Zip-lining beim Gibbon Experience

Um 8:30 Uhr treffen wir beim Büro des „Gibbon Experience“ den Rest der Gruppe und dann geht es auch schon los. Wir werden auf zwei Jeeps verteilt und zusammen mit Dylan aus Texas und Richard aus Norwegen  hinten auf die luftige Ladefläche gepackt. Die Fahrt geht fast zwei Stunden auf neuer, geteerter Straße in Richtung des 1230 km² großen „Bokeo Reserve“. Hier wurde 2004 das Gibbon Experience als Naturschutzprojekt ins Leben gerufen. Ein paar Jahre vorher wurde eine Population von schwarzen Schopfgibbons entdeckt, die schon als ausgestorben galten. Um den Lebensraum dieser Gibbons und anderer hier lebender, seltener Tiere zu erhalten, wurde den Bewohnern der umliegenden Dörfer mit Jobs im Projekt eine Alternative zur Wilderei, dem illegalen Abholzen und zur traditionellen Brandrodung geboten. Die Idee war und ist, der lokalen Bevölkerung zu zeigen, dass man Umwelt und Tiere schützen muss und damit auch sein Geld verdienen kann. Aktuell arbeiten im Projekt wohl ca. 50 Personen, als Guides, Köche oder „forest guards“, die die Wälder vor Wilderern und illegalen Holzfällern bewachen. Da das Projekt nicht auf Massentourismus ausgelegt ist, dürfen pro Tag maximal 25 Touristen im Gebiet unterwegs sein und es wird auch keine Werbung für das Projekt gemacht. Das erklärt dann auch den stolzen Preis für dieses eigentlich sehr günstige Reiseland. Wir haben den Tipp z. B. von Raphael & Yvonne bekommen, die wir in Südafrika kennengelernt hatten. Unterwegs packt Dylan seine Ukulele aus und klimpert darauf rum. Wegen den Fahrgeräuschen hört man leider fast nichts, aber dann zieht er kurzerhand ein kleines Gerät aus der Tasche, stöpselt die Ukulele dran und legt los mit einem Beatles-Song. Echt der Kracher, das kleine Ding ist ein batteriebetriebener Verstärker! Nun haben wir den richtigen Sound für die Autofahrt. In einem kleinen Dorf halten wir an und machen eine kurze Pause und tätigen letzte Einkäufe, bevor es für drei Tage in den Dschungel geht. Wir lassen außerdem einen Großteil des Gepäcks hier, da wir auf dem Rückweg von hier aus mit dem Bus gleich weiterfahren wollen. Es wird einfach neben ein Regal im Shop gelegt. Wir fragen nochmal nach, ob sie nicht einen abschließbaren Raum haben. Aber der Guide meint, dass das Gepäck absolut sicher sei hier. Naja. Mitschleppen geht jedenfalls nicht, wir haben schon mehr als genug dabei! Kurz nach dem Dorf biegen wir dann auf eine sandige Holperpiste ab um damit bis zu einem ganz versteckt in den Bergen liegenden Dorf zu fahren. Ab hier heißt es nun Laufen. Etwa 40 Minuten, meint der Guide namens Pongbee. Wir schultern unser Gepäck und marschieren in der brütenden Mittagssonne los, zunächst querfeldein, dann quasi nur noch steil bergauf, immerhin ab und zu durch den schattigen Wald. Bringt aber nicht viel, nach kürzester Zeit sind wir komplett nassgeschwitzt. Wer hat eigentlich so viel Zeugs eingepackt? Unterwegs bekommen wir ein großes Sandwich als Mittagessen. Wir wechseln uns ab beim Tragen des großen Rucksacks und nach ungefähr einer Stunde kommen wir, immerhin nicht als letzte, am Basislager des „Gibbon Experience“ heraus. Hier werden wir in zwei Gruppen mit je sechs Leuten aufgeteilt und bekommen zwei Baumhäuser zugewiesen. Gott sei Dank kommen die gackernden und schrillen Mädels aus London in die andere Gruppe. Die Gruppe, die ein Rätsel richtig löst, bekommt Baumhaus Nr. 1, die andere Nr. 7, Vor-und Nachteile werden aber erst später erklärt. Das Rätsel lautet: „Die Reichen brauchen es, die Armen haben es und wenn man es isst, dann stirbt man. Was ist das?“ Wir wissen beide sofort die Antwort: „Nichts!“ Ok, wir sind also in Baumhaus Nr. 1, aber was bringt uns das nun? Antwort: „Erstens: Es ist das Neueste, zweitens: es ist das Größte, drittens: es ist das Schönste und viertens: es ist von hier aus am Schnellsten zu Erreichen.“ Ok. Und was ist dann der Vorteil von Nr. 7? Antwort: „Dort ist die Wahrscheinlichkeit am Höchsten, dass man die Gibbons sieht.“ Hm. Naja, momentan sind uns die Gibbons ziemlich egal, wir wollen nur eine kalte Dusche mit anschießendem Mittagsschlaf. Dann bekommen wir unsere Ausrüstung für die nächsten Tage. Diese besteht aus einer Art Gurt, wie man sie vom Klettern kennt. An diesem sind diverse Seile mit Haken dran befestigt. Jeder muss unter Aufsicht ein paar Übungen absolvieren, damit wir genau wissen, wie wir uns an den Zip-Lines verhalten und sichern müssen, damit uns nichts passieren kann. Nach dem Absprung müssen wir die Beine überkreuzen, eine Hand bleibt immer am Sicherungsseil und eine Hand liegt auf einem Stück Autoreifen auf dem Stahlseil. Damit wird im Notfall gebremst. Auch das üben wir ein paarmal. Aus dem Info-Film, den wir gestern Abend noch im Office gezeigt bekommen haben, wissen wir, dass es in dem Gebiet insgesamt etwa 30 km Zip-Lines gibt, wovon die Längste 700 m misst. Das hört sich doch nach einer Menge Spaß an! Nach ein paar Minuten Wanderung kommt die erste längere Zip-Line, mit Gepäck ziemlich anstrengend. Dann wieder etwas Wanderung, eine kurze Zip-Line, schließlich geht es einen steilen Weg in den Wald runter und wir sehen endlich unser Baumhaus vor uns liegen. Echt unglaublich, dass diese Häuser angeblich ohne einen einzigen Nagel gebaut wurden! Alles wird nur mit Stahlseilen und Schraubverschlüssen gesichert. Alle zwei Jahre werden die ausgetauscht und dann z.B. für Hängebrücken in den Dörfern genutzt. Eine Zip-Line noch, dann landen wir auf der Plattform des Hauses. Anders kommt man hier gar nicht ins Haus, oder wieder davon weg. Echt schön gemacht, ganz offen, über drei Ebenen, mit einem Küchlein und großem Tisch mit Stühlen. Außerdem ein offenes Bad mit Hock-WC und Regenwasserdusche. Abschließbar nur durch einen Vorhang. Wir suchen uns eine Schlafstelle ganz oben aus, quasi ein Doppelbett. Neben uns ist noch ein Doppelbett, welches von Tong und Mee belegt wird, zwei Studenten von der Laotischen Universität, die hier irgendwas für’s Studium machen sollen. Als nächstes geht es ab unter die Dusche! Das ist echt mal ein geniales Erlebnis: Man steht auf einer Plattform gute 25 m über dem Boden, das kalte Wasser prasselt auf einen herunter, fließt durch die Bretter am Boden ab, während man direkt in den Dschungel blickt und Vögel singen hört. Absoluter Wahnsinn! Zur Erholung legen wir uns gemütlich auf das Bett und schwitzen weiter. Während Dylan und Richard zusammen mit Aniella aus Singapur dann nochmal auf Zip-Tour gehen, bleiben wir den ganzen Nachmittag einfach im Baumhaus liegen, relaxen, schlafen und lesen. Rebecca, ebenfalls aus Singapur, macht es uns nach. Am späten Nachmittag kommt dann nochmal der Guide vorbei und bringt uns unser Abendessen. Außerdem gibt es ein paar äußerst kurze Infos zum morgigen Tagesablauf, dann geht er wieder und wir machen uns hungrig über das Essen her. Es gibt Klebereis und vier verschiedene Gemüse, eines davon mit Fleischbeilage. Superlecker! Und das Essen auf Lao-Art (mit etwas Reis eine Kugel formen und damit dann das Gemüse und die Soße dippen) macht echt Spaß! Dazu gibt es eine Flasche laotischen Wein, der allerdings ziemlich gewöhnungsbedürftig ist. Wir unterhalten uns über unsere Heimatländer und Reisepläne und als Aniella und Rebecca erfahren, dass wir nach Laos nochmal einen Zwischenstopp in Singapur geplant haben, sind sie ganz begeistert und wir verabreden, dass wir uns dort dann zu einem traditionellen Krabben-Essen treffen.  Als es dunkel wird, hören wir plötzlich ein Schaben und Nagen aus Richtung Mülleimer. Als wir schnell mit der Taschenlampe hin leuchten, huscht gerade eine große Maus davon, die sich was zu Essen geschnappt hat. Sie denkt sich wohl, Frechheit siegt und kommt mit zwei Verwandten im Schlepptau zurück, als wir wieder am Tisch sitzen. Auch am Boden unter dem Baumhaus läuft irgendein Viech herum, jedenfalls hören wir ab und zu Zweige knacken. Später spielt Dylan noch ein paar Songs auf der Ukulele, aber dann zieht das Licht so viele Fliegen an, dass es keinen Spaß mehr macht und alle beschließen ins Bett zu gehen. Allerdings entdeckt Richard vorher noch am Treppenaufgang eine ziemlich große Spinne. Als wir genauer hin Kucken, sehen wir noch einige mehr und beschließen dann doch das Moskito-Netz, das eigentlich eher ein Stoff-Zelt ist, zu benutzen. Ursprünglich wollten wir es weglassen, weil erstens fast keine Fliegen, Mücken und Moskitos herumfliegen und wir zweitens die Befürchtung hatten, dass es unter dem Stoff unerträglich heiß werden würde. Was dann auch zutrifft, aber der Gedanke an herumlaufende Spinnen und Mäuse ist noch weniger unser Ding. Also legen wir uns kurzerhand auf die Zudecke, die irgendwie eh total übertrieben dick ist für die Temperaturen hier! Kurz vor dem Einschlafen hört Florian dann etwas „Großes“ draußen rumlaufen. Und das macht sich auch noch über unser Zeugs draußen her. Er will schnell das Zelt hochheben und mit der Taschenlampe hinleuchten, erwischt aber leider die falsche Seite und deshalb noch die Zeltwand von den zwei Laoten und leuchtet ihnen ins Zelt rein. Ob die beiden das genauso lustig fanden wie wir – wir wagen es mal zu bezweifeln! Kurze Zeit später findet er dann die richtige Seite und wir sehen die Maus, die gerade einen großen Mais-Taler, verpackt in Folie, über den Boden zieht. Ist ja unglaublich, jetzt frisst sie uns auch noch die Snacks weg! Sie ist nicht bereit, die Beute aufzugeben und rennt damit den Baum hoch, bis unters Dach. Hier ist ein Loch, durch das eines der Stahlseile geht, die das Baumhaus halten. Vom Dach schnüffeln noch zwei kleine Nasen herunter, da scheint dann wohl das Nest zu sein. Der Mais-Taler ist aber mehr als doppelt so groß wie das Loch und bei  Versuch ihn durch das Loch zu ziehen, stürzt er dann leider ab auf den Waldboden. Hat sich die arme Maus ganz umsonst geplagt! Jetzt sind auch Richard und Dylan wieder beruhigt, die beiden Angsthasen haben sich nicht aus ihrem Zelt getraut um zu kucken, was da „riesiges“ im Baumhaus rumläuft. Die ganze Zeit über kam aus der Richtung ihres Lagers ein aufgeregtes „What is it, Florian? Can you see it?“… Danach schlafen wir erstaunlich gut, trotz der ziemlich lauten Geräuschkulisse des Dschungels, bis ungefähr um 01:00 Uhr. Dann kommt ein Donnerschlag, wie er lauter fast nicht hätte sein können. Gefolgt von einem grellen Blitzlichtgewitter. Kurz darauf fängt es an zu regnen. Nein, eher zu schütten. Die Temperatur stürzt innerhalb von zwei Minuten von geschätzten 30° C auf vielleicht noch 15° C! Brrr! Jetzt wissen wir auch, warum die Bettdecke so dick ist! Nach 30 Minuten ist alles wieder still und wir schlafen weiter…

gibbon (01) Dylan und Richard

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gibbon (04) Begrüßungs-Komitee

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gibbon (12) unsere Gruppe

gibbon (13) unser Guide Khampee

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gibbon (16) Ankunft an "unserem" Baumhaus Nr. 1

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gibbon (20) Duschen in luftiger Höhe

gibbon (22) lecker Abendessen

gibbon (23) Abendunterhaltung

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gibbon (24) verfressener Besuch

gibbon (27) Haltet den Dieb!

Um 6:00 Uhr werden wir von einer Art Geheul geweckt. Alarmsirenen? Mitten im Dschungel? Wir brauchen kurz um draufzukommen: Na klar, das sind die Gibbons, die frühmorgens „singen“! Wir stehen sofort auf. Leider ist es total neblig und man sieht kaum die nächste Baumspitze, also müssen wir uns damit begnügen sie zu hören.  Der Guide Khampee kommt gerade an und bringt heißes Wasser für Tee oder Kaffee mit. In gebrochenem Englisch versucht er uns ein bisschen was über die Gibbons zu erzählen. Nach ca. einer Stunde hören die Gibbons auf zu singen und uns ist mittlerweile richtig kalt. Frühstück gibt es erst um 8:30 Uhr und müde sind wir schon noch ein bisschen. Also kuscheln wir uns, dieses Mal ohne das „Zelt“, wieder ins Bett und kucken dabei zu, wie sich die Sonne durch den Nebel kämpft. Zum Frühstück sind wir dann topfit. Es gibt Klebereis, Rührei und verschiedene Gemüse. Eigentlich ist es eher ein vollständiges Mittagessen.  Danach holt uns ein anderer Guide namens Wallee ab. Mit ihm erkunden wir heute den Wald bis ans am weitesten entfernte Baumhaus Nr. 5. Bis dahin sind es einige Zip-Lines, aber auch ganz schön viel Fußmarsch. Es ist mittlerweile wieder genauso heiß wie gestern Mittag und der Schweiß läuft in Strömen. Baumhaus Nr. 5 ist mega-hoch, bestimmt 80 m oder mehr. Und beim Losfahren von dort muss man auf eine ganz kleine Plattform stehen und einfach in den Wald springen. Fast wie beim Bungy-Sprung, nur dass man hier halt gleich abgefangen wird und es waagerecht weitergeht. Abgesehen von den bei dieser Hitze sehr anstrengenden Fußmärschen zwischen den Zip-Lines, die logischerweise fast immer den Berg hoch führen, macht das Zip-Lining schon richtig Spaß! Die Lines überbrücken teilweise bis zu 400 m tiefe Täler und man bekommt dabei ganz schön Fahrt drauf. Trotzdem setzen wir die Bremse eher spärlich ein. Wir wollen natürlich auf keinen Fall unterwegs hängen bleiben. Dann muss man sich nämlich mühsam mit den Händen bis zum Ende ziehen, was je nach Länge des Seils ganz schön anstrengend werden kann. Auf jeden Fall ist hier der Spaßfaktor im Vergleich zu unserer Canopy-Tour in Costa Rica deutlich grösser. Dort war alles Touri-Idiotensicher ausgelegt und die Zip-Lines waren relativ langsam und langweilig im Vergleich. Hier fühlen wir uns zwar trotzdem sicher, aber man merkt schon, dass man für sich selbst verantwortlich ist. Wallee ist leider nicht sonderlich motiviert und nachdem er Rebecca zweimal ein Stück ziehen musste, weil sie nicht genug Schwung hatte, eigentlich gar nicht mehr. Es macht ein bisschen den Eindruck, er will einfach so schnell wie möglich das Standard-Programm abspulen und dann zurück ins Dorf. Schade. Wir hätten schon gern ein paar mehr Infos zum Projekt und zu den Gibbons gehabt, aber dazu spricht er außerdem eh viel zu schlecht Englisch. Als wir dann nach ca. 4 h wieder zurück im Baumhaus sind, kommt auch gerade eine Frau aus dem Dorf mit dem Mittagessen. Wir haben noch gar keinen Hunger, aber sie hat noch eine Überraschung dabei: halbwegs kühle Coke! Kann sie vielleicht Gedanken lesen? Wir kaufen ihr zwei Cola und eine Sprite ab. Den Schnaps, den sie auch noch dabei hat, lassen wir lieber weg, denn der sieht stark nach Marke „selbstgebraut“ aus… Und auf dem Baumhaus ist mehr Alkohol als die eine Flasche Wein am Abend vielleicht eh nicht empfehlenswert! Wir gehen der Reihe nach unter die Dusche, essen doch eine Kleinigkeit und legen uns dann zum verdienten Erholungsschlaf hin. Dylan und Richard kommen auch gerade zurück, sie waren ohne Guide unterwegs und sind angeblich die ganze Zeit gelaufen und gezippt und gezippt und gelaufen und haben verrückte Videos mit ihrer GoPro gemacht, die sie sich jetzt gleich auf dem iPad ankucken. Inkl. Tarzan-Gegröle und bekloppten Ansagen. Die Mittagsruhe dauert eh nicht lange, dann kommt auf Einladung der beiden Jungs die andere Gruppe von Baumhaus 7 zu Besuch, poltert einmal rauf und runter durch „unser“ Baumhaus, findet alles ganz „amazing“ und „lovely“ (zumindest die drei höchst nervigen Mädels aus London). Zum Glück machen sie bald den Abflug und wir haben wieder himmlische Ruhe… Als die Sonne nicht mehr ganz so arg brennt, geht Florian mit den beiden Jungs nochmal auf Zip-Tour und sie kommen erst zurück als es schon dunkel wird. Mit weiteren verrückten Videos im Gepäck, unter anderem sind sie einmal zu zweit auf einer Zip-Line gewesen und einmal ist Richard komplett nackig gezippt! Verrückte Leute! Wir essen zusammen zu Abend, wieder Klebereis und Gemüse und bissle Fleisch. Danach gehen alle direkt schlafen, denn das Zippen und Laufen bei der Hitze ist ganz schön anstrengend! Um 01:30 Uhr ist die Nachtruhe wieder vorbei. Das Mega-Gewitter von gestern Nacht war gar keins merken wir. Da geht noch mehr. Unglaublich, das ganze Baumhaus knarzt und wackelt, das Gewitter muss direkt über uns sein, denn auf einen Blitz folgt sofort ein krachender Donner und darauf sofort wieder ein Blitz und so weiter. Der Wind bläht unser Zelt auf und an zwei Stellen regnet es sogar etwas rein. Nach einer guten halben Stunde ist wieder alles ruhig. Das Baumhaus steht noch, aber wir sind hellwach, an Weiterschlafen ist erst mal nicht zu denken. Irgendwann fallen uns die Augen dann wohl doch zu und es ist schon hell als wir sie wieder aufmachen…

gibbon (28) Alarm im Morgennebel

gibbon (31) Baumhaus Nr. 1

gibbon (32) Baumhaus Nr. 1

gibbon (30) Ganz schön hoch!

gibbon (34) Baumhaus Nr. 5

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gibbon (43) Landung an unserem Baumhaus

gibbon (46)

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gibbon (50) verrückte Leute!

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Heute ist es weniger neblig und man kann auch schon wieder die Gibbons singen hören, dieses Mal aber einiges weiter weg. Khampee ist auch schon da, bringt heißes Wasser für Tee und meint, wenn wir wollen können wir gleich noch eine Runde zippen und dann um 10:00 Uhr direkt an der Küche das Frühstück bekommen und dann von dort aus zurück zum Basislager zu laufen. Na klar wollen wir! Wir packen unser Zeug zusammen und nehmen es gleich mit bis zum großen Baum, von dem mehrere Ziplines abgehen. Hier passt Khampee darauf auf, während wir mal nach links mal nach rechts loszippen. Zwischendurch müssen wir immer kurze Fußmärsche auf uns nehmen, um die nächsthöhere Zip-Line zu erreichen und zum Baum mit unserem Gepäck zurückzukommen. Das machen wir ca. anderthalb Stunden lang, dann laufen wir zur Küche, wo es Baguette und Rührei für uns gibt. Von hier aus geht dann ein halbstündiger Marsch zum Dorf, wo wir auf die Jeeps warten, die die neuen Gäste bringen und uns abholen. Die Rückfahrt auf dem Jeep wird noch anstrengender als die Hinfahrt, da der Fahrer über die staubige Holperpiste hoch und runter heizt wie blöd. Und wirft es ganz schön herum auf unseren Sitzen. Überall am Wegrand sind kleine Feuer zu sehen, ganze Hügel sind brandgerodet. Echt Wahnsinn, wie viel Fläche so verbrannt ist. Im Shop, wo wir auch unser Gepäck untergebracht hatten (alles noch da!) gibt es gebratenen Reis mit Gemüse zum Mittagessen. Die anderen fahren dann wieder zurück nach Huay Xay, während wir an der Straße auf den Bus nach Luang Namtha warten. Nach 10 Minuten kommt der erste um die Ecke, Florian hält ihn an. Ja, er fährt nach Luang Namtha. Wir haben genügend Zeit um unser Gepäck zu verstauen, denn die Gelegenheit wird gleich von mehreren Männern als Pinkelpause im Feld neben der Straße genutzt. Die Klappen des Gepäckstauraums sehen nicht gerade vertrauenserweckend aus, eher, als ob sie jeden Moment wieder aufspringen würden. Nach europäischen Maßstäben wäre der Bus bereits voll, wir steigen über drei Plastikstühle, die vorne im Mittelgang stehen und sitzen schließlich auf ein paar Reissäcken, die die hintere Hälfte des Mittelgangs belegen. Der Bus setzt sich schnaufend in Bewegung. Bergauf ist nicht mehr als Schrittgeschwindigkeit drin, aber was soll’s. Etwa eine halbe Stunde vor dem Ziel halten wir in einem kleinen Dorf an. Zunächst steigen nur drei Leute und der Busfahrer aus. Aber als es nach fünf Minuten immer noch nicht weitergeht, stattdessen einige Männer aus dem Dorf mit Werkzeug kommen, ist klar dass irgendwas am Bus kaputt ist. Da es immer heißer wird ohne den Fahrtwind, steigen nun alle aus. Es scheint ein Problem am linken Hinterrad zu sein. Jedenfalls werden gerade ein paar Schrauben angezogen. Insgesamt sehen wir an dem Rad zehn Löcher, aber nur acht Schrauben. Wir fragen einen der Passagiere, der etwas Englisch kann und er meint, dass zwei Schrauben abgerissen wären und wir nun halt so weiterfahren. Also werden die verbleibenden (immerhin 8) mit großem Hebel und viel Gewalt noch etwas stärker angezogen. Es sind ja nur noch 25 km… Schaffen wir! Eine gute halbe Stunde später kommen wir heil am Busterminal von Luang Namtha an. Hier nehmen wir ein Tuk-Tuk in das 7 km entfernte Stadtzentrum und entscheiden uns direkt für das „Thoulasith Guesthouse“, welches etwas zurückversetzt in einem Garten liegt. Nach einer kleinen Ruhepause machen wir uns auf zum Nachtmarkt und bestellen eine fettige gegrillte Ente, die lecker duftet. Sofort haben wir ein paar neue vierbeinige Freunde, die uns mit großen Augen jeden Bissen in den Mund kucken. Aber immerhin sind sie wohl damit einverstanden, dass wir die Reste gerecht verteilen, es gibt jedenfalls kein Geknurre oder Gekämpfe darum. Dann probieren wir noch einen „Dumbling“, vergleichbar mit einer Dampfnudel bei uns, gefüllt mit Erdnuss-Zucker-Pampe. Gar nicht mal schlecht!

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