuweisen! Soviel Nixtun macht irgendwann hungrig und so gehen wir zum Mittagessen, bevor wir mit dem Tenderboot an Land fahren. Hier ist ein kleines Festival aufgebaut mit Essenständen und Künstlern, da am nächsten Tag der Waitangi-Day ist, quasi der Unabhängigkeitstags von Neuseeland. Da wir hier aber eh nochmal durchkommen, machen wir nicht viel an Land. Danach treffen wir uns mit Matze zum Abschiedstrunk. Wird ganz lustig, später noch mit den Mädels der Beauty-Abteilung und Kalibo, der natürlich auf keiner Party fehlt! Wird ziemlich spät und schließlich ist nicht mal mehr Personal da um etwas zu bestellen. Sowas!

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suedsee3 (96) Abschieds-Party

Hier das ganze Album:

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