Wasserschlacht in Luang Prabang

Um 7:00 Uhr werden wir vom Shuttle-Service angeholt. Liane hat kurz vorher bei der Bäckerei nebendran noch zwei Kaffee und zwei Schoko-Croissants ergattert. Im Zick-Zack geht es durch die Stadt, verschiedene Leute abholen, bevor wir zum Busbahnhof fahren. Hier steht schon der „VIP-Bus“ der uns in ca. 10 h nach Luang Prabang bringen soll. Sieht immerhin nicht so aus, als ob er bald auseinanderfällt, im Gegensatz zu einigen der anderen Busse, die gerade beladen werden. Wir kriegen alle unseren Sitzplatz zugewiesen. Kaum sind wir alle im Bus fährt er auch schon los. Die Straße ist erstaunlich gut. Wir kommen schnell voran. Nach zwei Stunden machen wir eine Pinkel-Pause, es gibt einige Stände mit Essen und Trinken. Unter anderem so leckere Sachen wie gegrillte Vögelchen oder Fledermäuse am Spieß. Um ca. 13:00 Uhr ist dann eine längere Mittagspause, gerade als es zu regnen beginnt. Mit dem Coupon an unserem Busticket können wir Reis und diverse Beilagen auswählen. Dann geht es weiter, die Straße wird immer schlechter und bergiger. Zwischendurch gibt es noch einen kurzen Stopp mitten in einem Dorf. Am Wegesrand spielen Kinder und ein Mann kämpft gerade mit einem riesigen Schwein, an dessen Hinterbein ein Strick befestigt ist. Optimale Fotomotive. Auffällig ist das fast jedes Haus eine riesige Sat-Schüssel im Garten stehen hat. Mit über einer Stunde Verspätung kommen wir in Luang Prabang an. Wobei uns schleierhaft ist, wie die Strecke hätte schneller befahren werden können. Mit dem Tuk-Tuk fahren wir in die Innenstadt zum „Souk Lan Xang Guesthouse„, welches wir im Internet reserviert haben. Eigentlich kucken wir uns das ja immer gerne vor Ort an, aber in dem Fall war es notwenig vorab zu buchen. Es ist gerade absolute Hochsaison rund um Pii Mai, das Laotische Neujahrsfest, welches wir uns natürlich nicht entgehen lassen wollten. Die Feierlichkeiten dauern insgesamt ca. 2 Wochen. Zunächst feiert man den letzten Tag des alten Jahres. Am zweiten Tag folgt dann ein Tag „zwischen den Jahren“, der weder dem alten, noch dem neuen Jahr zugeordnet ist.  Und die folgenden Tage stehen dann im Zeichen von Wasser, Wasser und nochmal Wasser. In erster Linie werden damit die Häuser und Statuen gesäubert um sie auf das neue Jahr vorzubereiten.  Aber auch die Segenswünsche für das neue Jahr werden in Form von Wasser überbracht. Wir sind schon sehr gespannt, da wir gehört bzw. gelesen haben, dass das Ganze zu regelrechten Wasserschlachten ausartet! Das Guesthouse stellt sich als schön renoviertes altes Lao-Holzhaus heraus. Unser Zimmer ist echt groß und sehr sauber. Da wir Hunger haben laufen wir auf den Nachtmarkt ein paar Straßen weiter. Gleich am Anfang des Marktes werden wir fündig: Es gibt „Banana-Pancakes“! Super! Die haben wir schon vor 5 Jahren in Thailand so gerne gegessen. Absolut lecker. Und absolut Kalorien-Bombe. Aber egal. Wir kucken zu wie der ölige Teig ganz dünn ausgebreitet und dann in einer Mischung aus Wok und Crépes-Platte gebacken wird. Bananen drauf. Zusammenklappen. Nochmal extra Butter dazu, damit es auch schön knusprig wird und dann noch wahlweise Nutella oder dickliche süße Kondensmilch obendrauf. Mmmmmh! So lecker! Wir laufen ein Stück über den Markt, Florian kriegt noch ein laotisches Sandwich mit Hühnchen. Direkt neben dem Sandwichstand gibt es einen Fruchtshake-Stand. Die Zutaten sind schön bunt ausgestellt. Man kann aussuchen was man möchte und das Ganze wird dann zusammen mit Eis und Zuckerwasser zu einem mehr oder weniger leckeren Shake gemixt. Wir nehmen einen mit ordentlich Limette und Minze drin, für umgerechnet 80 Cent. Sehr erfrischend! Und dann entdecken wir noch ein weiteres Dessert, das wir in Thailand schon gerne gegessen haben: in einer Mischung aus „Mini-Wok“ und „Muffinförmchen“ gebackene, noch warme Kokos-Milch-Plätzchen. Alles klar, hier gefällt’s uns auf Anhieb! :-)

luangprabang (01) unser Luxus-Reisebus

luangprabang (03) Hmm... lecker Vögelchen und Mäuse!

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luangprabang (05) Hier wird eine Sau durch's Dorf getrieben...

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luangprabang (09) Kokostaler... mmmhhh!!!

Unsere wohlverdiente Nachtruhe wurde zwischenzeitlich durch eine liebeskranke Katze unterbrochen, die irgendwo in der Nähe minutenlang jämmerlich geheult hat. Hört sich an wie ein schreiendes Kind. Aaaah! Da ist man dann so richtig neben der Spur, wenn man morgens feststellt, dass man das garnicht geträumt hat, sondern wirklich längere Zeit halb wach war. Wir frühstücken ganz gemütlich im Hostel und wollen dann etwas die Stadt erkunden. Wir kommen ein paar hundert Meter weit bis zum ersten Tempel namens „Wat Pha Phay Pha Phay“, machen ein paar Fotos und setzen uns dann zu einem jungen Mönch in den Schatten. Er kann echt gut Englisch, obwohl er es erst seit einem Jahr lernt und wir können ihn einige Sachen fragen, die wir über das Leben im Tempel wissen wollen. Er heißt Serth, ist 18 Jahre alt und seit zwei Jahren Novize. Also quasi die Vorstufe zum Mönch. Mönch kann man eh erst mit 20 werden, oder man kann auch Novize bleiben. Das kann man sich wohl raussuchen. Viele gehen auch nur zwischendurch mal für drei Monate in den Tempel, um sich zu besinnen und erneuern und gehen dann zurück zur Familie. Er ist in den Tempel gegangen, weil es in seinem Dorf keine gute Schule gibt und er hier unterrichtet wird, damit er später studieren kann. Im Gegenzug müssen wir dann einige seiner Fragen über Deutschland beantworten, z.B. ob es dort auch Tempel und Mönche gibt und wie das Wetter so ist. Nach einer Stunde Unterhaltung stellen wir fest, dass wir schon beim Sitzen im Schatten schwitzen wie ab. Daher machen wir noch etwas Pause im Guesthouse bis wir Hunger kriegen. Dann gehen wir bei „Luang Prabang Pizza“ eine Kleinigkeit essen und laufen noch etwas die Hauptstraße entlang. Gegenüber des ehemaligen Königspalasts geht eine Treppe den Berg hoch, zum „That Chomsi“. Von hier aus hat man einen Rundumblick auf Luang Prabang und den Mekong. Die Sonne ist mittlerweile glutrot, vor allem wegen dem Smog der hier herrscht. Wirklich weit sehen kann man nicht. Unten werden gerade schon die Stände für den Nachtmarkt aufgebaut. Diesen kucken wir uns heute mal etwas genauer an, da wir gestern ziemlich schnell drüber gelaufen waren. Wir werden auch gleich fündig und kaufen eine Tasche für Liane. Außerdem kommen wir nicht um die leckeren Fruitshakes, Banana-Pancakes und Kokos-Plätzchen drum herum. Florian will direkt zurück zum Hostel, während Liane noch einen Abstecher zur Massage macht…

luangprabang (10) Monk Chat

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Wir frühstücken im Hostel und machen uns dann auf zum Markt um gute „Water Guns“ mit großem Tank zu kaufen, damit wir bei der heutigen Wasserschlacht auch gut ausgerüstet sind. Tatsächlich stehen schon überall am Straßenrand mit Wasser bewaffnete Leute. Ausweichen ist quasi unmöglich. Wir sind daher patsch-nass bis wir am Markt ankommen. Wir können uns nicht wehren – noch nicht! ;-) Zunächst laufen wir über den riesigen Markt, der sich ewig an der Hauptstraße entlang zieht. Am Ende ist eine Art Vergnügungspark aufgebaut, mit Box-Autos, „Riesen“-rad (6 m Durchmesser) und Kettenkarussel. Keines der Fahrgeschäfte hätte in Deutschland auch nur ansatzweise eine Chance darauf durch den TÜV zu kommen, die Antriebs-Technik ist der absolute Hammer! Schließlich finden wir zwei echt gute Water Guns und machen uns auf den Weg zurück ins Zentrum, wo bereits eine Wasserschlacht tobt. Mittlerweile sind wir schon längst wieder trocken, da es einfach unglaublich heiß ist! Wir stürzen uns daher gleich wieder mittenrein ins nasse Vergnügen. Viele Einheimische haben große Wassertonnen vor ihren Häusern aufgestellt. Die Wasserschläuche laufen den ganzen Tag um sie mit Mekong-Wasser nachzufüllen. Wenn man den Tank seiner Water Gun füllen will, kann man das immer gerne tun, allerdings nicht ohne einen kleinen Eimer Wasser über den Kopf geschüttet zu bekommen. Wir bleiben schließlich vor einem Reisebüro hängen, da wir da immer Nachschub kriegen. Außerdem bekommen wir ein großes Lao-Beer mit Eiswürfeln spendiert. Der kleine Sohn des Besitzers ist fleißig mit am Herumspritzen und hat jede Menge Spaß, als er mal mit unserer großen Water Gun hantieren darf. Oft haben die Leute das Wasser mit Lebensmittelfarbe in gelb, grün, blau oder rot eingefärbt oder man kriegt einfach gleich eine Hand mit Farbe ins Gesicht oder auf das T-Shirt. Manchmal ist das Wasser auch extra mit Eiswürfeln gekühlt, das ist dann besonders erfrischend. Nach kurzer Zeit sind wir jedenfalls ziemlich bunt und nass. Die Tonne läuft immer mal wieder leer, so viel Wasser brauchen wir. So eine Schlacht ist ganz schön anstrengend, Florian kriegt schon eine Blase am „Abzugfinger“ und Liane Muskelkater im Oberarm. Gegen Nachmittag reicht es uns, wir laufen zum Mekong und gehen zu einer der traditionellen Zeremonien, die parallel zu der Wasserschlacht stattfinden. Dazu setzen mit einem kleinen Boot über zu einer Art „Strand“ auf der anderen Seite des Mekong. Die Einheimischen bauen hier aus Sand verschieden große Stupas, also Sandkegel, die mit weißem Mehl bestäubt und mit Kerzen und Fähnchen mit Sternzeichen drauf geschmückt werden. Es sind haufenweise offene Zelte aufgebaut, in denen Getränke und Essen verkauft werden. Um einen besseren Überblick zu bekommen laufen wir auf den „Wat Chomphet“, einen kleinen, eher hässlichen Tempel auf dem angrenzenden Berg. Dabei müssen wir durch das kleine Bergdorf. Vor einem Haus direkt am Rand der Treppe sitzt eine Familie zusammen, sie winken uns her und bieten uns einen selbstgemachten Kräuter-Schnaps an. Gar nicht mal so schlecht! Auf dem weg nach unten kommen wir dort wieder vorbei und der Sohn der Familie lädt uns ein, dazu zu sitzen und ein BeerLao zu trinken. Er ist 22 und kann einigermaßen Englisch. Seine Onkels sind schon ziemlich blau und finden es höchst lustig mit uns. Nachdem wir noch ein paar mirabellen-ähnliche Früchte bekommen haben, meint Houmphong, wir sollen mit ihm runter an den Strand kommen zur Party. OK, nix wie hin! Seine Ex-Freundin (oder auch nur Freundin, so genau haben wir das nicht verstanden) hat hier einen Stand, zufällig ist direkt daneben ein Tisch frei und so kommen wir zu den nächsten zwei Flaschen BeerLao. Mit Eiswürfeln, wohlgemerkt! Dann geht’s ab ins Getümmel. Lustig ist, daß sich die Tanzfläche nach jedem Lied sofort komplett leert, bis das nächste Lied anfängt und alle wieder zurück stürmen. Nach der Tanzrunde holt Houmphong zwei Portionen gebratene Hühnchen und dazu einen unglaublich scharfen Krautsalat. Dazu nochmal zwei Flaschen BeerLao. Schließlich geht’s wieder auf die Tanzfläche. Hätten wir besser mal unsere Knarren mitgenommen, denn die sind natürlich weg, als wir an den Tisch zurückkommen. Schließlich wird es dunkel und wir setzen mit dem Boot wieder auf die andere Seite über und laufen in Richtung Nachtmarkt um noch einen Banana Pancake zu essen. Houmphong kommt auch mit, denn er weiß angeblich, wo heute DIE Party steigt, keine 10 Minuten mit dem Tuk-Tuk zu fahren. Unsere Klamotten sind zwar immer noch etwas nass und wir sind total dreckig. Aber Florian meint, das wär egal. Liane wird kurzerhand mit dem Argument überzeugt, dass es eigentlich nie verkehrt ist, was mit Einheimischen zu unternehmen. Also machen wir uns auf den Weg und sind kurz nach 20:00 Uhr beim „Dao Fa Night Club“. Soweit so gut. Wir gehen rein und stellen fest, dass wir die ersten Gäste sind. Die Angestellten rücken gerade noch Fässer als Tische zurecht, eine Tanzfläche gibt es nicht und auf drei großen Fernsehern läuft „Deutsche Welle“. Wo sind wir denn hier gelandet? Houmphong bestellt gleich nochmal zwei Flaschen BeerLao. So langsam können wir das Zeug nicht mehr sehen. Liane hat in ihrem ganzen Leben noch nicht so viel Bier getrunken wie am heutigen Tag! Wir sitzen nun also an einem Tisch, frieren etwas in unseren nassen Klamotten wegen der Klimaanlage und Houmphong rennt ständig raus und telefoniert seine Freunde zusammen. Mittlerweile hat er uns noch eröffnet, dass heute sein „Badai“ ist, also sein Geburtstag. Ganz langsam füllt sich der Club, um 21:30 Uhr fängt dann eine Band an zu spielen. Die ersten drei Lieder sind ganz ok, ab da geht es mit der Qualität der Musik rapide bergab. Nachdem Houmphongs Freunde aufgetaucht sind und die nächste Runde Bier auf dem Tisch steht, flüchten wir. War ja ganz interessant, aber nun haben wir genug für heute. Mit dem Tuk-Tuk fahren wir zurück zum Guesthouse und sind echt froh, als wir unter der warmen Dusche stehen und kurze Zeit später zumindest halbwegs sauber im Bett liegen.

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luangprabang (24) das "Riesenrad"

luangprabang (28) bereit für die Schlacht!

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luangprabang (38) Attacke!!!

luangprabang (43) Zeremonie am Strand

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luangprabang (48) Dixie-Klos auf laotisch...

luangprabang (49) Da kann Lara Croft abdanken! ;-)

luangprabang (51) Waffen und Schuhe bleiben draußen...

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luangprabang (59) Party am Strand

luangprabang (57) unser neuer Freund Houmphong

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Wir schaffen es dank Wecker tatsächlich auf kurz vor 6 Uhr an die Hauptstraße. Hier ist schon ganz schön was los! Denn in ein paar Minuten kommen hier die Mönche auf ihrer morgendlichen Almosen-Tour vorbei. Ein Minibus nach dem anderen fährt vor und spuckt sowohl Einheimische als auch Touris aus. Auf der einen Seite der Straße sind kleine Teppiche ausgebreitet, darauf liegt ein Kissen und davor steht ein kleines Bambus-Gefäß mit Klebereis. Die noch freien Kissen sind schnell belegt, hauptsächlich von Asiaten, ein oder zwei westliche Gesichter sind auch zu sehen. Viele bringen noch weitere Gaben mit, wie Obst oder Süßigkeiten. Alle haben ein Tuch dabei, welches über die linke Schulter gelegt wird und knien dann auf die Kissen. Dann kommt die erste Gruppe orangefarben gekleideter Mönche mit ihren meist silbernen Gefäßen, in die im Vorbeigehen von den Leuten eine kleine Handvoll Reis geben wird.  Mit traditioneller morgendlicher Zeremonie hat das hier allerdings nichts zu tun. Viele Touris stehen einen Meter daneben auf der Straße und machen wie wild Fotos. Natürlich immer mit Blitz, ist ja noch dämmrig. Total unpassend, zumal überall Infos hängen, wie man sich verhalten soll, wenn man hierher kommt: Unauffällig und ruhig auf der anderen Straßenseite stehen, ohne Blitz fotografieren, die Zeremonie nicht stören. Es kommen immer mehr Mönche, in langen Reihen laufen sie vorbei. Nach ungefähr einer halben Stunde ist das Spektakel beendet, die Minibusse fahren ab. So hatten wir uns das irgendwie nicht vorgestellt! Nach diesem fragwürdigen Erlebnis gehen wir zurück ins Guesthouse und schlafen nochmal eine Runde. Gegen Mittag laufen wir zur Hauptstraße um etwas zu essen und um uns mit neuen Water-Guns auszurüsten. Ohne die hat man hier echt keine Chance, bzw. auf jeden Fall weniger Spaß! Mit zwei Fruitshakes  – dieses Mal Apfel-Maracuja und Banane-Papaya – ausgestattet setzen wir uns dann an den Straßenrand in den Schatten und warten darauf, dass eine der zahlreichen Prozession losgeht, die in der Festwoche hier stattfinden. Es dauert ewig und es ist abartig heiß. Zum Glück kommt ab und zu jemand vorbei, der einen nassspritzt. Schließlich werden in fetten Autos die „VIPs“ her gekarrt, sie begeben sich zur überdachten Ehrentribüne und dann wird endlich der große Gong geschlagen und die Prozession startet. Ein bunter Mischmasch aus schön verkleideten Tänzern, Musikgruppen und Paradewägen, auf denen wahlweise kleine „Prinzessinnen“ sitzen oder nasse Mönche oder einmal ein fetter Sumo-Ringer, allerdings wird uns bei letzterem nicht wirklich klar, aus welchem Grund er hier „vorgeführt“ wird. Nach einer Stunde ist die Prozession vorbei und alle Leute laufen hinterher bis um Tempel „Wat Xieng Thong“. Hier werden die Blumengestecke, die von einigen Tänzerinnen getragen wurden, an verschiedene Stupas gestellt und jeder kann (gestellte) Fotos davon machen. In den Straßen fängt nun wieder die Mega-Wasserschlacht an. Nochmal eine Steigerung zu gestern, falls das überhaupt möglich ist! Laute Musik, ausgelassene Partystimmung und jeder ist bätsch-nass. Durch die Straßen fahren Pick-ups rauf und runter mit haufenweise Leuten auf der Ladefläche, die mit Wasser spritzen. Teilweise werden nun auch ganze Fässer über die Autos und Leute geschüttet. Nach ein paar Stunden haben wir erst mal genug und machen eine kleine Pause im Hostel. Zum Abendessen setzen wir uns in ein „Restaurant ohne Namen“ auf einer Terrasse direkt am Mekong. Wir sind echt hungrig und bestellen jeder ein Hauptgericht und dazu noch eine Suppe. Die Getränke kommen schnell, das Essen dauert ewig. Wir bereuen es schon ein bisschen, das wir nicht wo anders hin sind. Aber dann kommt endlich doch noch das Essen und das Warten hat sich absolut gelohnt. Wow, ist das lecker! Die Suppe namens „Tom Yam„, eine laotische Spezialität mit kleinen Tomaten, Zwiebeln und Hühnchen, ist mit Zitronengras verfeinert. Florian bekommt Klebereis mit gebratenem Hühnchen und Bambussprossen, Liane Shrimps mit verschiedenem Gemüse und Reis. Das beste Essen in Laos bisher, da sind wir uns einig. Und das alles für unglaubliche 7 € für alles! Ein Dessert hat aber auch noch Platz, wir teilen uns ein „Banana-Pancake“ und einen Limetten-Minz-Eis-Shake. Eigentlich wollten wir uns noch eine Massage gönnen, aber so vollgefuttert entscheiden wir uns dann doch gleich fürs Bett.

luangprabang (64) Warten auf die Mönche

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Heute wird ausgeschlafen, komme was wolle. Um 9:00 Uhr sitzen wir dann beim Frühstück und machen Pläne für die nächsten zwei Tage. Dann sehen wir, dass das Büro von „Shompoo-Cruises“ wieder offen hat, viele Geschäfte waren nämlich wegen Neujahr geschlossen. Wir buchen gleich unseren zweitägigen Mekong-Bootstrip nach Houay Xay ganz im Westen von Laos an der thailändischen Grenze, welche am Dienstag frühmorgens startet. Der Manager gibt uns noch einige Infos zur Stadt und zum heutigen letzten Tag des Neujahrs-Fests, u.a. das wir heute Morgen um 6:00 Uhr die wichtigste Prozession verpasst haben… Mist, wir haben extra verschiedene Leute gefragt, was so geht die drei Tage, aber das hatte uns keiner gesagt! Danach schreiben wir noch ein paar eMails und gehen dann wieder auf die Hauptstraße zur nächsten Prozession. Allerdings stellen wir bald fest, dass es genau die gleichen Gruppen und Leute sind wie am Tag davor, nur dass sie dieses Mal in die andere Richtung laufen. Das ist doch mal originell! Nach der Parade beginnt dann sofort wieder die Wasserschlacht. Wir mischen heute in der Hauptstraße mit. Es ist echt der Hammer, mit was für Fahrzeugen die Leute hier durchfahren! Unter anderem einer total ausgeschlachteten, rostigen Ente ohne Türen, bei der das Benzin in einem Kanister zwischen den Beinen des Beifahrers steht, der wiederum auf einem kleinen Holz-Schemel sitzt. Die nächsten Stunden sind wir also damit beschäftigt hauptsächlich nass und nicht ganz so bunt zu werden, was echt schwer ist, denn heute ist wohl auch noch richtig Farbschlacht angesagt. Außerdem rennen überall Leute rum, die einen mit Mehl oder so was ähnlichem „bestäuben“ wollen. Selbst die vorbeilaufenden oder -fahrenden Mönche und Polizisten werden nicht verschont! Als es dämmrig wird gehen wir zurück zum Guesthouse und stellen unter der Dusche fest, dass die Farbe ganz schön hartnäckig ist, wenn sie mal angetrocknet ist. Da hilft auch Rei-in-der-Tube nix. Dafür haben wir jetzt also Batik-T-Shirts! Mal kucken, was die nächste Waschmaschine dazu sagt. Nachdem wir zumindest wieder frisch duften, wenn wir auch immer noch etwas bunt sind – Lianes Arm ist grün, Florians Bauch ist blau – machen wir uns auf um die Fahrräder für morgen abzuholen, welche wir zum unglaublichen Preis von je 1,50 € mieten können. Von hier aus fahren wir gleich zur Fressgasse auf dem Nachtmarkt. Hier gibt’s ein Buffet, für 1 € kann man sich einmal den Teller füllen und für 80 Cent gibt es noch ein Hähnchen-Schlegel obendrauf. Zum Dessert müssen es nochmal die leckeren Kokos-Plätzchen sein und dann gehen wir noch ein bisschen einkaufen. Wir finden gleich eine schöne Lampe. Während Liane direkt in einen Kaufrausch verfallen könnte, hat Florian dann aber keinen Nerv mehr für Seidenschals und ähnliches und wir verschieben die restliche Einkaufstour auf morgen… :-)

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luangprabang (103) total durchgeknallt!!!

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luangprabang (113) Riesen-Auswahl für leckere Shakes!

Video von der Wasserschlacht:

Wir stehen wieder früh auf, da wir einen Tipp bekommen haben, dass wir etwas außerhalb des Zentrums die morgendliche Mönch-Almosen-Tour mit deutlich weniger Touris außen rum  sehen können. Wir schwingen uns auf die Fahrräder und radeln los. Leider hat Liane heute Morgen ein paar Orientierungsschwierigkeiten (ist ja auch doof, auf beiden Seiten der Straße ein brauner Fluss!) und wir fahren zunächst in die falsche Richtung. Deshalb kommen wir dann auch erst an dem Tempel „Wat Visounalath“ an, als die Mönche schon den Hof fegen und sonstige Gartenarbeit verrichten. Aber auch wenn wir gleich die richtige Richtung eingeschlagen hätten, wär‘s nix geworden, die Mönche starten ihre Tour hier nämlich schon um 5:30 Uhr! Da haben wir gerade erst den Wecker gehört. Naja, was soll’s, ein weiterer Grund warum wir so früh aufgestanden sind ist der „Food-Morning-Market“. Eine Straße und ein paar angrenzende Gässchen sind mit Obst, Gemüse, Fleisch, Fisch und Essensständen übersäht. Dazwischen ist kaum Platz zum Laufen, was die Laoten aber nicht daran hindert, hier mit dem Roller direkt an den Stand zu fahren. Nachdem wir alles gesehen haben, brauchen wir mal wieder einen richtigen Kaffee. Und richtig heißt keinen laotischen, ein malzartig-süßes Gebräu. Deshalb setzen wir uns in die „Skandinavian Bakery“, trinken einen Cappucchino und beobachten die vorbeilaufenden Leute. Viele sind schick gekleidet, tragen Blumengestecke umher oder haben bunte Trachten an. Vorhin am Markt hatten wir schon so ein paar grüne „Froschmänner“ gesehen. Dann hasten noch haufenweise Mönche vorbei in Richtung ehemaligem Königspalast. Spätestens jetzt ist klar: Da läuft was! ;-) Also nix wie hinterher. Die Allee in Richtung Haupteingang ist schon voll mit Leuten, die allem Anschein nach Aufstellung für eine Prozession nehmen. Direkt vor der Türe steht ein goldener Wagen mit einem überdachten Podest darauf. Dann fängt ein Mönch an zu singen, einige andere stimmen ein. Schließlich wird aus dem im Palast untergebrachten Museum ein ca. 40 cm großer goldener Buddha herausgetragen und auf das Podest gestellt. Unter weiteren Gesängen und Trommelschlägen macht sich die Prozession auf den Weg. Dieser führt ca. 100 m an der Hauptstraße entlang und dann in den Hof des „Temple Mai“. Hier ist ein improvisatorisches Tempel-Zelt aufgebaut unter das der Buddha nun platziert wird. Ein Engländer, der wohl schon öfter beim Neujahrsfest in Luang Prabang dabei war, erklärt uns, dass dies der heilige „Pra Bang Buddha“ ist, nach dem auch die Stadt benannt wurde. Am morgigen letzten Tag der Feierlichkeiten werden in allen Tempeln Buddha-Statuen „gewaschen“. Dazu haben die Laoten Wasser mit Blüten angesetzt, welches dann über eine extra errichtete Vorrichtung auf den Buddha regnet und durch ein Rohr hintendran abläuft und wieder abgefüllt wird. Das Wasser ist dann quasi „heiliges Wasser“ geworden und wird dann in den Häusern verspritzt. Es ist mittlerweile schon wieder so heiß, dass wir zur Abkühlung einen kalten Fruitshake brauchen. Wie üblich Limette-Minze. Dann starten wir unsere Radtour zu den wichtigsten Tempeln von Luang Prabang. Der erste ist der „Wat Sene“ mitten im Dorf. Das einzig richtig sehenswerte ist ein großer, goldener, stehender Buddha. Und natürlich die gefühlten 13842 Buddhas im Haupttempel. Dann fahren wir nochmal zum „Wat Xieng Thong“, dem wichtigsten und größten Tempel der Stadt. Bei der Prozession war hier echt zu viel los, aber auch jetzt sind hier viele Touris. Hauptattraktion hier sind drei Mönche, die gerade mit einer großen Leiter hantieren und versuchen Kokosnüsse zu ernten. ;-) Aber auch die Gebäude sind natürlich schön renoviert. Zwei kleinere Tempel sind ganz bunt und glitzernd mit kleinen Mosaiksteinchen verziert. Schließlich fahren wir durch eine kleine Straße parallel zur Hauptstraße durch die Altstadt und bewundern die schön renovierten alten Holzhäuser. Dabei kommen wir noch am Tempel „Wat Xieng Mouane“ vorbei, der direkt hinter unserem Guesthouse ist und beim Tempel „Wat Choum Khong“. Dann ist unser Bedarf an Tempeln für heute gedeckt. Wir fahren am Mekong entlang aus der Stadt raus zum „Ock Pop Tok Living Crafts Centre“. Als wir dort ankommen werden wir freundlich begrüßt und gefragt, ob wir in ein paar Minuten die geführte Tour mitmachen wollen? Wir können ja solange auf der Terrasse noch was kühles Trinken. Gute Idee. Aus den paar Minuten wird dann zwar mehr als eine halbe Stunde, aber dann geht’s los. Zunächst bekommen wir die Seidenraupen gezeigt, die sich nach ca. 28 Tagen verpuppen und so die begehrten Seidenfäden spinnen. Nach einigen Tagen ändert sich die Farbe der Kokons von weiß zu gelb. Als nächsten Schritt werden die Kokons dann gekocht und einzelne dünne Fäden daraus gezogen. Diese sind erst einmal ziemlich grob und faserig. Dann werden sie nochmal gekocht, danach fühlen sie sich schon viel eher nach Seide an. Und für die höchste Qualität müssen sie nochmal gekocht werden. Als nächstes sehen wir die unterschiedlichen Blätter, Hölzer und Samen mit denen die Seide in den tollsten Farben eingefärbt wird. In einem offenen Raum stehen eng beieinander ca. 10 Webstühle unterschiedlicher Größe. Leider machen die Weberinnen gerade Mittagspause. Unser Guide erklärt, dass es ca. eine Woche dauert um die kleinen Schals zu weben, für die großen  werden 3-4 Wochen benötigt, je nach Schwierigkeitsstufe des Musters. Im Garten wachsen auch all die Pflanzen die für das Färben benötigt werden als Anschauungsobjekte. Die größeren Plantagen sind wohl ein paar Kilometer weit weg. Als letzte Station werden wir noch in den Shop geführt, in dem es echt ganz nette Sachen gibt, die aber unser Budget deutlich übersteigen. Wir machen uns im Anschluss auf den Weg zurück in die Stadt und da wir Hunger haben und irgendwo schön in den Schatten sitzen und was leckeres haben wollen, gehen wir nochmal zum „Restaurant ohne Namen“, welches doch einen Namen hat, wie wir von der Besitzerin erfahren. Es gehört zum Guesthouse gegenüber und heißt „Vane Chalearn Restaurant“. Steht aber halt nirgends. Mittlerweile läuft uns der Schweiß nur so den Rücken runter, aber selber schuld, bei 40° C im Schatten fährt man auch kein Fahrrad! Nach dem wieder sehr leckeren Essen begeben wir uns auf schnellstem Wege zurück ins Guesthouse, schalten die Klimaanlage auf volle Leistung (was bei der Hitze nicht viel heißt), stellen uns zum Herunterkühlen noch unter die kalte Dusche und machen eine Stunde Mittagsschlaf. Einigermaßen erholt fahren wir dann direkt zum Massagesalon „Lotus Spa“ um uns noch den fehlenden Rest an Erholung abzuholen. Wir nehmen wieder eine Stunde „Lao-Massage“. Leider ist es in dem Raum nicht wirklich kühl, daher fällt die Entspannung nur halb so gut aus als beim letzten Mal. Danach muss Florian nochmal mit auf den Nachtmarkt um nochmal eine Lampe und ein Seiden-Schal zu kaufen. Die Verkäuferinnen freuen sich wie blöd, angeblich weil wir ihre ersten Kunden heute sind und deshalb berühren sie mit dem kleinen Geldbündel ihre ganze Ware, eine rennt sogar noch zum Nachbarstand, damit die auch Glück haben heute Abend. Lustig! Vielleicht freuen sie sich aber auch nur, dass mal wieder ein paar doofe Touris den dreifachen Preis gezahlt haben. Obwohl die Laoten es eigentlich noch nicht so drauf haben, Touris übers Ohr zu hauen. So kommt es uns zumindest im Vergleich zu einigen anderen Ländern vor, die wir schon bereist haben. Als Belohnung gibt es noch einen kühlen Fruitshake für uns, während wir den Leuten im Tempel dabei zukucken, wie sie das Wasser über den goldenen Buddha kippen und dann wieder auffangen. Echt cool, nun haben wir das Ritual sogar auch noch gesehen! Dann geben wir die Räder ab und laufen über die Bambusbrücke zum Restaurant „Dyen Sabai“ auf der anderen Seite des „Nam Khan“-Flusses. In der Regenzeit kommt man hier nur sehr umständlich mit dem Boot rüber, weil die Bambusbrücke weggespült wird, wenn der Mekong auf bis auf 15 m Wassertiefe ansteigt. Jedes Jahr nach der Regenzeit wird sie dann wieder neu aufgebaut. Das Restaurant ist echt nett gemacht, mit bequemen Liegen an den flachen Tischen, aber dafür auch um einiges teurer als die anderen Restaurants. Das Essen ist gut, die Cocktails auch. Nebenher unterhalten wir uns mit Danny, einem chinesischen Kalifornier, und tauschen ein paar Reisetipps aus…

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luangprabang (114) Wat Visounalath

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luangprabang (119) Morning Market

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luangprabang (151) Wat Xieng Thong

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luangprabang (166) Brücke über den "Nam Khan"-Fluss

Hier das ganze Album:

Ein Kommentar für “Wasserschlacht in Luang Prabang”

  1. Onkel oder Tante 24 September 2013 at 22:23 #

    halleluja! :)


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