Straussenzeit!

Unser nächster Halt ist Knysna, die Austernstadt von Südafrika. Sie liegt malerisch an einer Lagune, in der die größte Austern-Zuchtanlage Südafrikas ist. Auf der Lagune kann man wahlweise mit einem großen Touri-Schiff oder einem Katamaran eine Tour zu „The Heads“ machen, das ist das schmale Tor der Lagune zum Meer. Wir entscheiden uns natürlich für letzteres. Und laut Veranstalter machen wir bei guten Bedingungen auch einen Abstecher aufs offene Meer hinaus! Die Wartezeit überbrücken wir mit einem Cappuccino in einem Café an der sehr touristischen „Waterfront“. Den Katamaran haben wir fast für uns alleine, insgesamt sind wir nur 4 Passagiere bei 3 Besatzungsmitgliedern. Da zu wenig Wind ist, können wir leider nicht segeln, sondern tuckern nur langsam über das Wasser. Das Meer sieht ziemlich ruhig aus, keine grösseren Wellen… Aber laut Crew ist es wegen dem Seegang gerade zu gefährlich aufs offene Meer rauszufahren. Die Passage ist zwar über 200 m breit, aber wir können nur ca. 15 m zum Durchfahren nutzen, wegen der Felsen. Hmmm. Aber wenn es bei den Bedingungen nicht geht, dann kommen die mit dem Katamaran ja NIE raus!? Nun ja… Auf dem Rückweg können wir dann zumindest ein bisschen segeln (einmal im Kreis auf der Lagune, vermutlich um die 90 min irgendwie rum zu kriegen)… Dann sind wir zurück im Hafen. Etwas langweilig das Ganze. Und zu viele Touris sind hier auch! Wir beschließen gleich nach Wilderness weiterzufahren.

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In Wilderness suchen wir zunächst den Backpacker, ganz nett, aber mal wieder ziemlich teuer. Internet haben sie auch keines… Also suchen wir erstmal weiter. Ein Guesthouse mit Internet, aber dunklen Räumen und ohne Meerblick gefällt uns auch nicht. Also weiter. Wir landen schließlich in der „Pink Lodge“, einem 4-Sterne-Haus oben auf der Düne direkt am Strand. Fragen kostet ja erstmal nix denken wir uns und es ist ja schließlich „Off-Season“. Der Manager, Manfred, ist ursprünglich Deutscher, und als wir ihm erzählen, dass wir auf Hochzeitsreise sind, bietet er uns sogar die Honeymoon-Suite mit eigenem Balkon zum halben Preis an. Manchmal muss man einfach Glück haben! Hier gibt’s angeblich Delphine und Wale zu sichten! Wir sehen gleich am ersten Abend einen Wal vorbeischwimmen (also, ehrlich gesagt, sehen wir mehr die Luft, die er ausstößt, als den eigentlichen Wal, aber immerhin…) und einige Delphine kommen auch vorbei. Drei springen sogar durch eine Welle hindurch! Abends wollen wir eigentlich im „Serendipitys“ essen gehen, da war Liane letztes Jahr mit ihren Eltern, aber das hat leider gerade zu. Schade! Dafür gehen wir zu „The Girls“. Die Lage im Hinterhof einer Tankstelle ist zwar nicht gerade anziehend, aber drinnen ist es sehr stilvoll und gemütlich eingerichtet. Die Kellner sind sehr aufmerksam und das Essen ist zweifellos mit das Beste was wir in Südafrika bekommen haben! Es gibt „Trio of Filets“: Rind, Kudu und Gemsbok. Dazu leckere Sossen. Mmmmjam!

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Der nächste Tag wird kurzerhand zum „Relax-Tag“ erklärt. Nach einem leckeren Frühstück mit O-Saft und frisch aufgebackenen Croissants machen wir einen langen Strandspaziergang, wir begegnen fast keinen anderen Leuten. Zwei Einheimische stehen am Strand und angeln. Vor unserem Balkon sind Webervögel kräftig am Nest bauen. Schön anstrengen, Jungs! Den Rest des Tages liegen wir lesend und schlafend rum… Liane setzt sich nachmittags mit Decke, Feldstecher und Foto bewaffnet auf den Balkon und hält Ausschau nach den Meeressäugern. Das erklärte Ziel ist es einen Wal springen zu sehen. Und das tun sie tatsächlich, sogar gleich mehrfach! Zwar weeeeit draußen im Meer, aber dank Zoom doch gut zu erkennen. Soweit wir das beurteilen können, sind alle Wale die wir sehen „Southern Right Whales“ (Südliche Glattwale). Als es um 19:00 Uhr dunkel wird, setzen wir uns nach unten ins Wohnzimmer, wo Manfred den offenen Kamin angefeuert hat. So lässt es sich aushalten! ;-)

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Da wir es hier so gemütlich haben, beschließen wir noch eine weitere Nacht zu bleiben. Als wir zum Auto kommen erwartet uns eine tolle Überraschung: Es ist frisch gewaschen und glänzt nur so?! Der Gärtner hatte anscheinend Langeweile… Danke! Der Tagesausflug führt uns nach Oudtshoorn an den Rand der Karoo. Dort besuchen wir zuerst eine Straußenfarm. Eigentlich wollten wir zur „Highland Ostrich Farm“, aber die ist geschlossen, weil vor zwei Monaten eine Vogelgrippe in dem Gebiet war und alle Vögel getötet werden mussten. Also fahren wir weiter zur „Cango Ostrich Farm“ und machen dort eine Führung mit. Vorher bestellen wir aber schon mal unser „Frühstück“ – Straußenfleisch in verschiedenen Variationen. Dann bekommen wir zuerst etwas von der Historie der Farm und Straußen überhaupt in Afrika erzählt. Das Leder ist das dickste der Welt, vor Känguru und Krokodil. Sehr interessant, was unser Guide so erzählt. Dann geht’s die Strauße besuchen. Sie haben sogar einen kleinwüchsigen Strauß. In der Wildnis hätte der aber natürlich keine Chance gehabt. In einem größeren Auslauf sind viele männliche Strauße mit komischen Decken auf dem Rücken. Unser Guide fragt, ob wir mal einen Strauß reiten wollen, bis 75 kg ist das erlaubt. Äh. Klar. Wenn wir schon mal da sind! Zwei Helfer fangen einen Strauß und der bekommt erst mal eine Haube über den Kopf gezogen, denn wenn er nix mehr sieht wird er ganz zahm. Sieht sehr lustig aus! Dann heißt es aufsteigen, Beine unter den Flügeln festklemmen, Haube runter und los geht’s! Zum Glück rennen die Helfer mit und ziehen einen dann irgendwann runter, sonst würde man nach kurzer Zeit wohl in hohem Bogen vom Strauß fliegen! Spaß macht es auf alle Fälle, alleine probieren den Strauß zu lenken wollen wir dann aber doch nicht. Das schauen wir uns lieber bei den „Jockeys“ der Straußenfarm an. Anschließend dürfen wir noch auf Straußeneier draufstehen, die so einiges an Gewicht aushalten. Unser spätes Straußenfrühstück ist zum Abschluss unseres Besuchs auf der Straußenfarm auch sehr lecker!

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Dann fahren wir noch ein Stückchen weiter zu den „Cango Caves“, entscheiden uns aufgrund von einem Anflug von Klaustrophobie beim Anblick der Querschnitte der Gänge im Foyer (Chimney: Durchmesser ca. 45 cm, Postbox: ca. 30 x 110 cm, …) für die Standard-Tour und laufen ca. 1 h durch die beeindruckenden Höhlen mit unzähligen Stalaktiten, Stalakmiten und sonstigen Formationen. Zwischendurch kommt uns eine ganze Gruppe erschöpfter, schwitzender, afrikanischer Teenager entgegen, die gerade von der Adventure-Tour zurückkommen. Beim Umfang einiger Teilnehmer fragen wir uns, wie um alles in der Welt die eigentlich durch den „Schornstein“ gepasst haben sollen?!? Schließlich machen wir uns wieder auf den Weg nach Wilderness, mit einigen Zwischenstopps bei sehr neugierigen Straußenherden. Die Viecher sind einfach zu lustig mit den langen Hälsen und riesigen Augen! Zurück in Wilderness kehren wir nochmal bei „The Girls“ ein, da das Essen dort wirklich einmalig gut ist!

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Hier das ganze Album:

3 Kommentare für “Straussenzeit!”

  1. Rahel und Tobias..... wir sinds bloß 23 September 2011 at 19:19 #

    Hey Leute,
    Que tal? Como es la vida en Sudamerica?
    Echt klasse eure Berichte! Und die Bilder – Wahnsinn! Jetzt nur nicht nachlassen-immmer schoen weiter machen :-)
    Flori, dein längeres güldenes Haar und der 3Tagebart stehen dir sehr gut :-)
    Ganz liebe Grüße,
    Rahel und Tobi

  2. Silvia B. 22 September 2011 at 19:36 #

    Sehr witzige Bilder. Die Liane auf dem Strauß. Und die Staußenherde… also ich hab den Flo ja fast nicht entdeckt ;-)

    Grüßle Silvia

  3. Yvonne und Raphael 22 September 2011 at 10:12 #

    Schöne Erlebnisse mal wieder! Sie weichen zwar nicht wirklich grossartig von unseren ab, aber ist doch spannend zu sehen, was ihr so gemacht habt!
    Südafrika müsst ihr jetzt aber wirklich mal zu Ende bloggen.. wie lange seid ihr schon in Südamerika? Einen Monat? Und wir haben davon noch gar nichts gesehen :(
    Lasst euch aber nicht stressen: Ist ja eure Hochzeitsreise :)

    Liebe Grüsse
    Yvonne und Rapahel


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