Chillen auf Gili Trawangan

Nach dem Frühstück werden wir um 8:00 Uhr von einem Shuttle abgeholt, das uns nach Amed bringt. Hier fährt um 9:00 Uhr das Schnellboot zu den Gili-Inseln ab. Als wir dort ankommen, werden wir gleich von zwei Kindern bedrängt, von ihnen irgendwelche Sachen zu kaufen. Die zwei kommen auch hinterher als wir uns in den Schatten setzen, wollen jetzt aber ihr Englisch an uns üben: „Are you from Bayern Munchen?“ Der europäische Fußball ist hier sehr beliebt! Schließlich sind alle Passagiere da und es kann losgehen. Wir sind froh, dass die Überfahrt nur ca. 50 Minuten dauert, denn das Boot klatscht ganz schön auf das Wasser und die Wirbelsäule wird dabei ordentlich gestaucht. Bequem ist was anderes. Aber die Alternative, 6 Stunden auf Holzbänken in einem klapprigen Slowboat zu sitzen, wäre mit Sicherheit noch schlimmer gewesen. Wir lassen uns auf Gili Trawangan absetzen, die als Party-Insel berühmt und berüchtigt ist. Direkt am Strand werden wir von allen Seiten bestürmt mit Zimmer-Angeboten und dem Gepäck-Transport per Pferde-Karren, da es auf der Insel keine Motor-Fahrzeuge gibt. Wir setzen uns erst mal ins „Café Fortuna“, trinken was Kühles und warten, bis sich der erste Ansturm gelegt hat. Schließlich machen sich Liane und Florian auf Zimmersuche, während Simon auf das Gepäck aufpasst. So langsam wird auch klar, warum hier die Party-Insel ist: Überall werden „Fresh Magic Mushrooms“ angeboten. Anscheinend ist auf den Gilis auch Marihuana legal, weil es quasi einen von der Regierung unabhängigen „Verwalter“ bzw. „Insel-Bürgermeister“ hier gibt, der das einfach mal erlaubt hat. Mittlerweile ist ein ziemlich starker, unangenehmer Wind aufgekommen. Die Zimmer vorne an der „Promenade“, wenn man die dreckige Schotterpiste mit Wasser gefüllten Schlaglöchern so nennen kann, sind uns zu teuer. Also gehen wir in die zweite Reihe. Leider gibt es hier mitten im Zentrum eine Moschee und der Muezzin „singt“ gerade lauthals über das Dorf, das hauptsächlich aus Hotels, Bungalow-Anlagen und Homestays besteht. Das bedeutet, dass morgens um 5:00 Uhr die Nachtruhe erstmal vorbei ist. Schließlich finden wir etwas zu einem guten Preis, allerdings wird direkt nebendran gerade ein Fest aufgebaut und es läuft ohrenbetäubende Party-Dudel-Musik. Der Besitzer meint, dass hier heute Abend die Hochzeit von seinem Kumpel stattfindet und er ist der „Zeremonienmeister“ und organisiert das Ganze. Wir erklären ihm, daß das für das Zimmer das K.O.-Kriterium ist, denn deutsche Hochzeiten gehen schon mal bis früh morgens. Er meint, das wäre hier anders. Die fangen so um 18:30 Uhr an und spätestens um Mitternacht ist Ruhe. Wir können auch einfach vorbeikommen und mitfeiern, falls wir nicht schlafen können. Also nehmen wir die Zimmer. Wir laufen zurück um unser Gepäck zu holen und gehen dann Essen im „Juku Restaurant“. Da hier ja Touri-Hochburg ist, gibt es Küche aus aller Welt. Die beiden Jungs nehmen mexikanische Burritos und Liane einen einheimischen Snapper. Unglaublich lecker mal wieder! Danach machen wir etwas Recherche bei den Tauch-Centern, die sich mit dem Preis abgesprochen haben. Jeder Tauchgang kostet ca. 30 €, ab 5 Tauchgängen gibt es Rabatt. Auch gut, dann muss man schon nicht groß vergleichen, sondern nur kucken, zu welcher Dive-Site man gehen will. Außerdem fragen wir an für eine 3-tägige Tour nach Lombok mit Besteigung des Vulkans „Rinjani“. Dann machen wir im „Café Mozart“ bei einer Tasse Nespresso eine grobe Planung unseres Aufenthalts auf der Insel und buchen anschließend zwei Tauchgänge für den nächsten Tag. Da es mittlerweile angefangen hat leicht zu regnen, gehen wir zurück ins Hotel. Gerade als wir zum Abendessen gehen wollen, fällt der Strom aus. Alles ist dunkel. Auch das Party-Feld neben dran. Die haben allerdings einen Strom-Generator der nun anspringt. Auch einige bessere Hotels haben kurze Zeit später wieder Licht, der Rest liegt im Dunkeln. Unser Vermieter kommt vorbei und bringt uns ein paar Kerzen und meint, das gibt es hier vielleicht einmal im Jahr, daß auf der ganzen Insel der Strom weg ist. Schließlich ist der Strom auch wieder da, allerdings nur für 15 Minuten, dann ist er wieder weg. Als wir schließlich loslaufen ist schon fast 20:00 Uhr und die Aufbauarbeiten für die Party nebenan sind noch in vollem Gange, die Band macht gerade Sound-Check… Wir können uns kaum vorstellen, dass hier um Mitternacht schon wieder vorbei sein soll! Wir laufen die Hauptstraße entlang in Richtung Süden und finden dabei den Nachtmarkt. Hier essen wir etwas, bevor wir uns die Bars ankucken. Zum Teil gibt es Live-Musik, zum Teil laute Party-Musik. Wir landen schließlich im „Sama Sama Reggae Club“. Eine Band spielt live und es gibt ausgefallene Cocktails. Auf dem Heimweg kommen wir an einem Restaurant vorbei, wo einige Leute mit dunklen Brillen auf eine große Leinwand starren. Wir kucken um die Ecke auf die Leinwand. Tatsächlich, die kucken Transformers in 3D! Kurzerhand bekommen wir Stühle angeboten und Brillen und kucken noch den Rest mit an, bevor wir zurück zum Hotel laufen. Es ist ca. 23:30 Uhr und wir sind gespannt, wie die Party nebenan im Gange ist. Die Musik spielt noch, das hören wir schon von weitem. Aber als wir dort ankommen, sind nur noch ein paar Leute dort, unser Vermieter sitzt in seinem Telefon-Laden und zockt Playstation mit seinen Kumpels. Bis wir schließlich im Bett liegen, ist tatsächlich Ruhe nebenan…

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Ausschlafen ist angesagt, denn heute haben wir erst gegen Mittag Programm. Wir frühstücken auf der kleinen Terrasse vor unserem Zimmer und machen es uns hier gemütlich, bis wir auf 11:00 Uhr zum Dive-Center „Aquaddicction“ laufen. Hier bekommen wir unsere Ausrüstung und unser Dive-Master „Rusty“ macht ein kurzes Briefing mit uns. Kurz darauf geht es im Ausleger-Boot einmal um die Insel herum zum „Shark Point“. Außer uns sind noch zwei Jungs aus Dänemark mit Dive-Master dabei und ein Typ der einen Kurs macht und daher einen Dive-Instructor für sich alleine hat. Wir springen als erste Gruppe ins 30° C warme Wasser und sinken langsam auf 27 m. Während der 34 Minuten unter Wasser lassen sich leider keine Haie blicken, dafür aber allerlei sonstiges Getier, allen voran große Meeresschildkröten, die wir schwimmend und am Boden liegend finden. Außerdem sehen wir das erste Mal einen Kalmar, ein sehr interessantes Tier! Ganz zum Abschluss entdecken wir noch einige Langusten, die erfolglos versuchen sich unter einem Korallenvorsprung zu verstecken. Nachdem wir alle wichtigen Daten in unsere Log-Bücher eingetragen haben gehen wir nochmal ins „Café Fortuna“ direkt gegenüber des Dive-Centers Mittagessen. Die Pause reicht gerade so. Als wir zurück sind, geht es sofort los auf das Boot. Dieses Mal sind wir alleine mit Dive-Master Markus aus Schweden. Die Dive-Site liegt im Kanal zwischen Gili Trawangan und Gili Meno und heißt dementsprechend „Meno Wall“. Das Wasser erscheint uns noch wärmer als beim ersten Tauchgang. Das Riff hier ist eher ein Korallen-Trümmerfeld als ein Riff, da hier bis vor einigen Jahren viel Dynamit-Fischerei betrieben wurde. Mittlerweile ist das verboten und jeder Taucher muss ca. 5 US$ Gebühr bezahlen, um bei den Gilis tauchen zu dürfen. Aber es wird Jahrzehnte dauern, bis das Riff sich erholt hat. Wirklich schade! Aber der Tauchgang wird trotzdem gut, wir sehen nochmal einen Kalmar, den wir etwas verfolgen, da er entsprechend seiner Umgebung die Farben ändert. Zwar nicht so wie ein Chamäleon, aber so ein bisschen von bräunlich zu weißlich mit rötlichen und lila Punkten. Außerdem ist es echt faszinierend, diesem Tier beim Navigieren zuzusehen. Auch hier gibt es Schildkröten und viele Fische. Aber natürlich nicht zu vergleichen mit der Artenvielfalt und Menge an einem intakten Riff. Gegen Ende des Tauchgangs entdecken wir noch einen Feuerfisch. Den von Markus angekündigten Anglerfisch finden wir leider nicht. Im Anschluss fängt es an zu schütten wie aus Kübeln, so dass wir entscheiden, schnell in das Restaurant nebenan zu spurten und dort etwas zu trinken und abzuwarten, daß es aufhört zu regnen. Die 2 Sekunden im Regen reichen schon um gut nass zu werden. Eine Französin namens Marie leistet uns Gesellschaft. Nach einer Weile fangen wir an Karten zu spielen und als es nach zwei Stunden endlich aufhört zu regnen, laufen wir zurück, duschen und gehen dann nochmal zum „Juku Restaurant“, weil das Essen dort echt gut war. Eigentlich wollte Marie noch mit ihrer Freundin hinkommen, aber die beiden tauchen leider nicht mehr auf, so dass wir nach dem Essen beschließen gleich schlafen zu gehen, da wir absolut keine Lust auf laute Disco-Musik und Party haben.

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Nach dem Frühstück gehen wir los, um eine Trekking-Tour zum Vulkan Rinjani auf Lombok zu buchen. Leider wird es mal wieder schwieriger als gedacht, da die angesetzen Preise einfach unglaublich hoch sind. Pro Person über 1,5 Mio. IDR, das sind umgerechnet ca. 150 US$. Zufällig treffen wir beim Dive-Center unseren Dive-Master von gestern wieder, der uns erzählt, dass einer ihrer anderen Gäste diese Tour vor kurzem gemacht hat. Zu unserem Glück ist er sogar gerade da und wir können ihn kurz nach seinen Erfahrungen fragen. Leider weiß er nicht mehr genau, wo er gebucht hat, aber dafür weiß er noch den Preis: 1,2 Mio. IDR, aber für zwei Personen. Wir sind völlig sprachlos! Dann sind die angesetzten Preise ja noch viel krasser als wir dachen! Also fragen wir bei einigen Agenturen nach wie es mit einem Rabatt aussieht, da wir drei Personen sind. Einer geht direkt von 1,5 Mio. auf die Hälfte runter. Was haben die bloß für eine Gewinnspanne? Weniger macht keiner, also buchen wir schließlich bei ihm. Nun brauchen wir unbedingt etwas Kühles zu trinken und bei der Gelegenheit merken wir, daß ja schon fast Mittag ist und wir auch schon wieder etwas Hunger haben… Wir essen im „Café Fortuna“ etwas. Danach leihen wir uns Fahrräder und Schnorchel-Ausrüstung. Während Simon direkt an den Strand liegt, bzw. hier schnorcheln will, machen wir uns auf, die Insel einmal zu umrunden. Sind ja nur so ungefähr 5 km aussen rum… Kaum sind wir aus der anstrengenden, bebauten Zone raus, finden wir ein nettes Plätzchen im Schatten, an einem mit abgestorbenen Korallen übersäten Strand. Wir schwimmen und schnorcheln eine Runde, bevor wir unsere Bücher schnappen und lesen, bis wir trocken sind. Dann geht es weiter im Uhrzeigersinn um die Insel. Die Strände hier sind allerdings nicht so wirklich berauschend. Deshalb machen wir auch nur zwei weitere kurze Stopps für etwas Abkühlung im Meer. Wobei man das bei der Wassertemperatur ja eher nicht „Abkühlung“ nennen kann! Als wir einmal rum sind, geben wir die Schnorchelausrüstung ab und machen uns dann auf den Weg zur „Paradise Sunset Bar“, die mit Tischen und Liegen am Strand und entspannter Bob-Marley-Musik ideal ist für einen Sundowner. Wir entscheiden uns für die ausgefallenen Kreationen „Honey Moon“ und „Sex @ Bar“. Beide ziemlich süß, aber sehr lecker! Der Sonnenuntergang ist allerdings nicht soooo spektakulär,. Vor allem, weil das Licht hier innerhalb einer Minute anfängt schön zu werden und dann ist die Sonne auch schon weg. Um wenigstens noch halbwegs den Weg sehen zu können, machen wir uns dann bald auf den Rückweg und geben dabei gleich noch die Fahrräder ab. Da wir heute keine Lust auf Reis haben, gehen wir zum Abendessen in das Restaurant „The Deck“. Hier entscheiden wir uns für Burger, Spaghetti Bolognese und „Köttbullar“, also schwedische Fleischbällchen…

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Hier das ganze Album:

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